DE124556C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
- D21C3/00—Pulping cellulose-containing materials
- D21C3/003—Pulping cellulose-containing materials with organic compounds
Landscapes
- Paper (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine Neuerung in der Herstellung von
Papiermasse aus Stroh, und es ist das Ziel des nachstehend zu beschreibenden Verfahrens, aus
dem Stroh eine derartige Papiermasse herzustellen, dafs ihre Qualität genügend ist, um
daraus Druck- und Schreibpapier zu machen, während man bisher aus Stroh nur Packpapier
und dergl. herstellen konnte. Wie bekannt, enthält Stroh Faserbündel von besonderer
Länge und sind die Inkrustationen von einer derartigen Beschaffenheit, dafs sie mit chemischen
Mitteln wohl zu entfernen sind, während die zurückbleibende Faser genügend weich und
biegsam ist, um in der Papierfabrikation verwendet zu werden. Thatsächlich ist diese
Verwendung für Packpapier und grobe Papiere, sowie auch wohl als Zusatz für bessere Papiere
erfolgt, und ist es wohl hauptsächlich deshalb zu einer ausgebreiteten Verwendung von Stroh
für diesen Zweck wohl früher nicht gekommen , weil Stroh niemals in solchen Mengen zu beschaffen war, wie z. B. Holz
und dergl., Verhältnisse, die sich jetzt völlig geändert haben.
Es ist aber Stroh zur Zeit ein werthvolles
und leicht erhältliches Rohmaterial für die Papierfabrikation geworden, und soll mit Folgendem
ein Verfahren beschrieben werden, vermittelst dessen der Strohstoff in einer zur
Herstellung aller Arten Papiere geeigneter Formen erhalten wird.
Das Stroh wird zunächst von dem Unkraut und anderen Beimischungen, sofern solche
zugegen sind, befreit und dann in ein geeignetes Gefäfs gebracht. Das. Stroh kann
vorher in kurze Stücke von 25 bis 50 mm zerschnitten werden, doch ist dieses für das
Verfahren selbst nicht nothwendig, und können auch die ganzen Strohhalme in ihrer vollen
Länge verarbeitet werden. Zunächst wird das Stroh sodann mit einer verdünnten Essigsäure
von 3 bis 5 pCt. behandelt. Das Gefäfs, in welchem das Stroh zunächst bearbeitet wird,
ist mit einer Dampfheizung versehen, und zwar kann diese sowohl für direct eingeleiteten
Dampf sein, als auch in einer Dampfschlange bestehen. Es mufs nur dafür Sorge
getragen sein, dafs die Temperatur in dem das Stroh enthaltenden Gefäfs bis auf ioo° C.
gesteigert werden kann. Nachdem das Stroh mit der verdünnten Essigsäure gekocht ist,
wird die Flüssigkeit, welche sich in eine tiefbraune Lauge verwandelt hat, abgezogen. Das
Stroh wird sodann in dem gleichen Gefäfse ausgewaschen.
Die Behandlung des Strohs mit Essigsäure verfolgt einen doppelten Zweck, indem einerseits
durch diese Behandlung das Stroh gewaschen und die wasserlöslichen Substanzen extrahirt werden, und indem andererseits das
Stroh durch die Einwirkung der Essigsäure weich gemacht und diejenigen organischen
Bestandteile des Strohs, welche Basen oder von basischem Charakter sind, gelöst und ausgelaugt
werden.
Nachdem das Stroh diese Säurebehandlung durchgemacht hat, wird es in dem gleichen
Gefäfse weiter mit einer Lösung von Aetznatron behandelt. Die Stärke dieser Lösung
variirt je nach dem Verwendungszweck und der Qualität des nächst dem aus dem Stroh
herzustellenden Papiers, und mufs für die Herstellung besserer Papiersorten eine stärkere
Alkalilösung angewendet werden. Für gewöhnliche Papiere ist eine Lauge von io pCt.
genügend, vorausgesetzt, dafs das Stroh die Essigsäurebehandlung vorher durchgemacht hat.
Für feinere Papiere werden Lösungen stärkerer Grade bis zu 25 pCt. verwendet. Die alkalische
Behandlung des Strohs wird 7 bis 8 Stunden durchgeführt, wobei die Temperatur durch
Dampf auf 100 bis 1200 gebracht wird. Hierbei
werden die Kieselsäure, sowie die gummi- und fettartigen Bestandtheile des Strohs ausgelaugt.
Nach dem Abstellen des Dampfes wird die stark verunreinigte Lauge abgezogen und das
zurückbleibende Stroh stellt sich als reines Fasermaterial dar, welches nunmehr einem
Waschprocefs unterworfen wird, indem zunächst mit heifsem Wasser, sodann mit kaltem
Wasser und schliefslich mit einer stark verdünnten Essigsäure, z. B. 1 bis 2 pCt., ausgewaschen
wird.
War das Stroh in der ganzen Länge seiner Halme verwendet worden, so erleichtert sich
damit der Auswaschprocefs und es wird der Materialverlust beim Auswaschen auf das geringste
Mafs zurückgeführt. Das so behandelte Stroh wird nunmehr in einen Holländer entleert,
wo es nochmals gewaschen und sodann einige Stunden gemahlen wird, bis das erweichte
Material in Halbstoffe verwandelt ist. Dieser Halbstoff wird dann mit Chlorkalk in
bekannter Weise gebleicht, nur wird nach etwa zweistündiger Einwirkung des Bleichmittels
noch Essigsäure zugesetzt, um die freie unterchlorige Säure in der Bleichflüssigkeit frei
zu machen. Die Essigsäure wird in Portionen in sehr verdünntem Zustande zugesetzt.
Nach der Beendigung des Bleichprocesses wird der Stoff gewaschen und mit Antichlor
behandelt und wieder ausgewaschen, worauf das Material für die weitere Zerkleinerungsbehandlung fertig ist, zumal es für feinere
Papiersorten noch nicht genügend zertheilt ist.
Der Stoff wird dann 4 bis 6 Stunden im Ganzzeug-Holländer behandelt, bis der geeignete
Feinheitsgrad der Faser erreicht ist.
Für ganz feine Papiere werden die Knoten des Strohs mit geeigneten maschinellen Hülfsmitteln
entfernt.
Nach dem Verlassen des Holländers wird der Stoff noch einmal gebleicht, falls es nöthig
und der Stoff für die Herstellung besonders feiner Papiere bestimmt ist.
Damit ist das Material fertig zum Beschweren, Leimen, Färben und Verarbeiten zu
Papier nach bekanntsten Methoden.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von Zellstoff aus Stroh, dadurch gekennzeichnet, dafs das
Stroh vor seiner Behandlung mit Aetznatron in verdünnter Essigsäure gekocht
wird.
2. Eine weitere Ausbildung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dafs die Essigsäure auch zum nachfolgenden Absäuern des mit Aetzalkali gekochten
Strohs, sowie auch beim nachfolgenden Bleichen zur Zersetzung des Chlorkalkes verwendet wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE124556C true DE124556C (de) |
Family
ID=393337
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT124556D Active DE124556C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE124556C (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE749633C (de) * | 1937-02-21 | 1944-01-03 | Henkel & Cie Gmbh | Verfahren zur Herstellung eines zur Verarbeitung auf Pappe geeigneten Stoffes und Furfurol aus Stroh |
| DE1005824B (de) * | 1952-02-15 | 1957-04-04 | Procel S A Soc | Verfahren zur Erzeugung von alphacellulosereichem, pentosanarmem Zellstoff |
| DE969452C (de) * | 1942-03-20 | 1958-06-04 | Phrix Werke Ag | Verfahren zur Gewinnung von Kunstfaserzellstoffen |
-
0
- DE DENDAT124556D patent/DE124556C/de active Active
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE749633C (de) * | 1937-02-21 | 1944-01-03 | Henkel & Cie Gmbh | Verfahren zur Herstellung eines zur Verarbeitung auf Pappe geeigneten Stoffes und Furfurol aus Stroh |
| DE969452C (de) * | 1942-03-20 | 1958-06-04 | Phrix Werke Ag | Verfahren zur Gewinnung von Kunstfaserzellstoffen |
| DE1005824B (de) * | 1952-02-15 | 1957-04-04 | Procel S A Soc | Verfahren zur Erzeugung von alphacellulosereichem, pentosanarmem Zellstoff |
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