DE1765C - Verfahren zur Darstellung von Kohlensäure beliebiger Spannung - Google Patents
Verfahren zur Darstellung von Kohlensäure beliebiger SpannungInfo
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Description
1877.
Klasse 12. /
HENDRIK BEINS in GRONINGEN. Verfahren zur Darstellung von Kohlensäure beliebiger Spannung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 14. August 1877 ab,
Längste Dauer: 6. October 1888.
Meine Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur directen Darstellung von Kohlensäure
beliebiger Spannung, und deren Anwendung zu technischen Zwecken der verschiedensten
Art.
Das Verfahren beruht auf der von mir gemachten Beobachtung, dafs doppeltkohlensaures
Natron oder Kali bei Erhitzung in einem geschlossenen Gefäfse Kohlensäure Unter Druck
entwickelt, welch letzterer um so stärker wird, je mehr Bicarbonat zur Verwendung kommt und
je länger man die Erhitzung fortsetzt, so dafs, wenn man das Bicarbonat öfter erneuert und die
Erhitzung genügend lange fortsetzt, die Kohlensäure in der Vorlage, in welche sie übergeführt
wird, zuletzt in flüssigen Zustand übergeht.
Eine höhere Hitze bewirkt höhere Spannung. So bekommt man bei ungefähr 100" C. drei bis
vier Atmosphären Druck, während man schon bei 350 bis 4000C. die höchsten Spannungen
erreicht. Fängt man die Kohlensäure in Behälter auf, welche die normale Temperatur
unserer Atmosphäre, also ungefähr 150C. haben,
so erhält man in denselben flüssige Kohlensäure von 60 bis 67 Atmosphären Druck. Wird
das Reservoir gehörig kalt, ζ. B. auf 00C. gehalten,
so bekommt man flüssige Kohlensäure von ungefähr 37,5 Atmosphären, was dem Druck
entspricht, unter dem die Kohlensäure bei 00C.
flüssig wird. Unter entsprechenden Maafsnahmen bekommt man also flüssige Kohlensäure von
jeder beliebigen Spannung. Ich nenne diese flüssige Kohlensäure »Carboleum«, weil mir diese
Benennung (Kohlenöl) für die Praxis passend erscheint.
Für verschiedene Zwecke können sehr verschiedene Spannungen der so entwickelten
Kohlensäure erzielt werden, jedoch wird die flüssige Form die wichtigste und wirksamste
sein.
Ich habe mich davon überzeugt, dafs Sammelbehälter von verschiedenem Material, von gehämmertem
Kupfer, Gufsstahl, Glas vollkommen undurchdringlich für die unter hoher Gasspannung
stehende Kohlensäure sind.
Gewöhnliche gut geschliffene Hähne sind vollkommen hinreichend, um das Gas abzuschliefsen.
Jedoch gebrauche ich einen besonders construirten Häupthahn, wenn ich das Gas für
längere Zeit abschliefsen will, z. B. für Tage, Wochen und länger. Dieser Haupthahn unterscheidet
sich von den gewöhnlichen einfach dadurch, dafs ich ihn an den Stellen, wo er nicht
gasdicht ist, mit bleigefütterten aufgeschraubten Deckeln abschliefse.
Die Schraubenverbindungen, welche vor und nach dem Procefs gelöst werden müssen, sind
mit bleiernen Ringen oder Platten versehen, die angeprefst vollkommen abschliefsen. Werden
diese Stellen später erwärmt, so schliefst das Blei um so besser, nur darf man es nicht über
1000C. erhitzen, weil es dann zu weich wird
und nicht mehr dem Drücke des Gases widersteht. Ich wende in diesen Fällen immer mit
dem besten Erfolg Wasserkühlung an.
Zum besseren Verständnifs meines Verfahrens mag das im Folgenden beschriebene Experiment
dienen, mittelst dessen man auf einfache und bequeme Weise Kohlensäure von sehr hoher
Spannung herstellen kann.
Eine an dem einen Ende offene schmiedeiserne Röhre wird der Länge nach an einem
einfachen Feuer erhitzt, so dafs das offene Ende sich ungefähr ι ο cm aufserhalb des Feuers befindet.
Durch dieses Ende schiebt man in einer passenden eisernen Hülse das gepulverte Natronbicarbonat
hinein und verschliefst darauf die OefFnung rasch mit einer Schraube mit bleiernem
Ringe. Auf dieses Blei wird dann ein Strahl kalten Wassers gerichtet. Die Entwicklung beginnt
unmittelbar nach Erreichung des geeigneten Wärmegrades. Der Abführungskanal für das entwickelte Gas ist mit Kupfer, an die Entwicklungsröhre
angelöthet und führt zum Reservoir, das mit Wasserstandglas und Manometer versehen ist.
Im allgemeinen genügen 2 kg Metall pro Liter Carboleum, um ein gutes Reservoir darzustellen
(das wegen der grofsen Ausdehnungsfähigkeit des Carboleums durch Erwärmung nie ganz gefüllt
sein darf), und da das Reservoir immer kühl gehalten, d. h. die Verdampfungswärme
den Wänden des Reservoirs entzogen werden mufs, so ist es am besten, gröfsere Reservoirs
aus vielen kleinen Röhren oder Kästen herzustellen; dieselben sind auch relativ leichter.
Für kleinere Versuche bedient man sich einer starken Glasrohre, die vorher geprüft worden
ist. Das Glas wird erwärmt und mittelst geschmolzenen gewöhnlichen Siegellacks genügend
fest an das Metallrohr gekittet.
Hat man das Ganze in Ordnung gestellt, aus begreiflichen Gründen jedoch so, dafs das entwickelte
Gas gehörig abgekühlt wird, und ist die Entwicklungsröhre bis 350 oder 4000C. erhitzt,
dann bleibt das Manometer stehen und das Carboleum sammelt sich flüssig im Reservoir
an. Die Oberfläche ist wellenförmig in Bewegung und zusehends mehrt sich die ganz
wasserhelle Flüssigkeit. In wenigen Minuten ist abdestillirt. Ist ungefähr ein Drittel des Volumens
und ein Viertel des Gewichts des angewendeten doppeltkohlensauren Natrons als Carboleum gewonnen, so schliefst man ab, erneuert
die Ladung und fährt so fort, bis man die verlangte Menge Carboleum gewonnen hat.
Die nach diesem Verfahren dargestellte flüssige Kohlensäure (Carboleum) ist aufserordentlich
billig und wegen ihrer hohen Spannung vortrefflich als motorische Kraft zu gebrauchen,
ι 1 Carboleum (bei 120C. von ungefähr 0,8 spec.
Gewicht) liefert nämlich 400 1 Gas; 16 1 aber geben eine Pferdekraft pro Stunde.
Zur Darstellung der Kohlensäure für technische Zwecke, namentlich für die Fabrikation
künstlicher Mineralwasser, bediene ich mich des in beiliegender Zeichnung dargestellten Apparates.
Auf das Gufsstück A A ist mittelst Eisenring B B die Eisenretorte c c c c c c befestigt.
Diese Retorte besteht aus zwei concentrischen Röhren; zwischen diesen beiden Röhren befindet
sich ein ringförmiger Raum ο ο ο ο. In diesen
Raum wird das Natriumbicarbonat gebracht. In die centrale Röhre steckt man das GlüheisenNN,
wodurch das umgebende Natriumbicarbonat erhitzt und Kohlensäure entwickelt wird. Diese
entweicht aus der Retorte durch den aufgeschraubten Deckel D D und gelangt dann durch
Röhre E G in den Behälter H. Das mitgeführte und unterwegs condensirte Hydratwasser
bleibt im Gefäfs F zurück. In H wird das Gas je nach der Menge, die entwickelt wird,
durch Selbstcompression auf beliebige Spannung condensirt, also nach Umständen flüssig gemacht.
In dem Falle liest man den Stand der Flüssigkeit an dem Wasserstandglase / ab. Das
Manometer K giebt den Druck an.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:τ. Das oben beschriebene Verfahren zur Erzeugung von Kohlensäure beliebiger Spannung in der Art, dafs man doppeltkohlensaures Natron oder Kali in einem geschlossenen Gefäfse erhitzt und die entweichende Kohlensäure in einer hinlänglich starken Vorlage auffängt, von welcher aus man die gespannte Kohlensäure, je nach Bedürfhifs, für technische und industrielle Zwecke aller Art entnehmen kann.
- 2. Den oben beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten Apparat und seine Verbindung mit Miner.alwasserapparaten und anderen den verschiedensten technischen Zwecken dienenden Apparaten und Maschinen.
- 3. Die Anwendung meines Verfahrens für technische und industrielle Zwecke aller Art.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1765T | 1877-08-13 |
Publications (1)
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ID=70772985
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| DE1765DA Expired - Lifetime DE1765C (de) | 1877-08-13 | 1877-08-13 | Verfahren zur Darstellung von Kohlensäure beliebiger Spannung |
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| DE (1) | DE1765C (de) |
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1877
- 1877-08-13 DE DE1765DA patent/DE1765C/de not_active Expired - Lifetime
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