DE38155C - Neuerungen an Druckregulatoren für Leuchtgas-Anstalten - Google Patents
Neuerungen an Druckregulatoren für Leuchtgas-AnstaltenInfo
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- G—PHYSICS
- G05—CONTROLLING; REGULATING
- G05D—SYSTEMS FOR CONTROLLING OR REGULATING NON-ELECTRIC VARIABLES
- G05D16/00—Control of fluid pressure
- G05D16/04—Control of fluid pressure without auxiliary power
- G05D16/12—Control of fluid pressure without auxiliary power the sensing element being a float
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 26: Gas-Bereitung und -Beleuchtung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. Februar 1886 ab.
Der durch Fig. 1 bis 3 dargestellte Druckregulator für Leuchtgas-Anstalten soll zur selbstthätigen
Regulirung des Druckes dienen, unter welchem das Gas in die Verbrauchsleitung eingeführt
wird. Dieser Druck mufs sich mit der Gasabgabe steigern, indem bei gröfseren Gasabgaben
und demzufolge gröfseren Geschwindigkeiten im Rohrnetz auch gröfsere Reibungswiderstände und . hierdurch gröfsere Druckverluste
entstehen als bei kleineren Gasabgaben. Bei der Minimal-Tagesabgabe beträgt der erforderliche
Druck in der Regel 15 bis 30 mm und bei der Maximal-Abendabgabe etwa 60 bis
100 mm Wasserhöhe.
Bei A, Fig. 1, tritt das Gas, vom Gasbehälter
kommend, in den Apparat ein, durchströmt das den Druck regulirende entlastete Doppelsitzventil
b, verläfst den Apparat wieder bei C und tritt hier in die Verbrauchsleitung ein.
Die Bewegung des Regulirventils b erfolgt durch die in dem Wasserbehälter D schwimmende
Glocke, welche behufs erforderlicher Schwimmfähigkeit mit dem ringförmigen hohlen
Schwimmkörper S versehen ist. Am oberen Ende der Glocke, an den Gelenkpunkten f,
greifen zwei kleine Gelenkstangen an, welche an dem gabelförmigen Ende des um den
Drehpunkt / schwingenden Hebels E befestigt sind. Die Bewegung dieses Hebels überträgt
sich auf das Ventil in der durch die Zeichnung veranschaulichten Weise und gestattet der
Wasserverschlufs g der Ventilstange freie Bewegung unbehindert von den entgegengesetzten
Bewegungen der Glocke. Eine aufsteigende Bewegung der Glocke hat hier eine schliefsende
Bewegung des Ventils zur Folge, und umgekehrt. Ist also, nachdem das Gas das Regulirventil
passirt hat, der Druck im Eingange der
Verbrauchsleitung etwa zu grofs, so wird dadurch die Glocke gehoben und die Durchgangsöffnung
des Ventils verengt, wodurch das in die Verbrauchsleitung einströmende Gasquantum
und infolge dessen auch der Druck in der Rohrleitung entsprechend verringert wird.
Der Gelenkpunkt i des Hebels E kann durch
eine Schraubenspindel mittelst des kleinen Handrades K nach dem Drehpunkt I des Hebels
hin verschoben werden. Diese Verschiebung erfolgt auf einer durch den Drehpunkt I gehenden
Kreisbogenlinie i Z, Fig. 2, welche bei vollständig geschlossenem Ventil um den Punkt ο
als Kreismittelpunkt mit 01 beschrieben ist. Auf diese Weise ist eine Verschiebung des
Punktes i bei geschlossenem Ventil, also bei hohem Stande der Glocke, ohne Einfiufs, indem
das Ventil fest verschlossen bleibt, wie auch .£>: verschoben werden mag. Beim tiefsten Stande
der Glocke jedoch wird durch eine Verschiebung von i nach I hin die Maximalöffhung
des Ventils verringert, und es gestattet diese Einrichtung demnach ein bequemes Justiren
des Apparates für jedes beliebige durchströmende Gasquantum.
Das auf der Decke der Regulatorglocke angeordnete offene Wassergefäfs G dient zur Aufnahme
des Belastungswassers, welches zur Herstellung des erforderlichen Druckes unter der
Glocke bezw. im Eingange der Verbrauchsleitung erforderlich ist. Das Gefäfs G erhält
das Belastungswasser selbsttätig aus dem ringförmigen
Wasserreservoir H. Beide Gefäfse G und H communiciren nämlich mit einander
durch das Heberrohr χ so, dafs der Flüssigkeitsspiegel
in ihnen stets gleich hoch steht, Beim höchsten Stande der Glocke, also bei
geschlossenem Ventil, tritt durch das Heber^ rohr alles Wasser aus G 'in -H Zurück und
der Druck, den die Glocke in dieser Stellung ausübt, ist somit am geringsten. Oeffnet sich
das Ventil allmälig, um anfänglich kleinen und nach und nach gröfser werdenden Gasquantitäten
Durchgang zu verschaffen, so senkt sich in demselben Mafse allmälig die Glocke, es tritt
also successive immer mehr Belastungswasser aus H in G, und es erhöht sich somit der
Druck in demselben Mafse, als die den Regulator durchströmenden Gasquantitäten gröfser
werden. Um den Maximaldruck und somit auch das Steigerungsverhältnifs - des Druckes
beliebig herrichten zu können, ist das Reservoir H durch senkrechte Scheidewände in eine
Anzahl einzelner Kammern getheilt, welche durch die Hähne m mit einander verbunden
oder von einander abgeschlossen werden können, so dafs sich also nach Bedarf eine oder mehrere
Kammern abschliefsen lassen, ausweichen kein Belastungswasser nach G übergeführt wird.
Um ein dichtes Abschliefsen des Ventils zu erzielen und somit auch eine gute Regulirung
für sehr kleine Gasquantitäten zu ermöglichen, ist das Ventil b sowohl als auch der Ventilsitz
B je aus einem Stück angefertigt und sind die schmalen, ringförmigen Dichtflächen auf einander
geschliffen.
Um das Ventil auf bequeme Weise von Zeit zu Zeit nachsehen und erforderlichenfalls
reinigen zu können, ist in der Mitte der Regulatorglocke eine mittelst Deckels verschlossene
Oeffnuhg h angebracht, welche so grofs ist, dafs das Ventil b hindurchgeht. Wird h durch
Abschrauben des den Wasserverschlufs g tragenden Deckels geöffnet, und ist vorher die Traverse
ρ nebst Hebbel q entfernt worden, so kann
das Ventil b herausgenommen und alsdann der Ventilsitz B, welcher zu diesem Zwecke so
hoch wie möglich angeordnet ist, bequem gereinigt werden.
Anstatt des ringförmigen Wasserreservoirs H kann auch ein Gefäfs von beliebiger anderer
Form neben dem Regulator stehend angeordnet werden, ebenso kann das Heberrohr χ auch
durch einen Gum'mischlauch oder durch ein Gelenkrohr ersetzt werden, so dafs sich eine
Modification des Apparates bildet, wie Fig. 4 veranschaulicht. Auch können die beiden Gefäfse
G und H auf den Schenkeln eines Balanciere angeordnet werden, so dafs eine
weitere Modification nach Fig. 5 entsteht. Ferner kann auch die Hebelverbindung mit der
Glocke und der Ventilstange nebst Verstellvorrichtung des Constructionspunktes i auf
mancherlei Weise angeordnet werden; es ist jedoch die Art und Weise der Anordnung unwesentlich,
vielmehr ist neu und wesentlich die Ausstattung des Regulators mit dieser den angegebenen Zweck verfolgenden Einrichtung.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:Bei Druckregulatoren für Leuchtgas-Anstalten: ι. Die Anordnung des sich nach oben öffnenden, mit scharfen, schmalen, aufgeschliffenen Dichtflächen versehenen entlasteten Doppelsitzventils b und B, durch welches ein dichtes Abschliefsen und infolge dessen ein gutes Reguliren bei geringer Gasdurchströmung erzielt wird, und bei welcher Anordnung es ferner möglich gemacht ist, auf bequeme Weise durch Abschrauben des den Wasserverschlufs g tragenden Deckels h das Ventil b herausheben, dasselbe reinigen, sowie auch behufs Reinigung zu dem Ventilsitz B gelangen zu können.
- 2. Die Anordnung des Hebels E mit dem mittelst des Handrädchens k verschiebbaren Gelenkpunkt i, wodurch die Maximalöffnung des Ventils b beliebig verringert und auf diese Weise ein bequemes Justiren des Regulators für jedes beliebige durchströmende Gasquantum bewirkt werden kann.
- 3. Die Anordnung des am oberen Rande des Regulatorgehäuses D angebrachten ringförmigen , aus einer beliebigen Anzahl Kammern, welche durch die Hähne m mit einander verbunden oder von einander abgeschlossen werden können, bestehenden Wasserreservoirs H, welches mit dem Belastungsgefäfs G der Regulatorglocke durch ein Heberröhr χ oder durch eine sonstige Gelenkrohr- oder Schlauchverbindung communicirt, wodurch es möglich gemacht ist, eine beliebige Anzahl dieser Kammern mittelst der Hähne m abzuschliefsen, so dafs nur der Wasserinhalt der übrigen mit dem Belastungsgefäfs G in Verbindung bleibt und wodurch somit die Druckzunahme bei gröfser werdenden und die Druckabnahme bei kleiner werdenden durchströmenden Gasquantitäten regulirt werden kann.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE38155C true DE38155C (de) |
Family
ID=313877
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT38155D Expired - Lifetime DE38155C (de) | Neuerungen an Druckregulatoren für Leuchtgas-Anstalten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE38155C (de) |
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- DE DENDAT38155D patent/DE38155C/de not_active Expired - Lifetime
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