DE29055C - Eckschaltung mit Uebertragung von Arbeitsstrom auf Ruhestrom und umgekehrt mit zwei Morse-Relais - Google Patents

Eckschaltung mit Uebertragung von Arbeitsstrom auf Ruhestrom und umgekehrt mit zwei Morse-Relais

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DE29055C
DE29055C DENDAT29055D DE29055DA DE29055C DE 29055 C DE29055 C DE 29055C DE NDAT29055 D DENDAT29055 D DE NDAT29055D DE 29055D A DE29055D A DE 29055DA DE 29055 C DE29055 C DE 29055C
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J. KÖLZER, Ober-Telegraphen-Assistent in Duisburg
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    • HELECTRICITY
    • H04ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
    • H04LTRANSMISSION OF DIGITAL INFORMATION, e.g. TELEGRAPHIC COMMUNICATION
    • H04L25/00Baseband systems

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Computer Networks & Wireless Communication (AREA)
  • Signal Processing (AREA)
  • Interface Circuits In Exchanges (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
:ntschrift
"^- Λ» 29055 - Ifriilfi.fi.
KLASSE 21: Elektrische Apparate-.«
JOSEPH KÖLZER in DUISBURG.
Morse-Relais.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. October 1883 ab.
Um eine solche Uebertragung mittelst zweier Morse-Relais zu ermöglichen, bedürfen die dazu erforderlichen beiden Relais einer anderen Einrichtung als bei einer einfachen Arbeitsstromübertragung. Beiliegende Zeichnung zeigt diese veränderte Einrichtung an beiden Relais.
Der Ankerhebel des Relais R1, welches in die Arbeitsstromleitung eingeschaltet ist, hat folgende Veränderung erhalten. Am Kopfende, rechts von den Drahtrollen, ist ein kleines Kopfstück α durch zwei Schräubchen am Ankerhebel befestigt; dieses reicht über den Hebel nach unten hinüber, ist rechtwinklig umgebogen und hat am Ende einen kleinen Ansatz oder statt dessen ein stellbares Metallschräubchen k. Unter dem Ankerhebel, jedoch von demselben durch die Isolationsschicht ο isolirt, ist eine kleine, aber sehr elastische, verstellbare Stahlfeder i mit zwei Schräubchen befestigt, welche sich in ihrer Ruhelage mit dem vorderen Ende auf dem Ansatz k auflegt und dort einen Contact bildet. An der Unterseite der Isolationsschicht 0, auf der Mittellinie der Contacte //', ist ein kleiner Knopf j angebracht, gegen welchen die Stahlfeder i beim Gegendrücken sich anlegt, so dafs dieselbe sich nicht mit ihrer ganzen Fläche an der Isolationsschicht ο reiben kann. Auf der vorderen Seite des Relais, rechts von den Drahtrollen des Elektromagneten, ist ein Zuführungsständer h, isolirt vom Relais, befestigt, welcher an seinem Kopfende das eine Ende der Drahtspirale g aufnimmt, während das andere Ende mittelst einer Klemmschraube an der Stahlfeder i befestigt ist. Die Drahtspirale g, welche aus dünnem Draht hergestellt und sehr elastisch ist, macht die Bewegungen des Ankerhebels mit, ohne dieselben wesentlich zu beeinträchtigen. Falls das so ausgerüstete Relais etwa in eine Ruhestromleitung eingeschaltet werden soll, ist es vortheilhafter, die Feder i nebst Haken nicht unter, sondern auf dem Ankerhebel anzubringen, weil dann, so lange der Apparat nicht arbeitet, die Feder in der Ruhelage ist.
Der Ankerhebel des Relais R2, welches in die Ruhestromleitung eingeschaltet ist, hat folgende Veränderung erhalten:
Auf dem Ankerhebel rechts von den Drahtrollen ist ein kleines Metallstück m, durch die Isolationsschicht e von dem Hebel isolirt, befestigt. Dieses Metallstück hat den Zweck, den nach Leitung N abgehenden Strom, welcher nach Abfallen des Ankers über den Contact d' eintritt, aufzunehmen und direct über g' h' nach der Leitung N hinüberzuleiten, ohne dafs derselbe das Relais R1 durchläuft. Hinter dem Ankerhebel, rechts von der hinteren Drahtrolle, befindet sich ein Zuführungsständer h', welcher, ebenfalls vom Relais isolirt, die Drahtspirale g' mit einem Ende aufnimmt, während das andere Ende derselben auf dem Metallstück m mittelst der Klemmschraube s befestigt ist. Die Drahtspirale g' ist ebenso wie die Spirale g beschaffen und übt daher auf die Bewegungen des Ankers keinen wesentlichen Einflufs aus.
Der Taster T1 hat eine gebrochene Arbeitscontactschiene r und r', wie die Zeichnung zeigt; der linke, kleinere Theil ist mit dem Contact d' des Relais R2 verbunden; auf dem rechten, gröfseren Theil befindet sich der
Arbeitscontact; aufserdem hat derselbe eine Batterieschiene v.
Die hintere Schiene des Umschalters U3 ist gebrochen und kann mittelst Stöpsel wieder verbunden werden.
Die Apparatverbindung wird nach beiliegender Zeichnung hergestellt.
R1 R2 sind zwei Morse-Relais, .S1 S2 die Schreibapparate; U1 U2 und U3 sind die Umschalter, T1 T2 die Taster, G1G2 die Galvanoskope, B1 die Arbeitsstrom-, B2 die Ruhestrombatterie, OIV die Ruhestromleitung, N die Arbeitsstromleitung.
Für die Uebertragung einer Correspondenz von der Ruhestromleitung O W nach der Arbeitsstromleitung N oder umgekehrt werden bei U1 U2 U3 und T1 die Löcher ι gestöpselt. Der Stromlauf ist dann in der Ruhestromleitung von O nach W folgender:
O G2 S2 B1 U, R2 R1 (hgik C C1 U2 (Loch i) T2Wu. s. w., so dafs die Ankerhebel bei S2 und R2 angezogen sind und am Ruhecontact liegen.
Der Stromlauf in der Arbeitsstromleitung ist folgender: N G1 T1 U1 (über Loch i) R1 U3 (Mittelschiene) nn'dU3 (Vorderschiene) zur Erde.
Wird nun in der Leitung O W durch Niederdrücken eines Tasters der Linienstrom unterbrochen, so wird S2 und R2 unwirksam, der Ankerhebel »' bei R2 fällt ab, wodurch die Erdverbindung bei d aufgehoben ist, und legt sich mit dem Metallstück m gegen den Contact d'. Der Arbeitsstrom der Batterie B1 ist geschlossen und nimmt seinen Weg über (die Batterie liegt mit einem Pol an Erde) B1 T1 (Loch i,r) R2 (Contact d' m g' ti) U3 (Loch i) U1 (Loch i) T1 (Ruhecontactschiene, Körper des Tasters) G1 nach Leitung JV weiter und setzt auf der entfernten Station den Schreibapparat in Bewegung. Dieser Strom kann vom Umschalter U1 überi?! U3 (Mittelschiene), Ankerhebel» n' nach d zur Erde seinen Weg nicht nehmen, weil der Ankerhebel η η', so lange ein abgehender Strom in der Leitung JV circulirt, am Contact d' liegt, folglich bei d die Erdverbindung aufgehoben ist. Der Ankerhebel CC des Relais R1 bleibt also am Ruhecontact liegen und hält die Leitung O W bei k geschlossen.
Schickt nun die entfernte Station der Leitung JV einen Linienstrom, welcher seinen Weg über η η' d zur Erde findet, in die Leitung, so wird der Ankerhebel des Relais R1 angezogen, die Stahlfeder i legt sich auf den Contact /' auf, wodurch der Localstrom VB2U2 R2 hg i des Relais R1 . geschlossen ist, und hebt sich dann, dem Drucke weichend, bei k ab, wodurch die Ruhestromleitung O W unterbrochen ist. Der Ankerhebel des Relais R2 bleibt am Ruhecontact liegen, wodurch ein störender Strom in die Leitung JV nicht treten kann, auch die Erdverbindimg bei d stets unterhalten bleibt, weil der Localstrom /' i geschlossen ist, bevor der Linienstrom O W unterbrochen wird. Hört in der Leitung N der Strom auf, so fällt der Ankerhebel CC ab. Die Stahlfeder / bleibt hierbei so lange auf dem Contact /' ruhen, bis sie den Ansatz k erreicht hat und hier die Leitung O W schliefst; erst dann verläfst sie den Contact /', wodurch der Localstrom /' i geöffnet ist. Es circulirt durch die Drahtrollen des Relais R2 während der Zeit, in welcher in Leitung JV gearbeitet wird, ein ununterbrochener Strom, weil das Schliefsen des Localstromes dem Oeffnen des Linienstromes und das Schliefsen des Linienstromes dem Oeffnen des Localstromes stets vorangeht, folglich der Ankerhebel η η' immerwährend angezogen und am Contact d liegen bleibt, wodurch auf der einen Seite die Erdverbindung unterhalten bleibt, auf der anderen kein störender Strom in die Leitung JV treten kann.
An Stelle der Relais können Schreibapparate, mit den oben erläuterten Vorrichtungen versehen, treten, so dafs dieselben aufser der Function des Schreibens auch die des Uebertragens erhalten.
Das Uebertragungssystem mit der Leitung JV ist von der Leitung OW getrennt.
Bei Umschalter U2 und U3 wird der Stöpsel aus Loch ι in Loch 2 gestöpselt. Der Strom der Ruhestromleitung O W nimmt jetzt seinen Weg über O G2 S2 B2 U2 (Loch 2) T2 W u. s. w. Der Ankerhebel des Relais R2 fällt ab, weil dieses Ende jetzt stromlos ist, und würde ein steter Strom in die Leitung N treten, wenn nicht bei U3 der Stöpsel aus Loch 1 in Loch 2 gestöpselt wäre, wodurch die Leitung für den abgehenden Strom bei U3 unterbrochen ist, dagegen der ankommende Strom der Leitung JV, dessen Erdleitung bei d ebenfalls unterbrochen, bei U% durch die Stöpselung von Loch 2 über die Vorderschiene zur Erde gelangt.
Ruft nun eine Station der Leitung JV, so spricht das Relais R1 an; hierdurch wird der Localstrom /' i geschlossen; das Relais R2 spricht ebenfalls an, und zwar in diesem Falle in der Eigenschaft als Arbeitsstromschaltung. Man kann also hören, ob Stationen der Leitung JV Stationen der Leitung O W rufen, um dann die Verbindungen der beiden Leitungen herzustellen, damit die Stationen sich erreichen können.
Die Leitung JV ist unter Ausschaltung der beiden Relais R1 und R2 auf Schreibapparat S1 geschaltet. Erscheint es aus irgend einem Grunde für geboten, die Leitung JV von der Ruhestromleitung O W und dem Uebertragungssystem zu trennen und auf einen besonderen Schreibapparat zu legen, so wird der Stöpsel bei Umschalter U1 und Taster T1 aus Loch 1 in Loch 2 gestöpselt. Das Uebertragungssystem mit der Leitung O W ist jetzt aus-, der Schreibapparat S1 eingeschaltet. Der Stromlauf der Leitung JV ist jetzt folgender:
N G1 U1 (Loch 2) Si und zur Erde. Der abgehende Strom geht, wenn Taster T1 gedruckt ist, über B1 T1 (Loch 2) G1 nach N u. s. w.; die Leitung N ist in diesem Falle eine selbstständige geworden.

Claims (2)

Patent-An Sprüche: An Morse-Relais, zu dem Zwecke, um von einer Hauptleitung aus auf jedem beliebigen Punkte und an jeder Seite derselben eine Seitenleitung mit einem Draht anlegen zu können, welche mit der Hauptleitung arbeitet wie letztere selbst, die Verbindung folgender Theile: a) Am Relais R1.
1. des am Ankerhebel CC befestigten Kopfstückes a, welches nach unten über den Hebel hinüberreicht, rechtwinklig zu einem Haken umgebogen ist und am Ende einen kleinen Ansatz oder statt dessen ein stellbares Metallschräubchen k hat, zu dem Zwecke, die Hubhöhe der Stahlfeder i zu begrenzen, gleichzeitig den elektrischen Strom, welcher von O über i ankommt, nach C' C W hinüberzuleiten und gemeinschaftlich mit der Stahlfeder i das Oeffnen und Schliefsen des Linien-Stromes O W zu bewirken;
2. der an der Unterseite des Ankerhebels C C angebrachten verstellbaren und von demselben isolirten Stahlfeder i, welche sich in ihrer Ruhelage auf den Ansatz k des Hakens auflegt, hier einen Contact bildet und die Leitung O W schliefst.
b) Am Relais R2 :
des auf der Oberseite des Ankerhebels η η' befestigten und vom Hebel isolirten Metallstückes m, welches den Zweck hat, den nach Leitung N abgehenden Strom, welcher über den Contact d' eintritt, aufzunehmen und direct über g' h' nach der Leitung N hinüberzuleiten, ohne dafs derselbe das Relais R1 durchläuft.
c) Der in der Zeichnung dargestellten und in der Beschreibung erläuterten Apparatverbindun'gen, vermöge deren
1. vermittelst Relais R1 die Schliefsung ^ des Localstromes /' i und dann das OefFnen des Linienstromes i k und umgekehrt bewirkt wird;
2. vermittelst Relais R2 eine doppelte Stromleitung bewirkt wird (einmal wird der nach N abgehende Strom, ohne Relais R1 zu durchlaufen, in die Leitung gesendet, das andere Mal wird der von N ankommende Strom durch das Relais R1 und über den Ankerhebel η η' und Contact d zur Erde geleitet).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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