DE4561C - Verfahren zur Uebertragung von Holzimitationen auf entsprechend grundirte Flächen - Google Patents
Verfahren zur Uebertragung von Holzimitationen auf entsprechend grundirte FlächenInfo
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Description
1878.
Klasse 15.
LUDWIG ZWEIG und ADOLF TISCHLER in WIEN. Verfahren zur Uebertragung von Holz-Imitationen auf entsprechend grundirte Flächen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 8. September 1878 ab.
Das Verfahren zur Uebertragung von HoIzimitationen, Fladerungen oder anderer beliebigen
Muster auf entsprechend grundirte Flächen von Holz, Papier oder verputztem Mauerwerk ist
folgendes.
Um billige Abzugbilder herstellen zu können, bedienen sich die Erfinder einer besonderen
Art von Metall-Positivbildern des zu übertragenden Musters, die sie dadurch gewinnen, dafs
sie auf einer Zinkplatte durch Aetzung auf galvanischem Wege zunächst das zu übertragende
Muster in vertiefter Arbeit hervorbringen. Zu diesem Zwecke wird eine zu ätzende Zinkplatte mit einem Deckgrunde überzogen, das
zu übertragende Muster mit einem Stichel einradirt und die so verarbeitete Platte als positive
Elektrode einer galvanischen Zersetzungszelle benutzt. Als negative Elektrode der Zelle dient
eine zweite Zinkplatte von der Gröfse der zu ätzenden Platte, die in gehörigem Abstande
von der letzteren mit dieser zugleich in die Zersetzungszelle eingebracht wird.
Als Batterie verwenden die Erfinder acht bis zehn Daniel'sehe Elemente. Diese Zahl
mufs der Gröfse der zu ätzenden Platte entsprechend vergröfsert oder verringert werden.
Auf dem Wege der Aetzung mittelst eines galvanischen Stromes ist es möglich, sehr scharfe
und reine Zeichnungen in vertiefter Arbeit herzustellen.
Hat man den galvanischen Strom hinreichend
lange Zeit auf die Zinkplatte, die sich in einer mit Schwefelsäure angesäuerten Zinksulfatlösung
befindet, einwirken lassen, so nimmt man die geätzte Platte aus der Zersetzungszelle heraus
und wäscht sie zur Entfernung der noch vorhandenen Theile des Deckgrundes mit Kali
oder Natronlauge ab.
Die Aetzungen erscheinen alle gleich tief, was für die Reinheit und Schärfe der Uebertragung
. von einer mit Hülfe der geätzten Platte herzustellenden biegsamen Druckplatte nicht
zweckmäfsig ist, indem neben den feinen Erhabenheiten auch Theile des nicht zum Abdrucke
bestimmten Grundes auf die grundirten Flächen mit übertragen oder abgedruckt werden
könnten. Um diesen Uebelstand zu beseitigen, ist es nothwendig, die Zinkplätte mit einem
Lappen zu reinigen, abzutrocknen und sodann sämmtliche vertieft geätzte Stellen mit einer zu
Buchdruckerwalzen gebräuchlichen Masse, bestehend aus Leim, Glycerin und Syrup, vollkommen
zu überziehen, damit die Platte ganz eben wird. Dies geschieht zu dem Zwecke, damit beim Löthen das Zinn in die vertieft
geätzten Stellen nicht eindringen kann. Dann müssen die weitentfernten Fladerpartien mit
Zinn mehr oder weniger erhöht werden, damit sie in dem Abzugsbilde vertieft erscheinen und
die leeren Stellen, auf welchen sich kein Flader befindet, beim Uebertragen auf Holz sich nicht
mit abdrucken können. Durch Einbringen der Platte in warmes Wasser entfernt man nunmehr
die Leimmasse und ebnet die aufgelösten Stellen mit einem Schabeisen.
Von der so fertig gestellten Metallplatte erhält man die zum Abdruck dienenden Abzugsbilder folgendermafsen.
Die Zinkplatte wird auf die hohle Bodenplatte einer starken Presse gebracht, die durch
Dampf erwärmt und durch kaltes Wasser abgekühlt werden kann. Ueber die eingeölte Zinkplatte wird die oben angegebene Druckerwalzenmasse
oder an ihrer Stelle eine durch Zusatz von Lösungen hygroskopischer Salze, wie Chlorcalcium,
Chlorzink, Chloraluminium, in entsprechender Weichheit hergestellte Leimmasse aufgegossen und sodann die obere Prefsplatte,
die mit einem der Zinkplatte in der Gröfse entsprechenden Leinwandstreifen überspannt ist,
niedergedrückt.
Die untere Prefsplatte mufs ganz eben sein, damit die Zinkplatte an allen Punkten gleichmäfsig
aufliegt, und hat an allen vier Seiten ca. 2 bis 3 mm hohe Leisten, durch welche die
Menge der auf die Leinwand aufzupressenden Walzenmasse bestimmt wird. Der etwa aufgegossene
Ueberschufs wird durch das starke Niederdrücken der oberen Prefsplatte zum Abfliefsen
gebracht.
Während die obere Prefsplatte niedergedrückt wird, läfst man kaltes Wasser durch die Bodenplatte
fliefsen, wodurch das Erstarren der auf der !,einwand haftenden Masse sehr befördert
wird. Die Leinwand löst sich sodann mit der auf ihr fest haftenden, die Vertiefungen der
Zinkplatte erhaben darstellenden Leimmasse von der Zinkplatte los, und nun wird diese so
hergestellte Matrize, um sie widerstandsfähiger zu machen, mit einem Kautschukfirnifs über-
zogen. . Sie ist dann zur Ausführung von Abdrücken
fertig. . . . ■
Die Abdrücke der erhabenen Zeichnungen geschehen einfach so, dafs man die Matrize
mit beliebig gefärbten Farbwalzen überfährt, die Matrize sodann auf die zu bedruckende
Fläche von Holz, Papier oder verputztem Mauerwerk sorgfältig mit einer Bürste oder einem
Pinsel gelinde andrückt und sorgfältig wieder abnimmt. Die Zeichnungen sind dann auf die
grundirte Fläche übertragen und bedürfen zu ihrer Befestigung nur wie bei Handarbeit eines
Ueberzuges von Firnifs.
Claims (1)
- Patent-An spruch:
Die Herstellung der negativen Platte auf galvanischem Wege zur Hervorbringung einer vollkommen gleichen Aetzung, sowie das Verfahren, dafs man die entfernten Theile mehr oder weniger durch Zinn erhöht, damit. sie auf der Matrize vertieft erscheinen. Ferner, um die gravirte Matrize zu schonen und insbesondere die feinen Erhabenheiten nicht zu zerquetschen, die Abdruckung einer Copie der Matrize auf eine glatte Leimmassenplatte von geringer Dicke und möglichster Biegsamkeit und die Ueb ertragung von dieser Uebertragungsplatte auf die grundirte Fläche, was den besonderen Vortheil gewährt, auch auf gekrümmten Flächen, in Ecken u. s. w. saubere Abzüge zu erzielen.
Applications Claiming Priority (1)
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| DENDAT4561D Active DE4561C (de) | Verfahren zur Uebertragung von Holzimitationen auf entsprechend grundirte Flächen |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0047490A3 (en) * | 1980-09-09 | 1982-05-05 | Karl Fischer | Electric cooking plate |
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