DE330341C - Verfahren zum Entfernen der Testinsaeure und deren Verbindungen aus Gerste - Google Patents
Verfahren zum Entfernen der Testinsaeure und deren Verbindungen aus GersteInfo
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Description
- Verfahren zum Entfernen der Testinsäure und deren Verbindungen aus Gerste. Das Verfahren nach dem Hauptpatent beruht auf der Entdeckung, daß die Spelzensto$e einen Körper, Testinsäure, enthalten, welcher die Gärfunktionen der Hefe in dem Maße behindert, als er während der Gärung in der Hefe haften bleibt. Diese Entdeckung ist in dem Verfahren des Hauptpatentes dahin verwertet, daß die Testinsäure bzw. das Testilupin durch Alkalien, Erdalkalien u. dgl. in eine lösliche Form übergeführt und so aus der Hefe ausgelaugt wird.
- Die Verfolgung dieses Gedankens hat dahin geführt, die Testinsäure oder deren Verbindungen mit wesentlich denselben Mitteln schon vor der Gärung aus dem Gerstenkorn zu entfernen. Die weitere Ausbildung des erfinderischen Gedankens besteht also im wesentlichen darin, die Ausscheidung des schädlichen Körpers schon in einer früheren Stufe des gesamten Brauverfahrens vorzunehmen, als es das Hauptverfahren anstrebt, und so die Hefe rein zu halten.
- Nach der vorliegenden Erfindung soll dem Weichwasser der Gerste ein stark wirkendes Alkali zugesetzt werden, welches bei der Behandlung in der Wärme während mehrerer Stunden die Testinsäure zur Lösung bringt, ohne das Gerstenkorn selbst zu beschädigen.
- Man hat schon früher zu Reinigungszwecken dem Weichwasser die verschiedensten sauer oder alkalisch wirkenden Stoffe zugesetzt - in der Absicht, zu desinfizieren und zu allgemeinen Reinigungszwecken, ohne sich ein besonderes Bild von der speziellen Wirkungsweise solcher chemischer Substanzen zu machen, die wie die Testinsäure Störungen im Brau- und Gärungsprozeß im Gefolge haben können. Dabei hat man im wesentlichen aber von alkalisch wirkenden Mitteln Erdalkalien verwendet und nur in Verbindung mit diesen auch den Zusatz von Soda in geringen Mengen vorgeschlagen. Das kann jedoch nicht zum erwünschten Ziel führen, weil die Erdalkalisalze, insbesondere das Kalziumsalz der Testinsäure, schwer bis gänzlich unlöslich werden, so daß die etwaige Wirkung der Soda hier wieder verhindert wird. Dasselbe gilt auch von dem Xalziumsalz des Testilupins, während das Magnesiumsalz der Testinsäure insbesondere bei hohen Temperaturen leichter löslich ist, und das Magnesiumsalz des Testilupins schon in der Kälte genügend löslich ist, so daß es der Hefe entzogen werden kann. Außerdem hat man natürlich bei der Unbekanntheit der Testinsäure nie auf deren Entfernung hingewirkt. Die Lösung der Testinsäure zeigt sich in einer bis stark braunen Färbung des Weichwassers, so daß das Zustandekommen dieser Färbung schon ein charakteristisches Merkmal für die Eigentümlichkeit des neuen Verfahrens ist. Außerdem hat man aber bei den bekannten Verfahren regelmäßig in der gälte gearbeitet. 1"s ist allerdings auch schon vorgeschlagen worden, das Weichwasser zunächst zu erwärmen und darauf den Weichprozeß bis zu. Ende mit kaltem Wasser durchzuführen; warmes Wässer allein führt aber das Entlaugen nicht herbei. Von -einer Behandlung' - der Gerste mit verhältnismäßig starken Alkalien und in der Wärme würde man wohl allgemein auch eine starke Schädigung des Gerstenkornes erwartet haben. Das verwendete Weichwasser kann einen Gehalt von Alkali bis zu o,5 mg pro Liter, z. B. von Kaliumkarbonat, haben; die Einwirkungsdauer kann betragen j: bis 4 Stunden bei Temperaturen von etwa 3o bis 5o° C. Auch sind Alkalien für andere Zwecke, nämlich zur Bildung von Nährsalzen beim Weichen schon verwendet worden, indem zu diesem Zweck nachträglich noch Säuren zugeführt wurden, ohne daß jedoch über die- Einwirkung des Gesamtverfahrens auf die Hefe etwas bekannt geworden ist.
- Die Weiche wird beim vorliegenden Verfahren zweckmäßig so vorgenommen, daß man die Gerste in einen Behälter mit der passenden Lösung von der passenden Temperatur schüttet und unter lebhaftem Umrühren, Umpumpen oder ähnlichen bekannten Maßnahmen die Behandlung so lange fortsetzt, bis der gewünschte Entlaugungsgrad erreicht ist, worüber eine Spezialuntersuchung entscheidet. Dann verdrängt man das heiße Wasser durch kaltes von unten und wiederholt eventuell den Vorgang nach Bedarf.
- Die Testinsäure ist namentlich in »unedlen« Gersten in hohem Maße vorhanden, und sie ist mit eine Hauptursache dafür, daß sich solche Gersten zur Bierfabrikation nicht eignen. Durch die neue Behandlung können deshalb auch minderwertige Gersten mit gutem Erfolg braufähig gemacht werden, ein Umstand, der volkswirtschaftlich von größter Bedeutung ist.
- Die Entfernung der Testinsäure wirkt auch günstig auf den Reinheitsgrad, den Geschmack, die Schaumhaltigkeit und Haltbarkeit des Bieres ein.
- Das neue Verfahren ist natürlich auch -auf andere, für Gärungszwecke verwendbare, Spelzenstoffe oder Testinsäure enthaltende Früchte, wie z. B. Hafer, anwendbar.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Entfernen der Testinsäure und deren Verbindungen aus Gerste unter Anwendung der durch Patent 327498 geschützten Mittel, dadurch gekennzeichnet, daß die Gerste im Weichstock mit verdünnter Alkalilösung bis zur Auslaugung der Testinsäure behandelt, dann das alkalische Weichwasser abgelassen und der in der Gerste noch vorhandene Rest der gelösten Testinsäure durch Nachwaschen entfernt wird.
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| DE330341T | 1917-05-24 |
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| DE1917330341D Expired DE330341C (de) | 1917-05-24 | 1917-05-24 | Verfahren zum Entfernen der Testinsaeure und deren Verbindungen aus Gerste |
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- 1917-05-24 DE DE1917330341D patent/DE330341C/de not_active Expired
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