DE31937C - Eckschaltung mit Uebertragung von Ruhestrom auf Arbeitsstrom und umgekehrt - Google Patents
Eckschaltung mit Uebertragung von Ruhestrom auf Arbeitsstrom und umgekehrtInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
I. Mit zwei polarisirten Relais.
Der Anker des polarisirten Relais R'pi, welches
in die Arbeitsstromleitung eingeschaltet ist, trägt an seiner rechten Contactflä'che den
kleinen Contactstift /'. Um den rechten Contactständer greift ein Metallstück y herum, ist
an demselben befestigt und nach beiden Seiten verlängert.
Die vordere Verlängerung ist zweimal rechtwinklig nach innen zu einem Haken umgebogen
und hat an ihrem Ende den Ansatz oder anstatt dessen ein stellbares Metallschräubchen
k\ dieser Haken hat den Zweck, die Hubhöhe der Stahlfeder i zu begrenzen, gleichzeitig
den elektrischen Strom, welcher von ο über i ankommt, nachy-a-W hinüberzuleiten
und gemeinschaftlich mit der Stahlfeder i das Oeffnen und Schliefsen des Linienstromes O-W
zu bewirken.
An der hinteren Verlängerung des Metallstückes y ist ein zweites aufrechtstehendes Metallstück
\ isolirt befestigt, welches am unteren Ende rechtwinklig umgebogen ist und ein
Muttergewinde zur Aufnahme einer Klemmschraube hat, welche leitend mit der vom Relais
isolirten Klemmschraube h c verbunden ist.
Die Verbindung c h \ endet in eine Drahtspirale
g, damit dieselbe den Schiebungen des Schlittens folgen kann. Am oberen Ende des
Metallstückes ^ ist die verstellbare Stahlfeder i mittelst zweier Schräubchen leitend befestigt,
welche sich in ihrer Ruhelage an den Ansatz k des Hakens anlegt und dort einen Contact
bildet. Die Contactschraube L hat eine isolirte Spitze j und dient hier nur als Stutzpunkt der
Stahlfeder i und gleichzeitig zur Regulirung der Hubhöhe derselben.
Das Ganze wird von dem rechten Contactständer getragen und mufs also den Bewegungen
des Schlittens folgen.
Diese Anordnung der Vorrichtung an Relais R'pi eignet sich besonders für Umänderung
vorhandener Relais, weil sie so wenig wie möglich in das Relais eingreift.
Der Anker des polarisirten Relais Rp 2, welches in die Ruhestromleitung eingeschaltet ist,
hat folgende Veränderung erhalten:
Auf der rechten Contactfläche des Ankers ist ein kleines Metallstück m durch die Isolationsschicht
0' von dem Anker isolirt befestigt.
Dieses Metallstück hat den Zweck, den nach Leitung N abgehenden Strom, welcher nach
Abfallen des Ankers über den Contact d' eintritt, aufzunehmen und direct über g' h' c' nach
der Leitung N hinüberzuleiten, ohne dafs derselbe das Relais R'pi durchläuft. Rechts von
dem Anker befindet sich eine Klemmschraube h', welche vom Relais isolirt, auf demselben befestigt
ist und die mittelst Klemmschraube s am Metallstück m befestigte Drahtspirale g' mit
einem Ende aufnimmt, während sie mit der isolirten Klemmschraube c' in leitender Verbindung
steht.
Die Widerstände, welche im D. R. P. No. 28966 vom 19. October 1883 angewendet sind, fallen
hier fort, wodurch für die Seitenleitung JV eine bedeutende Verringerung der Batteriestärken
bedingt wird.
Der Taster Ti hat eine gebrochene Arbeitscontactschiene
r und r\ wie die Zeichnung zeigt; r ist mit dem Contact d' des Relais Rp2
verbunden, auf r' befindet sich der Arbeitscontact, und aufserdem hat derselbe eine Batterieschiene
v.
Die hintere Schiene des Umschalters t/3 ist gebrochen und kann mittelst Stöpsel wieder
vereinigt werden.
Die Apparatverbindungen werden nach beiliegender Zeichnung, Blatt I, hergestellt.
R1ρ ι und Rp 2 sind zwei polarisirte Relais,
Si, S2 die Schreibapparate, Ui Ui und £/3
die Umschalter, Ti Ti die Taster, Gi G2 die
Galvanoskope; £1 ist die Arbeitsstrom-, B2
die Ruhestrombatterie, O-W die Ruhestromleitung, JV die Arbeitsstromleitung.
Für die Uebertragung einer Correspondenz von der Ruhestromleitung O - W nach der
Arbeitsstromleitung JV oder umgekehrt werden bei Ui U2 U-3, und Ti die Löcher 1 gestöpselt.
Der Stromlauf ist dann in der Ruhestromleitung folgender:
O G2 S2B2 U2Rp2 R'pi (chgiikjra)
U2 (Loch 1) T2 nach W, so dafs die Ankerhebel bezw. Anker S 2 und Rp 2 angezogen
sind und am Ruhecontact liegen.
Der Stromlauf in der Arbeitsstromleitung ist folgender:
NGi Ti Ui (über Loch 1) Rp 1 i/3 (Mittelschiene)
η η' d £/3 (Vorderschiene) zur Erde.
Wird nun in der Leitung O - W durch Niederdrücken
eines Tasters der Linienstrom unterbrochen, so wird S 2 und Rp 2 unwirksam,
der Anker η' bei Rp 2 geht nach Contact rf',
wodurch die Erdverbindung bei d aufgehoben ist, und legt sich mit dem Metallstück m gegen
den Contact d'; der Arbeitsstrom der Batterie -Bi
ist geschlossen und nimmt seinen Weg über (die Batterie liegt mit einem Pol an Erde)
Bi Ti (Loch i,r) Rp2 (Contact d'mg'h'c')
i/3 (Loch 1) Ui (Loch 1) Ti (Ruhecontactschiene,
Körper des Tasters) Gi nach Leitung JV weiter und setzt auf der entfernten
Station den Schreibhebel in Bewegung. Dieser Strom kann vom Umschalter Ui über R'pi
U-I1 (Metallschiene), Anker nn' nach d' zur
Erde seinen Weg nicht nehmen, weil der Anker nn', so lange ein abgehender Strom in
der Leitung JV circulirt, am Contact d' liegt, folglich bei d die Erdverbindung aufgehoben
ist. Der Anker CC des Relais R'pi bleibt
also am Ruhecontact liegen und bleibt die Leitung O-W bei k geschlossen.
Schickt nun die entfernte Station der Leitung JV einen Linienstrom, welcher seinen Weg
über η η' zur Erde findet, in die Leitung, so bewirkt der Anker des Relais R'pi den Localschlufs
l'-i der Batterie B2 zu Relais Rp2;
dann hebt sich die Stahlfeder i, dem Drucke weichend, bei k ab, wodurch die Ruhestromleitung
O- W unterbrochen ist. Der Anker des Relais Rp2 bleibt am Ruhecontact liegen, so
dafs ein störender Strom in die Leitung JV nicht treten kann, auch die Erdverbindung
bei d stets unterhalten bleibt, weil der Localstrom
l'-i geschlossen ist, bevor der Linienstrom O - W unterbrochen wird. Hört in der
Leitung JV der Strom auf, so geht der Anker C C nach Contact I zurück; die Stahlfeder
i bleibt hierbei so lange auf dem Contact V ruhen, bis sie den Ansatz k erreicht
hat, und hier die Leitung O - W schliefst; erst
dann verläfst sie den Contact /', wodurch der Localstrom l'-i geöffnet ist.
Es circulirt durch die Drahtrollen des Relais Rp2, während der Zeit in Leitung JV gearbeitet
wird, ein ununterbrochener Strom, weil das Schliefsen des Localstromes dem Oeffnen
des Linienstromes und das Schliefsen des Linienstromes dem Oeffnen des Localstromes
stets vorangeht, folglich der Anker η η' immerwährend angezogen und am Contacte d liegen
bleibt, wodurch auf der einen Seite die Erdverbindung unterhalten bleibt, auf der anderen
kein störender Strom in die Leitung JV treten kann.
An Stelle der Relais können Schreibapparate, mit den oben erläuterten Vorrichtungen versehen,
treten, so dafs dieselben aufser der Function des Schreibens auch die des Uebertragens
erhalten.
Das Uebertragungssystem mit der Leitung JV ist von der Leitung O-W getrennt, wenn bei
Umschalter U2 und t/3 der Stöpsel aus Loch 1 in Loch 2 gestöpselt ist. Ruft eine Station
der Leitung JV, so spricht das Uebertragungssystem an.
Die Leitung JV ist unter Ausschaltung der beiden Relais auf Schreibapparat Si geschaltet,
wenn an Umschalter Ui und Taster Ti der
Stöpsel aus Loch i in Loch 2 gestöpselt ist. JV ist jetzt ganz selbstständig.
II. Mit einem polarisirten und einem Morse-Relais.
Das polarisirte Relais Rp ι, welches in die
Arbeitsstromleitung eingeschaltet ist, ist identisch mit dem Relais Ri im D. R. P. No. 28966-vom
19. October 1883.
Das Morse - Relais R mi, welches in die
Ruhestro'mleitung eingeschaltet ist, ist mit der isolirten Metallplatte m auf dem Ankerhebel
ausgerüstet, ähnlich wie am Relais Rp2 unter I. angegeben; auch die seitliche Zuführung des
Leitungsdrahtes über c' h' g' ist, mit Hinzunehmen eines isolirten Ständers h', ähnlich der
Zuführung c' h' g' am Relais Rp2.
Die übrigen Apparate, die Apparatverbindungen, sind wie unter I. angegeben. Die Stromläufe
und die Wirkungsweise sind ebenso wie unter I.
Auch hier sind Widerstände nicht angewendet, wodurch für die Seitenleitung JV eine
Verringerung der Batteriestärken bedingt wird.
Diese Combination eines polarisirten mit einem Morse - Relais eignet sich vorzugsweise
zur seitlichen Anschliefsung einer Arbeitsstromleitung von gröfserer Länge, in welche das
polarisirte Relais eingeschaltet ist, an eine Ruhestromleitung von geringerer Ausdehnung, in
welche das Morse-Relais eingeschaltet ist, welches hier den an dasselbe zu stellenden Anforderungen
genügt.
Dagegen stellen sich die Herstellungs- und Betriebskosten desselben niedriger als für ein
polarisirtes Relais.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:An der in dem Haupt-Patente No. 28966geschützten Combination:A. Die Verlegung der Contactvorrichtung vom Anker des polarisirten Relais Ri auf den Contactständer des Relais R'p\ durch die Theile yo^ghikl'jL.B. Die Anbringung eines isolirten Metallplättchens m an der rechten Contactfläche des Ankers des polarisirten Relais Rp2, welches den Zweck hat, den nach Leitung N abgehenden Strom, welcher über den Contact d' eintritt, aufzunehmen und direct über g'h' c' nach der Leitung N hinüberzuleiten, ohne dafs derselbe das Relais R1 ρ ι durchläuft.C. Die Aenderung der Schaltung in der Weise, dafs an Stelle der Schaltung des Haupt-Patentes die auf Blatt I und II der Zeichnung dargestellte Schaltung tritt, wobei:. i. mittelst Relais R'pi (bezw. Rpi) die Schliefsung des Localstromes und dann das Oeffnen des Linienstromes und umgekehrt bewirkt wird;
2. mittelst Relais Rp2 (bezw. Rmi) und ohne Anwendung des künstlichen Widerstandes W des Haupt-Patentes eine doppelte Stromleitung bewirkt wird, so dafs einmal der nach Leitung JV abgehende Strom, welcher über Contact d' eintritt, direct über g' h' d nach der Leitung JV hinübergeleitet wird, ohne dafs derselbe das Relais R'pi (bezw. Rp 1) durchläuft, das andere Mal, dafs der von Leitung JV kommende Strom durch das Relais R'ρ ι (bezw. Rp ι) und über nn'. Contact d' zur Erde geleitet wird.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
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Family Applications Before (1)
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE28966C (de) |
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