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Verfahren zum Herstellen von einfärbbaren Diffusions- oder Beizbildern,
wobei unter Kopiervorlagen belichtete, nicht entwickelte lichtempfindliche, Metallsalze
enthaltende Schichten mit feriosalzhaltigen Gallertschichten in Berührung gebracht
werden Unter dem Namen Blaüpausdruck ist ein Verfahren bekannt, nach welchem man
belichtete, nicht ausgewässerte Blaupausen (Kopien auf Ferricyankalium- und Ferrisalzschichten)
auf eine ferrosulfathaltige Gelatinemasse aufquetscht, nach kurzem Kontakt dieselben
abhebt und die Gelatinemasse mit Fettfarbe einwalzt, wobei die nichtbelichteten
Stellen der Blaupause auf der Masse Farbe annehmen. Dieses Verfahren erlaubt unter
Umständen eine größere Anzahl von positiven Abzügen aus positiven Zeichnungen mit
einer einzigen Durchleuchtung herzustellen.
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Obwohl dieses Verfahren schon seit etwa dreißig fahren bekannt ist,
hat es immer noch seine Tücken, so daß die Ausübung desselben eine ganz besondere
kunstgewerbliche Spezialität geblieben ist, die von den Plandrukkern mit großer
Umsicht ausgeführt wird.
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Die Ursachen, die zu Mißerfolgen führen können, sind in der. Plandruckerei
sehr mannigfaltig und öfters für den Kunstgewerbler auch nicht leicht übersichtlich.
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Das Blaupausverfahren wird in den deutschen Patentschriften 2o1 968
und 213 253 beschrieben. Nach der ersteren werden unausgewässerte Blaupausen auf
ferrosalzhaltige Gelatine übertragen. Durch Belichtung werden sowohl die Ferrisalze
wie auch das Ferricyankalium der Blaupause reduziert; in diesem Zustand reagieren
sie nicht mit der Ferrosalzgallerte. An den nichtbelichteten Stellen verbleiben
unverändertes Ferricyankalium und Ferrisalze; beide haben die Fähigkeit, ferrosalzhaltige
Gallerten so zu gerben, daß sie dort Fettfarbe aufzunehmen fähig werden. Nach der
Patentschrift 213:253 kann man an Stelle der Ferrosalze in der Gelatinemasse auch
andere Metallsalze verwenden, die mit Ferricyankalium Niederschläge geben; erwähnt
werden dort Kobalt-, Nickel-, Kupfer- und Silbersalze.
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Es sind später noch verschiedene, zum Teil patentierte Zusammensetzungen
für die Ferrosalzgallerte in Vorschlag gebracht worden, die aber keine größeren
Vorteile gegenüber den ursprünglichen Vorschlägen bieten. Es seien z. B. die schweizerische
Patentschrift 14o 449 und die amerikanischen 1 386 991
und 1 521 5o9 erwähnt.
Es sei auch noch an das Ordoverahverfahren erinnert (Photographische Industrie 1907,
S. 541).
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Eingehende Versuche über die Brauchbarkeit der Ferrosalzgallerte,
in Abhängigkeit von deren Zusammensetzung, führen zur Erkenntnis, daß die Konzentration
der Ferrosalze
in der -Masse für den Erfolg von aus- Nach vorliegendem
-'erfahren wird die schlaggebender Bedeutung ist. Diese Kon- Ferrosalzgallerte derart,
mit oder ohne Zwizentration muß nämlich dem Blaupauspapier schenschaltung von Folien
oder Blechplatten, innerhalb kleiner Grenzen ziemlich genau - »in übereinandergelagerte
Schichten gegossen, angepaßt werden. Da sich nun die Ferrosalze,- .'daß ein Luftzutritt
beim Lagern unmöglich sehr rasch an der Luft oxydieren, so sinkt die .wird. Wenn
man ummittelbar vor dtm Ge-Konzentration derselben auf der Gußober- brauch die Schichten
voneinander abzieht, fläche ständig herab: ein zuverlässiges Anbei- liegt also eine
frische, nicht oxydierte Oberten wird dadurch außerordentlich erschwert. fläche
vor, die beim Kontakt mit belichteten Der erfahrene Plandrucker hilft sich in der
Blaupausen oder Bichromatschichten stets Regel dadurch, daß er jedesmal möglichst
gute Ergebnisse liefert. Eine weitere Auskleine Güsse macht und daß er der bereits
führungsart des Verfahrens ist die, daß man gebrauchten Ferrosalzgallerte beim Urn-
Platten aus -letal- oder Glas oder Kunstschmelzen stets etwas frische Masse zusetzt.
massen mit pigmenthaltiger Gelatine über-Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun
gießt, so daß sie nach dem Trocknen unein neues Plandruckverfahren, welches ein
begrenzt haltbar sind, und vor Gebrauch in zuverlässiges Arbeiten gestattet und
neue ferrosalzhaltigen Lösungen, die ebenfalls Anwendungsgebiete eröffnet. Glycerin
und härtende Stoffe, z. B. Chrom-Die Ferrosalzgallerte wird entweder der- alaun,
enthalten können, zwecks Quellung art zubereitet, dai) sie vor der Lufteinwirkung
und Einführung von Ferrosalzen in die geschützt wird und dal'' sie, ohne sie um-
Gallerte badet. Durch diese Ausführungsschmelzen und gießen zti müssen, stets -e-
arten der Ferrosalzgallerte in geschichteten brauchsfertig mit dem richtigen Ferrosalz-
Blöcken oder durch Baden quellbarer Schichgehalt vorliegt. oder sie .wird unmittelbar
vor ten in ferrosalzhaltigen Lösungen wird auch Gebrauch durch Diffusion von Ferrosalzen
in das Schmelzen und Giefen sowie das Anquellbare Schichten zubereitet. Die nach
Be- schaffen teurer Gießtische überflüssig. Das lichtung zum Kontakt gelangenden
Schichten Verfahren- wird dadurch jedem zugänglich, sind außerdem so zusammengesetzt,
daß trotz der über keine besonderen Einrichtungen und größerer Schwanktulgen des
Ferrosal-r_gehaltes Erfahrungen verfügt.
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bei umgeschmolzenen Ferrosalzgallerten stets Die Verwendung von -Bichromat
in Gelagut brauchbare Bilder erzielt werden können. time, Gummi, Harzen, Cellulose,
Kasein, An Stelle des Blaupauspapiers, welches, wie Albumin usw. als lichtempfindliche
Schicht gesagt, bekanntlich mit rotem Blutlaugensalz ist längst bekannt und wird
auch nach Hun-und Ferrisalzen lichtempfindlich gemacht derten von Verfahren auf
allen Gebieten wird, verwendet man hier als lichtempfind- praktisch ausgenutzt.
Doch wird hierbei liehe Substanz Bichroniat allein oder in stets nur die Gerbwirkung
der unmittelbar Mischung mit anderen Stoffen, die beispiels- durch Lichtwirkung
entstehenden unlöslichen weise geeignet sind, das Bild unmittelbar Chromoxyde auf
Kolloide verwendet; die zur sichtbar zu machen, die Lichtempfindlichkeit Verarbeitung
gelangende Vorlage ist immer der Schicht zu steigern, die Präparation halt- die
belichtete Schicht selbst. Vorliegendes bar zu machen, die Dissoziation des Bichro-
Verfahren beruht hingegen auf der Difinates zurückzudrängen, den Feuchtigkeits-
fusionsfähigkeit von Bichromatschichten in genalt der Schicht zu regeln, die Netzbarkeit
feuchten Gallerten, so daß ein Diffusionsbild des Bildträgers zu erhöhen und die
Diffusions- zur Verarbeitung gelangt, während die be- i geschwindigkeit zu hemmen
oder zu fördern. lichtete Vorlage selbst nach dem Kontakt Es wurde nämlich festgestellt,
daß der Erfolg unbrauchbar beiseite geschoben wird. Die bei Kontakt von belichteten
Bichromatschich- Entwicklung des Diffusionsbildes in Gallerten mit Ferrosalzgallerten
ganz beträchtlich ten kann dadurch erreicht werden, daß die weniger vom Ferrosalzgehalt
derselben ab- Gallerteschicht beispielsweise mit verdünnten hängig ist als bei Kontakt
mit Blaupausen. Ferrosalzlösungen behandelt wird, wobei die Durch die -Verwendung
von Bichromatschich- Bildstellen die Fähigkeit erhalten, Fettfarbe ten zum Kontakt
mit Ferrosalzgallerten wer- anzunehmen. Am zweckmäßigsten führt man den auch neue
Anwendungsmöglichkeiten ge- die Ferrosalze in die Gallerte ein. Dabei boten, wie
z. B. die Herstellung von Auto- muß die Pringsheimsche Regel stets beachtet tyhien,
die Übertragung auf Zink und Stein, werden, d. h. man muß die Konzentration der
die Herstellung von rasterlosen Halbtonbil- . Eerrosalze und die Konzentration des
Bidern, die Abformung von Otiell- und Aus- ehromates auf der Oberfläche der belichteten
Waschreliefs, die Herstellung von Absaugbil- Vorlage gegenseitig so abstimmen.,
daß der denn, von Schablonen sowie auch die direkte gewünschte Gerbungseftekt auf
der Oberfläche 1 L`rnkehrung des Bildes (Negativ-Positiv, der Ferrosalze entsteht.
Es wurde nämlich außer Positiv-Positiv). gefunden, daß die Fähigkeit der Gallerten,
Fettfarbe
anzunehmen, nicht nur den beizenden Chromoxyden, sondern auch den durch Oxydation
entstehenden gerbenden Ferrisalzen .zuzuschreiben ist. Es genügt z. B., ferrosalzhaltige
Gallerten mit verdünntem' Wasserstoffsuperoxyd oder mit anderen, selbst schwachen
Oxydationsmitteln oberflächlich zu behandeln, um die Schicht sofort für Fettfarbe
empfänglich zu machen. Bei der Berührung der ferrosalzhaltigen Gallerten mit Bichromatschichten
entsteht eine Niederschlagsschicht von Chromoxyden und dieser angrenzend eine Oxydationsschicht
gegen das Innere der Ferrosalzgallerte. Die Nieders,#hlagsschicht von Chromoxyden
kann je nach den Umständen auf oder in der Gallerte bzw. in der Bichromatschicht
entstehen. Bei einer bestimmten Ferrosalzkonzentration in der Gallerte diffundiert
Bichromat in die Gallerte hinein, also unter die Oberfläche derselben, wenn jenes
auf der Kontaktschicht in einer stärkeren Konzentration vorliegt, als der Äquivalenz
entspricht, während im Falle einer schwächeren Bichromatkonzentration ein Diffundieren
des Ferrosalzes aus der Gallerteschicht in die Bichromatschicht stattfindet.
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Im ersten Falle erhält man wohl eine starke, oberflächliche, heißwasserfeste'
Gerbung der Gallerte; diese wird aber dadurch nicht empfänglich für Fettfarbe, denn
die fettfarbeempfängliche Schicht ist nur die Oxydationsschicht, und diese liegt
tiefer in der Masse unter der Chromoxydbeizschicht.
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Im zweiten Falle diffundiert unter Umständen wohl auch etwas Bichromat
in die Gallerte hinein, aber die hauptsächliche Diffusion ist die der Ferrosalze
nach außen,: indem dieselben auf die Kontaktoberfläche der Gallerte wandern, sich
dort durch Einwirkung des Bichromates oxydieren und die Gallerte fettfarben empfänglich
gerben.
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Die Belichtung konzentrierterer Bichromatschichten (erster Fall) bewirkt
also nichts weiteres als eine Verdünnung des diffundierbaren Bichromates, welches
sich dann so verhält wie im. zweiten Falle. Diese Tatsache erlaubt deshalb die direkte
Herstellung von Positiven nach Negativen.
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Eine weitere Belichtung konzentrierterer Bichromatschichten bewirkt
unter Umständen eine vollständige Zersetzung des Hichromates, so daß keine diffundierbaren
Anteile mehr vorhanden sind. Es geschieht dann nur noch eine Diffusion von Ferrosalzen
in die belichtete Kontaktschicht hinein, ohne daß irgendwelche Oxydation und Gerbung
der Ferrosalzgallerte stattfindet, während nur noch die weniger stark belichteten
Stellen, welche also geschützt waren, gerbend wirken. Man er-, hält somit auch mit
konzentrierteren Bichrcrmatschichten positive Bilder aus Diapositiven, vorausgesetzt,
daß die Kopierdauer genügend lang war. Verdünnte Bichromat# schichten brauchen dementsprechend
eine kürzere Belichtung als konzentrierte Bichromatschichten zur Erzielung von Positivbildern
aus Diapositiven.
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Unter Konzentration von Bichromatschichten ist die Verteilung des
Bichromates auf der Oberfläche der Unterlage zu verstehen; die Anwendung verdünnter,
z. B. z 1%iger Ammoniumbichromatlösungen kann unter Umständen konzentrierte Bichromatschichten
erzeugen, wenn z. B. die Unterlage keine aufsaugende Wirkung besitzt (Celluloidfilme.
Acetatfilme, Metallstreifen usw.) oder wenn man die Bichromatpräparation z. B. auf
Papier so rasch trocknet, z. B. mit Warmluft, daß die Sensibilisierlösung nicht
Zeit hat, im Filze der Unterlage einzusinken. Umgekehrt kann man mit konzentrierteren
Bichromatlösungen verdünnte Bichromatschichten erzeugen; wenn man z. B. stark pigmentiertes
Papier (Barytpapier, Kreidepapier usw.) durch einseitiges Bestreichen präparieren
will, ist es ratsam, eine 8°/°ige Bichromatlösung anzuwenden. , Selbstverständlich-
spielt auch die Auflegedauer der belichteten Vorlage auf der Ferrosalzgallerte,
durch das Fortschreiten der Diffusion, eine große Rolle auf das Endergebnis. So
liefert eine unter einem Negativ belichtete konzentrierte Bichromatschicht durch
Berührung mit der Ferrosalzgallerte während etwa einer halben Sekunde ein Negativ;
durch längere Berührung von etwa ro Sekunden entsteht ein Positiv, durch noch längere
Berührung tritt unter Umständen ein starkes Haften der Gallerte an den Bildstellen
ein, so daß die Mässe, gegebenenfalls nach den Umrissen des Bildes, beim Abheben
der belichteten Vorlage abreißt.
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Die Beschaffenheit des Bichromatbildträgers übt ebenfalls einen wesentlichen
Einfluß auf das Endergebnis aus. Gelatinierte Schichten erlauben- z. B. eine schnellere
Diffusion des Bichromates und des- Ferrosalze als kaseinierte Schichten. Eine zu
rasche Diffusion ist Ursache von sogenannten Fernwirkungen, welche sich z. B. durch
die auch in der Lithographie auftretenden unliebsamen Erscheinungen der leeren Rasterpunkte
und -striche bemerkbar machen. Dieser Fehler kann z. B. durch Einführung von Pulvern
und Pigmenten in den Kontaktgallerten zurückgedrängt oder behoben werden.
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Nach den Patentschriften 16o 729, 161 386 und 177 425 wird
Papier mit Ferrisalzen lichtempfindlich gemacht. Nach der Belichtung unter einem
Negativ wird dasselbe mit Bichromatgelatine (Pigmentpapier oder Lidhtdruckplatte
)
in Kontakt gebracht. Nach dem Abziehen oder Auswaschen erhält man somit ivositive
Bilder.
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Nach der Patentschrift i 6o ,488 wird Papier ebenfalls mit Ferrisalzen
lichtempfindlich gemacht, unter einem Negativ belichtet, in Bichromat gebadet und
dann auf Pigmentpapier aufgequetscht.
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Die Verfahren dieser Patentschriften gehen von der Lichtempfindlichkeit
haltbarer Ferriy Salzpapiere aus, wobei das Ferrosalzbild mit Bichromät entwickelt
wird.
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Bei der vorliegenden Erfindung wird umgekehrt vorgegangen: Nicht die
Lichtempfindlichkeit von Ferrisalzen, sondern diejenige von Bichromatschichten wird
ausgenützt. Außerdem werden nicht die belichteten Stellen entwicklungsfähig, sondern
die Entwicklungsfähigkeit lichtempfindlicher Schichten wird durch Belichtung heruntergesetzt.
Es werden nicht Ferrosalzbilder mit Bichromat entwickelt, sondern Bichromatbilder
durch Diffusion in ferrosalzhaltigen Gallerten entwickelt. Diese Arbeitsweise bietet
größere Vorteile, da man Ferrosalzgallerten nach vorliegendem Verfahren haltbar
machen kann, was mit Bichromatgallerten unmöglich wäre.
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Das vorliegende Verfahren wird nachstehend an Hand einiger Ausführungsbeispiele
erläutert: Beispiel i Es wird folgende Ferrosalzgallerte hergestellt:
| Gelatine . . . . . . . . . . . . . . . . 6oo g, |
| Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . 25o09, |
| Glyzerin . . . .. . . . . . . . . 5oo.g, |
| Ochsengalle . . . . . . . . . . . . . 4009, |
| Traubenzucker ....... ... qoo g, |
| Zinkweiß . . . . . . . . . . . . . . . ioo g, |
| Titanweiß . _ . . . . . . . . . Zoo g, |
| Mohrsches Salz . . . . . . . . . . 1509. |
Diese Masse wird gut geschmolzen, durchgerührt und blasenfrei auf einen Gießtisch
gegossen. Nach etwa
30 Minuten ist die Schicht genügend gefestigt, daß man
sie benutzen kann. Ein Blaupause liefert auf dieser Masse- kein Bild, da die Ferrosalzkonzentration
zu hoch ist.
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Ein Papier, welches zuvor mit einer ;2o/oigen Ammoniumbichromatlösung
sensibilisiert und getrocknet wurde, wird unter einem Rasterdiapositiv etwa 2 Minuten
lang unter einer i5-Amp.-Bogenlampe bei einer Entfernung von etwa 5o cm vom Lichtbogen
belichtet. Das belichtete Papier wird auf die 'Ferrosalzgallerte trocken aufgequetscht.
Nach etwa io Sekunden Kontakt wird das Papier abgenommen und die Stelle auf der
Masse mit einer Buchdruckfarbe eingewalzt.
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Damit ist die Druckmatrize fertig; sie gestattet bei kühler Raumtemperatur
eine Auflage von über ioo Abzügen. Wird dieselbe mit Umdruckfarbe eingewalzt, so
kann man einen Abzug auf Umdruckpapier oder auf Film machen und diesen auf Stein
oder auf Metallplatten zum direkten oder indirekten Flachdruck übertragen. Beispiel
2 Man stellt eine Ferrosalzgallerte nach dem Beispiel i her, die aber an Stelle
von i 5o g nur ioog Mohrsches Salz enthält. Wenn die Masse gut geschmolzen und durchgerührt
ist, gießt man sie in eine Form, in welche etwa zwölf Aluminiumblechplatten senkrecht
nebeneinander in einer gegenseitigen Entfernung von etwa i mm eingeschoben wurden,
die zuvor einseitig finit einem Harzlack bespritzt oder bestrichen wurden. Nachdem
die Masse vollständig erstarrt ist, wird die Form geöffnet, und man gewinnt daraus
einen Block, der nach luftdichter Verpackung der Ränder unbegrenzt haltbar ist und
daher auch als ,solcher handelsfähig ist.
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Man belichtet wie in Beispiel i ein Bichromatpapier, welches mit einer
2o/oigen Bichromatlösung behandelt und getrocknet wurde.
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Nun wird vom Block das oberste Blech abgezogen, was sehr leicht vonstatten
geht, da die lackierte Oberfläche auf der Gallerte nicht haften kann. Somit wird
die oberste Schicht abgedeckt, die bei guter Ausführung der Lackierung absolut glatt
und blasenfrei erscheint. Auf diese Schicht wird wie bei Beispiel i das belichtete
Bichromatpapier aufgetragen usw.
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Eine Blaupause ergibt durch Kontakt auch in diesem Falle gar kein
Bild, da die Masse immer noch zu viel Ferrosalze enthält. Beispiel 3 Man stellt
eine Ferrosalzgallerte nach Beispiel i her, indem man anstatt i 5o g nur
50 g Mohrsches Salz anwendet. Man gießt damit wie im Beispiel 2 einen
Block, wobei man an Stelle einseitig lackierter Metallblechplatten auch Celluloidplatten
verwenden kann.
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Man belichtet ein mit einer 2o/oigen Bichromatlösung präpariertes,
zuvor gelatiniertes oder aschiertes Papier wie in Beispiel i.
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Man zieht die erste Deckplatte des Bockes ab und macht Kontakt mit
der belichteten Kopie. Die weitere Ausführung geschieht wie beim Befspiel i.
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Man belichtet ein Stück Blaupapier unter einem Rasterdiapositiv oder
unter einer Zeichnung, zieht die zweite Deckplatte des
Blockes ab
(diese Platte dient gleichzeitig als Träger für das erste Bild) und quetscht die
belichtete, unausgewässerte Blaupause auf die bereits freigelegte Fläche. Man läßt
dieselbe etwa i Minute einwirken, zieht das Papier ab, walzt die Oberfläche mit
Fettfarbe ein usw. Das Bild erscheint deutlich, aber schwächer wie dasjenige, welches
mit dem Bichromatpapier erhalten wurde. Beispiel q.
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Man stellt eine Ferrosalzgallerte nach den 'üblichen Vorschriften
für Blaupausdruck oder nach Beispiel i her, indem man anstatt i5o g nur 2o g Mohrsches
Salz anwendet. Man gießt damit wie in Beispiel 2 und 3 einen Block, der zu jeder
Zeit gebrauchsfertig ist.
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Man belichtet ein Stück Blaupauspapier unter einem Rasterdiapositiv
oder unter einer Positivzeichnung. Die unausgewaschene Kopie wird mit der frisch
freigelegten Fläche des Blockes während 1/2 Minute zum Kontakt gebracht und abgezogen.
Durch Einwalzen mit Fettfarbe bekommt man eine gute druckfertige Matrize.
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Beispiel 5 Eine nach den-vorhergehenden Beispielen hergestellte Ferrosalzgallerte
wird in eine spiralartig locker mit genauen Zwischenabständen gewundene Filmrolle
gegossen, die sich in einer stehenden zylindrischen Form befindet. Nach dem Erstarren
kann man diese Rolle je nach Bedarf abwickeln, so daß sie stets frische, nicht oxydierte
Masse liefert, auf Welcher durch Kontakt mit belichteten Bichromatschichten oder
anderen oxydationsmittelhaltigen Schichten gute Diffusionsbilder hergestellt werden
können, die sich zum Einfärben, zum Quellen, zum Absaugen oder zum Auswaschen eignen.
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Beispiel 6 Auf der in Beispiel q. angegebenen Gallerte wird ein unter
einem Diapositiv belichtetes Bichromatpapier, welches mit einer 2°/oigen Bichromatlösung
lichtempfindlich gemacht wurde, aufgetragen und nach 1/2 Minute entfernt. Durch
Einwalzen erscheint das Bild auf der Matrize positiv und liefert gute Abzüge (positiv-positiv).
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Beispiel Auf der -nach Beispiel q, angefertigten Ferrosalzgallerte
wird ein unter einem Negativ belichtetes Bichromatpapier, welches mit einer io°/oigen
Bichromatlösung lichtempfindlich gemacht wurde, aufgetragen und nach 1/2 Minute
abgezogen. Durch Einwalzen mit Fettfarbe erscheint das Bild auf der Matrize positiv
und liefert gute Abzüge (negativ-positiv).
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Man kann hierbei auch gewöhnliche, nicht in Punkte zerlegte Halbtonnegative
verwenden.
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Beispiel 8 Man stellt eine Ferrosalzgallerte nach Beispiel i her und
gießt sie auf einen Gießtisch. Nach dem Erstarren gießt man darauf eine zweite Schicht
usw. Hat man auf diese Weise mehrere Schichten gegossen, so kann man auf der obersten
Schicht Diffusionsbilder erzeugen, einwalzen, drucken usw. Braucht man die Matrizen
der obersten Schicht nicht mehr, so kann man dieselbe einfach wie einen Teppich
zusammenrollen, wobei eine neue Schicht freigelegt wird, die gleich gebrauchsfertig
vorliegt, usw.
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Beispiel 9 Auf einer polierten Metallplatte wird eine nach den vorhergehenden
Beispielen hergestellte Ferrosalzgallerte in dünner Lage gegossen. Nach dem Erstarren
wird darauf eine Bichromatkopie aufgequetscht; man taucht das Ganze nach einigen
Minuten in warmes Wasser, worauf nach dem Auswaschen der unbeeinflußten Stellen
(belichtete Stellen des Bi.chromatpapiers) scharf getrocknet und geätzt wird. Beispiel
io Feinstes Japanpapier oder ein ganz feines Gewebe wird mit einer Ferrosalzgallerte
in dünner Lage überzogen. Nach dem Erstarren wird darauf ein Bichromatbild aufgequetscht.
Nach einigen Minuten wird das Ganze in warmes Wasser gelegt; damit sich die unbeeinflußten
Stellen lösen. Man gewinnt somit ein Schablonenbild.
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Beispiel ii Ein. mit Bichromat getränktes und getrocknetes Gewebe
wird unter einem Negativ öder Diapositiv belichtet und auf eine Ferrosalzgallerte
gemäß den vorhergehenden Beispielen faltenlos aufgequetscht. Läßt man dieses Gewebe
nur kurze Zeit mit der Masse in Berührung, so erhält man auf derselben durch Einwalzen
mit Fettfarbe ein Bild mit sehr künsflerischer Wirkung. Läßt man hingegen den Stoff
einige Minuten lang mit der Gallerte in Berührung, so bleibt diese zum Teil den
Bildumrissen nach auf dem Gewebe kleben, . so daß man beim Abziehen durch Abreißen
der Gallerte oder. durch Auswaschen in warmem Wasser eine brauchbare Schablone erhält.
Beispiel
12 Stark barvtiertes Papier oder Kreidepapier (Kunstdruckpapier) wird mit einer
4@/"igen Bichroniatlösung lichtempfindlich gemacht, unter einem Rasternegativ belichtet
und auf eine Ferrosalzgallerte, wie in Beispiel z angegeben, aufgequetscht. Nach
einigen Sekunden wird das stark haftende Papier vorsichtig abgezogen und mit Fettfarbe
eingewalzt oder abgetupft. Das Bild erscheint positiv auf dein Papier, während die
Masse selbst keine Farbe annimmt. Dies kommt dadurch zustande, daß die Ferrosalzgallerte
bei Gerbung auf pigmentierten Papieren sehr stark klebt. Da clie Gerbung von den
nicht belichteten Stellen des Papiers durch Diffusion ausgeht, so bleibt an den
nicht belichteten Steller. so viel Gallerte haften, daß sie dieselben Stellen vor
Fettfarbe schützt (reserviert), während die nicht reservierten belichteten Stellen
geschwärzt werden. Durch Auswahl geeigneter, nicht gerasterter Negative und durch
richtiges Treffen der Auflegedauer kann man auf diese Weise sehr hübsche holzschnittartige
Bilder herstellen. Beispiel 13 Ein Acetatnlm, welcher vorher oberflächlich mit Ätznatron
und Forznaldelivd verseift wurde, wird in einer o,51/,i,-en Ammoniulnbichroznatlösung
gebadet, die ein Netzmittel, wie z. B. btztvlisopropylnaplithalinsulfosaures Natrium,
und Farbstoffe, wie z. B. Diphenylrheinblau F. F. l S c 1i u 1 t z, Farbstofftabellen
Nr.Snoj zum Sichtbarznachen der Netzschicht enthalten kann. Nach dein Trocknen wird.
unter einem Rasterdiapositiv belichtet und mit der in Beispiel 2 erwähnten Ferrosalzgallerte
zum Kontakt gebracht. Nach einigen Sekunden wird der Filzre abgezogen. Dadurch,
dali man auf transparentes Material kopiert hat, kann man selbstverständlich auch
durch Kontakt der Rückseite dieses Films ein -tadelloses Spiegelbild erhalten. Dieser
Film behält nach dein Kontakt die Zeichnung unsichtbar auch in der Celluloseznasse
bei; diese Zeichnung besitzt die Eigenschaft, Bicliromat selektiv aufzunehmen; man
kann daher ein bereits abgezogenes Bild einfach durch Baden in verdünnten Bichroinatiösungen
wieder latent hervorrufen, so daß man unmittelbar nach dein Trocknen, ohne Kopierung,
durch Kontakt mit der Ferrosalzgallerte dasselbe Bild wiederholen kann. Das auf
der Gallerte entstandene Gerbbild eignet sich vorzüglich zur Aufnahme von Fettfarbe,
kann aber auch zur Herstellung von farbigen Saugbilderzi verwendet -werden, indem
man die Oberfläche der Masse- znit einer konzentrierten Farbstoftl;isung, z. B.
Karmin, behandelt und dann die Abzüge auf gut gelatinierten Papieren nach dein Absaugverfahren
abdruckt. Selbstverständlich kann man hier sämtliche Vorsichtsmaßregeln treffen,
die beim Ahsaugverfahren schon bekannt sind.
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Beispiel 1d.
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Eine gut gereinigte Metallplatte z. B. aus Kupfer oder Stahl oder
auch Aluminium wird mit einer Schutzkolloid enthaltenden Bichromatlösung übergossen
und zum raschen Trocknen gebracht. Darauf wird dieselbe unter einem Negativ oder
Positiv belichtet und auf eine nach Beispiel 7 geschichtete Ferrosalzgallerte blasenfrei
aufgequetscht. Nach einigen Minuten zieht man die Metallplatte mit der obersten
Schicht der Gallerte zusammen ab und legt sie in warmes Wasser. Nach dein Auswaschen
der unbeeinflußten Stellen wird scharf getrocknet und darauf geätzt.
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Beispiel 1,5 Ein Brom- oder Chlörsilberentwicklungsbild wird in einer
verdünnten, etwa o,50/" Blutlaugensalz und Bromkalitun enthaltenden Bichromatlösung
kurz gebadet, abgestrichen und zum Trocknen aufgehängt. Nach dem Trocknen wird das
ganz oder teilweise ausgebleichte Bild mit der Ferrosalzgallerte in Berührung gebracht
und nach einigen Sekunden abgezogen. Je nach der Konzentration der Ferrosalze in
der Gallerte kann man hiermit eilt Positiv von einem Negativ oder umgekehrt erhalten.
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Beispiel 16 Gut gelatiniertes Papier wird in einer 3 "/"igelt glycerinlzaltigen
Ferrostzlfatlösung gebadet und abgerieben. Darauf wird eine Bichroinatkopie blasenfrei
aufgequetscht. Nach wenigen Sekunden werden beide Papiere voneinander getrennt.
Durch Einwalzen des gelatinierten Papiers mit Fettfarbe erhält man eine Kopie, die
znan als solche aufbewahren oder als Druckmatrize verwenden kann.
| Beispiel 17 |
| I?s wird folgende Emulsion zubereitet: |
| Gelatine . . . . . . . . . . . . . . . . 5oo g |
| Wasser . . . . . . . . . . . . 2000 g |
| Btztylisopropylnaplitlialiii- |
| stzlfosaures Natrium .... 39 |
| Ochsengalle . . . . . . . . . .... 500 g |
| Glycerin . : . . . . . . . . . . . ... 509 |
| Zink0-xyd . .............. 200 g |
| Titanozyd . . . . . . . . . . . . . . Ii-)o g |
it dieser nntlsion «-erden Metallplatten
2
oder andere ebene Unterlagen aus
Glas, Bakelit,
Holz usw. begossen und jene daraufhin, nach dem Erstarren
der Gallerte, zum Trocknen gebracht. Solche Platten stellen handelsfähige Ware dar.
Vor dem Gebrauch werdem dieselben vorerst etwa 15 Minuten lang in, folgender Lösung
gebadet:
Größere Platten können auch, ohne sie zu baden, so vorbereitet werden, daß man sie
mit trockenem Battiststoff überzieht und mit einigen Kubikzentimetern obengenannnter
Flüssigkeit begießt.
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Daraufhin wird die nunmehr mit Ferrosalzen'versehene Gallerte mit
einem Hirschleder abgerieben und wie die in den vorangehenden Beispielen beschriebenen
Ferrosalzgallerten verwendet.
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Durch die richtige Abstimmung der Ferrosalzkonzentration in-der Badeflüssigkeit
kann auch die Ferrosalzkonzentration der durch Ouellung entstandenen Ferrosalzgallerte
abgestimmt werden.
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Dieses Ausführungsbeispiel weist gegenüber den vorangehenden den Vorteil
auf, daß man auf diese Art gut gehärtete und außerordentlich widerstandsfähige Ferrosalzgallerten
in Form von Druckplatten herstellen kann. Beispiel 18 Mit einer nach Beispie12 hergestellten
Gallerte wird eine Strich- oder Rasterkopie auf Bichromatschicht zum Kontakt gebracht
und nach wenigen Sekunden abgezogen. Die Oberfläche der Gallerte wird nun mit einer
20 °/oigen@lycerinlösung übergossen. Nach einigen Minuten ist ein Ouellrelief entstanden,
das man mit plastischen Massen oder mit Gips abformen kann. In den erhaltenen Abdruck
gießt man eine etwa 70° C warme Woodsche Legierung. Nach dem Erstarren derselben
wird sie galvanisch auf der Abformungsseite mit Kupfer überzogen. Durch Eintauchen
des erhaltenen Galvanos in siedendes Wasser schmilzt die Woodschp Legierung weg,
und es hinterbleibt eine brauchbare Druckmatrize. In der gleichen Art kann man auch
ein Auswaschrelief abformen.
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Beispiel r9 Von drei Teilnegativen einer Farbenaufnahme werden drei
gerasterte Diapositive hergestellt, wobei der Raster, wie üblich, bei jedem Diapositiv
um 30° gedreht wird. Liegen noch mehr Teilnegative der gleichen Aufnahme vor, so
werden daraus Korndiapositive angefertigt. Diese Diapositive werden nun auf Bichromatschichten
kopiert und die erhaltenen Kopien, mit Anschlagmarken versehen, auf eine gemäß den
vorhergehenden Beispielen hergestellte Ferrosalzgallerte abgequetscht. Die erhaltenen
Diffusionsbilder werden nun mit den richtigen Farben eingewalzt rund nacheinander
zum Aufbau .des Farbenbildes abgedruckt. Die gleiche Arbeitsweise gestattet selbstverständlich
unter Zuhilfenahme von Gallerten, die nach Beispiel 5 geschichtet wurden, auch die
Herstellung von farbenkinomatographischen Bändern.