DE122804C - - Google Patents

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DE122804C
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chloric acid
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06FMATCHES; MANUFACTURE OF MATCHES
    • C06F3/00Chemical features in the manufacture of matches

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Lubricants (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
In der Patentschrift 104190 ist ein Verfahren zur Herstellung von kopflosen Zündhölzern beschrieben, nach welchem die Hölzchen, nachdem sie mit Wasser vollständig durchtränkt sind, mit Bariumchlorat imprägnirt werden.
Diese mit Bariumchlorat hergestellten Hölzcheri zünden an besonders präparirten, rothen Phosphor enthaltenen Reibflächen.
In der genannten Patentschrift wird ferner dargelegt, dafs Kaliumchlorat zur Herstellung von solchen Zündhölzern ohne Kopf nicht verwendet werden könne, da dasselbe zu wenig löslich in Wasser sei, die Hölzchen daher zu wenig von diesem Material aufnehmen könnten und infolgedessen nicht zündeten. Unterdessen hat sich jedoch bei eingehendem Studium und nach Ausführung weiterer Versuche herausgestellt, dafs die Ursache, dafs die mit Bariumchlorat imprägnirten Hölzchen im Gegensatz zu den mit Kaliumchlorat imprägnirten Hölzchen zünden, nicht nur in der leichteren Löslichkeit des Bariumchlorates, sondern auch darin zu suchen ist, dafs die Chlorsäure in dem Bariumchlorat loser gebunden ist und daher leichter beim Anreiben des Hölzchens unter Entzündung desselben abgegeben wird.
Es lag nun die Frage nahe, mit Hülfe dieser Eigenschaft ein Zündholz herzustellen, das sich an allen Reibflächen entzündet und ferner den grofsen technischen Fortschritt aufweist, phosphorfrei zu sein.
Das Wesen der vorliegenden Erfindung, welche die Herstellung eines solchen überall entzündbaren, phosphorfreien Zündholzes bezweckt, besteht in der Anwendung einer Zündmasse, die sowohl das chlorsaure Salz eines mehrwerthigen Metalles als auch das doppeltchromsaure Salz eines einwerthigen Metalles enthält.
Eingehende Untersuchungen haben ergeben, dafs die Chlorsäure von mehrwerthigen Metallen schwächer gebunden wird als von einwerthigen, so dafs demzufolge der Austausch der Chlorsäure eines mehrwerthigen Metallchlorates gegen eine andere Säure leicht stattfindet.
Bringt man beispielsweise eine Bariumchloratlösung mit einer Kaliumbichromatlösung zusammen, so findet, wie sich leicht nachweisen läfst, eine Umsetzung zu Bariumchromat und Kaliumchlorat statt. Gleichzeitig bemerkt man an dem intensiven Geruch das Freiwerden von Chlorsäure. Die Doppelumsetzung wird daher in der nachstehenden Weise stattfinden:
K2 Cr2 O7 + 2 Ba (Cl O3J2 + H2 O =
2 Ba Cr O4 + 2 K Cl O3 + 2 H Cl O3.
Die gleiche Reaction tritt ein, wenn ein trockenes Gemisch obiger Salze erhitzt wird. Da nun aber das Wasser zur Bildung -der Chlorsäure (H Cl O3) fehlt, so entweichen die Chlorsauerstoffverbindungen, vornehmlich Chlortetroxyd (Cl2 0i) gasförmig. Die bekannte, ungemein heftige Oxydationswirkung dieser Gase bedingt die grofse Wirksamkeit der in vorerwähnter Weise zusammengesetzten Zündmasse.
Es findet dagegen eine Umsetzung im umgekehrten Sinne, also zwischen dem Chlorat eines einwertigen Metalles und dem Chromat bezw. Dichromat eines mehrwerthigen Metalles unter Freiwerden der erwähnten Chlorsauerstoffverbindungen, auf welche es für die vorliegende Frage ankommt, weder im gelösten noch im festen Zustande statt. Hieraus folgt, dafs die früher bekannt gewordenen Zündmassen, bestehend aus Bariumchromat und Alkalichlorat, nicht in der vorerwähnten Weise unter Entbindung der heftig oxydirenden Chlorsauerstoffverbindungen reagiren und darum den bei Anwendung des vorliegenden Verfahrens eintretenden Effect nicht erzielen können.
Das Verfahren ermöglicht demnach die Herstellung eines phosphorfreien Zündholzes, das sich an beliebiger phosphorfreier Reibfläche entzünden läfst, und dessen Zündkopf nicht abspringt, so dafs dieses Verfahren die Vortheile der Erzeugnisse nach dem D. R. P. 104190 vereint mit dem Vorzuge, überall und ohne besonders präparirte Reibfläche entzündbar zu sein.
Bei der Herstellung dieser Zündhölzer verfährt man zuerst genau nach dem D. R. P. 104190. Auf die nun mit Bariumchlorat imprägnirten Hölzchen trägt man ein ganz dünnes Häutchen einer Zündmasse auf, die doppeltchromsaures Kalium enthält. Eine solche Zündmasse kann beispielsweise aus 24,5 Theilen chlorsaurem Kali, 9,6 Theilen Schwefel, ι ο Theilen Kupferoxyd, 5 Theilen doppeltchromsaurem Kali und 5 Theilen Bindemittel bestehen.
Wird aus der soeben genannten Zündmasse das doppeltchromsaure Kali fortgelassen oder wird die beschriebene Zündmasse auf ein gewöhnliches paraffinirtes Zündhölzchen (das also nicht mit chlorsaurem Barium imprägnirt ist) aufgetragen, so. wird der gewünschte Effect nicht erreicht.
Der Kernpunkt der Erfindung liegt also, wie schon erwähnt, in der combinirten Anwendung von chlorsaurem Barium mit doppeltchromsaurem Kalium. Die übrigen Bestandteile der aufgetragenen Zündmasse können durch gleichwerthige andere Körper ganz oder theilweise ersetzt werden. So kann beispielsweise das chlorsaure Kalium zum Theil durch chlorsaures Natrium ersetzt werden, wobei die Hygroskopicität des Natriumsalzes durch Zusatz von Paraffin, Harz u. s. w. aufgehoben wird; ferner kann ein Theil des Schwefels durch Schwefelantimon ersetzt werden u. s. w.
In den meisten Fällen wird man, weil am geeignetsten, die Combination des doppeltchromsauren Kaliums mit dem chlorsauren Barium vorziehen. Jedoch steht, wie Versuche gezeigt haben, nichts im Wege, das doppeltchromsaure Kalium durch ein anderes doppeltchromsaures Salz eines einwerthigen Metalles, beispielsweise durch doppeltchromsaures Natrium oder doppeltchromsaures Ammonium zu ersetzen; andererseits kann das chlorsaure Barium durch das chlorsaure Salz eines anderen zwei- oder mehrwerthigen Metalles, beispielsweise durch chlorsaures Strontium, chlorsaures Blei u.s.w. ersetzt werden.
Die Versuche haben ferner ergeben, dafs es nicht absolut nothwendig ist, das Holz zuerst mit dem chlorsauren Barium u. s. w. zu irnprägniren, sondern dafs man ebenfalls ein an allen Reibflächen entzündbares Streichholz erhält, wenn man eine geringe Menge des chlorsauren Salzes des zwei- oder mehrwerthigen Metalles zu einer geeigneten, beispielsweise zu der oben beschriebenen Zündmasse zufügt und diese Masse nun auf ein paraffinirtes Hölzchen aufträgt. Allerdings genügt dann, nicht mehr das Auftragen eines dünnen Häutchens, sondern man mufs in diesem Falle eine gröfsere Menge anbringen, so dafs ein Zündköpfchen wie bei den gewöhnlichen Sicherheitshölzchen entsteht.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von an allen Reibflächen sich entzündenden phosphorfreien Zündhölzern, gekennzeichnet durch die gemeinsame Anwendung eines oder mehrerer doppeltchromsaurer Salze eines einwerthigen Metalles mit einem oder mehreren chlorsauren Salzen eines zwei- oder mehrwerthigen Metalles als Zündmassebestand theile.
2. Eine Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs man die Hölzchen mit den chlorsauren Salzen mehrwerthiger Metalle imprägnirt und an dem imprägnirten Ende eine Zündmasse aufträgt, welche das doppeltchromsaure Salz eines einwerthigen Metalles sowie geeignete Mengen von chlorsaurem Kali, Schwefel, Kupferoxyd und ein Bindemittel enthält.
3. Eine weitere Ausführungsform des 'Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, dafs man die chlorsauren Salze mehrwerthiger Metalle und die doppeltchromsauren Salze einwerthiger Metalle mit chlorsaurem Kali und den sonst üblichen Substanzen zu einer Zündmasse vereinigt und diese Masse in Form eines Köpfchens auf paraffinirte Hölzchen aufträgt.
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