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Verfahren zum Herstellen von Hochdruckformen, insbesondere für Bürovervielfältiger
Es ist bekannt, Hochdruckformen als Abgüsse von zuvor mittels Schreibmaschinentypen
geprägten Matrizen (Prägeplatten) herzustellen. Die Prägeplatten bestanden hierbei
zunächst aus Papier- oder Kartonfolien mit einer gleichmäßigen Rasterprägung auf
der von den Typen zu beaufschlagenden Seite. Die Rückseite war gelegentlich auch
mit Karton beklebt. Die prägende Beschriftung der gegebenenfalls mit Wasser angefeuchteten
Matrizen erfolgte auf der gerasterten Seite. Die Herstellung der Hochdruckform wurde
in der Regel durch Abgießen der geprägten Seite der Matrize mittels Letternmetall
vorgenommen.
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Bei diesen Verfahren erhielt man aber keine einwandfreien Hochdruckformen,
weil beim Beschriften der Karton-Prägeplatten die bereits geprägten Buchstaben in
ihrer Stellung von den nachfolgenden verschoben wurden. Die Buchstaben standen daher
nicht genau und sauber nebeneinander. Prägte man die Matrizen in angefeuchtetem
Zustand, so machte überdies die richtige Feuchthaltung und das Einziehen in die
Schreibmaschine Schwierigkeiten. Außerdem war letztere der Gefahr des Rostens ausgesetzt.
Schließlich waren die metallenen Abgußformen wegen ihrer Starrheit zwar im Druckereibetrieb,
aber nur schlecht für Vervielfältigungen im Bürobetrieb brauchbar.
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Diese Nachteile der Kartonmatrizen suchte man durch die Verwendung
von Metallfolien zu vermeiden, die nicht gerastert waren (deutsche Patentschrift
407 299). Die verwendeten Zinnfolien waren zwar dünn genug, um die Typen so tief
einprägen
zu können, daß an sich der glatte Grund einer von der
geprägten Matrize abgegossenen Hochdruckform bei deren Gebrauch nicht mitdruckte.
Jedoch waren die geprägten Folien nicht stabil genug und viel zu verletzlich, um
den nach dein Prägen erforderlichen Manipulationen ohne Beeinträchtigung standzuhalten.
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Die Technik der Herstellung von Hochdruckformen durch Prägung von
Matrizen mittels Schreibmaschinentypen und anschließende Herstellung eines als Druckform
zu benutzenden Abgusses hiervon hatte sich über diesen vor knapp 30 Jahren
erreichten Stand hinaus nicht mehr weiterentwikkelt und blieb mit den oben angegebenen
Mängeln behaftet.
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Nunmehr werden erfindungsgemäß alle diese Mängel beseitigt, indem
als Matrizenmaterial eine gerasterte Aluminiumfolie verwendet wird, welche auf Grund
der Rasterung eine tiefere Prägung ermöglicht als eine glatte Folie. Von dieser
wird nach der Einprägung des Schriftbildes mittels Schreibmaschine die Hochdruckform
nicht durch Abgießen mit Letternmetall, sondern durch Aufpressen einer thermoplastischen
Kunstharzmasse im plastischen Zustand auf die gerasterte Prägeseite und Abnehmen
nach dem Erhärten durch Erkalten gewonnen.
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Hierdurch gelangt man zu einem positiven Schriftbild mit nicht verschobenen,
einwandfrei stehenden Buchstaben. Die gerasterte Aluminiumfolie dehnt sich beim
Prägen leicht unter Bildung einer in scharfen Umrissen ausgefugten Einprägung, die
auf der danach herzustellenden Hochdruckform linienscharf wiedergegeben wird. Die
durch die Schreibmaschinentypen erzeugten Eindrücke werden noch besser, wenn man
in an sich bekannter Weise die gerasterte Aluminiumfolie beim Prägen mit einer Unterlage
aus leicht reißbarem Stoff, z. B.- weichem Löschpapier, oder einem anderen leicht
eindrückbaren, leicht reiß- oder dehnbaren und den Eindruck haltenden, z. B. wachsartigen
Stoff hinterlegt. Aluminiumfolie und Unterlage können auch fest miteinander verbunden
sein.
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Um die linienscharfe Hochdruckform herzustellen, kann in verschiedener,
in der Druckereitechnik an sich bekannter Weise vorgegangen werden. Auf die vorzugsweise
mit ihrer weichen Unterlage versehene Prägeplatte kann eine durch Erhitzung weiche,
pastenartige oder flüssig zu machende Kunstharzmasse, wie Polystyrol, oder z. B.
eine nach dem Erhitzen gelierende Polyvinylchloridpaste aufgebracht werden. Wenn
die Masse plastisch ist, wird sie auf die Matrize aufgepreßt und nach dem Erhärten
durch Erkalten abgenommen. Die Rasterung der Aluminiumfolie gewährleistet, daß die
in die Vertiefungen eingepreßte Kunstharzmasse ein linienscharfes Abbild ergibt,
wie es bei den bekannten Verfahren niemals möglich gewesen ist. Die Erhärtung der
auf diese Weise hergestellten Hochdruckform kann durch künstliche Kühlung, z.- B.
mittels eines Ventilators, beschleunigt werden. Ein weiterer Vorteil des vorliegenden
Verfahrens besteht in der leichten Trennung der Hochdruckform von der Prägeplatte,
welche beide nicht fest aneinanderhaften, wie dies bei den früher verwendeten Prägefolien
aus Papierstoff der Fall wäre. Diese müßte man etwa vor dem Aufbringen der Kunstharzmasse
mit Talkum einpudern, um die Druckform später abnehmen zu können. Hierdurch aber
würde wiederum die Linienschärfe der Druckform beeinträchtigt werden.
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Zum Abgießen der Hochdruckform von der Prägeplatte benutzt man wie
üblich eine kastenartige Vorrichtung, in welcher sowohl die gegebenenfalls erforderliche
Erhitzung bzw. Weichmachung der thermoplastischen Kunstharzmasse, ihr Anpressen
an die Prägeplatte wie auch die etwa zur Erhärtung notwendige Kühlung vorgenommen
wird.
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Die Erfindung hat nichts mit einem anderen bekannten Verfahren zu
tun, bei welchem eine Metallfolie durch Schreibmaschinentypen unmittelbar zu einer
Druckform geprägt, ein Abguß von der geprägten Folie also nicht hergestellt wird
(deutsche Patentschrift 369 707). Auf diese Weise wird zwar ein Verfahrensschritt
eingespart. Dies wird aber mit ernstlichen Nachteilen erkauft. Die bei der Prägung
herausgedrückten Typen dürfen nicht so hoch sein, daß sie beim Abdrucken deformiert
werden. Dies hat zur Folge, daß die Schreibmaschinentypen nicht tief genug eingeprägt
werden dürfen, um die Prägung so weit über den Grund heraustreten zu lassen, daß
dieser nicht unter Erzeugung eines praktisch völlig schwarzen Druckes mitdrucken
würde. Man hat diese Schwierigkeit daher von vornherein umgangen, indem man die
zu prägende Druckplatte zuvor auf der druckenden Seite gerastert hat. Erst dann
wurde sie von der anderen Seite her mittels Schreibmaschine so geprägt, daß die
Punkte auf der Vorderseite, vernichtet wurden. Beim Druck erschienen die geprägten
Buchstaben nunmehr schwarz auf grauem Grund.
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Ferner haftet die Farbe an einer Kunststoffdruckfläche besser als
an einer Metallfläche, wird aber trotzdem leicht abgegeben. Schließlich lassen sich
mittels gerasteter und geprägter Metallfolien unmittelbar nur weniger gute Drucke
in geringerer Auflage herstellen als mittels Kunststoffdruckplatte-n.
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Die Erfindung stellt im übrigen, wie bereits aus obigen Darlegungen
erhellt, nicht etwa eine naheliegende Übertragung der zuletzt besprochenen bekannten
Prägung gerasterter Metallfolien zu Druckformen (deutsche Patentschrift 369
707) auf das bereits weiter oben erörterte Verfahren der Prägung glatter
Metallfolien mit anschließendem Abgießen einer Hochdruckform hiervon (deutsche Patentschrift
407 299) dar. Denn beide Verfahren betreffen zwei ganz verschiedene Techniken, die
nichts miteinander zu tun haben.