DE34951C - Elektrischer Geschofszünder - Google Patents
Elektrischer GeschofszünderInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft einen Zünder, dessen Function durch den elektrischen Strom
einer Batterie oder einer anderen im Projectil untergebrachten Elektricitätsquelle hervorgerufen
wird. Ein solcher Zünder kann entweder für sich, auch in Verbindung mit einem Percussions-
oder Zeitzünder oder in Verbindung mit beiden zugleich Anwendung finden.
Fig. i, 2, 5, 6 und 7 beiliegender Zeichnung veranschaulichen Längsschnitte durch mehrere
Abänderungen eines elektrischen Zünders meines Systems; Fig. 3 zeigt die Vorderansicht des
Theiles x, Fig. 2, und Fig. 4 die Vorderansicht des Theiles y, Fig. 2.
Sämmtliche Abänderungen sollen nur als Beispiele dienen.
Bei der Construction Fig. 1 ist in der in die Granatenspitze P eingeschraubten Hülse A
des -Zünders als Elektricitätsgenerator eine 1 Volta'sche Säule mit Kupferscheiben α und
Zinkscheiben b angeordnet; eine Kupferscheibe α ist in elektrischem Contact mit dem
metallischen Hülsenboden A^, und eine Zinkscheibe
b trägt einen aus zwei einander zugekehrten Fanghaken gebildeten Contact c. An
Stelle dieser Batterie könnte selbstverständlich auch eine anders gestaltete Batterie in dem
Zünder oder dem Projectil untergebracht werden.
Die hinten in der Einsatzhülse A liegende Kapsel B enthält die Zündmasse.
Zur Entzündung der letzteren liegt in der Kapselvorderwand der vorn mit einer Pfeilspitze
versehene Stift d isolirt, · dessen hinteres, in der Zündmasse befindliches Ende durch
einen dünnen Platindraht e mit einem Contact des Kapselmantels verbunden ist, welcher
stets metallische Berührung mit dem Mantel der Hülse A hat. Wenn also beim Aufschlagen
des Geschosses die Zündkapsel B vorschnellt, wird durch den Contact zwischen c
und d der Strom durch die Volta'sche Säule, Kapsel und Einsatzhülse hindurch geschlossen,
und durch Erhitzen des Drahtes e gelangt die Zündmasse zur Entzündung. Durch die einander
zugekehrten Fanghaken am Contact c wird ein Zurückfliegen des Stiftes d nach Herstellung
des Contactes verhindert. Die Zündkapsel B wird durch einen weichen Draht f,
der durch ihren Boden gezogen und dessen Enden durch eine Oeffnung im Boden der Hülse A geführt und aus einander gebogen
sind, gegen unbeabsichtigte Vorbewegung gesichert. ■ ' .· ■
Bei der Abänderung Fig. 2 ist der Stromgenerator durch Zusammenrollen eines Streifens
m aus Papier oder anderem Absorptionsstoff und eines daraufgelegten Zinkstreifens n,
Fig. 4, in der Art gebildet, dafs das innere Ende der Zinkspirale mit einem centralen Stift h1
aus Kupfer oder anderem Metall in beständigem elektrischen Contact steht. Tränkt man das
Papier mit einer Erregungsflüssigkeit, z. B. Chlorsilber, so erhält man ein verhältnifsmäfsig
kräftiges Element. Der Schlagbolzen h1 zum
Vorbewegen des in der Scheidewand χ isolirt liegenden Stiftes h kann auch hier durch eine
an ihren Enden auswärts gebogene Feder f gegen Verschiebung in der Einsatzhülse A gesichert
werden.
An der Kopfwand A2 der letzteren, dem
Ende des Stiftes h gerade gegenüber, kann man ein Zündplättchen K anbringen, .während
zugleich in der zwischen Ä2 und χ liegenden
Zündmasse eine Verbindung des Stiftes h mit einem Contact an dem Mantel der Einsatzhülse
A durch einen dünnen Draht e hergestellt wird.
Die Wirkung ist derart, dafs, wenn das Geschofs aufschlägt, der Schlagbolzen h1 mit der
Batterie -B1 zunächst einen an der Wand χ liegenden elastischen Ring i zusammendrückt
und dann einen Contact zwischen h und h\ also Stromschlufs herstellt, wodurch eine Erhitzung
des Drahtes e, die Entzündung der Zündmasse und gleich darauf eine Percussionswirkung
der Nadel an dem Zündplättchen K eintritt. Es erfolgt also in diesem Falle die
Explosion des Geschosses durch combinirte elektrische und Percussionswirkung.
Die Abänderung in Fig. 5 enthält als Stromerzeuger hinten in der Einsatzhülse A ein Solenoid
mit Drahtspule EE1 und Magneten D, ■ der durch eine Bleischraube ν in der Drahtumwickelung
central gehalten wird. Von der Spirale E El führen isolirte Poldrähte s t nach
vorn in die Zündmasse hinein, in welcher ihre gegen einander umgebogenen Enden bei u nur
geringen Abstand von einander haben. Beim Aufschlagen des Geschosses reifst entweder die
Bleischraube ν oder ihr den Magneten erfassendes Gewinde streift sich ab, dieser fliegt dann
nach vorn, und durch Entstehung eines stärkeren Inductionsstromes springt bei « ein Funken
über.
Zugleich wird von der Spitze des ebenfalls als Schlagbolzen dienenden Magneten ein bei w
liegendes Zündplättchen getroffen, und fast gleichzeitig mit der Entzündung durch den
elektrischen Funken tritt Percussionsfeuer an die Zündmasse und bewirkt dadurch die Explosion
des Geschosses. Durch das Zündloch a3 kann erforderlichenfalls das Feuer aus
dem Einsatz weiter in die Ladung des Geschosses übertragen werden.'
Die in Fig. 6 dargestellte Abänderung hat Aehnlichkeit mit derjenigen in Fig. 2. An
Stelle des Gummiringes i ist nur eine Feder i1
gesetzt, und die hinter dem Element Βλ angeordnete
Scheidewand A3 der Einsatzhülse A ist in der Längsrichtung der letzteren verstellbar
eingerichtet, um das Element S1 mit dem Schlagbolzen h1 weiter zurückverlegen zu
können, so dafs beim Aufschlagen des Geschosses die Explosion mehr oder weniger spät
stattfindet, das Geschofs also mehr oder weniger tief eindringen kann, bevor die Explosion erfolgt.
Endlich ist bei der Abänderung Fig. 7 die Zündsatzhülse hinten in den Boden des Geschosses
eingeschraubt. Ein ähnliches Element wie in Fig. 2 kommt hier zur Anwendung. Vor dem Schlagbolzen hl liegen aber, wie in
Fig. i, Fanghaken, welche nach Herstellung des Contactes ein Zurückfliegen des für diesen
Zweck wieder mit Pfeilspitze versehenen Schlagbolzens h1 verhindern sollen.
Das Element B1 wird an der Einsatzhülse A
durch eine Schraube oder einen Stift 0 aus weichem Metall, Holz oder Leder gehalten,
und ein Zeitzünder ist hinten im Einsatz angeordnet. Beim Abfeuern des Schusses bricht
Stift 0 ab, das Element B1 schlägt zurück und das hintere Ende ρ des Schlagbolzens trifft auf
den isolirten Stift q, schliefst den Strom, erhitzt den Draht e und entzündet dabei den Zeitzünder;-.
Wenn dann das Geschofs auf das Ziel aufschlägt, fliegt das Element mit dem Schlagbolzen
nach vorn, stellt mit c Contact her und entzündet den vorderen Einsatz, wobei zugleich
auch noch ein vor c angebrachtes Zündplättchen entzündet werden kann, so dafs· also in
diesem Falle ein elektrischer Zünder mit einem Zeitzünder und einem Percussionszünder verbunden
ist.
Natürlich kann für die Entzündung jede passende Art eines primären oder sekundären
elektrischen Stromerzeugers Anwendung finden. Zweckmäfsigen Gebrauch von einem solchen
elektrisch entzündbaren Einsatz macht man bei mit Dynamit und anderen hochexplosiven
Stoffen geladenen Geschossen. Das galvanische Element kann von sehr geringer Gröfse sein
und in der Einsatzhülse fest angebracht werden, während der Schlagbolzen allein sich vorbewegt,
und noch viele andere im Vorstehenden nicht beschriebene Abänderungen könnte man einführen,
ohne dafs man an dem Wesen der Sache etwas änderte. Aus diesem Grunde sind auch
im Vorstehenden alle nicht wesentlichen Theile fortgelassen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch: ,Elektrischer Geschofszünder, bei welchem die Entzündung der Sprengladung dadurch ■hervorgerufen wird, dafs beim Aufschlagen oder Abfeuern des Geschosses entweder der Strom einer in dem Zünder befindlichen galvanischen Batterie durch ein sich infolge des Beharrungsvermögens verschiebendes Contactstück geschlossen wird und einen Platindraht zum Glühen bringt (Fig. 1, 2, 6 und 7) oder der magnetische Kern einer in dem Zünder befindlichen Inductionsspule in derselben bezw. die Spule über dem Kern sich verschiebt und einen Inductionsstrom erzeugt, welcher als Funken zwischen den Drahtenden der Spule überspringt (Fig. 5).Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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