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Einrückvorrichtung für Fangvorrichtungen von Förderkörben. Die Erfindung
betrifft eine Einrückvorrichtung für Fangvorrichtungen von Förderkörben u. dgl.
derjenigen Art, bei welcher im Falle eines Seilbruches Bremsbacken durch Luft-,
Gas= oder Federdruck gegen die Führungsbäume gepreßt werden. Die neue Vorrichtung
zeichnet sich gegenüber dem Bekannten besonders dadurch aus, daß sie eine Bremsung
des Förderkorbes sowohl bei einem Bruch des Förderseiles als auch bei einem Bruch
der Verbindungsglieder von Förderseil und Korb bewirkt. Zu diesem Zweck ist an der
Befestigungsschlaufe des Förderseiles oder der Kette mit den Verbindungsgliedern
von Seil und Korb eine Latte gelenkig befestigt, welche für gewöhnlich auf dem Dach
des Förderkorbes aufliegt und dabei unter einem die Bremsvorrichtung steuernden
Bügel hindurchgeht. Bei einem Bruch des Förderseiles gleitet die Latte nieder und
stößt gegen außerhalb des Korbes an den- Führpngsbäumen o. dgl. angeordnete Anschlge,.
wodurch sie emporgerissen wird und- den Steuerbügel mit emporreißt, so daß die Bremsvorrichtung
in Tätigkeit gesetzt wird. Bricht dagegen eines oder brechen mehrere von den Verbindungsgliedern
zwischen Förderseil und Korb, so wird die Latte infolge ihrer gelenkigen Verbindung
mit der Befestigungsschlaufe mit emporgenssen, reißt durch einen an ihr sitzenden
Haken den Steuerbügel enmpor und setzt dadurch die Bremsvorrichtung in Tätigkeit.
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Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist auf der Zeichnung
beispielsweise dargestellt. Abb. i ist ein senkrechter Schnitt nach der Linie E-F
der Abb. 2 einer Fangvorrichtung für Bergwerksförderkörbe, die mit Druckluft arbeitet.
Abb. 2 ist ein wagerechter Schnitt nach der Linie C-D der Abb. i. Die Abb. 3, 4
und 5 stellenverschiedene Bewegungszustände der Steuervorrichtung dar.
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Unter dem Dach 25 des Förderkorbes, der sich zwischen den Führungsbäumen
8 bewegt, ist ein Druckluftbehälter i mit Lufteinlaß 40 angeordnet. Der Behälter
ist vermittels eines Rohres g, in welchem sich ein Hahn io befindet, mit einem Arbeitszylinder
2 verbünden, welcher ebenfalls an dem Dache 25 befestigt ist. Dieses ist vermittels
der U-Eisen 27 versteift. An dem Hebelarm des Hahnes io ist eine Kappe ir vorgesehen
(Abb. 3, 4 und- 5),
an welcher sich ein Ring befindet, durch den Ketten -12,
13 hindurchgehen. Die Enden der Ketten sind mit einem Bügel 14 verbunden,
welcher
in ,zwei Führungen 26, beispielsweise zwei Rohren gleiten kann, die starr im Dach
25 des Förderkorbes befestigt sind.
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Unter dem Bügel 14 geht eine Latte 15 hindurch, die mit ihrem
einen Ende an der Endschlaufe 23 des Förderseiles 29 gelenkig verbunden ist. Damit
die Latte 15 an den Führungen 26 keinen Reibungswiderstand findet, sind um die Führungen
26 frei drehbare Rohrstücke 3o angeordnet.
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Auf dem Dach des Förderkorbes ist ein Zylinder i9 befestigt, welcher
eine Druckfeder 2o enthält, die sich einerseits gegen den durchlochten Zylinderdeckel
legt, andererseits gegen einen plattenförmigen Kolben 21, welcher mittels einer
Kette 22, die durch das Loch im Deckel des Zylinders hindurchgeht, mit der- Befestigungsschlaufe
23 des Förderseiles 29 verbunden ist.
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Die Vorrichtung wirkt in folgender Weise Für gewöhnlich nehmen die
Teile die in: den Abb. x, 2 und 3 gezeichnete Lage ein. Die Latte 15 liegt, wenn
die Verbindungsketten 24 unter dem Gewicht des Förderkorbes gespannt sind, mit ihrem
freien Ende auf dem Rande des Daches 25 des Förderkorbes. Sie geht dabei unter dem
Bügel 14 hindurch. Bricht das Förderseil, so fällt es unter seinem Eigengewicht
und unter der Einwirkung der Feder 2o, welche die Kette 22 niederzieht, auf das
Dach des Förderkorbes nieder. Dies hat zur Folge, daß die Latte 15 mit ihrem Ende
über den Rand des Daches hinaustritt, so daß sie die Stellung nach Abb. 4 einnimmt.
Bei dem Abwärtsfallen des Förderkorbes stößt die Latte 15 gegen eine der Querschienen
41. Infolgedessen hebt die Latte 15 den Bügel 14, wodurch der Hahn io gedreht wird
und die Druckluft aus dem Behälter i zur Einwirkung auf die Kolben 3 und 4 des Zylinders
2 kommt. Unter dem Druck der Luft schieben sich die Kolben in bekannter Weise auseinander,
wodurch die Bremsschuhe 7 gegen die Führungsbäume 8 gepreßt werden. Da der Druck
der Luft oder einer Druckfeder anhält, kommt der Förderkorb zwischen den Führungsbäumen
zum Stillstand. Die Sperrklinken 17 verhindern im Falle eines zu starken Rückdruckes
der Führungsbäume oder im Falle eines Unterdruckes infolge zufälligen Entweichens
von Luft o. dgl. in bekannter Weise eine Rückwärtsbewegung der in den Lagerböcken
18 geführten Kolbenstangen 5 unter der Wirkung der Federn 6.
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Damit die Vorrichtung nicht unbeabsichtigterweise beim Aufgehen des
Förderkorbes zur Wirkung kommt, muß dafür gesorgt werden, daß an diesen Stellen
das Ende der Latte 15 nicht etwa durch Querschienen 41 0. dgl. festgehalten werden
kann.
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Falls die Verbindungsketten 24 zwischen Förderkorb und Seilschlaufe
23 reißen, dann bleibt die Latte 15, welche mit der Krampe 23 verbunden ist, an
dieser sitzen. Die Latte wird daher mit Bezug auf den Korb emporgerissen und der
an ihr sitzende Haken 16 reißt den Steuerbügel 14 empor, so daß auch in diesem Falle
die Fangvorrichtung eingerückt wird. Reißt -nur eine der Ketten 24 zwischen Förderseil
und Korb, so tritt je nachdem, ob nur wenige Ketten vorhanden sind oder viele, entweder
eine Bremsung ein oder nicht. Sind nämlich viele Verbindungsketten 24 vorhanden
und reißt eine derselben, so behält die Schlaufe 23 im wesentlichen ihre Lage gegenüber
dem Förderkorb bei. Sind aber beispielsweise nur zwei, drei oder vier Ketten vorhanden
und reißt eine derselben, so verschiebt sich die Befestigungsschlaufe 23 entsprechend
der -Länge der noch unverletzten Ketten um einen gewissen Betrag nach oben. Die
Latte 15, welche mit der Schlaufe 23 gelenkig verbunden ist, folgt dieser Verschiebung
und zieht den Haken 16 unter den Bügel 24, so daß dieser emporgerissen wird und
die Öffnung des Hahnes io bewirkt.