DE17201C - Verfahrungsweise der Reinigung der aus Runkelrüben oder Melassen gewonnenen Alkohole - Google Patents
Verfahrungsweise der Reinigung der aus Runkelrüben oder Melassen gewonnenen AlkoholeInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
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- B01D3/00—Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
- B01D3/001—Processes specially adapted for distillation or rectification of fermented solutions
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 6: Bier, Branntwein, Wein, Essig und Hefe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. Juli 1881 ab.
Meine Erfindung betrifft Verfahrungsweisen, um die Reindarstellung der Runkelrüben- oder
Melassen-Alkohole zu vervollkommnen, und führe ich folgendes Verfahren als Beispiel an, wie
man gewöhnlich im Handel vorkommende Alkohole dieser Art, von ungefähr 90 pCt., rein
darstellen kann.
Zur Ausübung meines Verfahrens bedient man sich aus verzinktem Eisenblech hergestellter
Gefäfse, oder besser noch, aus Hammereisen gefertigter und emaillirter Behälter. In
derartige Behälter bringt man xden zu reinigenden Alkohol. Dann giebt man auf jeden
Hectoliter Alkohol von ungefähr 90 ρ Ct. 70 bis 80 g reines Aetzkali. Nachdem man die
Mischung etwa 1 Stunde lang hat stehen lassen, rührt man sie gehörig um und wiederholt dieses
Umrühren von 12 zu 12 Stunden während der ersten 24 Stunden. Man läfst dann die Flüssigkeit
12 Stunden stehen, giebt 10 pCt. Wasser hinzu und wiederholt das Umrühren der Flüssigkeitsmasse
wiederum von 12 zu 12 Stunden während der folgenden Periode von 36 Stunden.
Nachdem man dann den Alkohol während 24 Stunden hat stehen lassen, filtrirt man denselben
durch eine Asbestschicht in Gefäfse von demselben Material als die vorerwähnten.
Die Gefäfse, deren man sich für die soeben beschriebene und für die infolge zu beschreibende
Operation bedient, können während der ganzen Dauer des Verfahrens geschlossen bleiben.
Eine Localtemperatur von 15 bis 200 C. ist'
dem Procefs förderlich.
Das Umrühren geschieht am besten mittelst hochpolirter Eisenstangen oder Glasstäbe.
Das dem Alkohol zugesetzte Kali mufs von bester Qualität sein, wenn man ein zufriedenstellendes
Resultat erzielen will.
Nachdem man den Alkohol in den zweiten Behälter geschafft hat, neutralisirt man das Kali
durch pulverisirte Weinsteinsäure, indem man auf je 100 g Kali ungefähr 290 g der Säure
zusetzt. Dann wird die Flüssigkeit umgerührt und 12 Stunden ruhig stehen gelassen. Nach
Ablauf dieser Zeit giebt man ungefähr 10 1 Wasser für jeden Hectoliter Alkohol hinzu, läfst
die Flüssigkeit wiederum 12 Stunden stehen und filtrirt sie vor dem Abdestilliren durch.
Man wird bemerken, dafs durch den Zusatz der angegebenen Weinsteinsäuremenge die
Flüssigkeit einigermafsen sauer reagirt.: Dieser Ueberschufs an Säure ist aber nothwendig,
wenn das Ueberdestilliren, wie es gewöhnlich geschieht, in kupfernen Behältern vorgenommen
wird. Diese Säure theilt sich übrigens dem abdestillirten Alkohol nicht mit.
Auf diese Weise wird man, mit Ausnahme des ersten Ausgusses von ungefähr 1 pCt., einen
gleichförmig reinen Alkohol erhalten, vom Anfang der Destillation bis zu Ende, ein Vortheil,
den dieses Verfahren allen anderen bisher bekannten voraus hat, da dieselben einen viel
beträchtlicheren »ersten Ausgufs« abgeben und ferner einen »Rückstand« zurücklassen, der
kaum mehr für menschlichen Genufs verwendbar ist.
Selbst dieser auf gewöhnlichem Rectificationswege erhaltene »Rückstand« kann durch mein
Verfahren so gereinigt werden, dafs er den gewöhnlich im Handel vorkommenden Alkohol
bei weitern übertrifft. Zu diesem Ende wird man ungefähr ioo g Kali anstatt der obenerwähnten
Quantität pro Hectoliter brauchen und die Dauer des Verfahrens von ungefähr 5 Tagen bis auf io bis 12 Tage ausdehnen.
Schliefslich kann mit Hülfe meines Verfahrens die Reinigung des Alkohols auch auf kaltem
Wege, d. h. ohne alle weitere Destillation geschehen, in welchem Falle man nur so viel
Weinsteinsäure hinzusetzt, als gerade nothwendig ist, das Kali vollständig zu neutralisiren.
Selbstverständlich binde ich mich nicht an die genauen Mengenverhältnisse der genannten
Substanzen, auch nicht unbedingt an die Dauer und den Gang der Operation, alles dies ist
vielmehr nur als Beispiel zur Erläuterung meines Verfahrens angeführt. Die Mengenverhältnisse
und vorzüglich die Dauer der Operation sind beispielsweise vollständig abhängig von der
Qualität des zu behandelnden Alkohols.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Das Verfahren der Reinigung des aus Runkelrüben oder Melassen gewonnenen Alkohols mit Hülfe von Aetzkali und Weinsteinsäure.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE17201C true DE17201C (de) |
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| DENDAT17201D Active DE17201C (de) | Verfahrungsweise der Reinigung der aus Runkelrüben oder Melassen gewonnenen Alkohole |
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