DE1206339B - Plastischer, von fluessigen Salpetersaeureestern freier Sicherheitssprengstoff - Google Patents

Plastischer, von fluessigen Salpetersaeureestern freier Sicherheitssprengstoff

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DE1206339B
DE1206339B DEF35399A DEF0035399A DE1206339B DE 1206339 B DE1206339 B DE 1206339B DE F35399 A DEF35399 A DE F35399A DE F0035399 A DEF0035399 A DE F0035399A DE 1206339 B DE1206339 B DE 1206339B
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plasticizer
salts
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Dr Albert Schmidt
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B47/00Compositions in which the components are separately stored until the moment of burning or explosion, e.g. "Sprengel"-type explosives; Suspensions of solid component in a normally non-explosive liquid phase, including a thickened aqueous phase
    • C06B47/14Compositions in which the components are separately stored until the moment of burning or explosion, e.g. "Sprengel"-type explosives; Suspensions of solid component in a normally non-explosive liquid phase, including a thickened aqueous phase comprising a solid component and an aqueous phase

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
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Description

  • Plastischer, von flüssigen Salpetersäureestern freier Sicherheitssprengstoff Die Erfindung betrifft plastische, von flüssigen Salpetersäureestern freie Sicherheitssprengstoffe von vorzugsweise ausgeglichener Sauerstoffbilanz auf der Basis von Ammonnitrat, festen oder flüssigen kohlenstoffhaltigen oder metallischen Brennstoffen sowie zierun,9siWittel einem wäßT%*en , niit g_ uellmittel- -h&h- er ---- positiver - und '- --- salzhaltigen - Sauerstoffbilanz. ' - - ' Plastifi- ' ii-c-'#Ler--ei -ss#r-engstoffe dieser Art sind bereits bekannt und enthalten als Brennstoff z. B. 20 bis 25 Gewichtsprozent mittelbrisanten Sprengstoff, gegebenenfalls Metall, und 0 bis 15 Gewichtsprozent hochbrisante Sprengstoffe (deutsche Auslegeschrift 1078 919).
  • Diese bekannten Sprengstoffe können bekanntlich durch Erhöhung des Wasseranteiles verflüssigt werden und stellen auch in dieser nicht plastischen Form brauchbare Mischungen dar (deutsche Auslegeschrift 1082842).
  • Fernerhin sind plastische Sicherheitssprengstoffe mit ausgeglichener Sauerstoffbilanz bekannt, die ein wäßriges quellmittelhaltiges Plastifizierungsmittel und als Brennstoff 20 bis 450/, hochbrisanten Sprengstoff enthalten (deutsche Auslegeschrift 1009 990).
  • Die zuerst genannten bekannten Sicherheitssprengstoffe brachten gegenüber der zuletzt genannten Mischung den Vorteil, daß der hochbrisante Anteil verringert oder ausgeschaltet werden konnte, indem er teilweise oder gänzlich durch Nitrosprengstoffe, wie Trinitrotoluol, ersetzt wurde. Dies war dadurch möglich, daß das Plastifizierungsmittel eine hohe positive Sauerstoffbilanz aufwies.
  • Der Sicherheitssprengstoff gemäß der Erfindung ist nun dadurch gekennzeichnet, daß er als Plastiflzierungsmittel etwa 10 bis 250/, einer quellmittelhaltigen wäßrigen Lösung mindestens zweier anorganischer sauerstoffreicher Salze enthält, wobei die Menge eines der gelösten Salze gleich oder größer ist, als dem Salzgehalt der gesättigten Einstofflösung entspricht, und daß der Sprengstoff frei ist von organischen Nitrosprengstoffen.
  • Die Verwendung eines solchen Plastifizierungsmittels ermöglicht plastische Sicherheitssprengstoffe, die keine üblicherweise als Explosivstoffe anzusprechenden Komponenten, wie Trinitrotoluol enthalten.
  • Als feste oder flüssige kohlenstoffhaltige Brennstoffe sind beispielsweise niedrig nitrierte Kohlenwasserstoffe, wie Mono- oder Dinitroverbindungen aromatischer Kohlenwasserstoffe, z. B. Mono- bzw. Dinitrobenzol oder Mono- bzw. Dinitrotoluol, oder Brenn-öle, wie Dieselöl u. dgl., oder Metalle geeignet.
  • Es wurde gefunden, daß der erforderliche hohe Sauerstoffüberschuß des wäßrigen Plastifizierungsmittels in einfacher, billiger und ungefährlicher Weise allein mit den üblichen anorganischen sauerstoffreichen Salzen erzielt und gesteuert werden kann, indem die Löslichkeit der Salze in Wasser durch die Anwesenheit eines oder mehrerer anderer Salze erhöht wird. Diese als Einsalzeffekt bezeichnete Löslichkeitserhöhung gestattet es z. B., eine gewünschte hohe positive Sauerstoffbilanz zu erreichen und gleichzeitig eine stark herabgesetzte Kälteempfindlichkeit des Plastifizierungsmittels zu erzielen, wenn für ein gegebenes System entsprechende Mengenverhältnisse eingehalten werden. Dadurch wird die Herstellung einer großen Zahl neuer plastifizierter Sicherheitssprengstoffe mit abgestuften Eigenschaften möglich.
  • Wenn man z. B. in einer konzentrierten wäßrigen Calciumnitratlösung mit festem Calciumnitrat als Bodenkörper ein zweites sauerstoffabgebendes Salz, wie Ammonnitrat, löst, geht unter isothermen Bedingungen weiteres Calciumnitrat aus dem Bodenkörper in Lösung.
  • Die Größe dieses Effektes geht aus dem folgenden Beispiel hervor: In 100 g Wasser (20'C) lösen sich maximal 127 g Caleiumnitrat. In Anwesenheit von 50 g in dieser Wassermenge gelöstem Ammonnitrat können jedoch weitere 56 g Calciumnitrat gelöst werden, so daß nunmehr 183 g Calciumnitrat in 100 g Wasser gelöst vorliegen.
  • Es ist auf diese Weise aus einer bei 20'C gesättigten Salzlösung mit 127 g Calciumnitrat eine auch bei tieferen Temperaturen noch ungesättigte Salzlösung wesentlich höherer Gesamtsalzkonzentration (233 g) und entsprechend höherer 0-Bilanz entstanden.
  • Auch Mangannitrat, Magnesiumnitrat oder ein anderes sauerstoffabgebendes Salz mit entsprechender Löslichkeit, hohem Sauerstoffüberschuß und geringer Zersetzungswärme kann an Stelle von Calciumnitrat bzw. als Zusatz zum Erzielen des Einsalzeffektes verwendet werden, wobei auch Systeme mit mehr als zwei Salzen hergestellt werden können.
  • Eine Verwendung mehrerer Salze für das Plastifizierungsmittel ist auch deswegen vorteilhaft, weil ein gegebener Wert des Sauerstoffüberschusses bei höherer Salzkonzentration und daher mit einem kleineren Wasseranteil erzielt werden kann.
  • Zweckmäßigerweise setzt sich die Salzlösung beispielsweise zusammen aus 40 bis 55 Gewichtsprozent Calciumnitrat, 10 bis 30 Gewichtsprozent Ammonnitrat und 25 bis 35 Gewichtsprozent Wasser. Bei Lösungen in diesem Bereich liegt der Beginn der Salzabscheidung unter O'C.
  • Als Salze für die Herstellung der Lösung kommen Nitrate der Alkalimetalle, Erdalkalimetalle, einiger Schwermetalle, wie Blei, und Ammonnitrat sowie Perchlorate in Frage.
    a b C d e f
    Dinitro-
    Zer- Gasmenge benzohnenge Verbrennungswärme Gasmenge
    OxydatorsaIz Sauerstoffbilanz Setzungs- (verbrennt bei Verbrennung bei Verbrennung
    wärme n mit 1 kg nach (d) nach (d)
    Oxydator)
    (g-Atom/kg) (Kcal/kg) (Mol/kg) (kg) (Kcal) (MOI)
    Ammonnitrat 12,5 +381 37,47 0,210 845 + 381 = 1226 11,3 + 37,5 = 48,8
    (20 Gewichts-
    prozent)
    Natriumnitrat 29,4 -760 5,88 0,494 1988 - 760 = 1228 26,45 + 5,9 = 32,35
    (47 Gewichts-
    prozent) 27,4 + 6,1 = 33,5
    Calciumnitrat 30,47 -427 6,1 0,512 2060 - 427 = 1633
    (48,75 Gewichts-
    prozent)
    Natriumper-
    chlorat .... 32,67 -13 0 0,549 2209 - 13 = 2196 29,4
    (52,27 Gewichts-
    prozent)
    Ammonper-
    chlorat .... 17,02 408 25,53 0,286 1148 + 408 = 1556 15,314- 25.53 40,84
    (27,23 Gewichts-
    prozent)
    Für eine zweckmäßige Auswahl der Salze sind allgemein neben den wirtschaftlichen Gegebenheiten die Sauerstoffbilanz, die Zersetzungswärme (s. Tabelle), die Wasserlöslichkeit und die Wechselwirkungseigenschaften (z. B. stärkere Lösungsbeeinflussung bei mehrwertigen Kationen) zu berücksichtigen.
  • Durch Zusatz von Quellmittel bzw. hydrophilem Kolloid zu der Salzlösung entsteht das Plastifizierungsmittel. Das Quellmittel wird zweckmäßigerweise erst nach Lösung der verschiedenen Salze eingeführt, z. B. in einer Menge von bis zu 3 Gewichtsprozent, bezogen auf die Menge des Plastiflzierungsmittels. Durch Auswahl eines Stoffes von entsprechend hoher Quellfähigkeit bzw. hoher Viskosität des damit erzielten wäßrigen Mediums kann der Anteil des Zusatzes entsprechend niedrig gehalten werden.
  • Grundsätzlich kann das Plastifizierungsmittel auch erst während des Mischens gebildet werden, indem statt einer quellmittelhaltigen Salzlösung nur eine wäßrige Kolloid- bzw. Quellmittellösung benutzt wird, die sich dann beim Mischen aus der festen wasserlöslichen Komponente sättigt. Dies hat jedoch den Nachteil einer wesentlich verlängerten Mischzeit und schlechterer Plastizität. Eventuell tritt sogar Erhärtung ein.
  • Als Quellmittel können synthetische oder natürliche hydrophile Kolloide und andere in Wasser quellbare oder lösliche Stoffe, z. B. Agar-Agar, Dextrin, Stärke, Polyvinylalkohol, Dextran u. dgl. verwendet werden.
  • Die Sauerstoffbilanz des Plastifizierungsmittels wird vorzugsweise gleich oder höher gewählt wie die von Ammonnitrat, d. h. > +200/0, damit eine entsprechend hohe Explosionsenergie des plastifizierten Sprengstoffes mit ausgeglichener Sauerstoffbilanz ermöglicht wird. Die Korngröße der im fertigen Sprengstoff vorhandenen festen Komponenten liegt vorzugsweise unter 200 V..
  • Zur Herstellung eines solchen Sprengstoffes kann z. B. als Plastifizierungsmittel eine gemäß obigen Angaben hergestellte Lösung mit Quellmittel aus folgenden Komponenten verwendet werden: 41 bis 42 Gewichtsprozent Ca(NOJ, 27 bis 28 Gewichtsprozent NH,NO, 27 bis 28 Gewichtsprozent H20 2,5 bis 3 Gewichtsprozent Agar-Agar. Das Plastifizierungsmittel wird in einer Menge von etwa 10 bis 25 Gewichtsprozent, bezogen auf den fertigen Sprengstoff, mit festem Ammonnitrat und den anderen Komponenten des Sprengstoffes gemischt. Zur Herstellung des plastischen Gemisches ist gegebenenfalls Zwangsmischung vorteilhaft.
  • Aus wirtschaftlichen oder verwendungstechnischen Gründen kann es erforderlich sein, Ammonnitrat durch ein anderes sauerstoffabgebendes Salz, wie Natriumnitrat, teilweise zu ersetzen.
  • Beispiel 1 Aus 75 Gewichtsprozent Ammonnitrat (Korngröße 100 p.), 18 Gewichtsprozent des oben angegebenen Plastifizierungsmittels und 7 Gewichtsprozent Mononitrobenzol wird eine Mischung bereitet, die mit Sprengkapsel Nr. 8 zur Durchführung der Stauchprobe nach H e s s im Einschluß gezündet wurde; der Stauchwert betrug 33 "/,. Die Bruttoausbauchung im Bleiblock nach T r a u z 1 betrug 390 CM3 . Dieser Sprengstoff ist sauerstoffüberschüssig.
  • Beispiel 2 Dieses Beispiel beschreibt eine plastische Sprengstoffmischung, welche außer dem Kolloid des Plastifizierungsmittels keine organischen Stoffe enthält. 61 Gewichtsprozent Ammonnitrat, 21,5 Gewichtsprozent des oben angegebenen Plastifizierungsmittels und 17,5 Gewichtsprozent Aluminium werden vermischt. Die festen Komponenten besitzen eine Korngröße von höchstens 100 #t. Auch dieses bezüglich seiner Sauerstoffbilanz ausgeglichene plastische Gemisch detoniert mit Kapsel Nr. 8 bei der Stauchprobe nach H es s im Einschluß; der Stauchwert beträgt 50 0/0. Die Bruttoausbauchung im Bleiblock nach T r a u z 1 beträgt 590 CM3.
  • Beispiel 3 Aus 19,0 Gewichtsprozent des obengenannten Plastifizierungsmittels, 39,0 Gewichtsprozent Ammonnitrat, 20 Gewichtsprozent Natriumnitrat und 22,0 Gewichtsprozent Dinitrobenzol wird ein sauerstoffausgeglichenes Gemisch hergestellt, das im Einschluß ohne Relais mit Sprengkapsel Nr. 8 gezündet werden kann. Stauchwert H e s s im Einschluß: 310/,. Bruttoausbauchung im Bleiblock nach T r a u z 1: 390 cm'. Auch diese Mischung ist gut plastisch.
  • Beispiel 4 Aus 77 Gewichtsprozent Ammonnitrat, 18 Gewichtsprozent des oben angegebenen Plastifizierungsmittels und 5 Gewichtsprozent Dieselöl wird ein plastischer Sprengstoff mit einer Dichte von etwa 1,3 hergestellt, der mit Hilfe eines Relais und Sprengkapsel Nr. 8 im Einschluß einwandfrei zur Detonation gebracht werden kann. Der Stauchwert nach H e s s im Einschluß mit Relaiszündung beträgt 340/,.

Claims (3)

  1. Patentanspräche: 1. Plastischer, von flüssigen Salpetersäureestern freier Sicherheitssprengstoff von vorzugsweise ausgeglichener Sauerstoffbilanz auf der Basis von Ammonnitrat, festen oder flüssigen kohlenstoffhaltigen oder metallischen Brennstoffen sowie einem wäßrigen, quellmittel- und salzhaltigen Plastifizierungsmittel mit hoher positiver Sauerstoffbilanz, dadurch gekennzeichnet, daß er als Plastifizierungsmittel etwa 10 bis 250/, einer quellmittelhaltigen wäßrigen Lösung mindestens zweier anorganischer sauerstoffreicher Salze enthält, wobei die Menge eines der gelösten Salze gleich oder größer ist, als dem Salzgehalt der gesättigten Einstofflösung entspricht, und daß der Sprengstoff frei ist von organischen Nitrosprengstoffen.
  2. 2. Sicherheitssprengstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gelösten Salze Nitrate oder Perchlorate der Alkali- oder Erdalkalimetalle, des Bleis, Mangans oder Ammoniums sind. 3. Sicherheitssprengstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anionen und/oder Kationen der gelösten Salze verschieden sind.
  3. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Auslegeschriften Nr. 1009 990, 1078 919, 2#-1082842.1
DEF35399A 1961-05-29 1961-11-21 Plastischer, von fluessigen Salpetersaeureestern freier Sicherheitssprengstoff Pending DE1206339B (de)

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Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1009990B (de) * 1955-02-11 1957-06-06 Nitroglycerin Ab Plastischer Sicherheitssprengstoff mit ausgeglichener Sauerstoffbilanz
DE1078919B (de) * 1958-12-02 1960-03-31 Fritz Frutiger Von fluessigen Salpetersaeureestern freier, plastischer Sicherheitssprengstoff
DE1082842B (de) * 1959-06-30 1960-06-02 Fritz Frutiger Fluessiger, von fluessigen Salpetersaeure-estern freier Sicherheitssprengstoff

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