DE117280C - Verfahren zur unschädlichmachung der bei der gerbung mittels pikrinsäure im leder zurückbleibenden, freien pikrinsäure - Google Patents

Verfahren zur unschädlichmachung der bei der gerbung mittels pikrinsäure im leder zurückbleibenden, freien pikrinsäure

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DE117280C
DE117280C DE1899117280D DE117280DA DE117280C DE 117280 C DE117280 C DE 117280C DE 1899117280 D DE1899117280 D DE 1899117280D DE 117280D A DE117280D A DE 117280DA DE 117280 C DE117280 C DE 117280C
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Germany
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picric acid
leather
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DE1899117280D
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Franz Wartenberger
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents

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  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
ATENTSCHRIFT
M 117280 KLASSE 28«.
FRANZ WARTENBERGER in ALTONA.
zurückbleibenden, freien Pikrinsäure.
Zusatz zum Patente 107109 vom 27. September 1898.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 30. April 1899 ab. Längste Dauer: 26. September 1913.
In der Patentschrift 107109 ist ein Gerbverfahren mittels Pikrinsäure beschrieben, welches erst dadurch praktisch verwendbar geworden ist, dafs die pikringaren Leder mittels eines Stoffes nachbehandelt werden, welcher die freie, überschüssige Pikrinsäure im Leder reducirt und somit deren abfärbende und giftige Eigenschaften beseitigt.
Während hierfür in dem Patent 107109 unterschwefligsaures Natron genannt ist, welches den Ueberschufs von Pikrinsäure im Leder durch Reduction unschädlich macht, hat sich ergeben, dafs das Leder auch vermittelst anderer Stoffe von der überschüssigen Pikrinsäure befreit werden kann, und zwar haben sich alle tanriinhaltigen Pflanzenstoffe, welche also, wie besonders hervorgehoben wird, nicht mehr gerbend wirken sollen und können, weil das Leder vor seiner Berührung mit ihnen schon gargegerbt ist, sondern welche nur die schädlichen Eigenschaften der Pikrinsäure beseitigen sollen, als für diesen Zweck geeignet gezeigt.
Als solche Stoffe können genannt werden: Eiche, Fichte, Weide, Quebracho, Kastanie, Mirobalanen, Dividivi, Knoppern, Valonen, ■Catechou, Mimosa, Algarobilla.
Das Verfahren der Nachbehandlung kann beispielsweise wie folgt ausgeführt werden:
Nachdem die Häute mittels einer schwachen Pikrinsäurelösung gargegerbt sind, werden sie .aus der Gerbbrühe entfernt, auf den Bock gehängt und einige Stunden abtropfen gelassen.
Hierauf bringt man sie in eine Brühe aus Quebrachoextract in Stärke von etwa 1 ° B. Nach etwa 12 Stunden werden die Häute aus der Brühe herausgenommen, ausgewaschen und mittels des sogen. Schlickers vom überschüssigen Wasser befreit.
Sie werden schliefslich eingefettet, getrocknet, ausgestofsen, geschwärzt und blanchirt und liefern so gebrauchsfähiges Leder.
Die Thatsache, dafs das mittels Pikrinsäure gargegerbte Leder nicht mehr abfärbt, wenn es mit vegetabilischen Stoffen nachbehandelt worden ist, läfst sich physikalisch dadurch erklären, dafs die vegetabilischen Stoff theilchen die in Leder überschüssige Pikrinsäure umkleiden und somit überall fixiren, wo letztere sich an- oder eingelagert hat. Auch ist es wahrscheinlich, dafs sich ähnlich wie bei Färbprocessen aus der Pikrinsäure und den stets viel Farbstoff enthaltenden, vegetabilischen Stoffen ein Farblack gebildet und auf die Hautfasern als unlösliche Substanz niedergeschlagen hat, welche das Abfärben des Leders verhindert.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Abänderung des durch Patent 107109 geschützten Verfahrens zum Unschädlichmachen der bei der Gerbung mittels Pikrinsäure im Leder zurückbleibenden, freien Pikrinsäure, dadurch gekennzeichnet, dafs man das fertig gegerbte Leder in einer Brühe aus tanninhaltigen Pflanzenstoffen behandelt.
DE1899117280D 1898-09-27 1899-04-30 Verfahren zur unschädlichmachung der bei der gerbung mittels pikrinsäure im leder zurückbleibenden, freien pikrinsäure Expired DE117280C (de)

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DE107109C (de) 1899-11-02

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