DE134281C - - Google Patents

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DE134281C
DE134281C DENDAT134281D DE134281DA DE134281C DE 134281 C DE134281 C DE 134281C DE NDAT134281 D DENDAT134281 D DE NDAT134281D DE 134281D A DE134281D A DE 134281DA DE 134281 C DE134281 C DE 134281C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D18/00Pressure casting; Vacuum casting
    • B22D18/02Pressure casting making use of mechanical pressure devices, e.g. cast-forging
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B22CASTING; POWDER METALLURGY
    • B22DCASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
    • B22D19/00Casting in, on, or around objects which form part of the product

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Moulds For Moulding Plastics Or The Like (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Nachstehend beschriebenes und auf Blatt 1 und 2 dargestelltes Verfahren ist bestimmt, in erster Linie Rippenkörper und Panzerungen herzustellen, die infolge ihres Verwendungs;4 Zweckes außerordentlich genau und sorgfältig hergestellt werden müssen. -■'
Dafs hierzu die bisher benutzten .Hütteneinrichtungen nicht genügen, ist klar. . ;
Denn die bisher verwendeten glatten Panzerplatten wurden z. B. entweder aus einem gegossenen Stahlblock gewalzt oder gehämmert, gepreist unter schweren hydraulischen Pressen.
Bei den nachfolgend angegebenen, nicht glatten Formen ist diese Herstellungsart in vielen wichtigen Fällen ohne Weiteres ausgeschlossen. ■
Die Zusammensetzung dieser Platten aus einzelnen für sich hergestellten Theilen ist nicht nur kostspielig, sondern für einen Panzer auch zu unsicher und gefährlich.
Es bleibt in erster Linie ein Metall für diese Herstellungsart übrig, das in der Neuzeit eine bedeutende Verwendung in allen Bauten, welche Zähigkeit und Festigkeit verlangen, gefunden hat.
Es ist der Stahlfacongufs bezw. flüssiger, aus den besten Rohstoffen erzeugter Stahl.
Die Vorzüge, die diesem Metall in Bezug auf Gleichmäfsigkeit, Festigkeit und Dehnung durch beste, neue Einrichtungen zu geben möglich sind, sind grofs.
Hat man doch die verschiedensten Gufsstücke mit ca. 30 bis 80 kg Festigkeit und ca. 50 bis iopCt. Dehnung bereits hergestellt.
Jedoch würde für vorstehenden Zweck das bisher übliche Einformen und Giefsen in von unzuverlässigen Arbeiterhänden hergestellten Formen aus Lehm, Sand, Thon und anderen Mischungen schon deshalb zu verwerfen sein, weil für die in beiliegenden Zeichnungen dargestellte Panzerbauart genaue, gleichmäfsige Formen, Wandstärken, Rippen sowie glatte, scharfkantige Oberflächen unbedingt verlangt werden müssen.
Dies ist aber nur mit genau arbeitenden Maschinen und nach Verfahren erreichbar, die von allen bisherigen Vorrichtungen und Verfahren abweichende Einrichtungen besitzen.
Auf Blatt ι und 2 sind dieselben in der Hauptsache dargestellt.
Die Traversen 1 und 3 in Fig. 1 auf Blatt 1 sind durch die Säulen 2 starr mit einander verbunden.
In den Traversen sind die durch Dampf, Wasser, Gase, Prefsluft u. s. w. beliebig beweglichen Kolben 4, 7 angeordnet.
An deren Kolbenstangen 5 und 6 sind die Traversen 8 und 9 derart befestigt, dafs sie den Bewegungen der Stangen 5 und 6 beliebig folgen können.
Auf den Traversen 8 und 9 sind hohle Kasten, Träger 10 und 22 geschraubt.
In diesen Kasten sind die Hohldorne, Fagohstücke 11,21 beliebig befestigt.
Diese Hohldorne, FaconstUcke 11, 21 werden von innen durch die Rohrleitungen 13,23 mittelst Spritzrohre 12, 20 und hierdurch geleitetes kaltes Wasser, kalte Luft, Gase u. s. w. oder ein beliebiges Kühlmittel kühl gehalten.
Angenommen, es solle eine Panzerplatte der auf Blatt 1, Fig. 1 durch schwarze Schattirung dargestellten Form hergestellt werden, dann kommen am besten die Hohldorne 1 !,welche
die Vorderfläche (Beschufsseite) der Panzerplatten formen, nach unten, die hohlen Faconstücke 2i in die obere Traverse, denn die Beschufsseite mufs selbstredend am dichtesten, glättesten und event, härtesten sein.
Der für diese Panzerplatten erforderliche Stahl wird am besten in Siemens-Martin-Oefen in der sorgfältigsten Weise und unter Berücksichtigung aller auf diesem Gebiete gemachten Erfahrungen hergestellt, wobei die vor dem Gufs zu machenden Proben den vorher gemachten Zerreifs - und Beschufsversuchen möglichst entsprechen sollen.
Das fertige Stahlbad kann nun entweder unmittelbar aus dem Martin-Ofen in die untere Form fliefsen oder in fahrbare Behälter gefüllt und aus diesen in die Form Fig. ι und 2, Blatt ι eingefüllt werden.
Diese Form wird durch die" Bodenplatte (Kasten) 10, die seitlich dicht anschliefsenden und innerlich kühlbaren Wände 14 gebildet. Letztere sind durch Schrauben 1 5, Zahnräder 17, Schneckenräder 18, Handkurbeln 19 oder in beliebiger Weise beweglich.
Das fertige Stahlbad kann selbstredend auch aus Pfannen u. s. w. in genau vorher bestimmten Mengen und Gewichten in die untere Form gegossen werden.
Erforderlichenfalls läfst man das Stahlbad in der unteren Form so lange stehen, bis es sich beruhigt hat öder die Gase, Schlacken, unreinen Beimengungen u. s. w. entweichen, sich an der Oberfläche sammeln und von hier durch geeighete Mittel entfernt werden.
Die unteren Dorne il, die Bodenfläche 10 und die Seitenwände 14 werden dabei nur so weit gekühlt, dafs sowohl eine nachtheilige Erhitzung derselben, als auch eine schädliche Abkühlung des Stählbades vermieden wird.
Nunmehr wird die obere Traverse 22 gesenkt, und je nach Art des Metallbades werden die Fäconstücke 21 rasch oder langsam in das Metallbad eingedrückt.
In den meisten Fällen wird es zweckmäfsig sein, die erste Bewegung rasch und weiter fortschreitend immer langsamer zu machen, so dafs die noch etwa eingeschlossenen Schlacken, Gase, Unreinigkeiten u. s. w. nach oben entweichen können öder durch den ausgeübten, gegebenenfalls starken Druck vollständig ge^ schlössen, verschweifst, verdichtet werden.
Im Augenblick des gföfsten, vom Kolben 4 ausgeübten Druckes sitzt der obere Kasten 22 mit seinen abgeschrägten unteren Kanten auf den seitlichen Wangen 14 auf, und damit ist ■ die endgültige Form bezw. das genaue Gewicht oder die Masse der Panzerplatte allseitig eingeschlossen, d. hi die Platte fertig geformt.
Da das Stahlbad noch zähflüssig ist ä wird der vört dem Prefskolben 4 ausgeübte grofse Druck nach allen Seiten der Form übertragen; die hergestellte Platte mufs in allen Theilen dicht, glatt und scharfkantig werden.
Selbstredend werden während dieses Vorganges die oberen Formstücke 21, der Boden von 22 entsprechend abgekühlt, und es kommt bei diesem Kühlen ganz darauf an, wie sich das eingeschlossene Metallbad verhält und ändert.
In den meisten Fällen wird es gut sein, die Kühlung langsam vorzunehmen, so dafs eine schädliche Erhitzung oder ein Anfressen, Verschweifsen des Metallbades mit den Dornen, Formstücken u. s. w. vermieden wird.
Gegen letzteres schützt man die betreffenden Theile nöthigenfalls durch einen Ueberzug unverbrennbarer Stoffe, z. B. mit Graphit, Asbestpulver, feuerfestem Thon u. s. w.
Beginnt das eingeschlossene Metallbad zu erstarren, so ist je nach der chemischen und physikalischen Beschaffenheit desselben äufserste Vorsicht geboten, denn viele Metallbäder erstarren sehr rasch, wobei sie sich anfänglich mehr oder weniger zusammenziehen und dann von einem gewissen Zeitpunkt ab sich trotz der weiteren Erkaltung wieder ausdehnen.
Um diesen verschiedensten Ausdehnungen und Schrumpfungen zweckdienlich zu folgen und so schädliche Spannungen und event. Zerreifsen des eingeschlossenen Metalls zu verhüten, kann man z. B. wie folgt verfahren:
Hat das Metallbad durch Erstarren denjenigen Zustand erreicht, dafs es an keiner Stelle mehr fliefst, so lüftet man zunächst den unteren Kolbert 7, so dafs zwischen Metall und allen unteren Formtheilen ein kleiner Spielraum entsteht; denn die untere Fläche des Metalls ist naturgemäfs stärker erstarrt^ und müssen dort zuerst Spannungen verhütet werden.
Das ganze Formstück aus zähem erstarrenden Metall hängt nun frei zwischen den seitlichen Wangen 14.
Damit die entstandene Platte aber nicht nach unten rutschen kann, sind die Seitenwangen 14 nach unten schräg nach innen zulaufend, oder sie haben eirte Menge kleiner Ausschnitte, Ecken, Vorsprünge u. s. w., die auf ihrer Gesammtfläche das ganze Gewicht der Gufsplatte tragen i
Um ein Durchbiegen der Gufsplatte in der Mitte durch das Eigengewicht derselben zu verhüten, hebt man die untere Form von Zeit zu Zeit nach oben und preist die eingeschlossene Gufsplatte in ihre Form zurück.
Bei den verhältnifsmäfsig dünnen Wandungen wird auch das Innere und der obere Theil der Gufsplatte bald so weit erstarren, dafs mittelst der Kolben 4 auch die obere Form 21,22 gehoben und gelüftet werden kann.
Nunmehr hängt die fertig geformte Gufsplatte frei zwischen vier oder beliebig vielen Seiten wangen 14^ kann sich beliebig ausdehnen oder zusammenschrumpfen.
Dehnt sie sich so stark aus, dafs sich Spannungen gegen die Seitenwangen 14 geltend machen, so braucht man nur diese Wangen 14 etwas aus einander zu ziehen, wodurch man jede schädliche Spannung leicht verhütet.
Oder es werden Federn angebracht, um die Formwangen nachgiebig zu machen.
Nach einiger Erfahrung kann man mit einer derartigen Giefseinrichtung (Fig. 1) jedem Verhalten erstarrenden Metalls Rechnung tragen. ■
Erforderlichenfalls kann man durch nachträgliches sorgfältiges Ausglühen jede etwaige Spannung beseitigen.
Aus besonderen Gründen ist nun wohl anzunehmen, dafs bei vielen Metallbädern Spannungen überhaupt nicht entstehen, insbesondere dann, wenn man die unteren und seitlichen Formen so einrichtet, dafs sie allen Dehn- und Schrumpfbewegungen folgen können, worüber unten nähere Mittheilungen erfolgen.
Bei härtbaren Metallbädern, d. h. solchen, die durch plötzliche starke Abkühlung hart werden, hat man es in der Hand, die vordere Beschufsfläche durch starke Abkühlung zu härten, so dafs die Geschosse diese Panzerplatten noch weniger angreifen können.
Selbstredend kann diese Härtung der Beschufsseite auch dadurch erfolgen, dafs man derselben künstlich Kohlenstoff zuführt und dann die Härtung vornimmt.
Es ist klar, dafs man mit einer Formmaschine (Fig. i, Blatt 1) alle bisher erklärten Panzerplatten bestens herstellen kann, denn
1. ist man von den Ungenauigkeiten der Handformerei befreit, da diese Maschine so genau eingestellt werden kann, dafs die Wandstärken der Vertiefungen auf Bruchtheile von Millimetern genau werden,
2. wird die Oberfläche, insbesondere auf der Beschufsseite, sehr glatt, scharf und genau,
3. können die beiderseitigen Formhälften leicht ausgewechselt werden, so dafs alle Formen leicht herstellbar sind,
4. kann die Oberfläche der Beschufsseite so glatt werden, dafs die Polirung und Glättung auf maschinellem Wege sehr leicht ist,
5. müssen derartige Platten sehr dicht werden, ihre Festigkeit müfs sehr grofs sein, während Zähigkeit und Dehnung durch Wahl der Stoffe nach Wunsch erzielt werden können,
6. ist die Herstellung billig-und von der Geschicklichkeit der Arbeiter unabhängig.
Es sei noch erwähnt, dafs in Fig. 1, Blatt 1 die Pafsstücke 24 dazu dienen, die untere Form ιo.genau ein-und festzustellen, so dafs der Kolben 7 entlastet ist, während die Traversen 16 ebenfalls mit allen darauf ruhenden Theilen verschiebbar oder auswechselbar sind, so dafs man die Form in der Höhe auf jeden Millimeter Dicke der Panzerplatten genau einstellen kann. . ■· ..
Die beweglichen Theile können auf jede beliebige Weise verstellt werden.
So ist z. B. in Fig. 2, Blatt 1 angegeben, wie alle Bewegungen durch eine gemeinsame Uebertragungswelle 44 bewirkt werden.
Von hier aus werden durch offene und gekreuzte Riemen 31,32 und 47,48 die Riemscheiben 30,49, die wie gewöhnlich lose und feste sind, angetrieben, die mittelst Schneckenräder 29,50 die Zahnräder 28,51 links und rechts drehen, so dafs die Spindeln 33,46 mittelst Gewindebüchsen 26, 52 die Traversen 34,43 beliebig herauf und herunter bewegen können.
Hierbei wird durch die an Bolzen 55, 59 mittelst Stangen 56, 60 hängenden Zeiger 57, 61 auf den Zifferblättern 58, 62 genau angegeben, wo sich die Formkästen befinden, so dafs deren Bewegungen und die Wandstärke, Höhe u. s. w. der herzustellenden Panzerplatten genau jederzeit eingesehen werden können.
Die Bewegung der Seilenwangen erfolgt durch die gekreuzten und offenen Riemen 39,40, lose und feste Riemscheiben 38, wobei eine gegebenenfalls gemeinsame Gliederkette 41 die Bewegungen auf die Dornbolzen 36 mittelst Schnecken 37 und Schneckenräder 35 überträgt.
Die Traversen 42 sind wiederum verschiebbar und die Haupttraversen 25, 54 durch die kräftigen Stangen 35 mit einander verbunden.
Die untere Traverse 54 ruht zweckmäfsig auf einem Fundament.
Jedoch kann diese Traverse 54 auch auf einem Wagen ruhend mittelst Räder u. s. w. in die Martin - Giefserei u. s. w. gefahren werden, so dafs der Formvorgang sowohl in wie aufserhalb der Giefserei bestens erfolgen kann.
Ebenso können alle Bewegungen mittelst Elektricität bewirkt werden.
Denn die Welle 44 kann von und an allen beliebigen Punkten mittelst Elektromotor angetrieben werden, dessen Stromanschlufs leicht ist.
Die auf Blatt 2 in Fig. 3 bis 7 dargestellten Vorrichtungen zur Formgebung haben die besonderen Merkmale, dafs
1. die Formen senkrecht gestellt sind,
2. den neueren Anforderungen entsprechend die ganze Anlage fahrbar ist,
3. die Eingiefsung des Metallbades sowohl von oben, unten wie seitwärts erfolgen kann,
4. Hand - und Maschinenbetrieb glücklich vereinbar sind, und
5. können die hergestellten Panzerplatten
a) sich nicht so leicht verziehen und
b) keine Spannungen bekommen sowie
c) leicht entfernt werden u.s. w.
Zu diesem Zweck liegt ein kräftiger Rahmen ι auf den Rädern 2 auf und ist auf Schienen 3 nach allen Richtungen leicht verschiebbar, drehbar u. s. w,
Ungefähr in der Mitte ist eine feuerfeste . Platte 4 angebracht, die leicht auswechselbar sowie nach oben nachstellbar sein kann.
Auf dieser Platte 4 sind die Traversen 5 und 6 in Rollen 7, 8 und Gleitführungen 9, 10 leicht, aber sicher schliefsend, verschiebbar gelagert.
An die Traversen sind die hohlen und gekühlten Kästen 11,12 geschraubt, an denen, wie bisher, die hohlen, gekühlten Dorne 13, 14 sitzen, die nach Fig. 6 und 7 jedoch die wichtige Aenderung aufweisen, dafs sie mittelst Kugelansatz 15 in dem doppelten verschraubten Boden 16, 17 sitzen, so dafs sie sich beim Zusammenschrumpfen oder Ausdehnen des erstarrenden Metalls nach allen Richtungen etwas bewegen können.
Zu diesem Zweck besitzen sie die Verlängerungen 18, die mittelst Federn ig nachgeben können.
Um dies zu ermöglichen, sitzt zwischen jedem Dorn 13 (14) und dem Boden 16 eine entsprechend weiche Schicht (Platte) unverbrennbaren Stoffes, z. B. Asbest, so dafs sich jeder Hohldorn 13,14 etwas abbiegen oder verschieben kann.
Die innere Kühlung der Hohldorne (Formstücke) 13, 14 erfolgt mittelst Leitung 20.
Die Bewegung der Traversen 5, 6 mit den darauf befestigten Formen u. s. w. erfolgt dadurch, dafs mittelst Handbetrieb (Kurbel 21) die Schnecken 22, Schneckenräder 23 gedreht werden, die mittelst Kurbeln 24, Pleuelstangen 25 die Wellen 26 und die daran hängenden Traversen 5, 6 bewegen.
Selbstredend kann diese Bewegung z. B. auch mittelst offener und gekreuzter Riemen 27, 28, Riemscbeiben 29 oder durch beliebigen Motorenbetrieb erfolgen.
Der seitliche Abschlufs der Formen erfolgt mittelst der Wände 30,31, die auf beliebige Weise beweglich sind, z. B. Handgriff 32, Räder 33, Gewindebolzen 34 u. s. w. . Wie Fig. 3, Blatt 2 angiebt, fliefst der Stahl aus der Birne (Martin-Ofen u. s. w.) unmittelbar in die Form, worauf man nach Erfordernifs so lange wartet, bis sich das Stahlbad beruhigt hat und alle Unreinigkeiten auf der Oberfläche schwimmen.
Da das Bad bei diesem Vorgang in einer dicken Masse zwischen den Formen steht, so kann im Gegensatz zu dem oben auf Blatt 1 beschriebenen Herstellungsverfahren die Pressung mit voller Ruhe vorgenommen werden, denn ein frühzeitiges Erstarren der Stahlmasse ist ausgeschlossen.
Nunmehr bewegt man die eine oder beide Traversen 5, 6 auf einander zu, und die dadurch verdrängte flüssige Stahlmasse steigt so lange in die Höhe, bis die beiden Traversen 5 und 6 in ihren vorgeschriebenen Entfernungen stehen, d. h. die genaue Wandstärke und Form der Panzerplatte erreicht ist.
Um möglichst dichten Gufs zu erhalten, sind die Traversen 5, 6 am oberen Ende mit Verlängerungen versehen, die einen Trichter bilden, in denen das flüssige Metall ansteigt und einen Druck auf die unteren Partien ausüben sowie nachsacken kann.
Es ist klar, dafs das Metall auch in der Weise eingebracht werden kann, dafs man es entweder durch ein Loch in der Bodenplatte 4 oder die Seitenplatten 30, 31 einfliefsen lassen kann und direct oder nach einander in der vorgeschriebenen Dicke dabei giefst.
Das erstere Verfahren dürfte bei den üblichen Stahlqualitäten einige Vorzüge haben.
Ist das Metall erstarrt, wobei die beweglichen Dorne 13,14 keine oder unschädliche Spannungen hervorrufen, so kann man die beiden Traversen 5, 6 nach Bedarf entweder einige Mal lüften (um jegliche Spannung im Stahl zu vermeiden), oder man zieht die Traversen völlig zurück, und nunmehr ruht die fertige Panzerplatte auf der wagerechten Platte 4 auf, kann in aller Ruhe erkalten und vorher oder nachher mit üblichen Vorrichtungen (Hebezeugen, Laufkranen u. s. w.) aus der Form herausgehoben und weiter bearbeitet werden.
Abgesehen von vielen sonstigen Vorzügen hat dies Formverfahren den Vorzug, gleichmäfsige Güsse zu liefern sowie einfacher und übersichtlicher zu sein, jedoch voraussichtlich den Nachtheil, dafs die Beschufsseiten der Platten nicht so glatt, scharfkantig und hart werden wie bei dem Verfahren mit den in Fig. ι und 2 dargestellten Vorrichtungen. -
Aufserdem hat letzteres Verfahren noch den Vorzug, dafs alle noch im Gufs befindlichen Unreinigkeiten nach Möglichkeit auf den Rückseiten der Platten sich sammeln, wo sie entweder unschädlich sind oder nachträglich gröfstentheils entfernt werden können.
(Auf der Rückseite geben sie aufserdem beim Beschiefsen zu Rifsbildungen keinen Anlafs).
Es ist klar, dafs die beiden Formverfahren Blatt ι und 2 in besonderen Fällen in ihren Vortheilen vereinigt werden können, dafs auch bei Fig. 1 und 2 der Eingufs des Metalls nicht nur von oben, sondern auch von unten oder den Seiten her erfolgen kann.
Ferner können diese Verfahren nicht nur zur Herstellung von Panzerplatten, sondern allen denkbaren Gegenständen und in allen Metallen und Metalllegirungen verwendet werden.
Es wird noch betont, dafs mittelst dieser Verfahren Panzerplatten oder alle Rippenkörper der beschriebenen oder beliebigen Formen nicht nur aus flüssigen oder zähflüssigen Metallen hergestellt werden können, sondern man kann dazu auch Platten benutzen, die . vor . diesem
Verfahren gewalzt, geprefst, gegossen, geschmiedet u. s. w. sind, worauf sie im warmen Zustand zwischen diese Formen gebracht und in die gewünschte Form, durch die angegebenen Vorrichtungen geprefst werden.
Legt man z. B. in Fig. 3 bis 7, Blatt 2 von oben oder von beliebiger Seite eine erhitzte Stahlplatte 35 ein, so kann man dieselbe durch die gezeichneten Vorrichtungen in die entsprechende Form pressen.
Ebenso kann dies in Fig. 1 und 2, Blatt 1 bewirkt werden.
Die Formgebung kann sowohl durch mehrfaches Vor- und Eindrücken der Formen oder mit einem Mal erfolgen.
Macht man die verwendete Stahlplatte auf einer Seite (vorher oder nachher) härtbar, sei es durch Aufschweifsen, Aufgleisen, Anpressen einer härtbaren Stahlplatte oder Stahlschicht oder durch Zuführung von Kohlenstoff (Carbonisirung) und bringt sie dann durch die beschriebenen oder beliebige Vorrichtungen in die auf Blatt 1 und 2 angegebenen Formen, so erhält die Beschufsseite der damit hergegestellten Panzerplatte alle diejenigen guten Eigenschaften in bedeutend höherem Mafse, wie glatte, einseitig gehärtete Platten, z. B. die Harvey- oder Nickelstahlplatten.
Aufserdem hat sie gegenüber diesen Platten (harveysirte oder Nickelstahlplatten mit künstlicher oder natürlicher Härtung u. s. w.) die Vortheile, dafs sie
ι. beim Abkühlen (Abschrecken, Härten in Wasser, Oelen, Mischungen u. s. w.) sich nicht verziehen,
2. keine Spannungen erhalten;
3. beim Beschiefsen werden sich etwa entstehende Risse nicht fortpflanzen, sondern stets an der stärksten oder schwächsten Stelle der nächstgelegenen Vertiefung (Erhöhung) endigen u. s. w.
Ferner kann man eine harte oder härtbare Platte nehmen, sie in die Form der Beschufsseite bringen und auf der Rückseite aus weichem (event, billigem Material) eine vorher hergestellte Platte zur Versteifung und Verstärkung anbringen.
Die dauerhafte Verbindung dieser zwei (odermehr) völlig verschiedenartigen Platten unter einander und mit dem Schiff oder den zu schützenden Theilen kann durch Verschweifsen (sowohl durch Erhitzen im Ofen oder mittelst elektrischen Stromes) oder durch Verlöthen, Umbiegen der Ecken oder durch Vernieten, Verschrauben, Verkeilen u. s. w. geschehen.
Der Endzweck aller dieser Einrichtungen, Mafsnahmen u. s. w., die nach allen bekannten Richtungen weiter zu verbessern sind, ist der, alle Vortheile einseitig künstlich oder natürlich gehärteter Panzerplatten mit allen Vortheilen dieser neuen Formen und Vorrichtungen (Blatt 1 und 2) zu vereinigen.

Claims (5)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Rippenkörpern, insbesondere von Panzern, dadurch gekennzeichnet, dafs die auf beliebige Art gegen einander bewegten Formhälften die zwischen ihnen eingeschlossene flüssige, zähflüssige oder erwärmte Metallmasse, die ausjrer^hie^en^njiärtbaxeji oder nicht härtbaren Sdb.iehten__ bjste_hea__k.anrj, "effipressen und derselben dadurch die gewünschte Form gegeben wird.
2. Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs beim Erstarren der eingeschlossenen Metallmasse die Formen nach Bedarf so weit von einander entfernt (gelüftet) werden, dafs die Metallmasse, frei auf oder zwischen Stützpunkten ruhend, erstarren und erkalten kann.
3. Giefsform zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs die stärker hervortretenden Theile der Formen (13, 14, 11, 21) beweglich sind, damit sie den Schrumpfungen oder Dehnungen der Metallmasse beim Erkalten folgen können.
4. Ausführung der Giefsform nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dafs die stark hervortretenden beweglichen Theile (13, 14 [Fig.3], 11, 21 [Fig. 1]) der Giefsformen durch je ein Zweigrohr (20, 12) der Wasserleitung beständig gekühlt werden, um ein An- oder Verbrennen der Theile zu verhindern.
5. Eine Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs die jeweilige Stellung der beweglichen Formen zwecks Ueberwachung mittelst Zifferblatt und Zeiger oder Anzeigevorrichtungen u. s. w. erkennbar ist.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
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