DE28814C - Neuerungen an elektromagnetischen Stromschliefsern und in deren Anwendung im Eisenbahnbetriebe - Google Patents
Neuerungen an elektromagnetischen Stromschliefsern und in deren Anwendung im EisenbahnbetriebeInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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- B61L3/22—Continuous control along the route using magnetic or electrostatic induction; using electromagnetic radiation
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 20: Eisenbahnbetrieb.
Das in Fig. 3 der Zeichnung dargestellte Relais besteht aus zwei Elektromagneten Da und
S", die so einander gegenüber angeordnet sind, dafs der Armaturhebel I, welcher um eine fein
gelagerte Spindel drehbar ist, zwischen ihnen spielen kann. Das freie Ende dieses Hebels,
das mit einem isolirenden Knopf χ versehen ist, hat einen beträchtlichen Ausschlag und stellt
mit dem einen oder anderen von zwei leitenden Federhebeln //' Contact her, jedoch so, dafs
eine Berührung nicht stattfindet, wenn die Armaturplatte des Hebels / mit den Kernen S
oder d eines der Magneten Sa oder Da in Be-:
rührung ist (Fig. 3 punktirt gezeichnet). Der Hebel / steht aufserdem unter Einwirkung zweier
entgegengesetzt wirkender Spiralfedern k, welche ihn in eine Mittelstellung zu ziehen suchen, und
stellt, wenn er gegen den Magnet Sa angezogen wird, . zwischen einer an ihm isolirt befestigten
Contactfeder q und einem Knopf r Contact her;
Die Hebel//1 sind an leicht drehbaren Spindeln befestigt und werden durch eine Feder u
sanft nach unten gedrückt. Jeder Hebel //' hat aufserdem bei υ ein Gelenk und steht unter
der Einwirkung der Federn w w, so dafs eine Bewegung der Hebel im verticalen und horizontalen
Sinne ermöglicht wird. Die Enden der Hebel / und p sind nach unten und nach der
Seite gekrümmt, jedoch so, dafs die Spitzen einander gegenüberstehen, Fig. 3 und 5. Der
Armaturhebel reicht bis in dieselbe Höhe, liegt jedoch auf der einen Seite der Hebel. Ist das
Relais in Function, so wird das Metall des Hebels / mit dem metallenen Theil eines der
Commutatorhebel / oder J1 an dem Punkt in Contact gebracht, wo die seitliche Abbiegung
anfängt, Fig. 3 und 5.
Der Hebel / wird durch die Wirkung der Elektromagneten S" oder Da abwechselnd nach
der einen oder anderen Seite bewegt und geht dabei unter das nach unten gekrümmte Ende
der Commutatorhebel //' hinweg, dieselben hebend und auf diese Weise infolge des isolirenden
Knopfes χ den Strom für einen Moment unterbrechend (Fig. 3 punktirt gezeichnet). Die
Anziehungskraft des Elektromagneten, unterstützt durch die Feder k, ist ausreichend, den Hebel /
gänzlich aufser Contact mit dem Hebel/ bezw. j'1 zu bringen und ihn so lange freizuhalten,
bis der Strom, wie weiter unten näher ausgeführt . werden wird, durch die Vorwärtsbewegung
der Lokomotive unterbrochen wird, wenn die Feder k den Hebel / gegen die seitliche Abbiegung
der Hebel / bezw. J1 zurückzieht.
Bei kurzen Stromkreisen wende ich anstatt des schwingenden Armaturhebels Elektromagneten
mit Armatur an, wie sie in den Fig. 7 und 8 gezeigt sind.
Die Verwendung solcher Relais im Eisenbahnbetriebe bezieht sich z. B. auf die Bewegung
optischer Signale.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 das System der elektrischen Verbindung bei der Annahme von
vier Signalpunkten ABCD für eine eingeleisige Eisenbahn. Die Punkte sind paarweise elektrisch
derartig verbunden, dafs je zwei Punkte B und C zwischen den (durch a ..... α) verbundenen
Punkten A und D liegen. An jedem Punkte
befindet sich ein optisches Signal oder ein Alarmapparat, welcher ertönt, wenn das Signal
auf »Gefahr« eingestellt ist, ebenso ein Relais meiner Construction. In Fig. 2 sind die beiden
zusammengehörigen Punkte A D mit allen ihren elektrischen Verbindungen dargestellt. Das
Geleise hat an jedem solcher Signalpunkte zwei Unterbrechungen oder Isolirungen c c mit dazwischenliegender
isolirter Schiene h und Schienen g und i auf jeder Seite, de/ sind die
drei "Verbindungen zweier zusammengehörigen Signalpunkte. Es sind ferner verbunden die
Contactfedern g, der Armaturhebel / mit den isolirten Schienen h, die Knöpfe r mit den
Schienen g. Ferner ist eine Endigung des Elektromagneten S" durch Drähte 1 mit den
Kernen s und weiter mit den Hebeln j verbunden, während die andere Endigung durch
Drähte 2 zu Klemmschrauben t führt. Auf gleiche Weise ist jeder Magnet Da durch Draht 3
mit seinem Kern d und dem Commutatorhebel/1 und sein anderes· Ende mit der Klemmschraube t
durch Draht 4 verbunden. Von t aus gehen zwei andere Drähte aus: der Draht 5 nach der
Schiene i und der Draht d nach der isolirten Schiene h des verbundenen Signalpunktes;
Draht e verbindet in gleicher Weise die isolirte Schiene Ji des einen Signalpunktes A mit der
Klemmschraube/ des anderen Signalpunktes D. Der Leitungsdraht/ schliefslich verbindet beide
Armaturhebel /.
Die Uebertragung elektrischer Ströme und die dadurch erreichte Bewegung der Signalvorrichtungen
wird durch die Lokomotive veranlafst, welche nach Fig. 6 in folgender AVeise
armirt ist:
L ist die Maschine selbst, G ist ein elektrischer Stromerzeuger auf derselben, M ein
Alarmelektromagnet und b b ein unterbrochener elektrischer Stromkreis, wenn zwischen Tender
und Maschine eine isolirte Stelle im Schienenstrange liegt. Fährt die Maschine jedoch auf
ununterbrochenem Geleis, so ist der Strom durch den Strang geschlossen; es wird der Elektromagnet
M erregt, so dafs er seine Armatur m anzieht. Beim Passiren einer isolirten Stelle
wird der Strom unterbrochen und die Federwirkimg von η zieht die Armatur m nach unten,
an welcher eine Stange ο sitzt, die der Pfeifenhebel p anzieht, so dafs das Pfeifensignal ertönt.
Dies bildet das Alarmsignal, das so lange ertönt, bis der Maschinist die Armatur nach
oben drückt, wobei sie infolge des Stromschlusses durch den Strang wieder an dem
Magneten M haftet. Um den Uebelstand zu vermeiden, der infolge der aufserordentlich kurzen
Stromunterbrechung durch die isolirte Stelle c insofern entsteht, als die Federwirkung von η
zuweilen nicht genügend sein könnte, den Hebel schnell herunterzuziehen, verlege ich die Armatur
in denselben Stromkreis mit der Inductionsrolle. Dadurch wird der Stromkreis auf der
Schiene durch die isolirte Stelle augenblicklich unterbrochen, und die Feder η wird stets im
Stande sein, die Armatur herunterzuziehen und das Alarmsignal in Gang zu setzen. Da zugleich
auch der Strom im Magneten unterbrochen wird, liegt die Tendenz des Anziehens der
Armatur und des Abstellens des Signals nicht vor, so lange der Strom nicht geschlossen ist.
Die Fig. 7 und 8 zeigen die Anordnung solcher Magneten detaillirter. In Fig. 7 ist die
Armatur oder ein Contactstück auf derselben in demselben Stromkreis mit der Inductionsrolle.
Fig. 8 zeigt eine Anordnung, wobei Kern und Armatur nicht in Contact kommen. Bei dieser
Anordnung mufs zwecks Schliefsens des Stromes der Maschinist die Armatur herandrücken.
Die Elektromagnete D und S der Relais verursachen die Bewegung der Signale bezw.
des »Gefahr«- (»Halt«) oder (Sicherheit) »Frei«- Signals.
Die Wirkungsweise der Anordnung ist folgende, wenn angenommen wird, dafs bei Abgang eines
Zuges die Signale auf »Frei« stehen:
Eine Lokomotive, welche in Richtung des Pfeiles fährt, Fig. 2, und nach dem Punkt A
gelangt, überbrückt zuerst die Isolirung zwischen g. und h und erhält kein Alarmsignal. Beim
Ueberbrücken der Schienen h und i entsendet sie einen Strom durch die Schiene h, den
Draht e, zum Punkt D, Draht 4, Magnet Da,
Draht 3, Commutatorhebel j\ Hebel /, Draht/
zurück zu dem Punkt A, dem Hebel / daselbst ebenso nach /', dem Draht 3, Magnet Da,
Draht 4 und Draht 5 zu der Schiene i. Dies veranlafst die MagnetenDaDa, an beiden Punkten
die Hebel // anzuziehen und beide Relais und Signale auf »Gefahr« einzustellen. Die Armaturhebel
werden so lange festgehalten", als der Strom von der Lokomotive aus über die Leitung
kreist; hört er auf zu kreisen, so wird der Hebel losgelassen und nimmt infolge der Federn
k eine Mittellage ein, bis er sich gegen die Abbiegung des Hebels jx legt. Dadurch
wird das »Gefahr«-Signal ausgeschaltet und Magnet Sa eingeschaltet. Die Theile bleiben
in dieser Lage, bis die Lokomotive den Punkt D erreicht und die Schienen i und h überbrückt,
worauf der Strom durch beide Magneten Sa Sa
geht und beide Hebel // zurück in die »Sicherheit«-Lage gezogen werden, so dafs beim Passiren
von h nach g die Maschine ihr eigenes »Gefahr«-Signal nicht erhält. Der hervorragende
Gesichtspunkt meines Relais R ist also der/ dafs bei jedem elektrischen Impulse nur einer
der beiden Magneten im Stromkreise ist und dafs beim Aufhören des Impulses jener Magnet
automatisch aus- und der andere eingeschaltet wird. Daraus resultirt die Verwendung von nur
drei Leitungsdrähten zwischen den Signalpunkten an Stelle der sonst üblichen sechs.
Die Entfernung der einzelnen Signalpunkte ist so bemessen, dafs den Lokomotiven noch
event, so viel Zeit verbleibt, zu bremsen und den Zug zum Stehen zu bringen, so dafs die
Gefahr einer Collision gänzlich ausgeschlossen erscheint.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:
- i. Die Anordnung eines doppeltwirkenden, elektromagnetischen Stromschliefsers R an bestimmten Signalpunkten zur Bewegung von Signalen, Weichen, Barrioren u. s. w., bestehend aus zwei entgegengesetzt wirkenden Elektromagneten Sa und Da, welche einen Armaturhebel / nach der einen oder anderen Seite hin anziehen, in Verbindung mit einem Commutator JJ1 zur Umschaltung des Stromes nach dem einen oder anderen der genannten Magneten Sa Da in der Weise, dafs beim Kreisen des Stromes der zuerst vom Strom durchlaufene Magnet in dem Stromkreise zunächst noch eingeschaltet, der andere dagegen ausgeschaltet bleibt; während beim Aufhören des Kreisens der Strom nach dem anderen Magneten umgeschaltet wird, Fig. 2 und 3.
Die in Fig. 2 dargestellte Verbindung zweier Signalpunkte mit isolirter Schiene h durch nur drei Leitungen de/, sowie die gezeigte Verbindung der Elemente des elektromagnetischen Stromschliefsers mit den Geleistheilen. - Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE28814C true DE28814C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT28814D Active DE28814C (de) | Neuerungen an elektromagnetischen Stromschliefsern und in deren Anwendung im Eisenbahnbetriebe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE28814C (de) |
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0
- DE DENDAT28814D patent/DE28814C/de active Active
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