DE13590C - Vorrichtungen zum Giefsen von Flufseisenblöcken - Google Patents
Vorrichtungen zum Giefsen von FlufseisenblöckenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 31: Giesserei und Formerei.
GEORGE WEBB in JOHNSTOWN (Grafschaft Cambria, Pennsylvanien, V. S. A.).
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. Januar 1880 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf "Verfahren und Vorrichtungen, um bei der
Massenproduction möglichst homogene Stahlblöcke zu erhalten.
Ich wende Formen, welche aus mehreren durch Klammern verbundenen Theilen bestehen,
mit Gasentweichungsöffnungen an, welche wiederholt, ohne weitere Vorbereitung als flüchtiges
Auswaschen, verwendet werden können. Zum Entweichen der Gase aus allen Fugen ist Fürsorge
getroffen; ein grofser Druck wird sofort nach dem Eingiefsen des Metalls ausgeübt, und
sind die Einrichtungen derartig, dafs alle Bewegungen
bequem zum richtigen Zeitpunkte ausgeführt werden können.
Fig. ι ist ein Verticalschnitt,
Fig. 2 ein Grundrifs der in senkrechter und horizontaler Richtung beweglichen Gufsform.
In den Fig. 1 und 2 sind A1A2 etc. die
Theile einer Gufsform, die so eingerichtet sind, dafs sie, wenn sie zusammengefügt sind, eine
glatte cylindrische Aufsenform und eine glatte Höhlung von gleichmäfsigem rechtwinkligen
Querschnitt im Innern darbieten, welche Höhlung das geschmolzene Metall aufnimmt, also
die eigentliche Form bildet.
Die Oberflächen der Gufsform A1 As,
welche zusammenstofsen, sind mit α bezeichnet.
Sie sind genau an einander gepafst, haben aber statt genau abgeschlichteter Flächen eine etwas
rauhe Oberfläche, wie sie durch Bearbeiten mit einer Grobfeile hergestellt werden kann. Ich
ziehe vor, sie durch Maschinenarbeit, die dem Hobeln ähnelt, herzustellen. Hierdurch ist eine
Verbindung auf den Flächen hergestellt, die genügend dicht ist, um den Ausflufs oder selbst
das Eintreten des Metalls bis zu einem gewissen Grade in diese Verbindung zu verhindern. Die
geringen Unebenheiten in den Flächen α gestatten jedoch den Gasen, welche dem geschmolzenen
Metall entströmen oder welche durch den Contact desselben mit dem kälteren Eisen
der Gufsformabtheilimgen A1... As erzeugt werden,
zu entweichen. Die Theile A1A2 etc.
werden durch in genügender Anzahl vorhandene Klammern B1 B* und durch besondere Verschlufsstücke
D1 D2 zusammengehalten. Die
Gufsform wird in kurzen Entfernungen von einander über ihre ganze Länge von denselben
umschlossen. Die Klammern werden durch Zapfen b1 ί>2 an Dreharmen B gehalten, welche
auf dem Dorne C aufgekeilt sind. Dieser letztere wird so gehalten, dafs er nach Belieben
gehoben oder gesenkt werden kann. Er endigt unten in den Kolben C1, der genau in eine
entsprechend gebohrte cylindrische Aushöhlung in dem eisernen Fundament hineinpafst, in
welche Wasser oder OeI durch den Kanal c von einer nicht dargestellten Pumpe oder einem
Accumulator eintreten kann, um den Dorn C
und dessen Zubehör nach Belieben zu heben und zu senken. Nach dem Heben kann das Ganze
herumgeschwungen werden, um die Gufsform zur Aufnahme der Charge geschmolzenen Metalles in geeignete Stellung zu bringen und um
sie dann in die Mittelstellung unter der Presse zurückzubewegen, damit hier der gewünschte
Druck auf sie ausgeübt werde. Es ist selbstverständlich, dafs die Gufsform niedergelassen
werden mufs, bis sie ordentlich auf der Unterlage ruht, ehe die Kraft der hydraulischen
Presse zur Anwendung kommt. Bevor der geschmolzene Stahl in die Gufsform kommt, wird
eine Platte aus gewöhnlichem Schmiedeisen, die vorher in geeignete Dimensionen gebracht
ist, in das Innere der Form, und zwar auf dem Boden derselben angebracht. . Sobald nun
ein entsprechendes Quantum geschmolzenen Metalles eingegossen ist, wird eine zweite kleine
Platte von Walzeisen oben aufgelegt. Diese Platten sind mit a1 a2 bezeichnet. Dann wird so
schnell als möglich ein vorher zugerichtetes Stück kalten Metalles Έ, Fig. 4, welches ich den »Satz«
nenne, oben auf die obere Platte «2 gebracht.
Alsdann wird die Gufsform nebst Inhalt herumgeschwungen und auf die Grundplatte A in
geeignete Stellung heruntergelassen, so dafs nun eine Presse zur Wirkung gelangen kann. Der
geschmolzene Stahl wird gewöhnlich bei einer Temperatur etwas über dem Schmelzpunkt des
Gufseisens in die Gufsformen eingegossen. Wenn der Strom des flüssigen Stahls, indem er aus
beträchtlicher Höhe in die Gufsform hineinfällt, gegen den Boden derselben mit Mapht auftrifft,
könnte er leicht die Form zerstören. Dies wird durch die untere schmiedeiserne Platte al verhindert.
Die dünnen schmiedeisernen Stücke λ1«2
bedecken sich mit dem gewöhnlichen Hammerschlag, schweifsen demnach nicht mit dem
Stahl zusammen, sondern fallen beim Auswalzen ab. Um die Form mit dem erstarrten
Gufsblock herauszunehmen, werden die Verschlufsstücke D1D2 entfernt, die Klammern B1B2
geöffnet und die Abtheilungen der Form A1A"*
mit Inhalt durch geeignet geformte Zangen erfaßt.
Nach Befreiung von den Klammern B1 B2
werden die Abtheilungen der Formen durch dünne, nicht dargestellte Bänder zusammengehalten,
welche, wenn der Wagen mit seiner Ladung eine entsprechende Distance weiterbefördert
worden ist, entfernt werden. Die frische Form wird durch ebensolche kleine Bänder zusammengehalten, und wird sie auf
demselben Wege und mit denselben Hülfsmitteln hergebracht, um durch die Klammern B1 i?2
zusammengefafst zu werden.
Der Flufsstahl ist nach seiner Befreiung aus den Formentheilen zu weiterer Behandlung durch
Auswalzen oder Hämmern in derselben Hitze oder in zweiter Hitze, um ihm die Form einer
Schiene etc. zu geben, fertig, während die Abtheilungen A1. . . As der Form mit Wasser theilweise
oder ganz abgekühlt und zu weiterer Verwendung wieder in die betreffende Stellung
zurückgebracht werden; in der Zwischenzeit ist ein frischer Satz Abtheilungsformen in Verwendung
gewesen.
Ich habe gefunden, dafs die Wirkung durch ein besonderes Auskleiden der Innenwände der
Eisenformen erhöht werden kann. Ich verwende einen sehr magnesiahaltigen Kalkstein, als Dolomit
bekannt, vermische ihn mit Wasser zu einem dünnen Brei und überziehe damit die ganze innere
Oberfläche der verschiedenen Formenabtheilungen A1, entweder mittelst Bürste oder durch
Eintauchen der Form.
Ein gutes Resultat wird auch durch Verwendung von Dolomit als Material für die Kopf-
und Bodenplatten a1 a2 erreicht. Zu diesem
Zweck dampfe ich den Dolomitbrei bis zu sehr grofser Consistenz, fast bis zur Trockenheit ein
und presse ihn dann unter ca. 715 kg pro Quadratcentimeter Druck in zweckentsprechende
Form. Diese gefertigten Tafeln sollten noch fernerhin getrocknet werden, wenn Feuchtigkeit
in denselben enthalten ist; sie werden hernach ebenso wie die Eisenplatten β1«2 oben und unten
auf dem Flufsstahl angebracht.
Um nach Aufhören der Wirkung der Presse den Druck fortdauern zu lassen, benutze ich
die in Fig. 3 und 4 gezeichnete Vorrichtung.
Die bei derselben zur Verwendung kommenden Sätze E sind mit konischem Obertheil Έ1
hergestellt, das über die Formen A1 hervorragt (s. Fig. 7, 8 und 9). Ich bringe zwei starke
Hebel JV1 W' an, die an dem Verbindungsstück W drehbar befestigt und mit konischen
Enden W1W2 versehen sind, über die das
Glied W3 geschoben wird. Der konische Obertheil Ex des Satzes pafst in eine entsprechend
geformte Aushöhlung in den Hebeln W^ W2.
Ist die Quantität des geschmolzenen Metalles eine zu grofse, so befindet sich der Satz hoch,
und wird das Glied dann nicht so weit vorgetrieben. Die Hebel W' W2 umfassen feste
Ständer, von denen einer oder beide mit Gewinde und mit einer starken Mutter W^
versehen sind. Sobald die Hebel durch Antreiben des Gliedes W% fest sitzen, wird die
Mutter W1 entweder durch Hand- oder Maschinenkraft
schnell niedergedreht. Da dieses geschieht, während der Druck der Presse G
noch ausgeübt wird, so wird alles Lockerwerden und Federn der Theile vermieden, und
wird, sobald der Stempel der Presse in die Höhe geht, der durch die Presse ausgeübte
Druck bestehen bleiben. Es wird immerhin eine
gewisse Elasticität in den Hebeln W1 W* vorhanden
sein, die dem Nachgeben oder Zusammenziehen des Flufsstahles nach seiner Entfernung
aus der Presse folgt.
Claims (1)
- Patent-An Sprüche:i. Die aus acht Theilen A1. . . As bestehende Form zur Aufnahme flüssigen Metalles sammt den durch Riegel D1 und D2 zusammengehaltenen , zangenartigen Klammern Bl und B^, welche an einem durch den hydraulischen Kolben C1 beweglichen Dorn C drehbar befestigt sind, Fig. ι und 2.
Die Vorrichtung^^1, W1 W2 und W\ um nach Aufhören der Wirkung der Presse den Druck fortdauern zu lassen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE13590C true DE13590C (de) |
Family
ID=290735
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT13590D Active DE13590C (de) | Vorrichtungen zum Giefsen von Flufseisenblöcken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE13590C (de) |
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0
- DE DENDAT13590D patent/DE13590C/de active Active
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