DE237740C - - Google Patents

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DE237740C
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    • HELECTRICITY
    • H04ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
    • H04MTELEPHONIC COMMUNICATION
    • H04M9/00Arrangements for interconnection not involving centralised switching

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Signal Processing (AREA)
  • Interface Circuits In Exchanges (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVe 237740 KLASSE 21 a. GRUPPE
HEINRICH WENZEL in CASSEL.
Schaltung für Fernsprechämter mit Zentralbatteriebetrieb.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 23. Juni 1909 ab.
Bei größeren Fernsprechämtern sind bekanntlich Vorkehrungen erforderlich, um zu verhindern, daß eine bestehende Gesprächsverbindung zweier Fernsprechleitungen durch Hinzuschalten einer dritten gestört wird. Man erreicht dies dadurch, daß während der Dauer einer Gesprächsverbindung eine für jede Fernsprechleitung besondere Signalleitung oder auch eine zu diesen Zwecken mitbenutzte Ader der
ίο Sprechleitung mit dem freien Pol einer in der Regel geerdeten Batterie verbunden wird.
Das Vorhandensein dieser Batteriespannung an den Verbindungskontakten verhindert alsdann z. B. bei Selbstanschlußämtern das Anschalten einer dritten Leitung durch Beeinflussung eines mit dem Wähler dieser Leitung verbundenen Relais, während zugleich ein Besetztsignal in dieselbe gesandt wird, und erzeugt bei Handämtern beim Prüfen auf Besetztsein das übliche Signal, Knacken im Fernhörer des Prüfenden.
Die Erfindung will nun die bei Ämtern mit zentraler Batterie durch eine Verbindung geschaffenen Widerstandsverhältnisse zwischen den Verbindungskontakten und den Polen der gemeinsamen Batterie, welche als Merkmal einer bestehenden Gesprächsverbindung dienen können, zur Verhinderung von Doppelverbindungen und Auslösung von Besetztanzeigen benutzen. Um bei Handämtern das Herstellen von Doppelverbinduugen nach Überhören der üblichen Besetztanzeige zu verhüten, ist ferner ein zweites, beim Einsetzen des Verbindungsstöpsels sich auslösendes, leicht auffallendes Besetztsignal vorgesehen. Auch kann die Einrichtung getroffen werden, daß gleichzeitig die zur Anschaltung der dritten Leitung benutzte Verbindungsschnur unterbrochen wird Oder das Besetztsignal am Aufsichtstisch miterscheint. Die Erfindung geht davon aus, daß bei Ämtern mit zentraler Batterie die Herstellung einer Verbindung meist auch eine Änderung der Widerstandsverhältnisse zwischen den Verbindungskontakten und den Batteriepolen zur Folge hat. Dieselben können je nach der Amtsschaltung auf verschiedene Weise zustande kommen. Bei Ämtern mit dauernd angeschalteten Relais- oder anderen Widerständen, ζ. B. in einfacher Weise dadurch, daß an dem gleichen Batteriepol liegende Widerstände zweier verbundenen Leitungen durch einen Verbindungsleiter parallel geschaltet werden, oder indem einem dauernd in einem Leitungszweig liegenden ein zweiter Widerstand (z.B. Übertragerwicklung oder Schlußzeicheneinrichtungen) sich parallel schaltet. Vielfach treten auch an Stelle der den Anruf vermittelnden Relais bei Herstellen einer Verbindung andere Widerstände, oder es werden dieselben ganz oder teilweise ausgeschaltet usw. Alle diese Änderungen des Widerstandsverhältnisses gegenüber dem Zustande bei ruhendem Verkehr, die das Bestehen einer Verbindung zur Ursache haben, sollen mittels geeigneter Schaltungsweisen zur Hervorbringung von Besetzt-Signalen usw. benutzt werden. Verwendbar sind hierfür z. B. Differential- oder auch Brückenschaltungen. Auch können sowohl nach dem ungeerdeten als auch nach dem geerdeten Batteriepol von den Verbindungskontakten aus sich ergebende Widerstandsänderungen zu den Zwecken der Erfindung nutzbar gemacht werden.
In den Fig. ia, ib, ic ist der der Erfindung
zugrunde liegende Gedanke an zwei Beispielen im Prinzip erläutert, während die Fig. 2 und 2 a eine Anwendungsform zeigen.
In Fig. ι a ist die nur teilweise gezeichnete Leitung L A über dauernd angeschaltete Widerstände W1 W2 an die gemeinsame Batterie B geführt, und zwar der Zweig 1 über W1 an den ungeerdeten und der Zweig 2 über ~W% an den geerdeten Batteriepol. Die Widerstände können sowohl Relaiswicklungen als auch Batteriewiderstände sein. Bei einer Besetztprüfung, wobei das Prüfrelais P R an den Verbindungskontakt V K der Leitung LA2 sich anschaltet, ergibt sich folgender Stromweg: Erde - B atterie B- Prüf relais PÄ-Punkt VK (Verbindungskontakt) des Leitungszweiges 2 der Leitung L A-Widerstand W2 -Erde bzw. Batterie B zurück. Das Relais vermag bei dieser Stromstärke seinen Anker α nicht anzuziehen.
Fig. ib zeigt eine Verbindung zweier Leitungen (soweit für die Erfindung wesentlich) L A und L B. Bei derselben sind die Zweige L A2 und L B2 durch den Verbindungsleiter V L2 direkt verbunden. Dadurch ergibt sich für das, wie bei Fig. 1 a, an den Verbindungskontakt V K der Leitung LA2 angeschaltete Prüfrelais eine Stromverstärkung, indem außer dem Strom B, PR, VK, W2, B noch über den Verbindungsleiter V L2 und Widerstand W 2 des Leitungszweiges 2 der Leitung L B ein neuer Stromweg zur Erde bzw. Batterie geschaffen wurde. Das Relais P R zieht seinen Anker a an und verhindert oder unterbricht dadurch eine versuchte Verbindung bzw. gibt ein Besetztsignal. Eine Prüfung der Leitung L B auf Besetztsein hat offenbar dasselbe Ergebnis. Bei dieser Schaltung wird auf geeignete Weise während der . Herstellung einer Verbindung, wo der Widerstand der zweiten gewünschten Leitung noch fehlt, ein Ersatzwiderstand an die eine Verbindung suchende Leitung angeschaltet, der den Wert von W2 besitzt und dadurch das Widerstandsverhältnis einer besetzten Leitung herstellt.
Bei der Schaltung nach Fig. ic ist der Widerstand der bei ruhendem Verkehr ähnlich der Leitung L A in Fig. ia geschalteten Leitung L A dadurch geändert, daß dem dauernd angeschalteten Widerstand PF2 durch Herstellen einer Verbindung ein zweiter, Wi (Übertragerwicklung, Schlußrelais ο. dgl.), sich parallel schaltet. Die Widerstandsverhältnisse im Stromkreise der Wicklungen r1 und r2 eines Differentialrelais P R sind so bemessen, daß der gemeinsame Anker α nach r2 angezogen wird, sobald die Wicklung r2 an eine besetzte Leitung angeschaltet wird. Stromverlauf: — Pol Batterie B- Widerstand W5-Punkt η des Differentialrelais PR ■—. Hier verzweigt sich der Strom bei einer Besetztprüfung : i. über Wicklung r1 und Widerstand W6 nach dem + Pol der Batterie ; 2. über Wicklung r2 nach dem Verbindungskontakt VK der Leitung LA2 bei freier Lei- tung über Widerstand W2 zum -f- Pol der Batterie B. Der Relaisanker α wird von r2 nicht angezogen. Bei besetzter Leitung ist ein zweiter Weg nach dem -f Pol der Batterie B über Widerstand W4· vorhanden.
Infolgedessen tritt eine Stromverstärkung in der Wicklung r2 des Relais P R ein, das jetzt den Anker α an den Kontakt c legt mit der Wirkung wie bei Fig. ib. Das in Fig. 2 und 2a dargestellte Beispiel einer Schaltungsanordnung für Vielfachumschalter nach dem Zentralbatterie-System und dauernd an die Leitung angeschalteten Anrufrelais stützt sich auf die Widerstandsänderung, die durch eine bestehende Verbindung hinsichtlich des Widerstandes zwisehen Klinke und zugehörigem Batteriepol oder Erde eintritt, wenn eine Ader der Verbindungsschnüre einen für Gleichstrom ununterbrochenen Stromweg darstellt. Das Prinzip läßt sich natürlich auch für Dreileitersysteme und unter Benutzung von den an den dritten Klinken und auf andere Weise eintretenden Widerstandsänderungen anwenden.
Während z. B. der Widerstand, den ein vom — Pol kommender, über ein Relais oder einen Widerstand mit parallel geschaltetem Relais fließender Strom bei unbesetzter Leitung auf dem Wege über die Klinkenbuchse nach dem -f- Pol findet, gleich ist dem Widerstand der Wicklung h des Anruf relais, ist derselbe bei einer mit der Leitung bestehenden Verbindung, da alsdann noch ein zweiter Weg über die Verbindungsschnur und die Wicklung h des Relais der zweiten Leitung vorhanden ist = Y2 h, d. h. der durch das Relais fließende Strom ist in letzterem Falle nahezu doppelt so stark als bei unbesetzter Leitung. Die Empfindlichkeit des Relais kann nun leicht so geregelt werden, daß dasselbe auf den schwächeren Strom nicht anspricht, son-. dem erst bei besetzter Leitung seinen Anker anzieht und dadurch Trennung bzw. Signal wie bei Schaltung 1 bewirkt.
In der Fig. 2 ist die Schaltung eines Schnurpaares dargestellt, während die Fig. 2 a den Vorgang erläutert.
Leitung L1 ist mit Leitung L2 verbunden, und zwar über die Buchsenleitung beider Leitungen durch einen für Gleichstrom ununterbrochenen Stromweg. Ein weiterer Teilnehmer wünscht gleichfalls Verbindung mit der Teilnehmerleitung V-. Wird nun der Verbindungsstöpsel V S1 in die Klinken K V der Leitung Lλ eingeführt, so wird das an die δ-Leitung des Verbindungsstöpsels V S1 angeschaltete Relais TR auf dem Wege —Pol Batte-
rie B, Trennrelais T R, Federn fx und f2 des Sprechumschalters S U, Federn c f3 und c f2 des Ankers von TR, b Leitung des Verbindungsstöpsels V S1, Klinkenbuchse und von hier erstens über die Wicklung A1 des zur Leitung V- gehörigen Anrufrelais A R1 zur Erde oder + Pol von B und zweitens über die b Ader der Schnurverbindung A S, den Verbindungsstöpsel V S, die Wicklung A2 des
ίο Anrufrelais A R2 zur Erde oder zum -j- Pol der Batterie B. Das Relais T R zieht seinen Anker A an. Hierdurch legt sich c f2 an c fx und verläßt alsdann c f3, c f5 legt sich von c f6 ab und an c /"4; dadurch ist bewirkt:
das Relais TR ist jetzt unter Umgehung des Sprechumschalters S U über die Federn c fx und c f2 an die δ-Leitung des Verbindungsstöpsels V S1 angelegt. Die Verbindung zwischen der Abfrage- und der Verbindungsschnur ist bei c f2, c fs einerseits und bei c f5, c fe anderseits unterbrochen.
Über einen Kondensator C1, die Federn c fit c f5 des Trennrelais T R, Federn ft, fa des in Fig. 2 der Übersichtlichkeit halber getrennt gezeichneten Sprechumschalters S U, Prüfwicklung des Kopffernhörers K F Graduätor G5, Erde wird Wechselstrom aus der Rufmaschine D oder einer anderen Wechselstromquelle entsandt. Durch das sich im Hörer bemerkbar machende Geräusch wird der Beamte auf die Doppelverbindung aufmerksam gemacht. Erst nach Herausnehmen eines der Verbindungsstöpsel V S oder A S läßt das Relais TR seinen Anker A fallen.
Sollen bei Doppelverbindungen nur Signale am Arbeitsplatz und Aufsichtstisch ausgelöst werden, so kann dies dadurch bewirkt werden, daß parallel zu dem Relais T R für das Platzsignal ein Relais oder ähnliche Vorrichtung S R (Anschaltung in der Fig. 2 gestrichelt gezeichnet) geschaltet wird, die durch Anziehen des Ankers am Aufsichtstisch ein Signal auslöst.
Um das Ansprechen des Relais TR auch bei Verbindungen während des Abfragens sicherzustellen, wird zwischen der δ-Leitung des Abfrageapparates und Erde bzw. + Pol ein Graduätor G2 gelegt, dessen Widerstand gleich ist dem von A2 des Anrufrelais A R2. Derselbe schaltet sich während des Abfragens parallel zur Wicklung A1 des Anrufrelais A R1 und stellt dadurch für die Leitung die Widerstandsverhältnisse einer verbundenen Leitung her.
Die Schaltung nach den Fig. 2 und 2 a dient gleichzeitig als Fehleranzeige bei Erdfehlern in den am geerdeten Batteriepol liegenden Leitungszweigen, indem das Relais T R bei Herstellung einer Verbindung anspricht, sobald der Widerstand zum + Pol bzw. Erde erheblieh unter den Wert von A sinkt, z. B. bei Berührung mit dem gleichen Zweig einer anderen Teilnehmerleitung oder mit Erde.
Die sofortige Entdeckung solcher Fehler ist besonders bei Zweileitersystemen, bei welchen dieser Leitungszweig zugleich zur Vermittlung der üblichen Besetztanzeige dient, sehr wesentlich.

Claims (1)

  1. Pate nt-An Sprüche:
    i. Schaltung für Fernsprechämter mit Zentralbatteriebetrieb, dadurch gekennzeichnet, daß bei Prüfung einer Leitung auf Besetztsein oder bei Herstellung einer Doppelverbindung eine durch eine schon bestehende Gesprächsverbindung, z. B. infolge Parallelschalten von Widerständen (W2 LA und W2 LB, Fig. ib, W2 und W1, Fig. ι c, sowie A1 und A2, Fig. 2 und 2 s.) herbeigeführte Änderung des Widerstandes der Leitungen zwischen den Verbindungskontakten und den Polen der Zentralbatterie gegenüber dem Widerstand der unverbundenen Leitung ein Relais (P R, Fig. ι b und 1 c, oder T R, Fig. 2 und 2 a) zvim Ansprechen bringt, welches entweder eine Besetztanzeigevorrichtung zur Wirkung bringt oder die Herstellung einer Doppelverbindung verhindert.
    .2. Schaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein über eine Ader (b) der Verbindungsschnur an die Klinke (KV) einer bereits verbundenen Leitung (L1) angeschaltetes Relais (T R, S R) infolge der durch eine Ader (b) der Verbindungsschnüre bewirkten Parallelschaltung der an den gleichen (geerdeten) Batteriepol angeschlossenen Wicklungen (H1 h2) der Anrufrelais (A R1, A R2) der beiden bereits verbundenen Teilnehmerleitungen (L1, L2) anspricht, wodurch ein Besetztsignal ausgelöst bzw. eine Unterbrechung der Sprechadern der Verbindungsschnüre (bei c f2, c fs sowie c f5 und c fe) bewirkt wird, und daß dieses Relais (TR) gleichzeitig als Fehleranzeige dient bei Erdfehlern oder Berührungen, die in den an den geerdeten Batteriepol angeschlossenen Zweigen (b) der Teilnehmerleitungen (L1, L2) auftreten und den Widerstand zur Erde unter den Wert des dauernd vorhandenen Weges (über die Wicklung (h) des Anrufrelais) zur Erde herabmindern.
    . Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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