DE3501591C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer
Sinterelektrode mit verbesserter Standzeit aus mit P und B
dotiertem Tantal-Pulver, wobei
- (1) Kaliumfluortantalat mit metallischem Natrium in Gegen wart eines Verdünnungsmittels unter Bildung von Tantal- Rohpulver reduziert wird,
- (2) das Tantal-Rohpulver gewaschen wird,
- (3) das gewaschene Tantal-Pulver einer Wärmebehandlung un terworfen wird, und
- (4) das wärmebehandelte Tantalpulver fein zerkleinert und den üblichen Feststoff-Verarbeitungsstufen unterworfen wird.
Eine solche Sinterelektrode ist zur Verwendung
für Elektrolytkondensatoren geeignet und
besitzt nur geringe
Schrumpfung während der Sinterung, hohe spezifische
elektrostatische Kapazität und verbesserte Sicherheit
bzw. Verläßlichkeit, wie Lebensdauer.
Es ist üblich, Tantal-Pulver durch Reduktion von Kalium
fluortantalat oder Kalium-tantalfluorid-Salz mit Hilfe von
metallischem Natrium, Waschen des gebildeten Tantal-Pul
vers, Wärmebehandlung des Pulvers im Vakuum und an
schließendes Pulverisieren herzustellen.
Tantal-Pulver hat sich als ausgezeichnetes Material zur
Herstellung von gesinterten Elektrolytkondensatoren er
wiesen. Das Pulver muß hohe Reinheit besitzen, d. h.
möglichst geringe Mengen an Verunreinigungen enthalten,
da angenommen wird, daß Verunreinigungen, die an der
Grenzfläche zwischen dem Tantaloxidfilm, d. h. dem dielektri
schen Material, und dem Körper aus Tantal-Pulver vorhanden
sind, die Bildung von Strukturdefekten verursachen, den
Leckstrom erhöhen oder den Durchbruch des Kondensators
verursachen. Die Tatsache, daß hochreines Tantal-Pulver
mit möglichst wenig Verunreinigungen optimal für einen
Kondensator ist, wurde ständig bestätigt.
Um die spezifische elektrostatische Kapazität zu erhöhen
und somit Tantal-Pulver mit hoher Kapazität zur Verfügung
zu stellen, ist es üblich, dem Pulver ein Dotiermittel
zuzusetzen. In der US-PS 38 25 802 wird ein Tantal-Pulver
mit einem aus der Gruppe Stickstoff, Silicium, Phosphor
und Bor ausgewählten Dotiermittel und ein aus dem ge
preßten Tantal-Pulver hergestellter Kondensator beschrieben.
Auch die US-PS 38 25 822 gibt Gemische aus Elementen aus
der Gruppe Stickstoff, Silicium, Phosphor und Bor an.
Ein poröser Körper aus verpreßten Teilchen wird herge
stellt, indem Teilchen eines Gemisches aus Tantal und
Dotier enthaltendem Material, beispielsweise TaN, ver
preßt und gesintert werden, bis die Teilchen zu einer
starren porösen Masse verbunden sind. Das Dotiermaterial
kann mit einem Metall, beispielsweise Tantal, kombiniert
werden, welches befähigt ist, auf elektrolytischem Weg
einen dielektrischen Film an der Oberfläche des Metalls
auszubilden.
Bei der Herstellung dieser porösen Sinterkörper werden die
genannten Dotiermaterialien im Gemisch mit einem
filmbildenden Metall mit den Tantalteilchen verpreßt.
Eine ausreichende Sinterung zur Ausbildung einer porösen
Elektrode wird durchgeführt, wobei die Dotiermaterialien
durch die poröse Masse aus den Teilchen diffundieren.
In der US-PS 40 09 007 wird angegeben, daß die elektrische
Kapazitanz des Tantal-Pulvers durch Zugabe von Phosphor
zu dem Tantal-Pulver verbessert wird. Angeblich wird
die elektrische Kapazitanz durch Zugabe von Phosphor in
einer kleineren Menge als in der US-PS 38 25 802 angegeben,
verbessert.
In der US-PS 43 56 028 wird angegeben, daß gemäß US-
Patentschriften 38 25 802 und 40 09 007 zwar Phosphor
enthaltende Dotiermittel beschrieben sind, daß jedoch
aufgrund des kleinen Phosphorgehalts keine wesentlichen
Verbesserungen beobachtet werden. In der US-PS 43 56 028
wird beschrieben, daß aufgrund des Zusatzes von Phosphor
zu dem Reaktionsgemisch aus K₂TaF₇ und NaCl ("In-Situ-
Dotiermethode") eine spezifische Kapazität von ungefähr
5000 µFV/g erreicht wird. Ähnliche bekannte Verfahren
zur Herstellung von dotiertem Tantal-Pulver, bei denen
Phosphor oder Phosphorverbindungen vor oder in der Stufe
der Reduktion von K₂TaF₇ zugesetzt werden, sind auch
aus der DE-OS 32 30 219 und der DE-OS 30 05 207 bekannt.
In der JA-OS (Kokai) 55-113807 wird die Möglichkeit be
schrieben, die Festigkeit einer gesinterten Anode und
die spezifische elektrostatische Kapazität und die
elektrischen Eigenschaften von Tantal-Pulver dadurch zu
verbessern, daß dem das K₂TaF₇ enthaltenden Material ei
nes oder mehr der Materialien aus der Gruppe Silicium,
Calciumsalze von Siliciumverbindungen und Phosphat ein
verleibt werden. In dieser Veröffentlichung wird, wenn
auch nicht schlüssig, als Grund für die Verbesserung be
schrieben, daß Silicium oder dergleichen während der
Reduktion von K₂TaF₇ zu metallischem Tantal als Keim
bildner wirkt. Die in dieser Veröffentlichung beschriebene
Methode führt angeblich zu einer gleichförmigeren Vertei
lung des oder der Dotiermittel in dem Tantalpulver, als
sie mit Hilfe der in der US-PS 38 25 802 beschriebenen
Methode erreicht wird.
In der JA-OS (Kokai) 56-71614 wird ein Tantal-Pulver be
schrieben, welches bis zu 0,5 Gew.-% Bor oder einer
Borverbindung enthält.
Ein Verfahren, mit dessen Hilfe ein derartiges mit Bor do
tiertes Tantal-Pulver hergestellt werden kann, ist in der
DE-OS 31 40 248 beschrieben. Gemäß dieser Veröffentlichung
werden Bor oder Borverbindungen in den unterschiedlichen
Stufen der Tantalgewinnung zugesetzt, u. a. auch zu der
Vorstufe K₂TaF₇, die dann mit Hilfe von metallischem Na
trium reduziert wird.
Alle Veröffentlichungen des Standes der Technik, ausge
nommen die US-PS 38 25 802, beziehen sich somit allgemein
auf die Verbesserung der relativen spezifischen Kapazität
des Tantal-Pulvers und die Verminderung des Leckstroms
während des sogenannten nassen, anodischen Oxidationsver
fahrens in einem wäßrigen Elektrolyten zur Herstellung
von dielektrischem Tantal-Pulver.
Mit Hilfe der vorstehend beschriebenen bekanntermaßen
hergestellten dotierten Tantal-Pulver war es möglich,
Sinterelektroden herzustellen, die gegenüber entspre
chenden Elektroden aus undotiertem Tantal-Pulver die er
wünschte erhöhte spezifische elektrostatische Kapazität
zeigten.
Diese Verbesserung der spezifischen elektrostatischen
Kapazität ist jedoch mit anderen schwerwiegenden
Nachteilen verbunden. Insbesondere hat sich gezeigt,
daß feste Elektrolytkondensatoren, die unter Anwendung
der vorstehend beschriebenen dotierten Tantal-Pulver her
gestellt wurden, im Vergleich mit Kondensatoren, die unter
Verwendung von nicht dotiertem Tantal-Pulver erhalten
wurden, außerordentlich verschlechterte Eigenschaften
zeigen, wenn sie in einem Standzeittest (Lebensdauertest)
auf ihre Verläßlichkeit geprüft werden. In dieser Hin
sicht wird in der US-PS 38 25 802, Tabelle 1, der
Test der Standzeit von Kondensatoren beschrieben, deren
relative spezifische Kapazität im Bereich von etwa 3300
bis 3500 µFV/g liegt.
Dieser Nachteil ist aus den nachstehenden Beispielen und
Vergleichsbeispielen klar ersichtlich. So zeigt Tabelle 2
die Werte des Standzeittests für eine Elektrode aus undo
tiertem Tantal-Pulver H mit einem nur geringen Prozentsatz
an Kurzschlüssen (3). Probe E, ein mit Bor dotiertes Tantal-
Pulver, zeigt einen außerordentlich stark erhöhten Anstieg
der Kurzschlüsse (35). Das gleiche gilt für Probe F, ein
mit P dotiertes Tantalpulver mit einem Prozentsatz an Kurz
schlüssen von 40.
Nachdem der Zusatz beider Dotiermaterialien gegenüber dem un
dotierten Tantalpulver eine derartige Verschlechterung der
Standzeit der Elektrode verursachte, mußte erwartet werden,
daß bei kombinierter Zugabe von Phosphor und Bor eine noch
weitergehende Verschlechterung der Standzeit eintreten würde.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sinterelektro
de aus dotiertem Tantal-Pulver zur Verfügung zu stellen, in
der eine hohe spezifische elektrostatische Kapazität, wie
sie bisher nur durch Dotierung erreicht werden konnte, mit
einer langen Lebensdauer vereint ist.
Erfindungsgemäß konnte gefunden werden, daß eine Sinter
elektrode aus Tantalpulver mit verbesserter spezifischer
elektrostatischer Kapazität und verbesserter Lebensdauer
erhalten werden kann, indem dem Tantal oder dem Tantal ent
haltenden Material phosphorhaltige Materialien und borhal
tige Materialien in spezifischen festgelegten Verfahrensstufen
der Tantalherstellung einverleibt werden.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zum Herstel
len einer Sinterelektrode mit verbesserter Standzeit aus mit
P und B dotiertem Tantal-Pulver, wobei
- (1) Kaliumfluortantalat mit metallischem Natrium in Gegen wart eines Verdünnungsmittels unter Bildung von Tantal- Rohpulver reduziert wird,
- (2) das Tantal-Rohpulver gewaschen wird,
- (3) das gewaschene Tantal-Pulver einer Wärmebehandlung un terworfen wird, und
- (4) das wärmebehandelte Tantalpulver fein zerkleinert und den üblichen Feststoff-Verarbeitungsstufen unterworfen wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Reduktion von Kaliumfluortantalat in Gegenwart
einer Borkomponente und einer Phosphorkomponente als
Dotierquellen durchgeführt wird, derart, daß das erhaltene
Tantalpulver 10 bis 600 ppm P und 10 bis 500 ppm B aufweist.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist dieses Verfahren
dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion von Kaliumfluor
tantalat in Gegenwart einer der Bor- oder Phosphorkomponen
ten durchgeführt wird und daß die andere Dotierquelle dem
Tantal-Rohpulver vor der Wärmebehandlung oder nach der Wär
mebehandlung, jedoch vor dem Sintern, zugesetzt wird.
Eine mit Hilfe des beschriebenen Verfahrens erhältliche
Sinterelektrode zeigt eine spezifische elektrostatische
Kapazität von 10 000 µFV/g oder mehr.
Die vorstehend verwendete Bezeichnung "Wärme
behandlung" bezieht sich auf eine bekannte
Methode, bei der gasförmiger Wasserstoff oder der
gleichen als Gase eingesetzt werden und das Tantal-
Pulver agglomeriert oder wärmebehandelt wird.
Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Aus
führungsformen beschrieben.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren werden Phosphor
oder eine Phosphorverbindung (nachstehend allgemein als
Phosphorkomponente bezeichnet) und Bor oder eine Borver
bindung (nachstehend allgemein als Borkomponente bezeich
net) in der Reduktionsstufe des Kaliumfluortantalats
zugesetzt. Gemäß einer anderen Alternative wird entweder
die Phosphorkomponente, oder die Borkomponente in der
Reduktionsstufe von Kaliumfluortantalat zugegeben und die
andere Komponente wird vor oder nach der Wärmebehandlungs
stufe, jedoch vor der Sinterungsstufe dem Tantal-Pulver
zugesetzt.
Die Stufen zwischen der Wärmebehandlung und der Sinterung
wie Zwischenbehandlungen, wie das Trocknen, beeinträchtigen
nicht die in der Stufe der Wärmebehandlung erhaltenen Eigen
schaften.
Die vor oder nach der Wärmebehandlung zugesetzte Dotierquelle
und das Tantalpulver bilden eine untrennbare Masse, so daß die Dotier
quelle in Stufen, die sich an die Bildung einer solchen
Masse anschließen, nicht von dem Tantal-Pulver abgetrennt
wird. Die Bildung einer solchen untrennbaren Masse er
folgt durch Vermischen der anderen Dotierquelle mit dem
Tantal-Pulver vor der Wärmebehandlung und anschließendes
Erhitzen des Gemisches. Wahlweise wird das Tantal-Pulver
nach der Wärmebehandlung mit einer Lösung der Dotierquelle
in Kontakt gebracht.
Wenn die Wärmebehandlung in Gegenwart dieser Dotierquelle
durchgeführt wird, diffundiert das Dotiermittel in das
wärmebehandelte Pulver, wenn auch die Erfindung nicht
auf diese Erklärung über das Verhalten der mindestens
anderen Dotierquelle in dem wärmebehandelten Tantal-
Pulver beschränkt sein soll. Wenn die Dotierquelle nach
der Wärmebehandlung in untrennbaren Kontakt mit dem
wärmebehandelten Tantal-Pulver gebracht wird, scheidet
sich das Dotiermittel auf dem Tantal-Pulver ab und
diffundiert während der Sinterung in das Tantal-Pulver.
Um Tantal-Pulver, das sowohl mit einer Phosphorkomponente,
als auch mit einer Borkomponente dotiert ist, herzustellen,
wird das Dotieren in einer spezifischen Stufe oder in
spezifischen Stufen des Verfahrens zur Herstellung des
Tantal-Pulvers durchgeführt. Das Verfahren zur Herstellung
von Tantal-Pulver umfaßt bekanntlich die Reduktion von
Kaliumfluortantalat mit Hilfe von metallischem Natrium
in Gegenwart eines Verdünnungsmediums zu rohem Tantal-
Pulver, Waschen des rohen Tantal-Pulvers, Wärmebehandlung
bzw. thermische Behandlung des Pulvers und Feinzerklei
nerung des wärmebehandelten Pulvers. Die Wärmebehandlung
wird vorzugsweise unter einem Vakuum von 1,33×10-6 bar
(10-3 Torr) oder weniger durchgeführt. Die Reduktion er
folgt vorzugsweise in einer Inertgasatmosphäre.
Die Phosphorkomponente und die Borkomponente verbessern
synergistisch die Lebensdauer eines Kondensators, wenn
sie vorher den Ausgangsmaterialien für die Natriumreduktion
einverleibt werden.
Es wurde überraschenderweise gefunden, daß dann, wenn die
Phosphorkomponente und die Borkomponente nicht in den
Ausgangsmaterialien für die Natriumreduktion vorhanden
sind, sondern erst in dem Tantal-Pulver, welches der
Wärmebehandlung unterworfen wird, keine geeignete Verbes
serung der Lebensdauer eines Kondensators erreicht wurde,
trotz der Tatsache, daß die Phosphorkomponente und die
Borkomponente gemeinsam vorhanden waren.
Die Phosphorkomponente und die Borkomponente verbessern
auch dann synergistisch die Lebensdauer eines Kondensators,
wenn eine der Komponenten vorher den Ausgangsmaterialien
für die Natriumreduktion einverleibt und die andere Kom
ponente dem Tantal-Pulver vor oder nach der Wärmebehand
lung dem Tantal-Pulver zugesetzt wird.
Sowohl die Natriumreduktion, als auch die Wärmebehandlung
können in Gegenwart der Phosphorkomponente und der Borkompo
nente durchgeführt werden. Weiterhin sind verschiedene
Methoden der Zugabe der Phosphorkomponente und der
Borkomponente möglich. So kann beispielsweise eine
der Komponenten, die Phosphorkomponente oder die Borkompo
nente, den Ausgangsmaterialien für die Natriumreduktion
einverleibt werden und beide Komponenten dem Tantal-
Pulver nach der Wärmebehandlung zugegeben werden oder
es kann sowohl die Phosphorkomponente, als auch die Bor
komponente den Ausgangsmaterialien für die Natrium
reduktion einverleibt werden und eine der Komponenten
dem Tantal-Pulver vor oder nach der Wärmebehandlung
zugefügt werden.
Die Phosphorverbindung wird vorzugsweise unter den Ver
bindungen P₂O₅, Ca₃(PO₄)₂ und H₃PO₄ ausgewählt.
Die Borverbindung wird vorzugsweise aus der Gruppe der
Verbindungen H₃BO₃, KBF₄, (NH₄)₃BO₃, Na₃BO₃, B₂O₃, NH₄BF₄
und NaBF₄ gewählt.
Wenn diese Verbindungen gewählt werden, so wird ein geeigne
ter synergistischer Effekt durch Bor und Phosphor erzielt.
Die Phosphorkomponente und Borkomponente werden den
Ausgangsmaterialien und/oder dem Tantal-Pulver in geringen,
jedoch wirksamen Mengen zum Erzielen eines synergistischen
Effekts aufgrund des gleichzeitigen Vorliegens beider
Komponenten zugegeben. Wenn jedoch die Menge außerordent
lich hoch ist, gehen die charakteristischen Eigenschaften
des metallischen Tantals verloren, wodurch speziell die
Zuverlässigkeit des Kondensators beeinträchtigt wird.
Die bevorzugte Menge der Phosphorverbindung, die den
Ausgangsmaterialien und/oder dem der Wärmebehandlung zu
unterwerfenden Tantal-Pulver zugesetzt wird, beträgt
10 Teile bis 600 Teile als P, bezogen auf 1 000 000 Teile
Tantal (10 bis 600 ppm). Die bevorzugte Menge der Bor
komponente, die den Ausgangsmaterialien und/oder dem der
Wärmebehandlung zu unterwerfenden Tantal-Pulver zugesetzt
wird, beträgt 10 Teile bis 500 Teile, angegeben als Bor,
bezogen auf 1 000 000 Teile Tantal (10 bis 500 ppm). So
können beispielsweise 60 g P₂O₅ und 15 g KBF₄ zu 100 kg
K₂TaF₇ oder 1 bis 500 g KBF₄ dem Tantal-Material entweder
in der Reduktions- oder der Wärmebehandlungsstufe zugegeben
werden. 1 bis 500 g P₂O₅ können dann zu dem Tantal-
Material in der anderen Stufe, d. h. der Reduktions- oder
Wärmebehandlungsstufe, zugefügt werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Beispielen er
läutert.
50 kg Kaliumfluortantalat (K₂TaF₇) wurden mit 25 kg Na
triumchlorid, 100 g Kaliumborfluorid (KBF₄) und 40 g
Calciumphosphat (Ca₃(PO₄)₂) vermischt. Das Gemisch wurde
geschmolzen. Kaliumfluortantalat wurde mit Hilfe von
Natrium bei 800°C reduziert. Das Gemisch wurde abgekühlt,
grob zerkleinert und mit Wasser und danach mit Säure
gewaschen. Das gewaschene Pulver wurde gesiebt, wobei ein
feines Pulver erhalten wurde. Das Pulver wurde bei 1200°C
wärmebehandelt. Das wärmebehandelte Pulver wurde dann
fein gemahlen. Dieses Pulver wird als Pulver A bezeichnet.
100 g KBF₄ wurden zu 50 kg K₂TaF₇ und 25 kg NaCl gegeben.
Das K₂TaF₇ wurde mit Hilfe von metallischem Natrium bei
700°C reduziert, wobei feines Tantal-Pulver erhalten wurde.
15 g Phosphorpentoxid (P₂O₅) wurden vor der Wärmebehand
lung zu der Gesamtmenge des feinen Tantal-Pulvers gege
ben. Die Wärmebehandlung dieses Tantal-Pulvers erfolgte
bei 1200°C in Gegenwart von P₂O₅. Das wärmebehandelte
Pulver wurde fein gemahlen, wobei fein verteiltes (refined)
Ta-Pulver erhalten wurde. Dieses Pulver wird als Pulver B
bezeichnet.
20 g P₂O₅ wurden zu 50 kg K₂TaF₇ und 25 kg NaCl gegeben.
Das K₂TaF₇ wurde mit Hilfe von metallischem Natrium
bei 800°C reduziert, wobei feines Tantal-Pulver erhalten
wurde. Die Wärmebehandlung dieses Tantal-Pulvers erfolgte
bei 1200°C. 80 g Borax (Na₃BO₃) wurden in Wasser gelöst.
Das wärmebehandelte Pulver wurde gründlich mit der wäßrigen
Boraxlösung vermischt und danach getrocknet und gemahlen.
Das so erhaltene Pulver wird als Pulver C bezeichnet.
Ein Gemisch aus 50 kg K₂TaF₇ und 25 kg NaCl wurde auf
800°C erhitzt und K₂TaF₇ wurde bei dieser Temperatur mit
Hilfe von metallischem Natrium reduziert, wobei feines
Tantal-Pulver gebildet wurde. 15 g Phosphorpentoxid (P₂O₅)
und 80 g Borsäure (H₃BO₃) wurden mit der Gesamtmenge des
feinen Tantal-Pulvers vermischt. Die Wärmebehandlung dieses
Gemisches wurde bei 1200°C durchgeführt, d. h. in Gegenwart
von P₂O₅ und H₃BO₃. Das wärmebehandelte Pulver wurde fein
gemahlen, wobei das endgültige Tantal-Pulver erhalten wurde.
Dieses Pulver wird als Pulver D bezeichnet.
100 g KBF₄ wurden zu 50 kg K₂TaF₇ und 25 kg NaCl gegeben.
Das K₂TaF₇ wurde mit Hilfe von metallischem Natrium bei
800°C reduziert, wobei feines Tantal-Pulver erhalten wurde.
Die Wärmebehandlung dieses Tantal-Pulvers erfolgte bei
1200°C. Das wärmebehandelte Pulver wurde fein gemahlen,
wobei das endgültige Tantal-Pulver erhalten wurde. Dieses
Pulver wird als Pulver E bezeichnet.
Die gleiche Verfahrensweise wie in Vergleichsbeispiel 2
wurde wiederholt, mit der Abänderung, daß 40 g Ca₃(PO₄)₂
anstelle der 100 g KBF₄ verwendet wurden. Das in diesem
Beispiel erhaltene Tantal-Pulver wird als Pulver F bezeich
net.
Das in Vergleichsbeispiel 2 erhaltene Pulver E und das
in Vergleichsbeispiel 3 erhaltene Pulver F wurden in
gleichen Mengen miteinander vermischt. Das erhaltene
Mischpulver wird als Pulver G bezeichnet.
Ein Gemisch aus 50 kg K₂TaF₇ und 25 kg NaCl wurde auf
800°C erhitzt und das K₂TaF₇ bei dieser Temperatur mit
Hilfe von metallischem Natrium reduziert. Dabei wurde
feines Tantal-Pulver erhalten. Die Wärmebehandlung dieses
Tantal-Pulvers erfolgte bei 1200°C. Das wärmebehandelte
Pulver wurde fein zerkleinert, wobei das endgültige Tantal-
Pulver gebildet wurde. Dieses Pulver wird als Pulver H
bezeichnet.
Das in Vergleichsbeispiel 3 erhaltene Pulver F wurde mit 15 g
Phosphorpentoxid (P₂O₅) versetzt. Die Probe F mit zugesetztem
P₂O₅ wurde auf 1200°C erhitzt und fein zerkleinert. Das erhal
tene Pulver wird als Pulver I bezeichnet.
Das in Vergleichsbeispiel 2 erhaltene Pulver E wurde nach der
Wärmebehandlung mit 80 g in Wasser gelöstem Borax (Na₃BO₃)
versetzt. Das Borax wurde gründlich mit dem Pulver E vermischt
und sodann getrocknet. Das erhaltene Pulver wird als Pulver J
bezeichnet.
Jeweils 1 g der Pulver A, B, C, D, E, F, G, H, I und J wurde
entnommen und verpreßt, wobei ein grüner Preßling einer
Dichte von 6,5 g/cm³ gebildet wurde. Die aus den vorstehend
genannten Pulvern gebildeten grünen Preßlinge wurden 30 Minu
ten lang bei 1600°C gesintert und dann mit Hilfe des bekannten
Naßverfahrens anodisch oxidiert. Die Eigenschaften der erhal
tenen anodisch oxidierten Tantal-Anoden wurden gemessen. Die
Meßergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Die vorstehend angegebenen Pulver wurden unter Berücksich
tigung der in Tabelle 1 gezeigten CV-Werte in Mengen von
70 bis 140 mg zu Pellets verarbeitet, so daß Pellets mit
einem CV-Wert von ungefähr 1000 µFV pro Pellet erhalten
wurden. Zu diesem Zweck wurden die Pulver zu grünen
Preßlingen mit einer Dichte von 6,5 g/cm³ verpreßt. Die
grünen Preßlinge wurden 30 Minuten lang bei 1600°C ge
sintert, wobei Pellets erhalten wurden. Die Pellets wurden
bei einer Primärspannung von 100 V anodisch oxidiert
und schließlich den üblichen Feststoff-Verarbeitungsstufen
zur Verbindung der Elektroden mit den Tantal-Pellets unter
worfen. Die erhaltenen eingeschlossenen Festelektrolyt-
Kondensatoren hatten eine Bewertung von 25 Vw×10 µF.
Die Anfangseigenschaften der Festelektrolyt-Kondensatoren
wurden gemessen. Die Festelektrolyt-Kondensatoren wurden
dann der Standzeitprüfung unter Anwendung von Gleichstrom
mit 32,5 V während 1000 Stunden bei 85°C unterworfen.
Die dabei erzielten Ergebnisse sind in Tabelle 2 aufgeführt.
Wie aus Tabellen 1 und 2 ersichtlich ist, ist die Kombi
nationsdotierung gemäß der Erfindung außerordentlich
wirksam zur Verbesserung der spezifischen elektrostatischen
Kapazitanz und zur Verminderung des Leckstroms und des
Auftretens von Kurzschlüssen im Standzeittest.
Andererseits werden mit Hilfe der Kombinationsdotierung
mit Bor und Phosphor gemäß den Vergleichsbeispielen (Pul
ver D und G) nicht alle Wirkungen erreicht, die erfindungs
gemäß erzielt werden. Es ist somit notwendig, daß die
Dotiermittel Bor und Phosphor dem Tantal-Material in
spezifischen Stufen zugesetzt werden, um die gewünschten
Wirkungen zu erreichen. Es ist festzuhalten, daß die
kombinierte Dotierung mit Bor und Phosphor gemäß dem
Vergleichsbeispiel unter Herstellung des Pulvers G nicht
zu einer Verbesserung der Lebensdauer eines Festelektrolyt-
Kondensators beiträgt.
Claims (6)
1. Verfahren zum Herstellen einer Sinterelektrode mit
verbesserter Standzeit aus mit P und B dotiertem Tantal
pulver, wobei
- (1) Kaliumfluortantalat mit metallischem Natrium in Gegen wart eines Verdünnungsmittels unter Bildung von Tantal- Rohpulver reduziert wird,
- (2) das Tantal-Rohpulver gewaschen wird,
- (3) das gewaschene Tantal-Pulver einer Wärmebehandlung un terworfen wird, und
- (4) das wärmebehandelte Tantalpulver fein zerkleinert und den üblichen Feststoff-Verarbeitungsstufen unterworfen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion von Kaliumfluor
tantalat in Gegenwart einer Borkomponente und einer Phos
phorkomponente als Dotierquellen durchgeführt wird, derart,
daß das erhaltene Tantalpulver 10 bis 600 ppm P und 10 bis
500 ppm B aufweist.
2. Verfahren zum Herstellen einer Sinterelektrode mit
verbesserter Standzeit aus mit P und B dotiertem Tantal
pulver, wobei
- (1) Kaliumfluortantalat mit metallischem Natrium in Gegen wart eines Verdünnungsmittels unter Bildung von Tantal- Rohpulver reduziert wird,
- (2) das Tantal-Rohpulver gewaschen wird,
- (3) das gewaschene Tantal-Pulver einer Wärmebehandlung un terworfen wird, und
- (4) das wärmebehandelte Tantalpulver fein zerkleinert und den üblichen Feststoff-Verarbeitungsstufen unterworfen wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Reduktion von Kaliumfluor
tantalat in Gegenwart einer der Bor- oder Phosphorkomponen
ten durchgeführt wird und daß die andere Dotierquelle dem
Tantal-Rohpulver vor der Wärmebehandlung oder nach der Wär
mebehandlung, jedoch vor dem Sintern, zugesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Borkomponente eine Verbindung
aus der Gruppe H₃BO₃, KBF₄, (NH₄)₃BO₃, Na₃BO₃, B₂O₃,
NH₄BF₄ und NaBF₄ ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Phosphorkomponente eine Ver
bindung aus der Gruppe P₂O₅, Ca₃(PO₄)₂ und H₃PO₄ ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP59005653A JPS60149706A (ja) | 1984-01-18 | 1984-01-18 | タンタル粉末の製造方法 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3501591A1 DE3501591A1 (de) | 1985-07-18 |
| DE3501591C2 true DE3501591C2 (de) | 1988-11-24 |
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ID=11617084
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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