DE452843C - Huelsen fuer Sprengstoffpatronen - Google Patents
Huelsen fuer SprengstoffpatronenInfo
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Classifications
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F42—AMMUNITION; BLASTING
- F42B—EXPLOSIVE CHARGES, e.g. FOR BLASTING, FIREWORKS, AMMUNITION
- F42B3/00—Blasting cartridges, i.e. case and explosive
- F42B3/28—Cartridge cases characterised by the material used, e.g. coatings
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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Description
- Hülsen für Sprengstoffpatronen. Die Hülsen für Sprengstoffpatronen wurden bisher dadurch hergestellt, daß ein Papierstreifen mit Hilfe eines Rollierholzes zu einer beiderseits offenen Röhre gerollt und ein Ende der gebildeten Röhre durch Umkniffen nach Art eines Tütenverschlusses zum Boden ausgebildet wurde.
- Nach dem Füllen der Hülse wurde dann auch das zweite Ende durch Umkniffen geschlossen und das Ganze zum Schutz gegen Feuchtigkeit in Paraffin getaucht. Infolge der Art der Ausführung des Verschlusses wird durch das Eintauchen in Paraffin kein genügender Feuchtigkeitsabschluß erzielt. Das Paraffin neigt auch zum Abbröckeln und damit zur Minderung des Feuchtigkeitsschutzes. Es ist auch nicht geeignet, flüssige Bestandteile, die manche Sprengstoffgemische enthalten, am Austreten zu hindern, vielmehr wirkt der Gehalt an Petroleum und anderen flüssigen Kohlenwasserstoffarten mancher Sprengstoffe lösend auf den Paraffinüberzug. Dies hat nicht nur zur Folge, daß der Feuchtigkeitsschutz gemindert wird, sondern es tritt zugleich ein Verarmen des Sprengstoffs an Kohlenwasserstoff und damit eine Minderung der Sprengleistung ein. Ein weiterer Nachteil von überzögen aus Paraffin u. dgl. ist deren Verhalten bei der Verbrennung. Es hat sich gezeigt, daß der Paraffinüberzug in erheblichem Maße die Wettersicherheit des Sprengstoffs herabsetzt, und zwar dadurch, daß bei der Explosion im Bohrloch die Umsetzung des Paraffins nicht mit der Explosion des Sprengstoffs Schritt hält, so daß die Vergasung des Paraffins nachträgliche Flammenerscheinungen hoher Zündgefährlichkeit schlagenden Wettern und Kohlenstaub gegenüber auslöst. Zwar versucht man bei Wettersprengstoffen diese Nachteile dadurch auszuschalten, daß nicht die Patronenhülse, sondern eine zweite äußere Hülse paraffiniert wird, die unmittelbar vor dem Gebrauch entfernt werden soll. Bei der im Bergbaubetriebe nicht durchaus zu verhindernden lässigen Arbeitsweise wird diese Vorschrift jedoch häufig umgangen, so daß diese Maßnahme nicht zur Beseitigung des Gefahrenmoments dienlich ist. Bei Patronenhülsen für Schußwaffen suchte man den Feuchtigkeitsschutz dadurch zu erreichen, daß man die Patronenhülse aus Celluloid verwandte, die auch gleichzeitig wiederholten Gebrauch gewährleistete. Bekanntlich besteht Celluloid aus Nitrocellulose, die mit einem Zusatz von Kampfer oder ähnlich die Celluloidstruktiir erzeugenden Ersatzmitteln verarbeitet wird. Hierbei entsteht ein Produkt verhältnismäßig hoher Feuergefährlichkeit. Zur Herabminderung der Feuergefährlichkeit wurde vorgeschlagen, das Celluloid durch Füllmittel zu strecken, d. h. also die Füllstoffe mit dem Celluloid als Bindemittel zur Fertigung der Patronenhülsen zu verwenden. Derartiges Material ist jedoch nur dann brauchbar, wenn es in größeren Wandstärken verwendet und nicht auf Biegung beansprucht wird. Größere Wandstärken und starres Material kommen zur Hülsenherstellung in der Sprengstoffindustrie nicht in Betracht. Das Celluloid hat außerdem den erheblichen Nachteil, daß e, durch Reibung elektrisch wird. Die dadurch entstehende Zündgefahr macht es gleichfalls für die Herstellung von Sprengstoffhülsen unbrauchbar.
- Schließlich wird die Anwendung des Celluloids zu Hülsen für Sprengstoffpatronen durch sein Verhalten bei der Verbrennung unmöglich gemacht. Ohne Füllmittel -verarbeitet, liefert es, unter Einschluß verbrannt, starke, sehr heiße Stichflammen. Im Bohrloch würde also die Flammendauer und die Flammentemperatur, die niedrig zu halten man im Interesse der Wettersicherheit beinüht ist, unliebsam erhöht werden.
- Bei Anwendung von Füllmitteln, die, wie oben erwähnt wurde, aus anderen Gründen für die Herstellung von Hülsen für Sprengstoffpatronen nicht brauchbar sind, wird zwar die Celluloidmenge prozentual vermindert und somit auch die Flammentemperatur herabgesetzt, die Verbrennung wird aber so träge, daß die Hülse beim Schuß noch brennend oder glimmend aus dem Bohrloch herausgeschossen wird und zu Grubenexplosionen Anlaß geben kann.
- Schließlich wird Celluloid von Salzen und Ölen, die in den Sprengstoffen enthalten sind, angegriffen und erleidet Zersetzungen, die seine Wasserdichtigkeit aufheben.
- Zur Beseitigung der Nachteile werden die Sprengstoffhülsen der Erfindung gemäß aus Viskose hergestellt, wobei die Viskose zunächst formbar benutzt und sodann durch chemische Nachbehandlung in für andere Zwecke üblicher Weise in Cellulosehydrat übergeführt wird.
- Die Anwendung des Cellulosehydrats gestattet zugleich in einfacher Weise die Hülse nahtlos durch Eintauchen einer Form in Viskose und Überführen des auf der- Form zurückgebliebenen Viskoseüberzugs in Cellulosehydrat herzustellen, so daß also die durch #.% erkleben, Umbörteln o. dgl. herzustellenden Verbindungen auf ein Mindestmaß reduziert sind. Die Herstellung von- Hohlkörpern auf diese Art ist an sich bekannt. In der Regel werden die einseitig oder zweiseitig offenen Zylinder durch Kappen geschlossen werden, die entweder durch Überkleben unter Anwendung von beispielsweise Sulfitpech oder Sulfitablauge oder Chromleim oder aber durch Falzen o. dgl. befestigt werden.
- Das Endprodukt der Viskose, nämlich das Cellulosehydrat, ist durchaus Wasser- und ölbeständig und gegen die Sprengstoffbestandteile indifferent. Infolge seiner dichten Struktur und der Tatsache, daß es frei von die Verbrennung fördernden chemischen Komplexen ist, ist Cellulosehydrat schwer verbrennlich und daher zündungsungefährlich.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCI3: Hülsen für Sprengstöffpatronen, bestehend aus vorzugsweise nahtlosen Hohlkörpern aus Cellulosehydrat (Viskose) oder ähnlichem.
Priority Applications (1)
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Publications (1)
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| DE452843C true DE452843C (de) | 1927-11-21 |
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| DEH107290D Expired DE452843C (de) | 1926-07-18 | 1926-07-18 | Huelsen fuer Sprengstoffpatronen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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1926
- 1926-07-18 DE DEH107290D patent/DE452843C/de not_active Expired
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