Die Auflagerung von Drehscheiben erfolgte
ursprünglich in der Weise, daß man in der Hauptsache das ganze Gewicht der Drehscheibe
und der Nutzlast auf dem Königstuhl ruhen ließ. Die seitliche Stützung auf die
Laufräder war nur zur Sicherung der Drehscheibe
gegen Kippen vorgesehen. Diesen Fall zeigt Abb. i. Der Königstuhl ist mit k
bezeichnet, die Drehscheibe durch eine wage-ο rechte Linie d angedeutet. Die Laufrollenlagerungen
sind mit α und b bezeichnet. Wurde die Drehscheibe belastet, so legte sie
sich in der Regel, da eine vollständige Ausbalancierung nur durch Zufall zustande kommen
kann, auf der einen Seite auf eines der Rollenlager, z. B. in a, auf, wie dies in Abb. ι
die punktierte Linie andeutet. Die elastische Linie, welche in den durchgehenden Hauptträgern
der Drehscheibe dabei zustande kam, ist in Abb. 2· angedeutet. Bei entsprechend
starker Belastung kann jedoch der Träger auch gleichzeitig auf den drei Stützen a, b
und Ii zur Auflagerung kommen. Seine Berechnung
ist deshalb als statisch unbestimmter Träger ziemlich schwer durchzuführen und schlecht zu übersehen. Man ging deshalb dazu
über, die Hauptträger schwerer Drehscheiben aus zwei voneinander unabhängigen Hälften zusammenzusetzen, welche mit ihren
inneren Enden auf dem gemeinsamen Königszapfen k ruhten und mit ihren äußeren
auf die Laufrollen α bzw. b gestützt waren. Diese Anordnung hatte den Vorteil, daß sich
die Belastung der drei Lagerpunkte a, b und k
genau verfolgen ließ und die ganze Konstruktion statisch bestimmt wird. Mit dieser Anordnung·
sind jedoch gewisse Nachteile verknüpft. Die elastische Linie nimmt nämlich
die in Abb. 3 dargestellte Form an. Sie zeigt über dem Stützpunkt k einen scharfen Knick,
welcher beim Befahren der Drehscheibe Stöße und Erschütterungen hervorruft, und die relativ
große Pfeilhöhe der elastischen Linie führt zu verhältnismäßig starken Materiälbeanspruchungen
bzw. zu entsprechend schweren Konstruktionen.
Durch die vorliegende Erfindung sollen die Vorteile der geteilten Hauptträger beibehalten,
der Nachteil der geknickten, elastischen Linie aber vermieden werden. Dieses Ziel
wird dadurch erreicht, daß man die Hauptträger der Drehscheibe in bekannter Weise
aus zwei über dem Königstuhl k getrennten Hälften zusammensetzt, welche unabhängig
voneinander montiert werden. Wenn die Montage beendet ist, dann werden die beiden
Hälften durch geeignete Verbindungen wieder zu einem starren durchlaufenden Träger
vereinigt. Die Verbindung der beiden Hälften erfolgt dabei in der Weise, daß die Auflagerdrücke
in den Punkten a, b und k, wie
sie bei der Montage im statisch bestimmten Zustande entstanden sind, nicht geändert werden.
Es müssen also gegebenenfalls zwischen den miteinander zu verbindenden beiden Hauptträgerhälften Einlageplatten oder
-bleche oder sonstige Einlagen vorgesehen werden, damit bei Einziehung der Verbindungsorgane
zwischen den beiden Hälften dfer Hauptträger diese nicht aus ihrer Lage gebracht
werden. Eine auf diese Art hergestellte Drehscheibe besitzt die in Abb. 4 dargestellte
elastische Linie. Die Unstetigkeit über dem Königstock k ist beseitigt, die
Pfeilhöhen werden bei gleichem Materialaufwand lfiedriger wie bei Abb. 3.
Pa τ ε ν t-An Spruch:
Eisenbahndrehscheibe für schwere Lasten, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hauptträger aus zwei über dem Königstock zusammenstoßenden Hälften bestehen,
welche zunächst in getrenntem Zustände montiert und dann durch eine geeignete
Verbindung wieder vereinigt werden, ohne daß bei dieser Wiedervereinigung eine Lagenänderung der beiden
Hälften und damit eine Veränderung der go zuerst eingestellten Auflagedrücke eintritt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.