DE34029C - Gelatineplatten für photographische Zwecke, sowie Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents

Gelatineplatten für photographische Zwecke, sowie Verfahren zu deren Herstellung

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DE34029C
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DE
Germany
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gelatin
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paper
insoluble
plate
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Expired - Lifetime
Application number
DENDAT34029D
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English (en)
Original Assignee
G. EASTMAN und W. H. WALKER in Rochester, Staat New-York
Publication of DE34029C publication Critical patent/DE34029C/de
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
    • G03C1/00Photosensitive materials
    • G03C1/76Photosensitive materials characterised by the base or auxiliary layers
    • G03C1/805Photosensitive materials characterised by the base or auxiliary layers characterised by stripping layers or stripping means

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Laminated Bodies (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 57: Photographs.
(Staat New-York, V. S. A.).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. October 1884 ab.
Ein passendes Papier oder ein geeigneter Stoff wird mit einer Schicht von Gelatine-. lösung bekleidet. Die Lösung enthält ungefähr 3,26 g Gelatine auf 31 g Wasser. Die Gelatineschicht läfst man von selbst oder unter Zuhülfenahme künstlicher Wärme auf ihrer Unterlage eintrocknen.
Wir ziehen vor, das in Amerika als Rivessches bekannte Papier zu benutzen; dasselbe wird häufig mit Albumin präparirt, um Silberpapiere daraus zu machen. Dieses Papier wählen wir wegen seiner chemischen Reinheit, seiner feinen gleichmäfsigen Faser und seiner Durchsichtigkeit, die während der Entwickelung genaue Beobachtung des Bildes gestattet.
Die Bekleidung des Papiers mit Gelatinelösung kann beliebig mittelst eines Ballens, eines Pinsels oder auf mechanischem Wege vollzogen werden, jedoch mufs man in jedem Falle den Zutritt von Staub vermeiden.
Wenn das, wie beschrieben, mit Gelatine überzogene Papier getrocknet ist, wird dasselbe durch ein Calanderwerk oder einen ähnlichen Apparat bearbeitet, so dafs seine Oberfläche geglättet und seine Masse erhärtet wird.
Dieses Calandern oder Glätten ist nicht absolut nöthig, ist jedoch höchst angemessen, da die Auftragung der Gelatinelösung das Korn des Papiers aufrauht und dasselbe uneben macht.
Das gelatinirte Papier wird nunmehr mit einer Schicht von Silbergelatine-Emulsion bekleidet, deren Gelatine im Vergleich mit der ersten Schicht auf beliebige Weise unlöslich gemacht wurde. Man kann den gewünschten Grad von verhältnifsmäfsiger Unlöslichkeit erzielen , indem man der fertigen Emulsion, wenn dieselbe zum Auftragen auf das Papier bereit ist, eine passende Quantität irgend einer solchen Substanz beifügt, welche die Gelatine, wenn trocken, unlöslich macht, die jedoch keine chemische Zersetzung der Emulsion hervorruft. Chromalaun entspricht diesem Zwecke vorzüglich und wird in Quantitäten gebraucht, die, entsprechend dem Charakter der in Gebrauch stehenden Gelatine in der Emulsion, der Jahreszeit und je nach anderen Umständen vom Operateur bestimmt werden. Im allgemeinen ist das Verhältnifs annähernd 150 g Chromalaunlösung (etwa 0,65 g Chromalaun in 32 g Wasser) zu je 4,5 1 der Emulsion.
Die Herstellung lichtempfindlicher Gelatine-Emulsionen ist Fachmännern so wohl bekannt, dafs ihre specielle Beschreibung nicht von Nöthen ist. Die Ueberziehung des gelatinirten Papiers mit der lichtempfindlichen Emulsion kann in irgend beliebiger Weise geschehen, und zwar in möglichst nicht activem Licht. Sobald nun diese Schicht trocken ist, ist die Platte zur Exponirung in der Camera oder unter dem . Negativ (je nachdem ein positives oder negatives Bild geschaffen werden soll) fertig. Es empfiehlt sich, während der Exponirung in der Camera die Platte an einem steifen Support zu befestigen.
Nach Exponirung der Platte wird dieselbe in irgend passender Weise entwickelt, und empfehlen wir Entwickelung entweder mit dem
wohlbekannten Eisenoxalat- oder nach dem sogen. Natriumsulfitverfahren, worin Natriumsulfit, Natriumcarbonat und Pyrogallussäure benutzt werden. Das Bild kann, wie gewöhnlich, in einem Bade von unterschwefligsaurem Natron fixirt werden.
Wenn das Bild bezw. die Platte gründlich gewaschen ist, kann das Gelatinehäutchen, das die eigentliche Platte bildet, folgendermafsen (oder in sonst passender Weise) vom Papier abgelöst werden:
Man läfst die fixirte und gewaschene Platte, die Bildseite nach unten zu, im Wasser schwimmen, schiebt dann eine Glasplatte darunter und hebt das Ganze so aus dem Wasser, dafs man durch Druck auf dem Papierrücken das Haften der Platte am Glase bewirken kann. Das Anhaften der Platte veranlafst man am besten mit gleitendem Druck der Kante eines geraden Stückes Kautschuk oder sonstigen elastischen Materials, das man am Papier entlang zieht. Man kann das Aufdrücken fortsetzen, bis das Wasser und die Luft zwischen Glas und Platte gänzlich entfernt sind. Die papierne Unterlage oder der Rücken wird zunächst vom Häutchen oder von der Gelatine abgelöst, indem man die Glasplatte bis zu einem geeigneten Grade erwärmt, wodurch die Wärme die Gelatineschicht zwischen dem Papier und der unlöslichen Gelatineschicht, die das Bild enthält, erweicht, worauf man das Papier unschwer ablösen oder entfernen kann und das Bild am Glase haften bleibt. Man kann die Glasplatte gleichförmig erwärmen, indem man dieselbe auf eine heifse Metallplatte oder ein Wasserbad legt, oder durch directe Anwendung von warmem Wasser. Ist das Häutchen am Glase aufgetrocknet, so mufs es vor der Anwendung von Hitze feucht gemacht werden, und dies ist das Verfahren, das wir vorziehen. Die zurückbleibenden Spuren von löslicher Gelatine können mittelst eines Schwammes oder sonstwie mit warmem Wasser weggewaschen werden.
Das Glas mit dem daran haftenden Häutchen oder Blättchen von Gelatine ist, sobald es trocken ist,, gebrauchsfertig. Wenn gewünscht, kann man das Gelatinehäutchen auch lackiren. Wenn man das Glas oder den sonstigen ähnlichen Rücken mit einer dünnen Wachsschicht übergangen hat, so läfst sich die Gelatineplatte leicht davon ablösen; dieselbe kann von beiden Seiten aus gedrückt werden und läfst sich leicht benutzen oder aufbewahren. Man kann unter anderem das Glas mit in Terpentin aufgelöstem Bienenwachs überziehen und läfst sich das Gelatinebild davon dann ablösen, indem man eine feuchte Gelatineplatte auf dasselbe auflegt und auftrocknen läfst und sodann beide zusammen ablöst. Man kann jedoch dieses Vorgehen ändern. Man kann z. B. das Papier von der Gelatine vor der Entwickelung oder nach der Entwickelung und vor dem Fixiren ablösen oder aber nach dem Fixiren, je nach Belieben.
Wir bedienen uns der in Amerika als » Cox's Transparent« oder »Nelson's No. ι « bekannten oder auch sonst passender weicher Gelatinesorten für die erste Schicht, und für die Emulsion benutzen wir »Simeon's« oder »Heinrich's« harte Gelatine.
Mit dem Ausdruck »unlösliche Gelatineschicht« oder »verhältnifsmäfsig unlösliche Gelatineschicht«, wie derselbe weiter oben benutzt wurde, meinen wir ein Häutchen, das der auflösenden Wirkung von warmem Wasser während einer längeren Zeit ganz oder wenigstens in höherem Grade widersteht, als die lösliche Zwischenschicht. Indem wir von einem unlöslichen Häutchen sprechen, wollen wir uns nicht an ein in Wasser absolut unlösliches Häutchen gebunden haben, sondern begreift unsere Erfindung jede Gelatineschicht oder jede Platte in sich, die der auflösenden Wirkung von Wasser erheblichen Widerstand leistet.
Obschon eine in der oben beschriebenen Weise bereitete Platte in den meisten Fällen allen Ansprüchen der Praxis genügt, finden wir doch, dafs unter gewissen Umständen das Papier oder dergleichen ein Bestreben hat, sich in unliebsamer Weise zu kräuseln oder zu werfen, während man das Bild entwickelt und fixirt.
Um Schwierigkeiten dieser Art vorzubeugen, wird auf der Rückseite des Papiers oder Stoffes eine Gelatineschicht aufgetragen, die der Expansion der Gelatine auf der Vorderseite entgegenwirkt. Mit Ausnahme dieser Bekleidung oder dieses Ueberzuges am Rücken kann die zweite Form der Platten mit der vorher beschriebenen identisch sein.
In der Bereitung dieser zweiten Form unserer Platten ziehen wir vor, die Gelatine erst auf die unrechte Seite (den Rücken) des Papiers oder Stoffes aufzutragen. Wir benutzen zu diesem Zwecke eine Gelatine,- die ganz oder fast ganz unlöslich gemacht worden ist, und zwar durch Hinzufügung von Chromalaun oder einer sonst passenden chemischen Substanz, und wird diese Gelatine überdies durch einen Zusatz von Glycerin biegsam gemacht.
Es empfiehlt sich, zur Herstellung derselben etwa 450 g Gelatine (Simeon's oder Heinrich's), etwa 5 1 Wasser und etwa 4 g Chromalaun zu verwenden. Der Alaun wird am besten zuletzt zugesetzt, nachdem er in einem Theil des Wassers aufgelöst wurde. Sobald nach der Behandlung mit dieser Masse das Papier trocken ist, wird auf der anderen Seite eine Schicht aufgetragen, bestehend aus einer
Lösung von etwa 450 g (»Nelson's No. 1«) weicher Gelatine, etwa 3,5 1 Wasser und etwa 0,08 1 Glycerin. Es ist nicht absolut nöthig, Glycerin in irgend einer der Schichten zu gebrauchen, dies ist aber vorzuziehen, da es die Platten biegsamer macht und ihre Handhabung erleichtert.
Der Grad von Biegsamkeit läfst sich durch gröfseren -oder geringeren Glycerinzusatz verändern und die Rückenschicht kann durch Vermehrung oder Verminderung des Zusatzes von Chromalaun oder dergleichen mehr oder weniger unlöslich gemacht werden.
Wenn nun die Vorderseite der Papierunterlage mit der ersten Gelatineschicht bekleidet und trocken geworden ist, wird die halbfertige Platte mittelst eines Calanders oder sonstigen Glatt- oder Polirapparates comprimirt, härter gemacht und wird gleichzeitig die Oberfläche zur Aufnahme der lichtempfindlichen Schicht passend vorbereitet.
Die Schicht auf der Vorderseite wird dann mit lichtempfindlicher Silbergelatine-Emulsion überzogen, wie mit Bezug auf die erste: Form beschrieben, und geschieht dies in nicht activem Licht. Die lichtempfindliche Schicht wird durch Chromalaun in oben bezeichneter Weise unlöslich gemacht. Der Zweck des Unlöslichrriachens der Gelatine auf der Rückseite ist, dafs man dadurch verhütet, dafs sie aufweicht, wenn man die Platte, die das Bild enthält, von dem Rücken durch Hitze ablöst, wie oben beschrieben. Eine Schicht löslicher Gelatine am Rücken würde das Zusammenrollen der sich kräuselnden Platte ebenfalls verhindern, jedoch ist eine unlösliche Schicht wegen der oben bezeichneten und anderen Ursachen vorzuziehen.
Das Exponiren, Entwickeln, Fixiren und Uebertragen der Platten geschieht ganz wie mit der zuerst beschriebenen Platte.

Claims (2)

  1. Patent-ANsprüche:
    ι . Eine lichtempfindliche photographische Platte, bestehend aus einer Schicht von unlöslicher Gelatine oder einer unlöslichen, lichtempfindlichen Gelatinesilber-Emulsion, einer Unterlage aus Papier oder dergleichen und einer Zwischenlage aus löslicher Gelatine mit oder auch ohne eine auf der Rückseite der Unterlage aus Papier oder dergleichen aufgetragenen zweiten Gelatineschicht.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung der unter 1. genannten lichtempfindlichen Platten, indem auf eine Unterlage aus Papier oder dergleichen zuerst eine Schicht löslicher Gelatine und sodann eine Schicht unlöslicher Gelatine oder eine unlösliche Silbergelatine-Emulsion aufgetragen wird, wobei nöthigenfalls auf der Rückseite der Unterlage aus Papier oder dergleichen gleichfalls eine Schicht unlöslicher Gelatine angebracht wird.
DENDAT34029D Gelatineplatten für photographische Zwecke, sowie Verfahren zu deren Herstellung Expired - Lifetime DE34029C (de)

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