DE66664C - Herstellung von Zellstoff bezw. Gespinnstfaser - Google Patents

Herstellung von Zellstoff bezw. Gespinnstfaser

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DE66664C
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pulp respectively
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DENDAT66664D
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HAGEMANN, DlTTLER & COMP, in Ludwigshafen a. Rhein
Publication of DE66664C publication Critical patent/DE66664C/de
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C5/00Other processes for obtaining cellulose, e.g. cooking cotton linters ; Processes characterised by the choice of cellulose-containing starting materials

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  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMTS?^
KLASSE S5: Papierfabrikation.
Bei den bisher üblichen Verfahren, Pflanzenfase-material von holziger Structur mit Aetzalkalilauge zu behandeln, wurde die letztere in nicht zu schwacher Lösung bei hoher bezw. Siecetemperatur zugesetzt, um alsdann nach weiierer Behandlung die Pflanzenfaser für ihre Verwendung als Papiermasse oder auch für Textilzwecke genügend rein zu erhalten. Hierdurch wird die Faser übermäfsig angegriffen, mehr oder minder gebräunt und der spätere Bleichprocefs erschwert.
Zahlreiche und langwierige Versuche, bei Anwendung von Aetzkalilauge eine für Textilzwecke brauchbare Pflanzenfaser herzustellen, fühlten zu dem Ergebnifs, dafs für die Faser aus den bisher zur Zellstofffabrikation benutzten Gewächsen nicht die erforderliche Reinheit erzielt werden konnte, wenn man die Natronlauge in so verdünnter Lösung und bei so niec.riger Temperatur verwendete, dafs die Fas<;r nicht angegriffen wurde. Weitere.Versuche mit den verschiedensten Fasermaterialien führten zu der Anwendung einer holzartigen Faserpflanze, die von einer relativ schwachen Aet !kalilauge, ζ. Β. einer Natronlauge von 4 bis 60B., bei gewöhnlicher Temperatur nur derart verändert wird, dafs die Incrustationen und sonstigen Bestandtheile sich mit Leichtigkeit von der unveränderlich bleibenden und gereinigten Faser trennen lassen; diese sich hieidurch von anderen unterscheidende Faserpflanze ist nun das Pfahlrohr (Arundo Donax).
Demgemäfs gewinnt man nach dem den Gegenstand vorliegender Erfindung bildenden Verfahren eine reine, haltbare, für die Papierfabrikation geeignete Pflanzenfaser zweckmäfsig durch Einwirkung von Aetzalkalilauge auf Pfahlrohr bei gewöhnlicher Temperatur etwa folgendermafsen:
Das Pfahlrohr wird, um das Eindringen der Lauge zu erleichtern, zweckentsprechend zerkleinert und in eine Aetzalkalilauge gelegt, als welche man vortheilhaft eine Natronlauge von 4 bis 6° B. anwendet. Nachdem- das Rohr ca. 4 bis 6 Tage bei gewöhnlicher Temperatur in der Lauge gelegen hat (ein längeres Laugen schadet dem Material nicht) bezw. ausgelaugt worden ist, sind die Incrustationen zum grofsen Theil gelöst, während die in der Lauge unlöslichen Incrustationen stark erweicht und geschwellt erscheinen, so dafs dieselben mit Leichtigkeit mechanisch von der langen und sehr starken Faser getrennt werden können. Die so mit der Alkalilauge aufgeschlossene Fasermasse wird, nachdem sie gewaschen, durch Quetschwalzen geführt, gekollert oder gestampft.
Alsdann wird die gequetschte Fasermasse im Holländer gemahlen, wobei weder chemische Agentien, noch erhöhte Temperatur, sondern nur das erforderliche Wasser nöthig ist. Die ursprünglich nicht gelösten schwammigen Incrustationen fliefsen fast vollständig durch die Holländerwaschtrommel ab. Hierauf wird der Stoff in bekannter Weise gebleicht und im Holländer ausgewaschen, wodurch eine so vollendete Reinigung erzielt wird, dafs der hierbei gewonnene reine Zellstoff direct durch die Entwässerungsmaschine in übliche Handelswaare verarbeitet werden kann.
Soll Gespinnstfaser gewonnen werden, so wird das Rohr in lange Streifen gespalten, was
sich zweckmä'fsig durch leichtes Walzen erreichen läfst; diese werden dann mit Aetzalkalilauge in gleicher Weise wie bei der Verarbeitung auf Zellstoff ausgelaugt und darauf gewässert. Das so verarbeitete Material wird alsdann zur Trennung der einzelnen Fasern von Hand oder maschinell mit hölzernem Schlegel auf hölzerner Unterlage geklopft und weiter durch Hecheln, Klopfen, Schwingen etc., ähnlich wie bei der Behandlung des Hanfes, in Gespinnstfaser übergeführt.
Will man jedoch eine recht zarte Faser gewinnen, so empfiehlt es sich, das aus der Aetzalkalilauge genommene und geklopfte Fasermaterial ganz in derselben Weise wie Hanf, Flachs und andere Faserpflanzen in Wasser zu rotten. Es gelten dabei für die Dauer der Rotte ganz dieselben Bedingungen wie jür jene. Die aus der Rotte entnommenen Fasern werden alsdann, wie oben beschrieben, durch Hecheln, Klopfen, Schwingen etc. in Handelswaare übergeführt. Der für die Herstellung von Gespinnstfaser nicht geeignete Abfall des Pfahlrohres wird vortheilhaft in vorbeschrieberier Weise auf Zellstoff verarbeitet.
Durch die auf vorstehende Art aus Arundo Donax hergestellten Faserstoffe wird sowohl die Textil-, als auch die Papierindustrie um ein neues, werthvolles Material bereichert, dessen eigenthümlicher Charakter sich am meisten dem der Leimfaser nähert; es zeigt sich nämlich, unter dem Mikroskop betrachtet, die einzelne unverletzte Faser als cylindrischer, beiderseits spitz auslaufender Hohlkörper mit glatter Wandung, welcher sich nur durch seine etwas gröfsere Dicke von der Leimfaser unterscheidet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: ■
    Ein Verfahren zur Gewinnung einer neuen Art von Zellstoff bezw. Gespinnstfaser, dadurch gekennzeichnet, dafs man Pfahlrohr (Arundo Donax) in offenen Gefäfsen der anhaltenden Einwirkung verdünnter Aetzkalilauge bei gewöhnlicher Temperatur aussetzt.
DENDAT66664D Herstellung von Zellstoff bezw. Gespinnstfaser Expired - Lifetime DE66664C (de)

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