DE1237146B - Verfahren zum Herstellen fester und zerfallsbestaendiger Granalien aus Thomasmehl - Google Patents

Verfahren zum Herstellen fester und zerfallsbestaendiger Granalien aus Thomasmehl

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DE1237146B
DE1237146B DE1962S0077634 DES0077634A DE1237146B DE 1237146 B DE1237146 B DE 1237146B DE 1962S0077634 DE1962S0077634 DE 1962S0077634 DE S0077634 A DES0077634 A DE S0077634A DE 1237146 B DE1237146 B DE 1237146B
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Dr-Ing Paul Hahnel
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SALZGITTER HUETTENWERK AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05BPHOSPHATIC FERTILISERS
    • C05B5/00Thomas phosphate; Other slag phosphates

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)

Description

  • Verfahren zum Herstellen fester und zerfallsbeständiger Granalien aus Thomasmehl Die Verwendung von Thomasmehl als Düngemittel wird dadurch erschwert, daß beim Ausstreuen eine erhebliche Staubentwicklung eintritt, die nicht nur zu Belästigungen, sondern auch zu beträchtlichen Staubverlusten führt. Weitere Nachteile ergeben sich aus der ungleichmäßigen Verteilung beim Ausstreuen und der geringen Wurfweite. Um diese Nachteile zu beheben, hat man bereits versucht, pulverförmiges Thomasmehl ähnlich wie andere Düngemittel zu granulieren.
  • Aus der britischen Patentschrift 570 267 ist es bekannt, zur Verbesserung der Fließfähigkeit und Lagerbeständigkeit einem Ammoniumnitrat als hygroskopisches Bindemittel calcinierten Gips oder anhydridischen Gips zuzusetzen, dem als Hydrationsbeschleuniger Sulfate der Alkalimetalle oder Ammonium-, Kupri-, Zink-, Ferro-, Ferri- und Aluminiumsulfate und deren Doppelsulfate beigemengt sind. Dabei kommen als calcinierter Gips Calciumsulfat-Halbhydrat, lösliches Anhydrit und jede Zwischenstufe des hydratisierten Calciumsulfats, nicht aber unlösliches Anhydrit zur Verwendung.
  • Des weiteren ist es aus der britischen Patentschrift 583 388 bekannt, Düngemittel, insbesondere Amtnoniumnitrat, zur Erhöhung ihrer Beständigkeit gegen Feuchtigkeit mit hydrophoben organischen Stoffen, wie Scharrier- oder pflanzliche oder tierische Öle, zu behandeln und anschließend mit pulverförnügem ealciniertem Gips, insbesondere Pariser Gips, oder anhydridischem Calciumsulfat zu pudern, das mit den bereits erwähnten Beschleunigungsmitteln versetzt ist. In ähnlicher Weise kann nach der britischen Patentschrift 571080 auch ein beispielsweise Ammoniumsulfat, Ammoniumphosphat und Kaliumsulfat enthaltende Mischdüngemittel zur Verbesserung seiner Lagerbeständigkeit und Streufähigkeit mit pulverförmigen, hygroskopischen, jedoch nicht verfließenden Stoffen, wie calciniertem Gips, d. h. Calciumsulfat-Halbhydrat, löslichem Anhydrit und jeder Zwischenstufe des Calciumsulfat-Hydrats, sowie mit den bekannten Beschleunigern versetztem anhydridischem Calciumsulfat behandelt werden.
  • Ein Verfahren zum Herstellen eines stabilen Ammoniumnitrat-Düngemittels ist auch in der französischen Patentschrift 675 850 beschrieben, bei dem die Düngemittelkörner mit einem gegen die Atmosphäre absperrenden Gipsüberzug versehen werden. In diesem Zusammenhang ist ein Verfahren erwähnt, bei dem Ammoniumnitrat-Düngemittel mit weniger feuchtigkeitsempfindlichen Stoffen, beispielsweise Kaliumchlorid, Ammoniumsulfat, Gips, Kalk und Phosphorit, versetzt wird. Ein ähnliches Verfahren zum Umhüllen von Düngerkörnern mit gebranntem Gips in Anwesenheit von Wasser ist auch in der Patentschrift 19 459 des Amtes für Erfindungs- und Patentwesen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands beschrieben.
  • Schließlich ist es nach der deutschen Patentschrift 689 602 bekannt, Thomasmehl zur Verminderung von Staubverlusten mit in Wasser und Citronensäure unlöslichen, in feiner Verteilung vorliegenden Stoffen, wie Ton, Bentonit, Bleicherde od. dgl., zu vermengen, nach Einstellen des Feuchtigkeitsgehaltes in Körner oder Krümel zu überführen und an der Luft oder bei erhöhten Temperaturen zu verfestigen. Ebenso kann nach der deutschen Patentschrift 634 444 Thomasmehl durch Vermischen mit Calciumnitrat in staubfreie, haltbare Körner übergeführt werden, wobei sich Mischkristalle zwischen Calciumnitrat, Wasser und Kalk bilden und ein weniger stäubendes und hygroskopisches Düngemittelkorn entsteht.
  • Die Erfindung geht nun von der bekannten Tatsache aus, daß der freie Kalk des Thomasmehls durch Aufnahme von Wasser aus der Luftfeuchtigkeit so lange hydratisiert, bis er völlig in Kalkhydrat umgewandelt wird. Das Kalkhydrat wird anschließend durch den Kohlendioxydgehalt der Luft in Calciumcarbonat umgewandelt und unterliegt dabei einer Volumenvermehrung. Diese Volumenvergrößerung kann so stark sein, daß es häufig zum Zerplatzen der Verpackungssäcke kommt. Darüber hinaus zerfallen handelsübliches Thomasmehl und auch die daraus hergestellten Granalien mit der Zeit zu immer feinerem Staub. Dieser Zerfall konnte auch mit den bekannten Bindemitteln nicht verhindert werden.
  • Die Erfindung beruht auf der Feststellung, daß Stoffe, die hydraulische Eigenschaften besitzen, mit anderen hydraulischen Stoffen eine besonders feste Verbindung eingehen und sich dabei die gebundenen Energien beider Stoffe überlagern bzw. addieren. So geht beispielsweise Zement mit Hochofenschlacke eine festere Verbindung ein als Zement mit Kies als Grundstoff.
  • Ausgehend von dieser Erkenntnis bestand die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe darin, die schädliche Treibwirkung des im Thomasmehl enthaltenen freien Kalks zu unterbinden und insbesondere ein Verfahren zum Herstellen fester und zerfallsbeständiger Granalien aus mit Wasser angefeuchtetem Thomasmehl zu schaffen. Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, dem Thomasmehl Gips zuzusetzen und durch dessen Wassermoleküle den freien Kalk des Thomasmehls zu hydratisieren. Im einzelnen besteht die Erfindung darin, daß dem trockenen Thomasmehl etwa 0,3 bis 501, insbesondere 0,5 bis 20/" unter Volumenverminderung wasserabspaltender Gips, insbesondere in Form seines Halbhydrates (2CaS04 - H20) oder seines Dihydrates (CaS04 - 2H20), zugemischt werden, worauf das Gemisch mit Wasser angefeuchtet und anschließend granuliert wird. Im einzelnen bemißt sich die Menge des Gipszusatzes, der auch aus reaktionsfähigem und in Gegenwart von Wasser Halb- und Dihydrat bildendem Anhydrit (y-CaS04) bestehen kann, nach dem Gehalt des Thomasmehls an freiem Kalk.
  • Nach der Erfindung gelingt es, die Volumenvergrößerung des hydratisierenden Kalkes durch die Volumenverminderung der wasserabspaltenden Gipsmoleküle zu kompensieren und das Gipshydrat zu Halbhydrat im Maße der Wärmeentwicklung bei der Umwandlung des freien Kalkes in Kalkhydrat zu reaktivieren sowie durch Aufnahme von Luftfeuchtigkeit das Gipshalbhydrat über eine flüssige Übergangsphase, die jede Sprengwirkung ausschaltet, zu Dihydratumzuwandeln.
  • Die Anfangsfestigkeit der Granalien wird, abgesehen von der Kohäsionskraft des Wassers, durch die Umwandlung von Anhydrit oder Halbhydrat in Dihydrat hervorgerufen, das mit seinen nadelförmigen Kristallen die freien Zwischenräume der Granalien verdichtet und verfilzt. Das entstehende Dihydrat gibt schließlich sein Wasser an den Kalk ab, da die Bildungswärme des Kalkhydrates sowie des anschließend entstehenden Calciumcarbonats größer ist als die Hydratationswärme des Gipses. In dem nach dem erfindungsgemäßen Verfahren behandelten Thomasmehl liegt der Gips demnach wechselweise als Anhydrit, Halbhydrat oder Dihydrat vor, solange abbindefähiger Kalk vorhanden ist und die Granalien der Einwirkung der Feuchtigkeit und des Kohlendioxvdc der Luft unterliegen.
  • Der kombinierte Umwandlungsprozeß zwischen Gips und Kalk bewirkt, daß die Volumenvergrößerung der Kalkhydratbildung von der Volumenverringerung bei der Umwandlung von Dihydrat in Anhydrit bzw. Halbhydrat kompensiert wird. Dabei wird jedoch unter Einwirkung der Luftfeuchtigkeit stets neues Dihydrat gebildet, wegen des flüssigen Übergangsstadiums kommt es jedoch nicht zu einer Treibwirkung auf das Granaliengefüge. Vielmehr werden die Hohlräume der Granalien mit Kristallnadeln ausgefüllt, so daß es zu einer bleibenden Verfestigung kommt, die von der weiteren Kalkumwandlung praktisch nicht beeinflußt wird. An Stelle von Gipshalbhydrat kann auch Gipsdihydrat verwendet werden, wenn es auf die Anfangsfestigkeit der Granalien infolge der innerhalb einer Stunde erfolgenden Umwandlung von Halbhydrat in Dihydrat nicht ankommt oder ein bekanntes Bindemittel zugesetzt wird.
  • Die Erfindung wird nachfolgend an Hand von Ausführungsbeispielen des näheren erläutert: Handelsüblich feingemahlenes Thomasmehl und 1 bis 2°/o gemahlenes Gipshalbhydrat bzw. lösliches Anhydrit wurden trocken gemischt und unter gleichmäßigem Anfeuchten in einem Drehteller granuliert. Bei einem Wassergehalt von 9 bis 100/, ergaben sich 700/, Granalien mit einer Korngröße unter 1 mm, während bei einem Wassergehalt von 10 bis 120/, 700/, der Granalien größer als 1 mm waren.
  • Die Festigkeit der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Granalien wurde ähnlich wie bei der Formsandprüfung mit einem Schlagapparat nach Georg F i s c h e r ermittelt. In der nachfolgenden Tabelle I sind die beim Absieben des Unterkorns nach fünf Rammschlägen im granaliengefüllten Prüfzylinder ermittelten Werte zusammengestellt. Diesen Werten sind die Versuchsergebnisse gegenübergestellt, die sich bei Granalien ergaben, deren Thomasmehl mit herkömmlichen Bindemitteln versetzt worden war.
    Tabelle I
    Ausgangs- Restkorn nach Schlagbeanspruchung
    Zusatz korn in °/o des Ausgangskornes
    Bindemittel Durch- Korngröße in mm
    messer Durchmesser
    °/o mm 5 bis 3 I 3 bis 1 I 1 bis 0,5 I 0,5 bis 0
    Gips gebrannt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,0 3 bis 5 73,4 24,2 0,5 1,9
    Gips gebrannt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,0 3 bis 5 70,1 17,8 2,8 9,6
    Methylcellulose (MC) . . . . . . . . . . . . . . 0,3 3 bis 5 57,5 18,9 2,4 21,2
    Carbooxymethylcellulose (CMC) ..... 0,3 3 bis 5 57,0 17,3 4,0 21,7
    Gips gebrannt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2,0 1 bis 3 - 96,0 0,9 3,1
    Gips gebrannt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,0 1 bis 3 - 88,3 2,8 8,9
    CMC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,3 1 bis 3 - 79,9 3,4 16,7
    MC . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 0,3 1 bis 3 - 70,2 4,6 25,2
    Die Werte der vorstehenden Tabelle erweisen die Überlegenheit der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Granalien gegenüber solchen Granalien, die unter Verwendung herkömmlicher Bindemittel hergestellt worden sind. Ein weiterer Vorteil des Gipszusatzes liegt in dem im Vergleich zu herkömmlichen Bindemitteln sehr niedrigen Preis sowohl für Rohgips als auch für gebrannten Gips. Die bessere Druckfestigkeit der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Granalien ergibt sich aus der nachfolgenden Tabelle 11. Die betreffenden Werte wurden an 50 mm hohen und einen Durchmesser von 50 mm aufweisenden Zylindern ermittelt, die durch zehn Rammschläge mit insgesamt 3,5 mkp hergestellt und in Zimmerluft bis zur Konstanz getrocknet sowie anschließend unter einer Betonprüfpresse bis zum Bruch belastet wurden.
    Tabelle 11
    Zusatz Mittlere
    Bindemittel Druckfestigkeit
    0/0 kp
    CMC .................. 0,33 116
    Gips gebrannt........... 1,0 449
    Rohgips + 0,33 °/o CMC. . 1,33 527
    MC.................... 0,33 624
    CMC .................. 1,0 945
    Steinsalzlauge . . . . . . . . . . . 6,5 755
    Melasse trocken . . . . . . . . . 1,0 1008
    Aus Kostengründen kommen praktisch nur Gips, Steinsalz und Melasse in Frage, wobei die beiden letztgenannten Zusatzstoffe in Gegenwart von Feuchtigkeit zwar verfestigend wirken, aber auch zu einem Verklumpen der Granalien führen. Beim Trocknen der Steinsalz- und melassehaltigen Granalien fällt die Festigkeit wieder ab, d. h., die Granalien verspröden und sanden ab. Die an bei 105°C getrockneten Granalien ermittelten Druckfestigkeiten in Gramm je Granalie sind in der nachfolgenden Tabelle III zusammengestellt.
    Tabelle 111
    Korngröße Bindemittel
    Gips Steinsalz '
    mm lauge Gips 1 Melasse
    Durchmesser 20/0 6,50/0 ` 10/0 ! 10/0
    2 bis 3 1770 650 550 510
    3 bis 5
    2500
    1130 ; 970 850
    Die vorstehenden Werte beweisen wiederum die Überlegenheit der unter Gipszusatz nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Granalien.

Claims (1)

  1. Patentanspruch: Verfahren zum Herstellen fester und zerfallsbeständiger Granalien aus mit Wasser angefeuchtetem Thomasmehl, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t , daß dem trockenen Thomasmehl 0,3 bis 5010, insbesondere 0,5 bis 20/(), unter Volumenverminderung wasserabspaltender Gips, insbesondere in Form seines Halbhydrats (2 CaS04-H20) oder seines Dihydrats (CaS04 - 2H20), zugemischt werden, worauf das Gemisch mit Wasser angefeuchtet und anschließend granuliert wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 689 602, 634 444; Patentschrift Nr. 19 459 des Amtes für Erfindungs-und Patentwesen in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands; französische Patentschrift Nr. 675 850; britische Patentschriften Nr. 570 267, 571080, 583388.
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Citations (7)

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DE19459C (de) * F. VON DREYSE, Kgl. Preufs. Geh. Kommissionsrath in Sömmerda Friktionswinde mit Steuerung und Fallklinken-Vorrichtung für Fallhämmer
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