DE32279C - Kontroiapparat für Miethfuhrwerk - Google Patents
Kontroiapparat für MiethfuhrwerkInfo
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- DE32279C DE32279C DE188432279D DE32279DD DE32279C DE 32279 C DE32279 C DE 32279C DE 188432279 D DE188432279 D DE 188432279D DE 32279D D DE32279D D DE 32279DD DE 32279 C DE32279 C DE 32279C
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01P—MEASURING LINEAR OR ANGULAR SPEED, ACCELERATION, DECELERATION, OR SHOCK; INDICATING PRESENCE, ABSENCE, OR DIRECTION, OF MOVEMENT
- G01P1/00—Details of instruments
- G01P1/07—Indicating devices, e.g. for remote indication
- G01P1/08—Arrangements of scales, pointers, lamps or acoustic indicators, e.g. in automobile speedometers
- G01P1/10—Arrangements of scales, pointers, lamps or acoustic indicators, e.g. in automobile speedometers for indicating predetermined speeds
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom io. December 1884 ab.
Der vorliegende Controlapparat für Miethfuhrwerk bezweckt der Hauptsache nach die
Feststellung der Zeitdauer der Benutzung, gleichzeitig aber auch die Angabe der Strecke
Weges, auf welcher das Fuhrwerk sich schneller fortbewegt hat, als nach der üblichen
Norm nöthig gewesen wäre.
Die combinirte Controle wird durch ein einziges Zeigerwerk ausgeübt, dessen Zeiger
sich gleichmäfaig unter der ausschliefslichen Wirkung eines Uhrwerks fortbewegt, so lange,
als das Fuhrwerk stillsteht oder sich mit einer geringeren als der normalen Geschwindigkeit
bewegt; sobald jedoch diese Geschwindigkeit die normale Grenze überschreitet, wird der
Gang des Zeigers durch einen Geschwindigkeitsmesser (Streckenzähler) beschleunigt, dessen
Antrieb denjenigen des Uhrwerks ersetzt; die Beschleunigung des Zeigers ist dann proportional
der vom Fuhrwerk durchlaufenen Strecke, wie im weiteren beschrieben wird.
Die Anwendung dieses Controlapparates ermöglicht demnach die Bezahlung nach der
Zeitdauer der Benutzung, so lange, als der Wagen stillsteht oder sich langsam fortbewegt,
und nach der Fahrstrecke, so lange, als er schneller fährt, als die Norm vorschreibt. Der
Kutscher wird demnach ein Interesse daran haben, schnell zu fahren, denn das Fahrgeld
wird dann in einer gegebenen Zeit mehr betragen, als wenn er den Fahrgast lediglich
nach Zeit fährt.
Da die Theilung des Zifferblattes nur in Stunden und Stundentheilen ausgeführt ist, so
wird die vom Fuhrwerk zurückgelegte Strecke nicht in Kilometern, sondern durch Zeitwerthe
angegeben, und es ist leicht, das Verhältnils festzustellen, in welchem die durchlaufene
Kilometerzahl zu der Zeitangabe steht. Dieses Verhältnifs läfst sich wie folgt normiren:
N sei die Zahl der Kilometer, welche der Wagen in einer gegebenen Zeit t bei normaler
Geschwindigkeit zurücklegen soll, und M, welches gröfser als N sei, die Zahl der Kilometer,
welche er wirklich in dieser Zeit t zurücklegt; der Kutscher wird demnach an Fahrgeld zu
empfangen haben die Taxe für die Zeit t zuzüglich der Taxe für eine Zeit T, welche dem
Werthe M — N entspricht. Diese Zeit T ist nach dem gebräuchlichen Zeittarif zu vergüten;
M N
es ist also T = ^
t, und die Zeit 0,
welche der Controlapparat anzeigen mufs, ist:
= t+ T =
t.
Die während der gegebenen Zeit t mit aufsergewöhnlicher Geschwindigkeit zurückgelegte
Strecke von M Kilometern pro Stunde ist in der That = Mt. Wenn dagegen das
Fuhrwerk nur mit der normalen Geschwindigkeit von N Kilometern pro Stunde gefahren
wäre, so würde dieselbe Strecke in der vom Apparat anzuzeigenden Zeit θ = θ Ν gewesen
M
sein, also β N = tM, oder θ = -^r-1.
sein, also β N = tM, oder θ = -^r-1.
Der Vortheil, welchen dieses System bietet, und dessen Einfachheit wird am zweckmäfsigsten
durch ein Beispiel erläutert.
Man miethet einen Wagen und läfst denselben Y2 Stunde halten; der Zeiger des Ziffer-
blattes wird während dieser Zeit durch das Uhrwerk allein bewegt und zeigt 30 Minuten
an. Dann fährt der Wagen zunächst 5 Minuten langsam (d. h. mit geringerer als der normalen
Geschwindigkeit, welche mit 8 km pro Stunde angenommen werden kann), das Uhrwerk wird
auch diese 5 Minuten durch den Zeiger angeben. Nun beginnt eine schnellere Fahrt
und erreicht 12 km pro Stunde während einer Y2 stündigen Dauer; es wird sofort der Geschwindigkeitsmesser
(Streckenzähler) an Stelle des Zeitmessers den Zeiger beherrschen, und letzterer wird eine Zeitangabe machen, welche
gleich Y2 χ -^- = 3/4 Stunden ist.
Bewegt sich das Fuhrwerk nun eine Zeit lang, z.B. 15 Minuten, mit normaler Geschwindigkeit,
so wird der Zeiger gleichzeitig vom Uhrwerk und vom Streckenzähler beherrscht, und die Drehung beider ist gleichförmig,
so dafs der Zeiger eben nur Ί 5'Minuten
weiter rückt. Im Ganzen wird also der Apparat 30 + 5 + 45 + 15 = 95 Minuten oder 1 Stunde
35 Minuten anzeigen, für welche der Kutscher
nach dem Zeittarif Zahlung erhält.
Es ist einleuchtend, dafs die praktische Ausführung dieses Controlsystems auf verschiedene
Weise bewirkt werden kann; auf der Zeichnung ist eine Einrichtung dargestellt, welche
sich ihrer Einfachheit wegen empfiehlt.
A ist das Triebwerk des Uhrwerks, B dasjenige
des Streckenzählers, C das Rad, welches den Zeiger D bewegt, der auf einem Zifferblatt
E die Zeit angiebt. Der Zeiger läfst sich, z. B. durch' einen Knopf, auf den Ausgangspunkt
zurückstellen. Das Rad C ist an seinem Umfange mit einer Verzahnung versehen, welche
aus Metallplättchen besteht, die in der einen Richtung biegsam nachgeben, in der anderen
Richtung jedoch steif stehen. Die Räder Ά und B haben Sperrzähne, welche im Eingriff
mit der Verzahnung des Rades C stehen und das letztere drehen, andererseits jedoch diese
nachgiebigen Zahnplättchen leicht abgleiten lassen.
Die Umdrehungsgeschwindigkeit des Rades A ist so bemessen, dafs während der ganzen
Zeit, in welcher das Uhrwerk den Zeiger D in Bewegung setzt, letzterer in einer Stunde genau
den Winkel des Zifferblattes durchläuft, welcher einer Stunde entspricht. Das Rad B ist mit
einem der Wagenräder durch einen Mechanismus in Verbindung gebracht, dessen Getriebe
den Zeiger D auf dem Zifferblatt um den einer Stunde entsprechenden Winkel vorrücken,
wenn der Wagen 8 km zurückgelegt hat, wenn dies beispielsweise die als Richtschnur angenommene
Fahrgeschwindigkeit ist.
Man ersieht demnach leicht aus der Zeichnung, dafs, wenn der Wagen stillsteht oder
sich langsamer bewegt als mit der mittleren Geschwindigkeit, der Antrieb auf das Rad C
und den Zeiger D vom Rade A des Uhrwerks ausgeübt wird , und dafs währenddessen
die elastischen Zähne des Rades C an den Zähnen des Rades B abgleiten, ohne von
letzteren gefafst zu werden. Sobald jedoch das Sperrrad B sich schneller drehen wird
als A, erfolgt der Antrieb von dem Rade B auf das Rad C und den Zeiger, und die elastischen
Zähne von C gleiten an der Verzahnung des Rades A ab. Die Bewegung des Zeigers D
wird sonach bald von dem Zeitmesser, bald von dem Streckenmesser hervorgerufen und
der Zeiger giebt auf dem Zifferblatt die Werthe an, welche entweder der Zeit direct oder der
zurückgelegten Strecke entsprechen.
Es ist leicht ersichtlich, dafs, wenn man dem Kutscher eine Prämie für schnelles Fahren
sichern will, man nur die Zahnradgetriebe des Streckenmessers so einzurichten braucht, dafs
sie den Zeiger etwas mehr vorrücken, als dem genauen Verhältnifs zwischen der Zeit und der
normalen Geschwindigkeit entspricht.
Wie bereits erwähnt wurde,'kann man die Einrichtung, mittelst deren der Zeiger des
Zählwerks der doppelten Einwirkung eines Uhrwerks und Wegemessers in der Weise ausgesetzt wird, dafs der Antrieb von demjenigen
Mechanismus ausgeht, der sich am schnellsten dreht, in verschiedenartiger Weise zur Ausführung bringen. Beispielsweise kann
man unter Benutzung der bereits beschriebenen, elastisch biegsamen Verzahnung die
beiden Sperrräder hinter einander auf eine gemeinsame Achse stecken. Die Räder haben
dann einen inneren Zahnkranz, der auch durch eine rauhe Reibfläche ersetzt werden kann.
Die Zeigerachse ist conc.entrisch zu der Achse der beiden Sperrräder angeordnet und trägt
zwei gebogene Metallfedern, welche sich gegen den inneren Zahnkranz je eines der beiden
Sperrräder anlegen.
Man wird leicht ersehen können, dafs auch in dieser Anordnung dasjenige der beiden
Sperrräder den Antrieb auf die Zeigerachse ausüben wird, welches sich mit gröfserer Geschwindigkeit
dreht. Die andere elastische Feder gleitet währenddessen über den inneren Zahnkranz des anderen langsameren Rades hinweg
und wird ihrerseits den Antrieb bewirken, sobald dieses andere Sperrrad das erstere an
Umdrehungsgeschwindigkeit übertrifft.
In Wirklichkeit unterscheidet sich diese Construction von der zuerst beschriebenen nur
dadurch, dafs die drei Räder, welche das System bilden, mit gemeinsamer Drehungsachse
concentrisch hinter einander angeordnet sind, und dafs die Verzahnung der Sperrräder des
Uhrwerks und des Wegemessers nur eine Reibfläche zu bilden braucht, während die
Claims (1)
- elastische Verzahnung der Zeigerwelle aus nur je einer oder zwei Federn besteht, welche sich gegen den inneren Zahnkranz der Sperrräder anlegen.Pateντ-Anspruch:Ein Controlapparat, bei welchem das Antriebsrad des Zeigerwerks mit elastisch nachgiebiger Verzahnung oder einfach mit elastischen Sperr- oder Reibfedern versehen ist und seinen Antrieb durch Sperr- oder Reibräder eines Uhrwerks und eines Wegemessers derart empfängt, dafs der Zeigerantrieb' immer von dem sich schneller drehenden Sperr- oder Reibrade aus erfolgt und die elastischen Zähne (Federn) von den Sperrzähnen oder der Reibfläche des langsameren Sperrrades abgleiten.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE32279T | 1884-12-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE32279C true DE32279C (de) | 1885-08-08 |
Family
ID=34624622
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE188432279D Expired DE32279C (de) | 1884-12-10 | 1884-12-10 | Kontroiapparat für Miethfuhrwerk |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE32279C (de) |
-
1884
- 1884-12-10 DE DE188432279D patent/DE32279C/de not_active Expired
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