DE473856C - Verfahren zur originalgetreuen UEbertragung des Druckbildes von Tiefdruckplatten aufStein oder Metall - Google Patents
Verfahren zur originalgetreuen UEbertragung des Druckbildes von Tiefdruckplatten aufStein oder MetallInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
22. MÄRZ 1928
REICHS PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 57d GRUPPE
Art. Institut Orell Füssli in Zürich
auf Stein oder Metall
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur originalgetreuen Übertragung
und Vervielfältigung von Stein- oder Kupfergravuren, -zeichnungen, kartographisehen
Arbeiten, Guillochen, Stichen usw. auf Stein oder Metall (Kupfer, Zink usw.) ohne
Benutzung der photographischen Kamera unter Ausschaltung der Galvanoplastik für Zwecke der Kartographie, des Wertschriftendruckes
sowie aller anderen Gebiete, wo Tiefdruckplatten oder -walzen zur Verwendung gelangen. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet,
daß aus den Vertiefungen einer Tiefdruckform die Farbe mittels eines durchsichtigen
Farbträgers (Collodium-, Celluloid- oder ähnliches Häutchen) abgehoben und auf
eine durchsichtige Unterlage übertragen wird, so daß der durchsichtige Farbträger zusammen
mit der durchsichtigen Unterlage ein Positiv bildet, welches, weil auf dem Kontaktwege
erhalten, dem Original genau entspricht. Von diesem Positiv wird nach bekannten Verfahren auf Metall oder Stein eine
Kopie hergestellt und diese geätzt.
Es ist ein Verfahren bekannt, nach welchem Cellonfolien mit Buchdrucksatz bedruckt
und dann bronziert werden. Der Raum für Illustrationen usw. wird im Satz ausgespart, und in die ausgesparten Räume
werden von der photographischen Platte abgelöste Bildschichten eingesetzt und angeklebt,
wodurch man ein Positiv von Bild und Schrift auf einer Kopierfolie erhält.
Ferner ist ein Verfahren bekannt, nach welchem Schriftsatz auf dünnes Papier gedruckt
und in entsprechender Anordnung auf Glas oder Celluloid mittels eines Klebemittels
aufgeheftet wird, das ein mehrmaliges Ablösen, Auswechseln usw. des Druckes gestattet.
Das so erhaltene Positiv wird dann auf die empfindlich gemachte Oberfläche der Druckplatte kopiert. Tiefdruckformen (Stiche,
Gravuren usw.) sind auf diese Weise unmöglich zu übertragen, da auf Cellon usw. der
Tiefdruck nicht ausführbar ist.
Das ersterwähnte dieser Verfahren kann wegen der Anwendung von Cellonfolien nur
für die Übertragung von Hoch- oder Flachdruckformen in Betracht kommen. Hingegen
ist es nicht möglich, auf dem angegebenen Wege von einer Tiefdruckform (Stich, Gravur,
Ätzung auf Kupfer, Stahl oder Stein) aus einen Druck und damit ein kopierfähiges
Negativ oder Positiv zu erhalten. Überdies wirkt das bei jenem Verfahren erforderliche
Bronzieren qualitätsvermindernd, da sich die Bronzestäubchen nicht nur auf dem Striche,
sondern auch seitlich davon anlegen.
Auch das zweite erwähnte Verfahren eignet sich nicht zur Übertragung von Tiefdruckformen. Man könnte wohl Stiche auf dünnes
Papier drucken und analog dem Buchdruck auf Glas oder Celluloid aufkleben und kopieren. Aber das Wesentliche des Stiches
ist seine »Stufigkeit«, d. h. daß die Linien nicht nur ungleich breit, sondern auch ungleich
tief sind. Beim Druck fassen die seichteren Linien weniger Farbe als die tiefgestochenen
und wirken daher auch bedeutend heller, weil die geringere Farbmenge weniger
Deckung gibt als der stärkere Auftrag der tiefen Stellen. Es würden also beim- Kopieren
die dünnen Linien ganz wegfallen oder bei sehr langer Kopierzeit die dicken Linien überkopieren,
dichte Linienkreuzungen zusammenfallen.
Zudem ist schon der Abdruck auf Papier ao nicht völlig identisch mit der Originalplatte,
da die dicken Linien ein Farbrelief aufweisen, das die Linie stärker erscheinen läßt;
auch drückt sich, die Struktur des Papiers durch ein Unscharfwerden der Konturen aus,
das begreiflich ist, wenn man bedenkt, daß das Papier in feuchtem Zustand gewaltsam
in die vertieften Striche hineingepreßt wird, um alle darin enthaltene Farbe herauszuheben.
Übrigens ist bei den erwähnten Verfahren stets nur von Hoch- oder Flachdruck (Buchdruck,
Lithographie) die Rede; Tiefdruckformen, deren Wiedergabe das vorliegende Verfahren
in erster Linie bezweckt, sind nirgends erwähnt.
. Die Photographie ist zur Übertragung von Stichen usw. ebenfalls ungeeignet. Denn man
müßte, um ein Positiv zu erhalten, zunächst einen Druck von der Originaltiefdruckform
(Stich, Gravur usw.) machen, davon ein Negativ anfertigen und von diesem dann das Positiv. Schon der Druck weist,
wie oben erwähnt, gegenüber der Originalplatte eine Oualitätsverminderung auf. Ein
weiteres Hindernis bildet die Stufigkeit; denn während die breiten, tief gestochenen Linien
bei einem schwarzen Abdruck ein sattes., tiefes Schwarz zeigen, sind die feinen Linien
infolge der geringeren Farbmenge nur noch grau. Wird kurz exponiert, so daß die schwarzen
Linien richtig erfaßt werden, fallen die grauen Teile weg; wird so lange exponiert,
bis die grauen Linien auf der Platte erscheinen, werden die schwarzen Linien zu dick, so
daß es unmöglich ist, ein absolut originalgetreues Positiv zu erhalten, tun so weniger,
als die Umkehrung vom Negativ ins Positiv unbedingt wieder eine kleine Qualitätsverminderung
bedeutet.
Nach dem vorliegenden Verfahren wird die Originalplatte (Stich oder Steingravur) mit
einer gut deckenden Farbe eingefärbt und mit Collodium oder Celluloidlösung Übergossen,
welche beim Trocknen eine Schicht bilden, die die Farbe aus den Vertiefungen des Stiches
oder der Gravur an sich gezogen hat. Man klebt nun auf diese Schicht mittels Gummiarabikums
ein. Blatt starkes Papier auf und zieht mit diesem die Bildschicht von der Tiefdruckform
ab. Das Blatt wird mit der Schichtseite auf Glas oder eine Celluloidfolie aufgeklebt, das Papier mittels Wassers abgelöst,
so daß' die Bildschicht allein auf dem Glas verbleibt. Das so erhaltene Positiv muß
ohne Qualitätseinbuße dem Original völlig gleich sein, da ja die Farbe bzw. das Bild
direkt vom Originalstich weg auf dem denkbar kürzesten Wege auf das Collodium- oder
Celluloidhäutchen übertragen wird. Das Häutchen selbst wird unverändert auf Glas oder
Celluloid aufgeklebt, so daß auch hier keine Veränderung oder Qualitätsverminderung
mehr eintreten kann.
Von dem so erhaltenen Positiv wird nach den bekannten Verfahren auf Metall oder
Stein kopiert und geätzt.
Das vorliegende Verfahren bietet eine vollständig neue Möglichkeit, Steingravuren als
Gravur zu vervielfältigen und sie z. B. auf Metall so zu übertragen, daß eine Tiefdruckform
entsteht, wobei selbst die letzten Feinheiten, welche mittels der Kamera nicht mehr
übertragen werden können,; in voller Schärfe wiedergegeben werden; gerade der letztere
Umstand ist bei den Hauptanwendungsgebieten, Kartographie und Wertschriftendruck,
von größter Wichtigkeit.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die kurze Herstellungsdauer gegenüber der Photographie,
welche trotz ihrer Unzulänglichkeit bisher die einzige Möglichkeit bot, Tiefdruckformen
wiederzugeben.
Ein großer Vorteil des vorliegenden Verfahrens liegt auch darin, daß man mit ihm
von einem an der Grenze der Brauchbarkeit angelangten Gravurstein eine in der Zeichnung
identische, an Schärfe einer neu hergestellten Gravur gleichkommende Reproduktion
erhält.
Als weiterer Vorteil des vorliegenden Verfahrens ist die Möglichkeit anzuführen, daß
Gravuren von Stein auf Kupfer oder andere Metalle identisch übertragen werden können,
was besonders in der Kartographie von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung ist.
Claims (2)
- Patentansprüche:ι . Verfahren zur originalgetreuen Übertragung des Druckbildes von Tiefdruckplatten auf Stein oder Metall, dadurch gekennzeichnet, daß man aus den vertieften Linien einer Tiefdruckplatte oder -walze die Farbe mittels einer aufge-478856gossenen durchsichtigen Schicht abhebt und auf eine durchsichtige Unterläge überträgt, so daß die Bildschicht zusammen mit der durchsichtigen Unterlage einund mit Eisenchlorid bzw. Zitronensäure geätzt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man als durchsichtigePositiv bildet, das nach bekannten Ver- ; Schicht eine Celluloid- oder Collodiumfahren auf Metall oder Stein übertragen ! lösung verwendet.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH643256X | 1927-08-12 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE473856C true DE473856C (de) | 1929-03-22 |
Family
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEF64594D Expired DE473856C (de) | 1927-08-12 | 1927-10-11 | Verfahren zur originalgetreuen UEbertragung des Druckbildes von Tiefdruckplatten aufStein oder Metall |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE473856C (de) |
| FR (1) | FR643256A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE767469C (de) * | 1942-12-29 | 1952-08-21 | Bundesrep Deutschland | Verfahren zum Herstellen kopierbarer Positive fuer Flach- und Offsetdruckformen |
| DE4235333C1 (de) * | 1992-10-20 | 1994-03-03 | Stoll Volker | Verfahren zur Erzeugung von gerasterten Abbildungen auf Oberflächen |
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1927
- 1927-10-11 DE DEF64594D patent/DE473856C/de not_active Expired
- 1927-10-31 FR FR643256D patent/FR643256A/fr not_active Expired
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE767469C (de) * | 1942-12-29 | 1952-08-21 | Bundesrep Deutschland | Verfahren zum Herstellen kopierbarer Positive fuer Flach- und Offsetdruckformen |
| DE4235333C1 (de) * | 1992-10-20 | 1994-03-03 | Stoll Volker | Verfahren zur Erzeugung von gerasterten Abbildungen auf Oberflächen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR643256A (fr) | 1928-09-13 |
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