DE36718C - Verfahren zur Herstellung von Patronenhülsen bezw. eines Sprengstoffes aus Schiefsbaumwolle - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Patronenhülsen bezw. eines Sprengstoffes aus SchiefsbaumwolleInfo
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Description
KAISERLICHES
Zu 100 Theilen gewöhnlicher Schiefsbaumwolle wird Wasser, dem vorher 12 Theile
chlorsaures Kali beigemengt werden, in solcher Quantität zugesetzt,' dafs die Wolle von der
Lösung vollständig durchtränkt wird.
Die Capillarröhrchen saugen diese Lösung begierig auf; die Schiefsbaumwolle wird ihres
gefährlichen Charakters entkleidet und man kann sie in jeder Weise bearbeiten, ohne eine
Explosion befürchten zu müssen. Die Masse wird nun gehörig umgerührt und etwa r bis 2
Stunden stehen gelassen. Hierauf nimmt man die jetzt vollständig von der Flüssigkeit durchdrungene
Wolle heraus und läfst sie auf einer Darre bei einer Temperatur von 50 bis 6o° R.
langsam trocknen. Das so gewonnene Product kann entweder zur Herstellung der Patronenhülsen
oder des Pulvers weiter verarbeitet werden, und soll in folgendem das weitere Verfahren
für jeden dieser beiden Gegenstände besonders beschrieben werden.
a) Herstellung der Hülsen.
Die nach Verlauf von mehreren Stunden vollständig getrocknete Wolle wird von der Darre entfernt und mittelst einer Brause mit einer solchen Menge Collodium begossen, bis die Durchtränkung eine Lösung der Wolle bewirkt hat und eine gallertartige Masse entstanden ist. Diese dickflüssige Masse wird auf starke Glasplatten gegossen und mit einer Metallwalze oder schweren Holzwalze geglättet, wobei Blätter von beliebiger Stärke hergestellt werden können. Nachdem diese Blätter so weit getrocknet sind, dafs sie mit Leichtigkeit von der Glasplatte abgehoben werden können, läfst man sie durch ein Walzenpaar laufen, wodurch gleichmäfsige, ebene und papierähnliche Blätter entstehen. Letztere werden jetzt in Streifen zerschnitten, deren Breite dem Umfange der herzustellenden Hülse entspricht, worauf man die Streifen auf Patronenlänge abschneidet. Die Operation des Streifenschneidens kann dadurch umgangen werden, dafs man den Glasplatten von vornherein eine dem Umfange der Hülse entsprechende Breite giebt. Das auf Patronenlänge abgeschnittene Blatt wird nun über einen Dorn, der den inneren Durchmesser der gewöhnlichen Messinghülse besitzt, gedreht. Die beiden Enden werden über einander gelegt, mit etwas Collodium bestrichen und rasch durchgewalzt, wodurch ein zuverlässiger Schlufs der Hülse bewirkt wird. Dieselbe ist nun, nachdem der Zünder genau wie bei den gewöhnlichen Patronen eingesetzt worden, zum Gebrauch fertig.
Die nach Verlauf von mehreren Stunden vollständig getrocknete Wolle wird von der Darre entfernt und mittelst einer Brause mit einer solchen Menge Collodium begossen, bis die Durchtränkung eine Lösung der Wolle bewirkt hat und eine gallertartige Masse entstanden ist. Diese dickflüssige Masse wird auf starke Glasplatten gegossen und mit einer Metallwalze oder schweren Holzwalze geglättet, wobei Blätter von beliebiger Stärke hergestellt werden können. Nachdem diese Blätter so weit getrocknet sind, dafs sie mit Leichtigkeit von der Glasplatte abgehoben werden können, läfst man sie durch ein Walzenpaar laufen, wodurch gleichmäfsige, ebene und papierähnliche Blätter entstehen. Letztere werden jetzt in Streifen zerschnitten, deren Breite dem Umfange der herzustellenden Hülse entspricht, worauf man die Streifen auf Patronenlänge abschneidet. Die Operation des Streifenschneidens kann dadurch umgangen werden, dafs man den Glasplatten von vornherein eine dem Umfange der Hülse entsprechende Breite giebt. Das auf Patronenlänge abgeschnittene Blatt wird nun über einen Dorn, der den inneren Durchmesser der gewöhnlichen Messinghülse besitzt, gedreht. Die beiden Enden werden über einander gelegt, mit etwas Collodium bestrichen und rasch durchgewalzt, wodurch ein zuverlässiger Schlufs der Hülse bewirkt wird. Dieselbe ist nun, nachdem der Zünder genau wie bei den gewöhnlichen Patronen eingesetzt worden, zum Gebrauch fertig.
b) Herstellung des Pulvers.
Die wie oben angegeben präparirte und getrocknete Wolle wird mittelst einer geeigneten Maschine in kleine Theilchen zerschnitten, wobei bei nur einiger Vorsicht eine Entzündung nicht stattfindet. Hierauf werden auf je 100 Theile dieser fein geschnittenen Wolle 12 bis 14 Theile Collodium (4 proc.) mit einer feinen Brause gespritzt, wobei zur richtigen Vertheilung des Collodiums stetes Wenden der Wolle während des Spritzens erforderlich ist.
Die wie oben angegeben präparirte und getrocknete Wolle wird mittelst einer geeigneten Maschine in kleine Theilchen zerschnitten, wobei bei nur einiger Vorsicht eine Entzündung nicht stattfindet. Hierauf werden auf je 100 Theile dieser fein geschnittenen Wolle 12 bis 14 Theile Collodium (4 proc.) mit einer feinen Brause gespritzt, wobei zur richtigen Vertheilung des Collodiums stetes Wenden der Wolle während des Spritzens erforderlich ist.
Nachdem das.Pulver jetzt noch in geeigneter Weise getrocknet worden, ist es zum Gebrauch
fertig und kann nun in die unter a) gekennzeichnete oder in jede andere Patronenhülse
geladen und verschossen werden.
Aus dem Vorstehenden ist ersichtlich, dafs Patronenhülse und Pulver nahezu in derselben
Weise hergestellt werden, und ferner, dafs die beiden Gegenstände hinsichtlich ihrer Wirkung
beim Schufs fast. gleichwertig sind, indem
auch die Hülse aus Pulver besteht. Die Vortheile, welche diese Erfindung gewährt, liegen
auf der Hand, und sei nur noch ausdrücklich hervorgehoben, dafs die Gefahr des Explodirens
durch zufälligen Stofs, wegen welcher die Verwendung der Schiefsbaumwolle zu Kriegszwecken trotz mancher augenscheinlichen
Vortheile bisher nicht zulässig erschien, durch das gegenwärtige Verfahren beseitigt ist, und
ferner, dafs der Soldat nach Wegfall der Metallhülsen entweder fünfmal so viel Patronen, wie
bisher, mit sich führen kann, oder aber bei gleicher Patronenzahl ganz bedeutend entlastet
ist; die Wirkung de's neuen Pulvers und der Hülse ist etwa 2Y2 mal so grofs als die von
Schwarzpulver. Selbstverständlich kann die neue Patronenhülse auch zum Einfüllen von
Schwarzpulver oder irgend einer anderen nicht nach dem unter b) angegebenen Verfahren hergestellten
Pulvers dienen.
Bei Einführung der neuen Patrone könnte z. B. das noch vorhandene Schwarzpulver allein
oder gemischt mit dem neuen Pulver unter Verwendung der neuen Hülse zunächst aufgebraucht
werden, um dann erst mit der neuen Hülse auch gleichzeitig das neue Pulver in Anwendung
zu bringen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Herstellung von Patronenhülsen und eines Pulvers von fast gleicher Zusammensetzung, darin bestehend, dafs man gewöhnliche Schiefsbaumwolle mit einer wässerigen Lösung von chlorsaurem Kali tränkt und dieses Product nach dem Trocknen entweder:a) behufs Herstellung von Patronenhülsen mittelst Collodiums auflöst und dann in die Form von Blättern bringt, oderb) durch Zerschneiden in kleine Theile und nachfolgendes Zusetzen von Collodium (12 bis 1.4 pCt.) zu Pulver verarbeitet.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE36718C true DE36718C (de) |
Family
ID=312518
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT36718D Expired - Lifetime DE36718C (de) | Verfahren zur Herstellung von Patronenhülsen bezw. eines Sprengstoffes aus Schiefsbaumwolle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE36718C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1160696B (de) * | 1959-08-08 | 1964-01-02 | Rheinmetall Gmbh | Feststofftreibsatz fuer Raketen |
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- DE DENDAT36718D patent/DE36718C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1160696B (de) * | 1959-08-08 | 1964-01-02 | Rheinmetall Gmbh | Feststofftreibsatz fuer Raketen |
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