DE2002249A1 - Schmelzklebefaeden und -Folien aus thermoplastischen Acrylnitril-Copolymerisaten - Google Patents
Schmelzklebefaeden und -Folien aus thermoplastischen Acrylnitril-CopolymerisatenInfo
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Description
LEVERKUSEN-Beyerweik J-,
P«tent-Abtdluiif \ 9, JaP. 1970
. Sdt/Wn.
Schmelzklebefäden und -Folien aus thermoplastischen Acrylnitril -Copolymerisaten.
Gegenstand der Erfindung sind Schmelzklebefäden und
- Folien aus thermoplastischen Acrylnitril-Copolymerisaten
mit einem Erweichungspunkt zwischen 125 und 175 °C·
Bei der Herstellung fadenbildender Acrylnitrilpolymerisate
ist man im allgemeinen bemüht, den hohen Erweichungspunkt des Polyacrylnitrile zu erhalten,
um unerwünschte Effekte auszuschalten, die durch eine
Thermoplastizität der Polymerisate hervorgerufen werden
können. Für. eine bessere Verarbeltbarkeit der Polymerisate, wie beispielsweise erhöhte Löslichkeit, verbessertes
Färbstoffaufnahmevermögen, werden dennoch relativ geringe
Mengen an Comonomeren wie (Meth-)Acrylestern, Vinylacetat einpolymerisiert, wodurch man aber gewöhnlich Produkte
mit einem Erweichungspunkt nicht unter 2öo 0C erhält.
Will man hingegen Copolymerisate mit einem Erweichungspunkt unterhalb 2oo 0C herstellen, um eine erhöhte
Thermoplastizität für bestimmte Zwecke zu erreichen,
so kann dies durch Copolymerisation einer bestimmten, dem Verwendungszweck angepaßten Menge eines oder mehrerer
Comonomerer geschehen oder auch durch den Zusatz von
weichmachenden Substanzen. Als Comonomere eignen sich
für diese Zwecke besonders Ester der Acryl- oder Methacrylsäure, Vinylacetat, Styrol, konjugierte Diolefine und/oder
bestimmte Weichmacher. In der Literatur sind zahlreiche
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Veröffentlichungen bekannt, die sich auf diese Weise mit der Plastifizierung von Polyacrylnitril befassen, z.B.
die US-Patentschriften 3 J>88 2o2 und 3 325 458. Nachteilig
an derartigen Verfahren ist Jedoch, daß zur Erzielung günstiger Verformungstemperaturen und damit möglichst
geringer thermischer Belastung und Ausschaltung von Verfärbungen recht hohe Menger, an Comonomeren oder Weichmachern
notwendig sind. Die damit verbundene Reduzierung des Acrylnitrllanteiles schränkt die Eignung derartiger
Produkte als Rohstoffe für die Herstellung von Fäden ein, denn die fadenbildenden Eigenschaften sind an einen hohen
Gehalt an Acrylnitril gebunden.
Will man ein Acrylnitrilpolymerisat herstellen, das als Rohstoff für Schmelzklebefäden geeignet ist, so müssen
Polymerisate aufgebaut werden, die bei der Beibehaltung der typischen Acrylfasereigenschaften nach den üblichen
Verfahren verspinnbar sind und einen arbeitstechnisch günstigen Erweichungspunkt im Bereich von 125 bis 175 °C,
vorzugsweise l4o bis l6o 0C, haben. Dadurch können dann
Verformungsprozesse bei geringer Temperaturbelastung des gesamten Materials durchgeführt werden, wobei insbesondere
Verfärbungen, wie sie bei hohen Temperaturen eintreten können, vermieden werden.
Versucht man, den Erweichungspunkt von Polyacrylnitril durch Copolymerisation mit Acrylestera, vorzugsweise
Acrylmethylat zu senken, so sind zur Erreichung einer Erweichungstemperatur von ungefähr 15o 0C mindestens
25 Gew.-# einpolymerisiertes Acrylmethylat notwendig.
Derartige Polymerisate lassen sich befriedigend nur durch Emulsionspolymerisation oder in Gegenwart von Lösungsmitteln
herstellen und sind für die Herstellung von Fäden unbrauchbar. Bei der Verwendung von styrol würde man zur Erreichung
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einer Erweichungstemperatur von 15o 0C ungefähr 4o Gew.%
mit Acrylnitril copolymerisieren müssen. Auch derartige Kombinationen lassen sich günstig nur durch Lösungs- oder
Emulsionspolymerisation herstellen. Eine Eignung dieser Produkte für die Fädenherstellung ist wegen mangelnder
Festigkeit und geringer Lösungsmittelbeständigkeit nicht gegeben.
Es wurde nun gefunden, daß durch Copolymerisation von Acrylnitril, Methacrylnitril und Acrylsäure oder MethacrjtL-säureestern
ein Acrylnitrilcopolymerisat erhalten werden kann, das in hohem Maße als Fadenmaterial geeignet ist
und in einem Bereich von 125 bis 175 °C , vorzugsweise
13o bis I6o 0C, unter Erweichen verklebt, -
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind demnach Schmelzklebefäden
und -folien aus thermoplastischen Acrylnitril· Copolymerisaten mit einem Erweichungspunkt zwischen 125
und 175 0C, bestehend in copolymerisierter Form aus 6o bis
7o Gew.% Acrylnitril, J>o bis 25 Gew.% Methacrylnitril und
5 bis Io Gew.% Acrylsäure- oder Methacrylsäureester^
Der Aufbau derartiger Copolymerisate in Form der genannten Terpolymerisate bietet den Vorteil, daß man mit geringeren
Mengen an solchen Comonomeren, die keine Nitrilgruppen enthalten, den geforderten Effekt erzielt als bei Verwendung
eines einzigen Comonomeren. Dadurch kann der Anteil an ,
Nitrilmonomeren relativ hoch gehalten werden, was sich auf die fadenbildenden Eigenschaften günstig auswirkt. Der
Zusatz von Methacrylnitril bietet weiterhin den Vorteil, den Erweichungspunkt derartiger Produkte langsamer abzusenken
als beispielsweise Acrylsäuremethylester. Zwar läßt sich auch mit Methacrylnitril allein ein Acrylnitrilcopolymerisat
herstellen, das bei ungefähr 15o 0C erweicht und
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verklebt« doch sind hierzu Methacrylnitrilmengen von ca.
45 % nötig. Derartige Copolymerisate sind sehr thermoplastisch,
besitzen In Form von Filmen und Fäden geringere Festigkeiten und werden schon durch Aceton oder
Acetonitril stark angequollen oder sogar gelöst. Die erfindungsgemäßen, als Schmelzklebefäden oder -folien
geeigneten Acrylnitrllcopolymerisate aus 60 bis 7o Gew.%
Acrylnitril, 3o bis 25 Gew.% Methacrylnitril und 5 bis Io
Gew.Ji Acrylsäure-oder Methacrylsäureester lassen sich
unter üblichen Bedingungen glatt verspinnen, verstrecken und zu Fäden verarbeiten. Werden sie durch geeignete
Maßnahmen Temperaturen von ungefähr l4o bis I60 0C ausgesetzt,
so erweichen sie und verkleben dabei, ohne spröde und brüchig zu werden.
Als Acrylsäure- oder Methacrylsäureester eignen sich bei der Herstellung der Terpolymerisate vorzugsweise die
niederen Alkylester der Säuren, Insbesondere die Methyl-
und Äthylester.
Derartige Terpolymerisate lassen sich ohne Schwierigkeiten
durch Fällungscopolymerlsatlon in Wasser erhalten, wobei sie als lockere, weiße, gut lösliche Produkte in hohen Ausbeuten
anfallen. Als Polymerisationsinitiator eignet sich hierfür besonders ein wasserlösliches Redoxsystem, vorzugsweise
Kailumpersulfat und Natriumpyrosulfit. Es ist auch
möglich, eine derartige Monomerkomblnation in Lösung oder Emulsion unter Verwendung von Redoxeystemen oder Peroxiden
bzw. Radikale liefernden Azokatalysatoren wie Azoisobuttersäuredlnitrll
zu polymerisieren. Dabei kann man den gewünschten Erweichungs- oder Klebepunkt, der durch den Verwendungszweck
des Polymerisates bzw. Fasermaterialβ bestimmt wird, durch Variation der Acrylnitrilmenge einstellen. Eine
Erhöhung des Acrylnitrilanteils läßt den Erweichungspunkt
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ansteigen, eine Erniedrigung innerhalb der angegebenen Grenzen senkt ihn ab, ohne daß die fadenbildenden Eigenschaften
in Mitleidenschaft gezogen werden.
Die Herstellung der Fäden und Folien aus den Terpolymerisaten
erfolgt in bekannter Weise, z.B. nach einem Naß- oder Trockenspinnverfahren, wie es in H.F. Mark, S.M.Atlas, E. Cernia
"Man<-Made Fibers: Science and Technology", Vol.III, Interacience
Publishers, New York,1968, Seite 172-184 beschrieben ist.
Die in den folgenden Beispielen angegebenen Teile sind Gewichtsteile.
In ein 2-Liter-RUhrgefäß mit Tropftrichtern, Rührer, Rückflußkühler
und Stickstoffzuleitung füllt man ein :
Joo Teile entionisiertes Wasser
2 Teile wasserfreies Natriumsulfat
4 Teile n-Schwefelsäure
o,ooo5 Teile zweiwertiges Eisenammoniumsulfat
Dann wird die Mischung auf 4o 0C temperiert und alle Luft
durch Stickstoff verdrängt. Unter dauerndem Überleiten von Stickstoff und Aufrechterhaltung der Temperatur von 4o 0C
tropft man aus drei verschiedenen Tropftrichtern folgende Lösungen innerhalb von 4 Stunden zu :
Lösung I 25o Teile entionisiertes Wasser
1 Teil n-Sehwefelsäure 1 Teil Kailumperoxidlsulfat
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Lösung II 25o Teile entionisiertes Wasser
1 Teil Natriumsulfat 1,4 Teile Natriumpyrosulfit
Lösung III
Io4 Teile Acrylnitril 48 Teile Methacrylnitril 8 Teile Acrylsäuremethylester
Nach dem Einlaufen aller Komponenten rührt man noch 2 Stunden bei 4o 0C nach, nutscht dann ab und wäscht dreimal mit je
looo Teilen Wasser. Das Polymerisat wird dann im Trockenschrank
bei 5o 0C getrocknet. Man erhält so 148 Teile ( 92 %
der Theorie) eines lockeren, weißen Copolymerisate, das einen K-Wert ( nach Pikentscher, Cellulosechemie 13 (1932),
S. 58 ) von 8l ( in Dimethylformamid ) aufweist. Der Erweichungspunkt
eines hieraus hergestellten Films beträgt 160 0C, gemessen an einem 15 /U starken Film. Zur Herstellung
dieses Films bringt man eine 10 Gew.-Ji des Polymerisats enthaltende
Dimethylformamidlösung auf eine Glasplatte auf und zieht mit einem geeigneten Filmziehgerät einen Film, der
nach dem Trocknen bei 500C eine durchschnittliche Stärke von
15 /U aufweist und einen Dimethylformamidgehalt von weniger als 2 % hat. Als Erweichungs- oder Klebepunkt ist diejenige
Temperatur charakteristisch, bei der der Filmstreifen unter Schrumpfung zusammenklebt und sich nach dem Erkalten nicht
mehr glätten läßt.
In ein 2-Liter-Reaktionsgefäß mit Rührer, Tropftrichtern, Rückflußkühler und Stickstoffzuleitung werden eingefüllt
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25ο
2 o,ooo5
Man erwärmt die Mischung auf 4o 0C , verdrängt die Luft
durch Stickstoff und tropft aus getrennten Tropftrichtern innerhalb von 3 1/2 Stunden unter fortwährendem überleiten
von Stickstoff folgende Lösungen ein :
Teil n-Schwefelsäure o,9 Teile Kallumperoxidisulfat
| Lösung | II | 2oo |
| 1 | ||
| 1.3 | ||
| Lösung | III | 112 |
| 4o | ||
| 8 |
Teile entionisiertes Wasser Teil wasserfreies Natriumsulfat Teile Natriumpyrosulflt
Teile Acrylnitril Teile Methacrylnitril Teile Acrylsäuremethylester
Nach dem Zulauf aller Komponenten wird noch 2 Stunden nachgerührt und dann wie in Beispiel 1 angegeben aufgearbeitet.
Man erhält so l4o Teile ( 87 % der Theorie) eines Polymerisates, das einen K-Wert ( nach Fikentscher, Cellulosechemie 13 (1932), S. 58) von 86,4 in Dimethylformamid hat.
Der Erweichungspunkt eines daraus hergestellten Films der nach der in Beispiel 1 angegebenen Methode bestimmt wurde,
liegt bei 175 0C
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In einem 2-Liter-Reaktionsgefäß mit Rührer, Tropftrichtern
und Rückflußkühler werden vorgelegt :
5oo Teile entionisiertes Wasser
1,^ T-oilo Texapon K 12 (Laurylsulfat-
Natriumsalz )
Nach der Verdrängung der Luft durch Stickstoff und Temperieren der Vorlage auf 4o 0C werden gleichzeitig
ψ und nebeneinander folgende Lösungen innerhalb 2,5 Stunden
eingetropft :
| Lösung | I | 15o |
| 1 | ||
| Lösung | II | 15o |
| 2 | ||
| Lösung | III | 12o |
| 6o | ||
| 2o |
Teile entionisiertes Wasser 1,8 Teile Kaliumperoxidisulfat
Teile entionisiertes Wasser 2,1 Teile Natriumpyrosulfit
Ti;.1 *<- Acrylnitril
Teile Methacrylnitril Teile Acrylsäureäthylester
Nach dem Eintropfen wird noch Io Stunden bei 4o 0C nachgerührt
und der Latex dann durch Zugabe von Kochsalzlösung gefällt. Nach mehrmaligem Waschen mit entionisiertem Wasser wird das
Polymerisat bei 5o ° C im Trockenschrank getrocknet. Man erhält so I98 g ( 99 % der Theorie ) eines Copolymerisate,
das einen K-Wert von 93 ( in Dimethylformamid ) aufweist.
Der Erweichungspunkt eines aus diesem Polymerisat hergestellten Films liegt nach der in Beispiel 1 angegebenen
Methode bei 175 0C
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Claims (2)
1. Schmelzklebefäden und -folien aus thermoplastischen Acrylnitril-Copolymerisaten mit einem Erweichungspunkt
zwischen 125 und 175 °C, bestShend in copolymerisierter
Form aus 6o bis ?o Gew.jß Acrylnitril, Jo bis 25 Gew.#
Methacrylnitril und 5 bis Io Gew.ji Acrylsäure*· oder
Methacrylsäureestern.
2. Verfahren zur Herstellung von Schmelzklebefäden aus
thermoplastischen Acrylnitril-Copolymerisaten mit einem Erweichungspunkt zwischen 125 und 175 0C
durch Copolymerisation von Acrylnitril mit Methacryl- "
hitril und Acrylsäure- oder Methacrylsäureestern
und Verarbeitung zu Fäden und Folien in bekannter Weise, dadurch gekennzeichnet, daß man 6o bis 7o Gew.Ji
Acrylnitril, 2o bis 3o Gew.ji Methacrylnitril und
5 bis Io Gew.% Acrylsäureester copolymer!siert und zu
Fäden und Folien verarbeitet.
J. Verwendung von Fäden und Folien aus thermoplastischen
Acrylnitril-Copolymerisaten, bestehend in copolyr merisierter Form aus 6o - 7o Gew.$ Acrylnitril^
Jo - 25 Gew.ji Methacrylnitril und 5 - Io Gew,# Acrylsäure-
oder Methacrylsäureestern, zum Schmelzkleben·
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| EHV | Ceased/renunciation |