DE22628C - Verfahren zur Herstellung von Gravirungen auf ebenen und gekrümmten Flächen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gravirungen auf ebenen und gekrümmten Flächen

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DE22628C
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A. MlCHAUD in Paris
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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F1/00Originals for photomechanical production of textured or patterned surfaces, e.g., masks, photo-masks, reticles; Mask blanks or pellicles therefor; Containers specially adapted therefor; Preparation thereof
    • G03F1/68Preparation processes not covered by groups G03F1/20 - G03F1/50

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Manufacture Or Reproduction Of Printing Formes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE IS: Druckerei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. Januar 1882 ab.
Das Verfahren betrifft:
1. das Präpariren der Zeichnungen,
2. das Graviren dieser Zeichnungen.
i. Präpariren der Zeichnungen.
■ Ich stelle nach den Gegenständen der Natur oder auch nach Zeichnungen, von welchen man eine Gravur zu erhalten wünscht, je nach dem Falle ein positives oder negatives photographisches Chliche her. Wenn erforderlich, retouchire ich mit dem Bleistift die Contouren dieser Zeichnung, so dafs das, was man als Gravur zu erhalten wünscht, scharf hervortritt.
Ich nehme zu diesem Ende Glasplatten und fahre mit einer Druckerwalze, die gleichmäfsig mit lithographischer Farbe bedeckt ist, der :/1B ihres Gewichtes Gutta zugesetzt ist, über die Glasplatte fort. Die Glasplatte wird dadurch mit einer sehr dünnen, gleichmäfsigen, glänzenden Schicht überzogen, welche ich mehr oder weniger trocknen lasse und hierauf mit Silberpulver überstreue. Dies Pulver breite ich mit einer weichen Bürste derart über die Platte aus, dafs eine schöne, glänzende Silberschicht darauf gebildet wird. Den Glanz der Schicht erhöhe ich dadurch, dafs ich sie mit einem von weichem Leder überzogenen Pfropfen polire.
Die so präparirte Glasplatte wird mit der Silberschicht nach unten in einen einfachen Kasten gelegt, auf dessen Boden sich auf einem Glastäfelchen liegende Jodstücke befinden. Nur ein sehr geringer Zwischenraum trennt die Silberschicht von diesen Jodstücken, und durch die Einwirkung dieser letzteren wird die Silberschicht safrangelb gefärbt. Nun nimmt man die Glasplatte heraus und exponirt sie wie ein Blatt gewöhnlichen, sensibel gemachten Papiers dem photographischen Cliche". Nachdem die Exponirung, deren Dauer derjenigen für Albuminpapiere gleich ist, stattgefunden, öffnet man den Kasten und taucht unmittelbar darauf die Platte in die gewöhnliche Lösung von unterschwefligsaurem Natron, 15 auf 100 Theile Wasser, ein, wäscht sodann die Platte tüchtig ab und nach wenigen Minuten ist das Bild fixirt. Man läfst die Platte nun trocknen und überzieht sie mit einem sehr leichten Schutzfirnifs aus Gummilack.
Diese so mit dem photographischen Bilde versehenen Glasplätten, die später gravirt werden sollen, werden nun einem Zeichner übergeben. Derselbe bearbeitet sie mit einfachen oder doppelten Gravirstiften oder mit Metallfedern, die eine gewisse Steifigkeit haben. Die Glasplatten werden dabei ungefähr horizontal eingestellt; unterhalb derselben befindet sich ein Spiegel, der unter 45° das von aufsen auf ihn einfallende Licht auf die Platte reflectirt. Auf diese Weise kann der Zeichner leicht den Contouren der Zeichnung und allen photographischen Details folgen, und gleichzeitig bemerkt er den transparenten, glänzenden Zug, den er auf der Oberfläche der .Zeichnung durch den Gravirstift hervorbringt. Er erzielt so eine höchst vollendete Arbeit, die sich nach der Fertigstellung als ein sauberes negatives Cliche darstellt, wonach man ein oder mehrere Positive von verschiedener Gröfse erhalten kann, die dann dazu dienen, die soeben erwähnten Phototypien in grofser Schärfe und Vollendung herzustellen. Die zur Darstellung derselben benutzte lithographische Tinte wird mit V12 bis Y15 ihres Gewichtes
Paraffin versetzt. Ich bemerke noch, dafs, wenn man Abdrücke des Bildes von einer vollendeten Intensität und Reinheit haben will, man sie auf dem lithographischen Stein abziehen kann.
2. Graviren der präparirten Zeichnungen.
Vorausgesetzt, man hätte eine gute Umdruckzeichnung, die mit fetter, paraffmhaltiger Farbe gezeichnet wäre. Diese Zeichnung überträgt man dann in der gewöhnlichen Weise auf die zu gravirende metallische Oberfläche. Den so erhaltenen Umdruck läfst man trocknen, nachdem man ihn mit pulverisirtem Colophonium, dem ein wenig Paraffin zugesetzt ist, überzogen hat. Es geschieht dies Ueberziehen mittelst Einbürstens und nimmt man das nicht haftende Colophoniumpulver mit einer anderen Bürste wieder fort. Nun erhitzt man die Metallplatte ein wenig und erhält dann eine Oberfläche, die wie gegossen und glasirt aussieht, wobei die Linien der Zeichnung rein sind und bleiben. Nun läfst man das Ganze erkalten und ätzt die Metallplatte mit einer Lösung von Eisensuperchlorür, das mit Seesalz gesättigt ist (Eisenlösung von 20 bis 25 ° B., worin man einen kleinen Ueberschufs von Salz einbringt). Nach wenigen Minuten hat die Gravur eine genügende Tiefe erreicht und ist vollendet.
Die Verbesserungen, welche ich an der gewöhnlichen Kupferstichpresse getroffen habe und die darauf hinzielen, dieselbe für den Umdruck mit lithographischen Farben hergestellter Zeichnungen auf gekrümmte Oberflächen, Walzen etc. verwendbar zu machen, sind folgende: Die obere Walze der Presse wird durch die zu gravirende Metallwalze ersetzt, die man vermittelst einer passenden Einrichtung bequem ein- und aushebbar machen kann. Die Achse der Walze, die eine leichte Drehung gestattet, dreht sich sicher und genau concentrisch in den Achsenlagern der Presse. Die Platte der Presse trägt an ihrer unteren Fläche nahe am Rande zwei Zahnstangen, die in die Verzahnungen eingreifen, welche an den Enden der unteren Walze angebracht sind. Diese Einrichtung gestattet es, die Platte mit der gröfsten Regelmäfsigkeit und stets nach genau gleicher Richtung zu bewegen. Mit der Metallplatte verklebe ich eine Platte aus Gutta oder vulcanisirtem Kautschuk, um dadurch den Plattendruck gleichmäfsiger zu erhalten. Da nun die zu gravirenden Walzen mehreren Operationen unterworfen werden müssen, so bemerke ich, dafs die Achsen, mittelst welcher sie in Drehung versetzt werden, ,aus Holz bestehen, wenn es sich darum handelt, die Walzen zu versilbern oder zu vergolden. Dies Holz ist mit einer Auflösung von Paraffin in Benzin imprägnirt. Des besseren Eindringens halber erwärmt man das Holz zuvor ein wenig.
Die Walzenachse besteht dagegen aus massivem Eisen, wenn man Umdrucke herstellen will, ebenso für sämmtliche folgenden Operationen; hierbei treten indessen nur die kurzen Enden der Achse in die Walzen ein, um nicht das Gewicht dieser mit den Gravirungen versehenen Theile zu sehr zu vermehren.
Wenn die durch Druck zu vervielfältigenden Zeichnungen mehrfarbig sein sollen, so wird die Gravur in der gleichen Weise auf einer jeden Metallfläche besonders ausgeführt. Ein jedes der künstlich gezeichneten Negative wird durch dasselbe photographische Cliche erhalten, so dafs das Zusammentreffen der Farben ein vollkommen genaues werden mufs. Indessen man hat hier auch noch den Doppelcontouren Rechnung zu tragen. Man führt sie in der Art aus, dafs man mit dem Aetzen auf halbem Wege aufhört, um dasselbe fortzusetzen, nachdem man den Doppelgravirstift angewendet hat, der parallele Striche zieht. Alsdann wird die Metallfläche überall da, wo man sie ätzen will, überdeckt. Wenn nun der Grund der Zeichnung ein farbiger werden soll, so wird dies in der gewöhnlichen Weise mit der Grundirmaschine ausgeführt. Man erhält die gröfstmögliche Feinheit der Gravur. Wie vorhin stellt man ebenso viele phototypische Bilder her, als die Zeichnung Farben besitzt, wobei man sich indessen nur des einzigen ursprünglichen negativen Clichds bedient. Dann versilbert man die metallischen Oberflächen und führt alle Uebertragungen nach und nach in der gleichen Weise und genau mit den gleichen praktischen Vorsichtsmafsregeln aus. Sobald die Uebertragungen auf die Platten stattgefunden und dieselben mit einem leichten Gummilackfirnifs überzogen worden sind, werden sie einem mit dergleichen Arbeiten vertrauten Zeichner übergeben, der mit Gravirstiften die Contouren nachholt, die auf der übertragenen Zeichnung sichtbar sind, ebenso wie dies für die Contouren der versilberten und jodirten Glasplatten der Fall ist. Eine jede Metallplatte wird sodann die ihr entsprechende Farbe drucken. Der Grund wird wie gewöhnlich auf mechanischem Wege hergestellt. Vermittelst des Gravirstiftes wird der metallische Grund der Platte blofsgelegt und dadurch das als Schutz dienende Silberhäutchen fortgearbeitet, um die Platte für das Aetzen vorzubereiten, das stattfindet, wenn nach der Arbeit des Zeichners die ganze Oberfläche mit Benzin und Aether abgewaschen ist.
Zum Aetzen verwende ich zunächst etwa 10 bis 15 Minuten lang eine Lösung doppeltschwefelsauren Quecksilbers und Ammoniaks, sodann wasche ich die Platte gehörig ab und erwärme dieselbe, um das reducirte Quecksilber zu verflüchtigen. Hierauf überziehe ich mittelst eines Pfropfens die ganze Oberfläche mit einer Aetzgrundauflösung. Den Ueberschufs nehme ich fort und erziele dadurch eine saubere Oberfläche, während die durch das Quecksilberbad eingeätzten Linien mit Aetzgrund ausgefüllt
bleiben. Ich versilbere von neuem etwas und bringe dann die Platte in ein Goldbad ein, um eine widerstandsfähige Schicht darauf zu bilden. Alsdann werden die Oberflächen von neuem gewaschen und von allen fetten und harzigen Massen befreit. Die doppelten Contouren werden, wenn dies erforderlich, eingearbeitet und endlich wird die Gravur in dem bereits erwähnten Eisenhyperchlorürbade vollendet. Die nach einander folgenden Aetzungen der zu gravirenden Oberflächen mit doppeltschwefelsaurem Quecksilber und Ammoniak sowie mit Eisenchlorür ergeben ausgezeichnete und weniger kostspielige Resultate, als wenn man mit dem ersten genannter Bäder allein operirt. Wenn das zu gravirende Metall Eisen ist, so kann man das Eisensuperchlorür auch durch Jod ersetzen, welches ebenfalls die vergoldeten Partien nicht angreift,

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Das Verfahren der Herstellung photographischer Clichds behufs deren Uebertragung auf gekrümmte oder ebene metallische Oberflächen, darin bestehend, dafs man sich dieser Clichds zur Herstellung sogenannter künstlich gezeichneter Negative bedient, indem man eine Glasplatte anwendet, die mit einer Silberpulver festhaltenden Masse überzogen ist, wodurch eine gegen die Lichtwirkung empfindliche Oberfläche gebildet wird.
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