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llinensprenggreifer. Zum Abschneiden von Minen sind Sprenggreifer
bekannt, die init der Suchleine an das Minenankertau herangebracht werden, das Ankertau
greifen und. sprengen oder erst nach Entfernung des Räumgerätes zur Explosion gebracht
werden. Im ersten. Falle wird meist die unbeschädigte Mine aufsteigen und ruß erst
durch Abschuß zum Sinken gebracht werden,' im zweiten Falle sind nach dem Greifen
des Minenankertaues erneute Handgriffe des Räumpersonals erforderlich, die zeitraubend
und gefährlich sind. Der vorliegende Sprenggreifer hilft beiden Mängeln ab. Die
Mine wird ohne weiteres Zutun nach dem Greifen des Ankertaues zur Explosion gebracht.
Zu diesem Zweck sind vorn vorliegenden Sprenggreifer folgende Funktionen zu erfüllen
i. Der Greifer ruß das Minentau richtig erfassen, 2. sich am Minentau selbsttätig
anklammern, 3. sich selbsttätig. von der Suchleine lösen, q.. an dem Minentau in
die Höhe gleiten können, bis er dicht unter der Mine liegt, damit der Explosionsstoß
das Minengefäß zerstört, und 5. eine Zündverzögerung aufweisen für die Zeit des
Aufstieges am Ankertau bis an die Mine. Zu i. Das richtige Erfassen des Ankertaues
wird auf folgende Weise erzwungen. Der von der Suchleine geschleppte Sprenggreifer
ist nicht unmittelbar mit dieser verbunden, viehmehr ist ein elastisches Stahlband
zwischen Suchleine und Greifer geschaltet. Da die Suchleine das Minentau in einer
Kurve umfährt, so legt sich dieses Stahlband beim Umfahren mit seiner breiten Fläche
an das Minentau an und erzwingt damit eine bestimmte Lage des Greifers zum Ankertau.
Die Greifarme des Sprenggreifers liegen in einer zur breiten Fläche des Stahlbandes
senkrechten Ebene, so daß das an letzterem vorbeigleitende Minenankertau von einem
der Greifarme gefaßt wird.
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Zu 2. Das hinter einen Greifarm eingelaufene Ankertau trifft auf eine
verschiebbare Buchse, die durch den Druck des Taues nach Abscheren einer Schraube
zwei Krallen umlegt, durch deren eine das Tau lose umklammert wird.
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Zu 3. Ein an dem Greiferende angebrachter Schlipphaken wird gelöst,
wenn die verschiebbare Buchse vom Ankertau in die äußerste Endlage gedrückt ist.
Die Suchleine ist dann frei vom Sprenggreifer und wird vom Suchboot weitergeschleppt.
-Zu q.. Durch eine kleine Schleppboje, die am Sprenggreifer angesteckt ist, wird
letzterer nach dem Loslösen von der Suchleine an dem Minenankertau in die Höhe gezogen,
bis er unter der Mine Halt macht.
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Zu 5. Durch die verschiebbare Buchse wird bereits beim Einlaufen des
Minenankertaues in den Sprenggreifer ein Schlagbolzen gespannt, der einen Zeitzünder
in Brand setzt. Die Brennzeit des Zünders ist so bemessen, daß. die Zündung der
Sprengladung erst erfolgt, -wenn der Sprenggreifer durch die Boje an die Mine herangeholt
worden ist.
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In Fig. i. ist ein Sprenggreifer im Längenschnitt a-b der Fig. ?,
in Fig. 2 eine Seitenansicht des Sprenggreifers dargestellt. Der Sprenggreifer besteht
aus -der Sprengbüchse i mit den beiden Greifarmen 2 und 3. Unter der Sprengbüchse
i befindet sich ein zylindrischer Ansatz q:, in den der hohle Bolzen 5 eingeschraubt
ist.
Dieser wiederum besitzt ein Innengewinde 6, in das der Zeitzünder 7 -mit der Zündpille
8 und der Sprengleapsel g eingeschraubt wird. Letztere ragt in die Sprengbüchse
i hinein, in der sich die Sprengladung io befindet und die durch den Sprengbüchsendeckel
ii wasserdicht verschraubt ist. Der Sprengbüchsendeckel.ii besitzt eine Öse i2,
an der das Suchgerät und eine kleine Auftriebboje befestigt wird. Auf den Bolzen.
5 ist eine mit Armen 13 und 1q. versehene Büchse 15
verschiebbar aufgesteckt,
die in ihrer tiefsten Stellung durch eine Scherschraube 16 festgehalten wird. Die
Arme 13 und 1q. fassen mit. ihren Enden in Krallen 17 und 18, die in den Punkten
zg und 2o drehbar in den Greifarmen 2 und 3 gelagert sind. In der Bohrung des Bolzens
5 liegt der Schlagbolzen 21 und die Schlagbolzenfeder 22. Der Schlagbolzen 21 trägt
am -oberen Ende Ansätze, vor die sich die in Bohrungen des Bolzens 5 liegenden Kugeln
23 und 24 legen. In der gezeichneten Stellung Fig. i sind diese Kugeln 23 und 2,4
durch die Büchse i5 in ihren Stellungen festgehalten und halten ihrerseits den Schlagbolzen
az in der gezeichneten Stellung. Am unteren Ende faßt der Schlagbolzen in ein Spannstück
25, das in Nuten 26 und 27 des Bolzens 5 laufen kann. Mit Schrauben 28 und 2g ist
das Spannstück 25 fest mit der Büchse 15 verbunden. Am unteren Ende des Bolzens
5 befindet sich der Schlipphaken 30, in den die Schlippöse 31 eingreift, und welche
beide, durch die .Büchse 15 überdeckt, in gesperrter Stellung gehalten werden. An
den Greifarmen 2 und 3 sind zwei Federn 32 und 33 angebracht; die in der
höchsten Stellung der Büchse 15 hinter deren Arme 13 und 1q. fassen und ein Zurückgleiten
derselben verhindern. Die Schlippöse 31 ist durch den Bolzen 34 drehbar mit dem
Steuerband 35 verbunden, welches am oberen Ende mit den -Stoßblechen 36 und 37 und
am unteren Ende mit dem Auge 38 versehen ist. In 38 wird die Suchleine angebracht.
39 ist ein Sicherheitsvorstecker. Die Wirkungsweise des- Sprenggreifers ist
folgende: Der durch die im Auge 38 angebrachte Suchleine an die Mine herangebrachte
Sprenggreifer legt sich zuerst mit dem Steuerband 35 beim Durchfahren der Kurve
mit seiner breiten Fläche an das Minenankertau an, und zwingt dadurch den Sprenggreifer
mit der Greifarmebene zur Horizontallage. In dieser Lage kann das Minentau in eines
der Greifarrnmäuler einlaufen und legt sich vor -den Arm 13 oder 1q. der
Büchse 15- Durch den Zug der Sucbleine einerseits und den Reaktionsdruck des gefangenen
Ankertaues anderseits wird die Büchse 15 nach dem Abscheren der Schraube 16 auf
dein: Bolzen 5 nach innen verschoben und vollzieht dadurch folgende Funktionen.
Die Arme i3 und 1q., die in die Ausschnitte der Krallen 17 und 18 fassen; verdrehen
diese um ihre Drehpunkte ig und 2o, so daß die Greifarmmäuler hinter dem eingelaufenen
Minentau verschlossen werden. Das Spannstück 25 wird zu gleicher Zeit durch die
Schrauben 28 und 29 mitgenommen und spannt die Schlagbolzenfeder 22 so weit, bis
die Kugeln 23 und 24 durch Schlitze q.o und 41 der Büchsenach außen fallend, den
Schlagbolzen 21 freigeben. Dieser schnellt gegen die Zündpille 8 und setzt damit
den Zeitzünder 7 in Brand. In dieser Stellung- der Büchse 15 fassen bereits die
Federn 32 und 33 hinter die Arme 13 und 1g. und verhindern den Rücklauf der Büchse
i5.
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Bei weiterer Verschiebung, dieser Büchse in ihre Endlage wird der
Schlipphaken 30 und 32 freigegeben und die Verbindung löst sich. Durch den
Auftriebszug einer in der Öse 12 befestigten Boje wird nun der freigewordene Greifer
am Minenankertau in. die Höhe gezogen bis derselbe an die Mine trifft. Während des
Aufstieges brennt der Zeitzünder ab und bringt den Sprenggreifer erst in seiner
Lage neben der Mine zur Explosion, wodurch diese ze stört wird.