DE14036C - Neuerungen an pneumatischen Gasanzündern - Google Patents
Neuerungen an pneumatischen GasanzündernInfo
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F23—COMBUSTION APPARATUS; COMBUSTION PROCESSES
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
In diesem pneumatischen Zündapparat, der wie die meisten dieser Art durch den willkürlich
auf eine gewisse Höhe gebrachten Druck des Gases die selbstthätige Zündung der Leuchtflamme
bewirkt, wie die Löschung der letzteren durch Herabminderung des Druckes bewerkstelligt,
tritt als neuer Gedanke die Benutzung einer immerwährend brennenden Zündflamme
und eine eigene Art der Entzündung hervor. Während nämlich die seither vorgeschlagenen
pneumatischen Zünder eine Zündflamme besafsen, welche während der Tageszeit als kleines Flämmchen
brannte und während der Brennzeit der Leuchtflamme erloschen war, brennt bei dem
vorliegenden Apparat diese kleine Zündflamme immerwährend, und zwischen sie und den Leuchtbrenner
ist eine eigenthümliche Zündröhre eingeschaltet, welche das Feuer von der Zündflamme
zum Leuchtbrenner weiter leitet, sobald der Apparat in Function gesetzt wird.
Die übrigen Neuerungen an diesem Apparat betreffen die allgemeine Combination der Theile,
sowie die Anwendung von Isolatoren zur Vermeidung von Wärmetransmission auf die zarten
Membranen, die hier statt Kolben oder in Quecksilber schwimmender Glocken in Anwendung
kommen.
Fig. ι stellt einen auf dem erwähnten Princip beruhenden Apparat mit zwei Membranen dar.
Fig. 2 ist ein Querschnitt nach Linie a-l·
der Fig. 1.
Der Apparat Fig. 3, für Gaslüstres bestimmt, besitzt nur eine Membrane.
Die Fig. 4 und 5 sind kleine Modifikationen in der Anordnung der Ventile.
Fig. 6 ist ein Querschnitt der Fig. 5 nach Linie c-d.
Der Apparat Fig. 1 wirkt in folgender Weise:
Die Flamme α brennt fortwährend im Innern des engen Schutzcylinders b.
Ueber den letzteren ist ein zweiter Cylinder c geschoben, der die Brenner- und Zündröhren
verdeckt, gewöhnlich in Porcellan oder emaillirtem Kupfer ausgeführt. Durch die immerwährend
brennende Zündflamme soll die Unsicherheit vermieden werden, die bei den Apparaten mit
zeitweise erlöschender Zündflamme zu Tage tritt. Durch das bei jenen Apparaten stattfindende
Emporschlagen der Zündflamme gegen den Leuchtbrenner wird dieser, oder bevor er erlischt, die Zündflamme an jenem wieder entzündet.
Versagt letzteres, so hört das automatische Zünden auf und der Apparat mufs
erst wieder durch Anzünden der Zündflamme functionsfähig gemacht werden. Dieses Zünden
durch Emportreiben einer Zündflamme durch die Erhöhung des Druckes bedingt aber eine
ganz bestimmte, geringe Entfernung der Zündflamme von dem Leuchtbrenner und eine seitliche Stellung der ersteren gegen den letzteren.
Es ist deshalb in den Apparaten mit während der Brennzeit gelöschter Zündflamme diese nur
ungenügend gegen das Auslöschen durch Wind oder Hineinfallen der Insecten geschützt.
Diese Uebelstände treffen bei der hier getroffenen Anordnung nicht ein. Der äufsere
Schutzcylinder, Bougie, ist ohne jede seitliche Oeffnung, so dafs nur etwa von oben kommende
Windstöfse oder hineinfallende Körper der Zündflamme gefährlich werden könnten. Diese aber
liegt in einer verhältnifsmäfsig bedeutenden Tiefe senkrecht unter dem Leuchtbrenner r, in dem
an seinem oberen Ende eingezogenen, von der Brennertülle q vollständig überdeckten Schutzcylinder
b. Die Brennertülle verjüngt sich nach oben und ist an ■ ihrem unteren Ende konisch
zugespitzt, um die gegen dieselben strömenden Verbrennungsproducte der Zündflamme leicht
abzuleiten. Durch diese geschützte Lage der Zündflamme ist es unmöglich, dafs Insecten
oder andere Körper in dieselbe fallen können und selbst Windstöfse durch die erwähnte Gestaltung
der Brennertülle nicht vernichtend auf sie einzuwirken vermögen.
Um den Leuchtbrenner zu entzünden, wird der Gasdruck vermehrt. Derselbe hebt bei der
dem Apparat entsprechenden Druckhöhe die Membrane e und somit die Röhre f von dem
frei an einem dünnen Draht hängenden Ventil g Ab, worauf sofort Gas durch die Röhre /, die
Kanäle A, den ringförmigen Kanal A1 und von diesem in die Zündröhre i tritt. Das an den
kleinen Löchern k . . . . austretende Gas gelangt bei / durch einen kleinen Schlitz in das
Innere des Cylinders b, entzündet sich an der Flamme α und infolge dessen entzündet sich
das aus den übrigen Löchern k ausströmende Gas, schlägt aus der Mündung des Bougie heraus
und entzündet das mittlerweile aus dem Leuchtbrenner ausströmende Gas.
Sobald aber die Röhre f1 die ringförmige
Eindrehung überschritten hat, wird der Gaszuflufs zu dem Zündrohre i abgeschnitten und
die Flammen desselben erlöschen. Dagegen gelangt durch η ο f q fortwährend Gas nach
dem Leuchtbrenner ;-. Wird der Druck wieder so weit herabgemindert, dafs die Röhre / auf
das Ventil g niedersinkt, so erlischt der Leuchtbrenner, während der Zündbrenner α ruhig
weiter brennt.
Die Fig. 4 und 5 zeigen eine Modification in der Anordnung der Ventile.
In Fig. 5 steht das in Fig. 1 aufgehängte Ventil frei auf einer durchlöcherten Platte; es spielt
leicht in der Verlängerung der Röhre /, so dafs letztere ihren Sitz ohne Zwang auf das Ventil
aufsetzen kann.
In Fig. 4 ist statt des Abschlusses der Zündröhre vom Gaszuflufs durch eine eingeschliffene
Röhre f1, welche die ringförmige Eindrehung abschneidet, ein Ventil g1 angewendet, welches
die Röhre oben an ihrer Spitze abdichtet. Das Gas für ' den Leuchtbrenner strömt während des
Brennens durch die Löcher s in die Seitenkanäle t, Röhre u, und zum Brenner. Das Gas zu dem
Zündbrenner α strömt, wie bei Fig. 1, durch eine besondere Röhre 0, welche unterhalb des
Ventils g abgezweigt ist und also mit dem Mechanismus gar nichts zu schaffen hat.
Der in Fig. 3 gezeichnete Apparat mit nur einer Membrane ist nach dem Vorherbeschriebenen
selbstverständlich. Seine Wirksamkeit beruht genau auf den gleichen Vorgängen; nur macht der Fortfall der zweiten Membrane
es nöthig, dafs der Druck nicht unter die zum Zünden angenommene Höhe herabsinkt.
Eine wesentliche Verbesserung der Zündapparate ist durch die Anwendung von Wärme-Isolatoren
bei w und w1 erreicht.
Die in dem Rohr oder Cylinder b, Bougie c angesammelte Hitze kann infolge des Zwischenschaltens
eines schlechten Wärmeleiters (Knochen, Horn, Buchsholz u. dergl.) bei w und w1 nicht
bis zu den Membranen geleitet werden, wodurch deren Erhaltung gesichert ist.
Durch die Oeffnungen ζ und z1 tritt die zur
Unterhaltung der Zündflamme, sowie zur Verbrennung des Zündgases erforderliche Luft ein,
welche bei dieser Führung gleichzeitig eine abkühlende Wirkung ausübt.
Ueber die Anordnung der Membranen und die Einrichtung der Röhren f und fl ist noch
folgendes zu sagen: Der für die Ingangsetzung des Apparates nöthige Druck, der sogenannte
Zündedruck, ist etwas gröfser, als der im allgemeinen für die Brenner erforderliche Gasdruck.
Um nun nach dem Entzünden der Laternen den Druck wieder auf den normalen herabmindern
zu können, ohne dafs dadurch die Röhre f auf ihren Ventilsitz herabfällt, ist die
zweite Membrane e1 eingeschaltet. Während der Zündedruck anfangs nur auf die untere
Membrane wirkt und erst, nachdem sich die Röhre f gehoben hat, auch Zutritt unter die
zweite erhält, wirkt nun der normale Druck auf zwei Flächen zugleich und ist so im Stande, die
gehobenen Röhren / und f1 in die Höhe zu
halten, selbst wenn derselbe unter diesen sinken sollte. Das Löschen der Apparate, findet statt,
wenn der Druck so weit herabgemindert wird, dafs er dem Gewichte der beiden Röhren /
und f1 das Gleichgewicht nicht mehr halten kann. Es fällt die Röhre / auf das Ventil g
und unterbricht so die Gaszuführung zum Brenner r.
Zur Regulirung des Apparates auf den gewünschten Zünde- und Löschdruck dienen die
Ringe yy1, zwischen welchen die Membranen
eingeklemmt sind. Die der Wirkung des zu Gebot stehenden Druckes ausgesetzte Fläche
der Membrane kann nach Belieben verändert werden durch Vergröfserung oder Verkleinerung
des inneren Durchmessers der Ringe.
Claims (9)
- Patent-An sprüche:ι. Die immerwährend brennende Zündflamme a in .der Mittelaxe des Apparates.
- 2. Die Zündröhre i, welche das Feuer von der Zündflamme an die Leuchtflamme überträgt.
- 3. Die behufs Schutzes der Zündflamme gegen Windstofs von oben und Hereinfallen von Insecten etc. in Fig. 1 und 3 angegebene Gestaltung und Stellung der Brennertülle zu der eingezogenen Mündung des inneren Schutzcylinders b.
- 4. Die Anwendung von Isolirkörpern w und w1.
- 5. Die Röhren/ und f1, erstere auf einem frei beweglichen Ventil aufsitzend, letztere den ringförmigen Kanal m abschliefsend, jede dieser Röhren in Verbindung mit einer Membrane e bezw. e1.
- 6. Die Membranen in besondere Ringe y y1 geklemmt, deren innerer Durchmesser den zur gewünschten Wirkung des Apparates nothwendigen Druck bestimmt.
- 7. Die in Fig. 4 angegebene Modification, bestehend in dem Abschlufs des Gases zum Zündrohr durch das Ventil gl und in der Führung des Gases zum Leuchtbrenner durch die Löcher s und die seitlichen Kanäle t.
- 8. Ersatz des aufgehängten Ventils g, Fig. 1, durch ein freistehendes, wie dargestellt in Fig- S-
- 9. Die in Fig. 3 zum Zünden von Lustres dargestellte Modification der Fig. 1, wobei aus den angegebenen Gründen die Röhre/ und die Membrane e weggelassen sind.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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|---|---|
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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|---|---|
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- DE DENDAT14036D patent/DE14036C/de active Active
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