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Arbeitszeitkontrolluhr. Es sind bereits Zeitkontrolluhren, insbesondere
für die Kontrolle der Arbeitszeit in Fabriken, bekannt, bei welchen für jeden Arbeiter
ein Zählrad o. dgl. vorgesehen ist, welches nach . Einrücken durch den Arbeiter
mit einem ständig umlaufenden Rade in Eingriff kommt und so lange in Eingriff bleibt,
.bis die Ausschaltung durch den Arbeiter oder selbsttätig vorgenommen wird. Die
bekannten Einrichtungen haben jedoch den Nachteil, daß der Eingriff zwischen Zählrad
und dauernd umlaufender Walze entweder durch Verzahnung oder durch bloße Reibung
erfolgt. In letzterem Fall muß dann die eine Walze mit einem weichen Überzug, z.
B. Gummi, versehen sein. Beide Bauarten haben Nachteile, denn im ersten Fall ist
nicht in jedem beliebigen Augenblick ein genauer Eingriff möglich, vielmehr nur
dann, wenn die Zähne ineinanderpassen, . in letzterem Falle jedoch drücken sich
die einzelnen Zählräder im Laufe der Zeit ungleichmäßig in den weichen Überzug ein,
so daß Unterschiede bei den einzelnen Zählwerken vorkommen, dieselben also nicht
genau arbeiten; auch wird ein Gummiüberzug leicht hart und brüchig. Die vorliegende
Erfindung beseitigt nun diese Übelstände dadurch, daß, die beiden an ihrem äußeren
Umfange metallischen Walzen bzw. Räder durch einen Magneten miteinander in Eingriff
gehalten werden-. Versuche haben ergeben, daß hierbei durch die magnetische Wirkung
einerseits eine hinreichende Reibung entsteht; die die Mitnahme des angetriebenen
Rades sichert, andererseits ist ein ungleichmäßiges Arbeiten der verschiedenen Räder
in einem solchen Falle ausgeschlossen.
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Die Zeichnung zeigt beispielsweise eine Ausführungsform einer derartigen
Einrichtung, und zwar ist Fig. i eine schematische Seitenansicht einer solchen Vorrichtung,
Fig: 2 eine Ansicht von links aui Fig. i ; Fig. 3 und 4 zeigen eine weitere Ausführung
für. die selbsttätige elektrische Ein- und Ausschaltung während der Arbeitspausen.
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Man kann die Uhr entweder zur Kontrolle eines oder mehrerer Arbeiter
einrichten. Für jeden Arbeiter ist ein Zählrad a vorhanden, das an seinem Umfange
mit Zahlen versehen ist. Zweckmäßig trägt es die Zahlen i bis 12 für 12 Stunden.
An einer Stelle seines Umfanges trägt das Rad seitlich einen Zahn b, der in ein
Zahnrad c eingreift. Letzteres ist fest mit einem zweiten Zählrad d verbunden: Bei
einer vollen Umdrehung des Rades a wird demnach das Rad c um einen Zahn weitergeschaltet.
In der Entfernung je eines Zahnes des Rades c sind' auf dem Umfange des Rades d
Zahlen angebracht, und zwar vielfache der auf dem Rade a angegebenen größten Zählen,
also 12, 24, 36 usw. Beide Räder zusammen ergeben demnach stets die gesamte Umdrehung,
-die, von einem bestimmten Punktausgehend, das Rad ct zurückgelegt bat. Die ganze
Einrichtung ist zweckmäßig in einem Gehäuse angeordnet, so daß an Fenstern die die
Zeit angebenden Zahlen der Räder a und c zu sehen sind.
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Unterhalb des Rades a ist ein dauernd umlaufendes
Rad
e angeordnet, das in 1a Stunden eine volle Umdrehung ausführt. Das Rad e hat genau
den gleichen Durchmesser wie das Rad a und beide haben einen metallischen, die magnetischen
Kraftlinien leitenden Kranz, bestehen also vorzugsweise aus weichem Eisen. Wenn
die beiden Räder miteinander in Eingriff -kommen, wird sich also auch das Rad a
in: 1z Stunden einmal um seine Achse drehen. Für jedes Rad a ist --ein Rad e vorgesehen.
Bei der Anordnung der-Uhr für mehrere Arbeiter sitzen jedoch sämtliche Räder e auf
der gleichen Achse; sie können auch fest miteinander verbunden sein, nur müssen
sie zwischen sich einen genügenden Spielraum für die Bewegung des zur Kupplung der
beiden Räder dienenden Magneten f freilassen. Dieser Magnet f, der
entweder ein beständiger Stahlmagnet oder auch ein Elektromagnet sein kann, ist
um die Achse g schwenkbar gelagert. Er ist so angeordnet, daß in seiner Arbeitsstellung
seine beiden Pole den _ Kränzen der Räder a und e gegenüberliegen. Wind der Magnet.
erregt bzw. wird er, wenn er ein Stahlmagnet ist, in die in Fig. z gezeichnete Lage
gebracht, so verlaufen die Kraftlinien von dem einen Pol durch den Kranz des einen
Rades nach dem Kranz des anderen Rades und von dort nach dem zweiten Pol des Magneten.
Infolgedessen werden die beiden Kränze der Räder a und e gegeneinander gezogen und
magnetisch gegeneinander gedrückt. Damit sich das Rad a gegen das Rad e bewegen
kann; ist es in einem Arm eines dreiarmigen Hebels gelagert, der um- die Achse h
schwenkbar .ist. Der zweite Arm dieses Hebels trägt ein Gegengewicht i und der dritte
Arm unter Zwischenschaltung eines Lenkers k die Achse der Räder c und d. An dem
dritten Arm ist noch ein Anschlag m vorgesehen, gegen welchen sich der Lenker k
legt, wenn das Zahnrad o in der richtigen Lage ist, um mit dem Zahn b in Eingriff
kommen zu können. Der Anschlag verhindert eine zu weite Bewegung der Räder c, d
gegen das Rad a. Durch die Anordnung des Lenkers k ist es möglich, die Räder c,
d anzuheben, und eine Einstellung .des Rades a auf o vorzunehmen.
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An dem Magneten f ist ein Gegengewicht n angebracht, welches
so bemessen ist, daß es ,den Magneten um die Achse g in der Uhrzeigerrichtung dreht,
und zwar in die in der Zeichnung punktiert argedeutete Stellung. Das Übergewicht
ist nur ein sehr ,geringes, so daß durch Anhängen der Kontrollmarke"an den an dem
Magneten vorgesehenen Haken o der Magnet wieder in die in Fig. z @dargestellte Lage
geführt wird.
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Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende: In der Ruhelage. befindet
sich der Magnet in der punktiert gezeichneten Stellung: . Er ist in, dieser Lagewirkungslos,
da die Kraftlinien durch das Rad d verlaufen. Hängt der Arbeiter seine Marke an
den Haken o und wird( dadurdh der Magnet in die ausgezogen gezeichnete Stellung
gebracht, so laufen die Kraftlinien durch die Kränze beider Räder und ziehen sie
gegeneinander Das Rad a schwingt dabei um den Zapfen na und wird dann von dem Rade
e durch Reibung mitgenommen, bis der Arbeiter durch Abnahme der Marke die Vorrichtung
wieder außer Tätigkeit setzt.
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Verwendet man an, Stelle des Stahlmagneten einen Elektromagneten,
so wird der Haken, an welchen der Arbeiter seine. Marke anhängt, als ein Kontakthaken
ausgebildet, der beim Anhängen der Marke den elektrischen Strom für den Magneten
schließt und beim Abnehmen diesen -wieder öffnet. Der Magnet braucht natürlich keine
Hufeisenform zu haben, er kann auch U-Form oder Stabform o. dgl. besitzen. Wesentlich
ist nur, daß seine beiden Pole in die richtige Lage zu den Radkränzen gebracht werden.
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Zum Ausschalten und Wiedereinschalten des Zählwerkes am Beginn und
am Ende der Pausen ist das Rad e an seinem Umfange zweckmäßig seitlich mit Bohrungen
p versehen. Um die Pause von 5 zu 5 Minuten regeln zu können, werden bei einem in
1a Stunden einmal umlaufenden Rade 144 solcher. Bohrungen notwendig sein. In die
Bohrungen werden Kontaktstifte q an der gewünschten Stelle eingesteckt, und diese
Kontaktstnfte kommen zu den betreffenden Zeiten mit einem Gegenkontakt r in Berührung
und schließen dadurch zu Beginn der Pause den Stromkreis. - Der betreffende Strom
wird durch einen Elektromagneten s' geführt, der infolgedessen den als Doppelhebel
ausgebildeten Anker t anzieht. Der Anker ist U-förmig und es rollt darin eine Kugel
u. Beim Anziehen durch den Magneten s1 rollt die Kugel nach der Seite dieses Magneten
hin und hält den Anker in seiner Lage, so daß er in ihr verbleibt, auch wenn der
Strom kurz darauf unterbrochen wird, was. geschieht, sobald: der Stift
q an der Kontaktfeder r vorbei -ist. Der Anker t ist durch
einen. Lenker v mit einer, auf der Welle w sitzenden Kurbel in Vexbind;ung.
Auf derselben Welle w sitzt ein Arm a-(Fig. i), der sich gegen den -Magneten f legt.
Bei- der Drehung durch den Anker t drückt er gegen das Gegengewicht des Magneten
f und hebt diesen dadurch in die punktiert gezeichnete Lage. Das. Uhrwerk wird dadurch
ausgeschaltet. Am Scbluß der Pause kommt ein zweiter Kontaktsuff, der in eine der
Bohrungen p eingesetzt ist, mit der Kontaktfeder r in Eingriff. Er schließt
dadurch
einen Stromkreis, der den Elektromagneten s erregt. Hierdurch wird der Ankert
wieder umgelegt, der Arm x von
dem Magneten entfernt, -so daß letzterer unter
der Wirkung der an dem Haken o hängenden Marke wieder in die ausgesogen gezeichnete
Stellung gelangt.
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Zur abwechselnden Erregung der Magneten s .und s' verwendet man entweder
zwei getrennte Stromkreise; man müßte dann zwei voneinander isolierte Reihen von
Bohrungen p bzw. Stiften q an dem Rade e vorsehen oder diese in Kreisen von verschiedenen
Radien anbringen und mit zwei getrennten Kontaktfedern r in Eingriff bringen. Oder
man verwendet denselben Stromkreis, wobei mit dem Anker t eine im übrigen in bekannter
Weise ausgebildete selbsttätige Umschaltvorrichtung verbunden ist, die den. Stromkreis
abwechselnd auf den einen oder den anderen Magneten umschaltet.
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Eine weitere Ausführungsform für die Umschaltvorrichtung zeigen Fig.3
und 4. Die Magneten s2 und s3 in diesen Figuren werden in genau der gleichen Weise
erregt, der Anker t' ist aber hier als einfacher Hebel ausgebildet und trägt eine
Nase y, die durch den mit einer Nase versehenen Anker z des Magneten s3 gesperrt
wird, wenn sie sich abwärts bewegt hat. Nach Erregung des Magneten s2 wird also
der Anker tl niedergezogen und in dieser Lage durch den Anker z gesperrt und hierdurch
- die Vorrichtung ausgerückt. - Am Schluß der Pause wird durch Erregung des Magneten
s3 der Anker z angezogen, dadurch die Nase y des Ankers t' freigegeben, so
daß '.dieser sich "z. B. durch Einwirkung einer nicht dargestellten Feder in seine
Anfangslage zurückbewegen,' und den Magneten f freigeben. kann.
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Der Magnet f ist bei dem Ausführungsbeispiel schwingbar .um Zapfen
g dargestellt, man kann aber natürlich dasselbe erzielen, wenn man ihn z. B. in
einem. Schlitten in und aus der Arbeitsstellung gleiten läßt. Ferner muß man: natürlich
Vorsorge treffen, daß der Magnet nicht plötzlich in und außer Arbeits-Stellung gebracht
wird. Man kann dies z. B. durch Anordnung einer Bremsfeder in seiner Achse oder
durch Anordnung eines Bremsklotzes, welcher sich gegen das Gegengewicht legt, o.
-dgl. erreichen.
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Am Umfange der beiden Räder ra und e sind Bürsten oder Wischer B angeordnet,
welche die Aufgabe haben, den Umfang der Räder frei von Staub zu halten und dadurch
einen guten Eingriff der Räder miteinander zu gewährleisten, urd die gleichzeitig
auch als leichte Bremse dienen, damit beim Außereingriffbringen der Räder das Rad
a plötzlich angehalten wird. Die Bohrungen p kann man- auch zum Einsetzen von Kontaktstiften
benutzen, um damit Stundensignale usw. zu geben. Auch sonstige wichtige Zeiten können
auf diese Weise durch Inbetriebsetzung von Läutewerken o. dgl. angezeigt werden.