DE699350C - Verfahren zum Herstellen von Hoch- und Tiefdruckformen aus Kolloiden - Google Patents

Verfahren zum Herstellen von Hoch- und Tiefdruckformen aus Kolloiden

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DE699350C
DE699350C DE1939K0154921 DEK0154921D DE699350C DE 699350 C DE699350 C DE 699350C DE 1939K0154921 DE1939K0154921 DE 1939K0154921 DE K0154921 D DEK0154921 D DE K0154921D DE 699350 C DE699350 C DE 699350C
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DE1939K0154921
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Josef Koch
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    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03FPHOTOMECHANICAL PRODUCTION OF TEXTURED OR PATTERNED SURFACES, e.g. FOR PRINTING, FOR PROCESSING OF SEMICONDUCTOR DEVICES; MATERIALS THEREFOR; ORIGINALS THEREFOR; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • G03F7/00Photomechanical, e.g. photolithographic, production of textured or patterned surfaces, e.g. printing surfaces; Materials therefor, e.g. comprising photoresists; Apparatus specially adapted therefor
    • G03F7/004Photosensitive materials
    • G03F7/04Chromates

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Printing Plates And Materials Therefor (AREA)

Description

  • Verfahren zum Herstellen von Hoch- und Tiefdruckformen aus Kolloiden Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Druckformen aus Kolloiden, und zwar wird von den zu druckenden Bildern und Schriften zunächst in an sich bekannter Weise eine gerasterte Kopie auf einer Kolloidscbicht angefertigt, welche sodann auf eine Druckplatte oder -walze übertragen und nach erfolgter Beseitigung des Schichtträgers entwickelt und getrocknet wird. Gemäß der Erfindung ist die Kolloidschicht auf einen glatten Schichtträger aufgebracht und an den Rasterstellen und im Weißen bis auf den Grund durchkopiert. Der Schichtträger soll von der Kolloidschicht mit einer Flüssigkeit abgetrennt werden, die zwar den Schichtträger ablöst, ohne daß aber Teile der Kolloidschicht mit aufgelöst werden. Auf diese Weise wird eine Tiefdruckform erhalten, deren Rasterstege mit dem Weißen in einer Ebene liegen und untereinander eine gleichmäßige Höhe aufweisen, so daß die Rakel die Farbe gleichmäßig abstreichen kann. Höhen- und Tiefenunterschiede darf die Gelatineschicht lediglich in den Rasternäpfchen selbst aufweisen, die dann ein Relief entsprechend der zu druckenden Vorläge bildet.
  • Die Durchführbarkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens ist demnach an die Notwendigkeit gebunden, die Rasterstege gleichmäßig sowohl im Schwarzen wie im Weißen bis zum Schichtträger durchkopieren zu können, so daß nach. dem Ablösen des Schichtträgers mittels einer Flüssigkeit, die eie Kolloidschicht selbst nicht angreift, die Oberkanten der Rasterstege alle in einer Ebene liegen. Als Schichtträger dieser, Art eignen sich z. B. Folien aus Celluloid oder ähnlichem Material. Der eigentliche Schichtträger kann auch zusätzlich noch. auf einer Papierschicht aufgebracht sein. Die Ablösung des Schichtträgers von der . Kolloidschicht kann mittels eines organischen Lösungsmittels, z. B. mittels Äthyläther oder Aceton o. dgl. Flüssigkeiten, erfolgen, die ein gutes Lösungsvermögen für den Schichtträger haben, ohne daß andererseits aber Teile der Kolloidschicht mit aufgelöst werden.
  • Es ist bereits vorgeschlagen worden, Tiefdruckformen aus Gelatine oder Asphalt zu verwenden, ohne daß aber dabei schon die besonderen Arbeitsbedingungen genannt und auch erkannt wären, die die Voraussetzung für die Verwirklichung dieses Vorscblages bilden. Bei Anwendung von normalem Pigmentpapier ist es jedenfalls nicht möglich, Druckformen aus Kolloidschichten mit gleich hohen Rasterstegen zu erhalten; däbeim Durchkopieren die belichteten Teile der Gelatine festhaften, so daß ein Abtrennen des Papiers ohne gleichzeitige Beschädigung der Kolloidschicht gar nicht möglich ist. Es ist ferner ,auch schon der Vorschlag gemacht worden, für die photochemische Ätzung eine nicht kopierte lichtempfindliche oder später erst lichtempfindlich zu machende Schicht, die zwecks Erzielung einer glatten Oberfläche auf einer Unterschicht aufgebracht ist, so auf die Walzenoberfläche aufzubringen, daß die Unterschicht dann eine äußere Schutzschicht bildet, die durch ein Lösungsmittel abgelöst werden soll, welche die Kolloidschicht selber nicht angreift. Abgesehen davon, daß diese Arbeitsweise nur im Zusammenhang mit der photochemischen Ätzung beschrieben ist, würde sie sich aber auch für die Herstellung einer Tiefdruckform aus der Kolloidschicht als völlig ungeeignet erweisen, da beim Kopieren der Schicht nach ihrer Aufbringung auf die Walzenoberfläche ein Entwickeln nicht mehr möglich ist, denn beim Kopieren von der Oberfläche aus be--findet sich das unlösliche Relief oben, während die unbelichteten Teile und damit die löslichen auf der Walzenoberfläche liegen, so daß beim Einwirken von heißem Wasser ein Ablösen der Unterschicht von der Walze unvermeidlich wäre. Ein in den Rasternäpfchen mit gleich hohen Rasterstegen liegendes scharfes Bildrelief entsprechend der Vorlage läßt sich somit nicht erzielen.
  • Dasselbe gilt auch für einen weiteren schon bekannten Vorschlag, nach welchem die Kolloidschicht, nachdem sie bereits auf dem Druckformträger aufgebracht ist, so belichtet werden soll, daß der Raster bis auf den Grund durchkopiert wird. Auch dieser Vorschlag hat also nur Bedeutung für die photochemische Ätzung, da sich auch hier das Relief von oben nach unten aufbaut. Die Maßnahme des Durchkopierens wird in diesem Falle zu einem ganz anderen Zweck angewendet, nämlich um die Ätzflüssigkeit zu hindern, die Rasterstege an den unteren und weniger belichteten Stellen anzuätzen, so daß die Übertragung des. vorbekannten Vorschlages auf ein Verfahren zur Herstellung einer Druckform aus einer Kolloidschicht keineswegs nahelag.
  • Es ist ferner noch empfohlen worden, die Chromatgelatine auf einer polierten Unterlage, beispielsweise auf einer Glasplatte, aufzubringen, die dann nach dem Kopieren der Vorlage und des Rasters auf den Druckschichtträger übertragen werden soll, worauf die als ursprünglicher Schichtträger dienende Glasplatte abgezogen wird. Abgesehen davon, daß es hier kaum möglich ist, den ursprünglichen Schichtträger ohne Beschädigung der Oberfläche zu entfernen, enthält dieser .vorbekannte Vorschlag auch keinen Hinweis auf die Notwendigkeit eines Durchkopierens des Rasters bis auf den Grund.
  • Der Gegenstand der Erfindung sei noch an folgendem Ausführungsbeispiel näher erläutert: Für Tiefdruck wird die Druckform in folgender Weise hergestellt: Von dem zu druckenden Original wird wie beim Kupfertiefdruck ein Diapositiv angefertigt, das auf eine lichtempfindliche Chromatgelatineschicht kopiert wird. Zum Kopieren verwendet man eine Schicht von '5/... mm Schichtdicke, die auf einen glatten Schichtträger, und zwar im vorliegenden Fall auf eine Celluloidfolie, aufgetragen ist. Die Kopierzeit muß so bemessen werden, daß in dem Weißen und an den Rasterstegen bis an den Schichtträger durchkopiert ist. Nach Anfeuchten wird die Kopie mit der Schichtseite auf den Druckformträger aufgetragen, und zwar in vorliegendem Fälle auf eine Druckwalze. Der die Kolloidschicht jetzt nach außen abdeckende Schichtträger wird durch Behandeln mit Aceton aufgelöst und dadurch entfernt. Die insgesamt auf der Walze zurückbleibende Kolloidschicht wird nun mit warmem Wasser von etwa So bis 6o° behandelt, wodurch die unbelichteten Teile der Kolloidschicht ausgewaschen werden und die kopierte Vorlage sowie die Rasterstege als Relief zurückbleiben. Nach erfolgter Trocknung ist die Form druckfertig. Für spezielle Fälle kann man die Kolloidschicht auch noch einer Nachgerbung, z. B. 'mit Chromalaun, unterziehen. Die Form be, steht ebenso wie beim Kupfertiefdruck aus mehr oder weniger tiefen Rasternäpfchen, die im vorliegenden Falle aber von der Kolloidschicht selber gebildet werden. Der Druckformträger läßt sich nach erfolgtem Vorlagedruck stets wieder erneut verwenden, nachdem man durch einfaches Abwaschen die aus der Koiloidschicht bestehende Druckform beseitigt hat.
  • In gleicher Weise werden die Druckformen für Hochdruck hergestellt. Nur bilden sich hierbei keine Rasternäpfchen, sondern mehr oder weniger große hochstehende Rasterpunkte aus Kolloiden, und zwar wird in diesem Falle die Vorlage mit dem Raster photographiert und diese Rasteraufnahme sodann auf die Kolloidschicht kopiert. Nach erfolgter Übertragung, Entwicklung und Trocknung dieser Kopie ist die Hochdruckform druckfertig.
  • Das vorstehend beschriebene Verfahren bietet nun den großen Vorteil, daß kein Kupfer, verbraucht wird, was natürlich von besonderer Bedeutung in den Ländern sein wird, die kein eigenes oder nur begrenztes Kupfervorkommen haben. Ferner wird eine wesentliche Vereinfachung des technischen Arbeitsganges bei der Druckformherstellung und damit eine erhebliche Senkung der Betriebskosten erreicht, denn bei Anwendung des beanspruchten Verfahrens fallen ganze Arbeitsstufen, wie die Ätzung, das Kupferschleifen und das Aufbringen neuer Kupferschichten, völlig fort. Der Fortfall der Ätzung ist insoweit noch von- besonderer Bedeutung, als das Ätzen eine sehr große Geschicklichkeit und Erfahrung verlangt, um gute Druck-Erzeugnisse zu erhalten, wobei selbst einem erfahrenen Ätzer noch fortlaufend Fehlätzungen unterlaufen. Dadurch, daß dieser von richtiger Beobachtung und Schätzung abhängige Vorgang des Ätzens ganz entfällt, ist das beanspruchte Verfahren der bekannten Arbeitsweise ganz bedeutend überlegen. Das neue Verfahren ist im Gegensatz zu dem bekannten völlig mechanisiert, wodurch die Druckforrnherstellung ohne besondere Vorkenntnisse ermöglicht wird. In keiner Arbeitsstufe ist der Ausfall des Erzeugnisses mehr von der individuellen Leistung und Geschicklichkeit einer einzelnen Person abhängig. Hierdurch werden auch die bei den Dreifarbendrucken besonders bestehenden Schwierigkeiten behoben.
  • Mit dem neuen Verfahren können Auflagenhöhen bis zu zoo ooo Stück erreicht werden, ohne Beeinträchtigung der Klarheit und Deutlichkeit des Druckes. Offensichtlich weist die nach dem beanspruchten Verfahren hergestellte Druckform, deren Oberfläche aus der Kolloidschicht besteht, einen geringeren Verschleiß auf als eine Druckwalze oder -platte, deren Oberfläche aus Metall besteht, da das Reiben von Metall auf Metall eine größere mechanische Abnutzung hervorruft.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Herstellen von Hoch-und Tiefdruckformen aus Kolloiden; wobei zunächst von den zu druckenden Bildern oder Schriften eine gerasterte Kopie auf einer lichtempfindlichen Kolloidschicht angefertigt und dann die Kolloidschicht auf eine Druckplatte oder -walze übertragen und nach erfolgter Beseitigung des Schichtträgers entwickelt und getrocknet wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine auf einen glatten Schichtträger aufgebrachte Kolloidschicht bis auf den Grund durchkopiert und nach dem Übertragen auf die Druckplatte oder -walze der Schichtträger von der Kolloidschicht mit-einer Flüssigkeit abgetrennt wird, die den Schichtträger ablöst, ohne Teile der Kolloidschicht aufzulösen.
DE1939K0154921 1938-12-31 1939-01-01 Verfahren zum Herstellen von Hoch- und Tiefdruckformen aus Kolloiden Expired DE699350C (de)

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