DE193891C - - Google Patents

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DE193891C
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metal
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41CPROCESSES FOR THE MANUFACTURE OR REPRODUCTION OF PRINTING SURFACES
    • B41C3/00Reproduction or duplicating of printing formes

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Printing Plates And Materials Therefor (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 15d. GRUPPE
W. J.YEOELL in NEW-YORK.
das Original gelegten Metallplatte.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 9. Dezember 1904 ab.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren der Herstellung von Druckflächen oder Druckplatten insonderheit fiir Fälle, in denen sie in größerer Anzahl und in kurzer Zeit als Kopie von Typensätzen, Schnitten und anderen Originaldruckplatten gebraucht werden, beispielsweise für gleichzeitige Veröffentlichung von Annonzen in einer größeren Anzahl von Zeitungen im ganzen Lande, für die gleichzeitige Herausgabe illustrierter Artikel, Flugblätter an verschiedenen Orten und für ähnliche Vervielfältigungen. Bei dem neuen Verfahren wird in bekannter Weise mittels stoßenden oder walzenden Druckes unter Benutzung einer dünnen, auf das Original gelegten Metallplatte gearbeitet, und die Neuerung liegt darin, daß hinter diese Platte eine Unterlage gebracht wird, die aus einer weicheren und einer härteren Schicht besteht, so daß letztere das Eindringen der Erhöhungen des Originals in die Platte begrenzt. Die Unterlage kann beispielsweise aus Filzpapier bestehen, das auf einer Seite mit einem Härtemittel, z. B. Lack, getränkt ist, und sie kann einer Vorprägung unterzogen werden, ehe sie mit der Platte zusammen dem Preßdruck unterworfen wird. Weiter kann die Metallplatte mit einer Schicht Lötmaterial (Zinnfolie) versehen werden, die zur Anlötung der Rückenfüllung dient. Die nach dem neuen Verfahren hergestellte Druckplatte ist auf ihrer ganzen Ausdehnung frei von Löchern, Rissen und scharfen Ecken und hat glatte, völlig ebene Druckpartien mit klaren, scharfen Rändern. Den gebräuchlichen Druckplatten gegenüber werden durch die Neuerungen Vorteile besonders dann erzielt, wenn es sich um die Herstellung biegsamer Druckplatten aus Metallblech handelt, jedoch ist das neue Verfahren nichtsdestoweniger auch zur Herstellung von Kopien einzelner in den Satz aufzunehmender Druckstücke anwendbar. Bei den Druckplatten oder Formen aus gewöhnlichen Drucklettern, die mit Spatien von rechteckiger Oberfläche zwischen den Worten und Reihen des Satzes zusammengefügt werden, bieten sowohl die Vertiefungen in der Oberfläche der Lettern wie die scharfen Winkel zwischen benachbarten Lettern, Worten und Reihen Absetzstellen für die Farbe und fremde Substanzen, und die scharfen Winkel haben überdies die Neigung, beschädigend auf die Stereotyp- oder anderen Matrizen zu wirken, die von dem Satz gemacht werden sollen. Beim Stereotypieren ergeben sich Ubelstände aus den Gußmängeln infolge der Gußflächenweite sowie aus der Unmöglichkeit, beschädigte Stellen zu entfernen und durch einwandfreie zu ersetzen. Halbtöne oder auch andere geätzte Flächen haben charakteristische, sehr schädliche Flächenrauhheiten, die der ungleichen Wirkung der Säure oder des Ätzmittels auf das Korn des Metalls entspringen, so daß oft die Punkte der Halbtonplatten sowie die Reliefstellen von Druckplatten anderer Art unterätzt sind, und der Druck- und Wiedergabewert solcher Platten erheblich vermindert ist. Um die Ubelstände' aus den scharfen Vertiefungen, Spatienspalten,
Rauheiten u. dgl. zu vermindern, hat man bereits vorgeschlagen, sorgfältig aus dünnen Blechen geschichtetes Matrizenmaterial mit Flächen von dicht geschlossenem Korn, in Verbindung mit starrer Rückenfüllung,1 weichen Packungszwischenschichten und sonstigen Zwischenlagen zu verwenden, diese Verbundmatrize dann in feuchtem Zustand aufzubringen und auf den Typen oder der sonstigen Fläche, die
ίο wiedergegeben werden soll, zu trocknen; aber selbst in diesem Falle kommt es häufig vor, daß der fertigen Matrize die oben erwähnten Fehler anhaften. Anstatt mit Lack kann man zur einseitigen Härtung die Unterlage auch mit Guttapercha, Gummi, Gips oder anderen geeigneten Stoffen behandeln. Eine auf eine Seite der Unterlage aufgetragene Lösung eines der vorgenannten Stoffe durchdringt die Unterlage teilweise und bildet durch Eintrocknung die erwähnte härtere Schicht.
In den Zeichnungen zeigt
Fig. ι in senkrechtem Schnitt einen Apparat, um Druckplatten gemäß der Erfindung herzustellen.
Fig. 2 zeigt eine Kopie im Schnitt, während die
Fig. 3 und 4 Schnitte einer Typenform und eines Teiles einer Halbtonplatte zeigen.
Fig. 5 zeigt die Kopie in Fig. 2 mit Rückenfüllung versehen, gefaßt und auf der Unterlage befestigt.
Fig. 6 zeigt im Schnitt die Kopie der Fig. 2 mit ausgefüllten Vertiefungen der Rückseite, Fig. 7 im Schnitt eine gebogene Stereotypplatte mit einer Kopie als Oberfläche und
Fig. .8 im Schnitt eine mit Lötmaterial versehene Kopie.
Fig. 9 zeigt zwei Kopien durch einen Arbeitsgang hergestellt und
Fig. 10 eine Auflage im Schnitt.
Es sind vorteilhaft zwei oder mehr geeignet gelagerte und angetriebene Walzenpaare, wie z. B. das Walzenpaar 1,2, angeordnet, und zwischen diesen Walzen ist zweckmäßig ein Bett 3 beweglich, das die Typenform 4 oder das Original trägt, von welchem die druckbare Kopie hergestellt werden soll. Auf dem Bett ist ein Rahmen oder eine ähnliche Vorrichtung angeordnet, um die Lettern fest zusammengefügt zu erhalten. Wenn die Typenform oder das sonstige Original auf das Bett aufgelegt worden ist, wird eine Platte 7 aus dünnem Kupfer, Messing, Zink, Stahl, Aluminium oder anderem geeigneten Material, die den Abdruck der Form aufnehmen soll, auf die letztere gelegt und dann die bezeichnete Unterlage zwischen der Metallplatte und der Walze eingefügt. Das Bett 3 wird dann zusammen mit Form 4, Platte 7 und Auflage 6 durch die Walzen 1, 2 gezogen, die vorteilhaft so eingestellt sind, daß sie einen verhältnismäßig leichten Druck ausüben, der gemäß dem Charakter der Arbeit bemessen wird. Die Form, Platte und Auflage können danach noch einmal durch die Walzen gezogen werden, die dann so eingestellt sind, daß sie einen starkeren Druck ausüben, oder es kann auch, um die Notwendigkeit zu vermeiden, das Bett mit der Form usw. durch das erste Walzenpaar zurückzubewegen, das Bett mit den erwähnten Teilen einem zweiten Walzenpaare 8,9 mit enger zusammengestellten Walzen zugeführt werden. Nachdem die Kopie 7 hergestellt und von der Form abgenommen ist, zeigt sie das durch Fig. 2 dargestellte Aussehen und kann, ganz so wie Elektrotypen, mit Rückenfüllung versehen, gefaßt, auf einer Unterlage befestigt und sonst noch etwa erforderlicher Behandlung unterzogen werden. Die Behandlung der Kopien wird jedoch insofern leichter und bequemer sein, als das blechartige Plattenmetall gleichmäßiger und weniger porös ist, als das auf elektrischem Wege niedergeschlagene Metall. Mit der Rückenfüllung 10 aus weichem Metall (s. Fig. 5) versehen und mittels Stifte 11 auf einem hölzernen Blocke 12 oder in sonst zweckmäßiger Weise auf einer anderen Unterlage befestigt, ergibt die Kopie schließlich einen fertigen Druckstock. Die Kopieplatte desselben weist nicht die rechteckigen Zwischenräume, wie sie durch die Spatien 15 des Originals und durch die Vertiefungen 13 an der Typenoberfläche gebildet werden, auf, an deren Stelle treten vielmehr die Höhlungen 16 (s. Fig. 2), die ohne scharfe Winkel an die glatten, nahezu poliert erscheinenden Druckteile 17 anschließen. Die Oberfläche dieser letzteren ist gleichmäßig eben und zeigt scharf bestimmte Ränder, so daß eine sehr gute Druckplatte geschaffen ist und die Druckfarbe allein auf den genannten Druckteilen festgehalten wird.
Wenn die Kopie aus Zink hergestellt wurde, kann zur Herstellung der Rückenfüllung geschmolzenes Zink 21 in die vertieften Teile 20 der Reversseite der Kopie 27 eingebracht werden, so daß, wie Fig. 6 zeigt, eine feste, gleichartige, aus ein und demselben Metall bestehende Platte erzielt" wird, die dünn, leicht und mit geringen Kosten versendbar ist.
Bei einer weiteren Art der Füllung in Fig. 7 wird die Kopie 37 in einem Gießkasten untergebracht und mit einer Rückenfüllung 22 aus Stereotypmetall versehen, so daß auch die so gewonnene gebogene Stereotypplatte eine vortreffliche Druckfläche besitzt, die dadurch wieder von der Füllung 22 getrennt wird, daß die letztere ohne Beschädigung der Druckplatte abgeschmolzen wird, worauf die letztere aufbewahrt oder zu sonst gewünschten Zwecken nutzbar gemacht werden kann.
Die Zinnfolie 23 (Fig. 8) kann zunächst von demselben Typenoriginal abgenommen werden, von dem die Messingkopie genommen wurde.

Claims (3)

Darauf wird die Zinnfolienabprägung dicht gegen die Messingkopie 47 gelegt, mit der sie genau zusammenpaßt, so daß, wenn nun das geschmolzene Füllungsmetall auf die Zinnfolie gebracht wird, diese sogleich schmilzt und die Füllungsmasse mit der Kopie auf der ganzen Ausdehnung der letzteren sorgfältig vereinigt. Es können auch gegebenenfalls, wie Fig. 9 zeigt, mit einem Vorgang zwei Metallkopien hergestellt werden, indem gleichzeitig zwischen dem Typensatz und der Auflage zwei aufeinandergelegte Platten 67, 77 aus Metall oder sonst geeignetem Kopiematerial durch die Walzen der Presse gezogen werden. Bei der durch Fig. 10 dargestellten Ausführungsart kommt als Unterlage gleichmäßiges weiches, filziges Papier zur Verwendung und bildet eine verhältnismäßig weiche Schicht 29, um den Eindruck der Lettern oder des sonstigen Originals aufzunehmen, während auf der Rückseite der Unterlage die härtere Schicht den Eintritt des Satzes in die Papierschicht begrenzt und gleichzeitig bewirkt, daß die Eindruckstellen 30 geschlossene und glatte obere Flächen 32 besitzen, so daß diesen Eindruckstellen vollkommen glatte ebene Druckteile 17 (Fig. 2) der genommenen Kopie entsprechen. • Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Vervielfältigung von Typensätzen und anderen Originaldruckplatten mittels stoßenden oder walzenden Druckes unter Benutzung einer dünnen, auf das Original gelegten Metallplatte, dadurch gekennzeichnet, daß hinter diese Platte eine Unterlage kommt, die aus einer weicheren und einer härteren Schicht besteht, so daß letztere das Eindringen der Erhöhungen des Originals in die Platte begrenzt.
2. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die nachgiebige Auflage aus auf einer Seite mit einem Härtemittel, z. B. Lack, getränktem Filzpapier besteht und eine Vorprägung erhalten kann, bevor sie mit der Platte zusammen dem Preßdruck unterworfen wird.
3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Herstellung der Kopie dienende Metallplatte mit einer Schicht eines zur Befestigung der Rückenfüllung geeigneten Lötmaterials, z. B. Zinnfolie, versehen wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
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