DE335484C - Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut - Google Patents

Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut

Info

Publication number
DE335484C
DE335484C DE1919335484D DE335484DD DE335484C DE 335484 C DE335484 C DE 335484C DE 1919335484 D DE1919335484 D DE 1919335484D DE 335484D D DE335484D D DE 335484DD DE 335484 C DE335484 C DE 335484C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
leather
mineral
vegetable
tanning
addition
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1919335484D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
HEINRICH HOFFMEISTER
JOHANNES PAESSLER DR
Original Assignee
HEINRICH HOFFMEISTER
JOHANNES PAESSLER DR
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by HEINRICH HOFFMEISTER, JOHANNES PAESSLER DR filed Critical HEINRICH HOFFMEISTER
Application granted granted Critical
Publication of DE335484C publication Critical patent/DE335484C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C9/00Impregnating leather for preserving, waterproofing, making resistant to heat or similar purposes

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Erhöhung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut. Das Hauptpatent 324495 betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut, dadurch gekennzeichnet, daß man das Leder mit einer Auflösung von Holzteer in einem Lösungsmittel, wie Benzin, Benzol, Methylalkohol o. dgl., unter Zusatz einer organischen Säure tränkt, alsdann trocknet und walzt (Anspruch z).
  • Wenn man das Verfahren zur Erhöhung der Haltbarkeit von pflanzlich gegerbtem Unterleder anwendet, so ist es vorteilhaft, dieses vor der Behandlung mit der Holzteerlösung zwecks Entfernung von überschüssigem Gerbstoff mit Wasser unter Zusatz von -Formalin auszuwaschen und es dann wieder zu trocknen (Anspruch 2).
  • Bei mineralgarem Leder erübrigt sich das Auswaschen vor der Tränkung mit Holzteerlösung, dagegen ist es vorteilhaft, das Leder vor der Behandlung in eine starke Gerbstofflösung oder auch in eine g bis 6° B6 starke gereinigte und verdickte Sulfitcelluloseablauge einzulegen und dann wieder zu trocknen (Anspruch 3).
  • Die Erfahrungen bei der Verwertung der Erfindung haben zu folgenden Verbesserungen in der Durchführung des Verfahrens geführt. Zunächst hat sich gezeigt, däß als Lösungsmittel für den Holzteer Benzol mit einem Zusatz .von Mineralöl (helles Schmieröl, Putzöl) der alleinigen Verwendung von Benzin oder Benzol überlegen ist. Dabei dringt die Teerlösung rascher und satter in das Leder ein, wenn die Arbeit in einem erwärmten Raum vorgenommen und die Lösung im Wasserbad auf etwa 35 bis 38' C erwärmt wird.
  • Zum Abspülen des Leders behufs Entfernung von Teeransätzen auf Narben und Aas nach dem Imprägnieren bleibt Benzin und Benzol anzuwenden.
  • Die Imprägnierung des Unterleders mit dem in Benzol und Mineralöl gelösten Holzteer muß nicht unter gleichzeitigem Zusatz einer organischen Säure erfolgen, da auch ohne ihn eine Erhöhung der Haltbarkeit des Leders erzielt wird, aber der Zusatz einer organischen Säure bei der Imprägnierung steigert den Erfolg. und ist wie beim Verfahren des Hauptpatentes vorteilhaft.
  • Weiter wurde ein wichtiger Erfolg erreicht, wenn man das der Imprägnierung vorausgehende Auswaschen pflanzlich gegerbter Leder unter gewissen Zusätzen vornimmt. Dem Auswaschwasser soll außer Formalin noch eine organische Säure, z. B. Ameisensäure, und Eisenvitriol zugegeben werden. Vegetabilisch im Faß gegerbte Vacheleder und auch lose weiche Sohlleder bedürfen der Entfernung des überschüssigen Gerbstoffes zur besseren Bindung des ganzen Gewebes und um beim Tränken mit Holzteer nicht hart und brüchig zu werden. Nach der F_rfindung ' wählt man etwa i Prozent Formaldehyd (40prozentig), i bis 2 Promille organische Säure und Eisenvitriol nach Bedarf, Dadurch wird erzielt, daß selbst lose Leder, die sehr biegsam, aber nicht elastisch sind, elastisch werden und schon dadurch den Eindruck einer besseren, gebundeneren Füllung machen.
  • Die genannten Zusätze - Formalin, organische Säure und Eisenvitriol - haben dieselbe günstige Wirkung auf mineralisch gegerbte Leder, wenn man sie hier der starken Gerbstofflösung oder Sulfitcelluloseablauge zufügt, in die das mineralgare Unterleder vor der Imprägnierung eingelegt wird. :Mineralgare Leder sind porös und wenig wasserdicht. Es bedarf nur einer zwei- bis viertägigen Behandlung in einem solchen Bade, um daraus ein wasserdichtes, sehr haltbares und elastisches Unterleder zu erzeugen. Durch die kurze Vorbehandlung wird kein Überschuß an Gerbstoff eingeführt, sondern nur eine leichte Bindung der Fasern erzielt.
  • Wie das Verfahren in der Technik in Einzelheiten gehandhabt wird, zeigen die beiden folgenden Ausführungsbeispiele. Die angegebenen Mengen und Behandlungszeiten richten sich nach der Beschaffenheit des Leders und sind Sache der Erfahrung.
  • i. Vegetabilisch gegerbte Vacheleder, besonders die im Faß gegerbten, auch weiche lose Sohlleder, werden vor der Bearbeitung zweckmäßig in Kernstücke, Kopf mit Hals und Seiten zerlegt. Starke Köpfe mit Hals und starke Seiten, aus denen noch geringere Sohlen geschnitten werden können, eignen sich auch zum Imprägnieren und werden dadurch viel verwendbarer.
  • Wenn sich auf dem Narben der Sohlleder Mud (Blume) angesetzt hat, muß er naß abgerieben und vollständig entfernt werden. Dann sind die zu tränkenden Vache- und Sohlleder in einem Bade vom überschüssigen Gerbstoff zu befreien. Das Bad besteht aus lauem Wasser von etwa 26° R, - dem beispielsweise 1/. bis i Prozent Formaldehyd (40prozentiges), etwa 3 bis 4 Prozent Eisenvitriol und i Promille Ameisensäure oder eine sonstige organische Säure beigefügt ist. Der Säurezusatz richtet sich nach der Beschaffenheit der Leder und kann bei losem Leder wegfallen. In einem solchen Bade werden die Leder in einer entsprechend großen Butte 3 bis 5 Tage eingeweicht und öfter bewegt, so daß der überschüssige Gerbstoff ausgewaschen wird, hierauf in lauem Wasser abgespült und dann langsam getrocknet und, auf Stoß gesetzt, gepreßt.
  • Das getrocknete Leder wird dann in einer entsprechend großen Butte (aus Eisen oder Zinkblech), die durch eine Warmwasserbad erwärmt werden kann, getränkt. Diese Butte steht in einer mit Wasser gefüllten größeren Butte, die mit zwei Röhren an einen Wasserheizofen angeschlossen ist, in welchen das Wasser zirkuliert oder deren Wasserinhalt durch einströmenden Dampf unmittelbar erwärmt wird. Zum Tränken der Leder dient in Benzol und Putzöl gelöster Holzteer. In' eine Mischung von ungefähr gleichen Teilen Benzol und Putzöl, welcher je nach Beschaffenheit der Leder Säure zugesetzt werden kann (etwa i Promille), wird Holzteer allmählich eingegossen und verrührt, so daß eine nicht zu dünnflüssige Lösung ohne Satzbildung entsteht. Die Mischung wird am besten zuerst in einem Mischglas (graduiertem Standglas) ausprobiert, um die nötige Teermenge festzustellen. Die Lösung wird dann auf 28 bis 30' R angewärmt und das Leder eingelegt oder eingestellt.
  • Durch vorheriges Sortieren der Lederstücke in dünne, mittlere und starke Teile vermeidet man eine Übersättigung einzelner Stücke. Das Leder nimmt die erwärmte Lösung leicht auf, bei Bewegung genügen zum Tränken 5 bis ro Minuten, bei kalter Lösung sind einige Stunden nötig. Nach dem Tränken wird das Leder in Benzol abgespült, eine etwaige Satzbildung abgebürstet und dann langsam getrocknet. Die ganze Arbeit wird mit Erfolg in einem auf etwa i8 bis 2o' R angewärmten Raum - gemacht, damit auch das Leder leicht angewärmt in die Lösungen kommt.
  • 2. Mineralisch gegerbte Unterleder, wie Chromleder, Eisenleder, die im Griff lose, d. h. zuwenig fest sind, gewinnen an Güte, wenn sie vor der Tränkung 4. bis 5 Tage lang in ein Bad gelegt werden, das beispielsweise aus 8o Teilen Celluloseextrakt, 2o Teilen Fichten- oder Eichenholzextrakt und i bis 2 Promille Ameisensäure besteht. lach dem Bad wird das Leder in lauem Wasser abgespült, getrocknet und wie im Beispiel i beschrieben getränkt. Bei dem mineralisch gegerbten Leder wird der Holzteer zweckmäßig in einer Mischung von 7 Teilen Benzol und 3 Teilen Putzöl aufgelöst.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Abänderung des durch Patent 324495 geschützten Verfahrens zur Erhöhung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen. der Haut, dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel für den Holzteer Benzol mit einem Zusatz von Mineralöl verwendet, wobei jedoch der gleichzeitige Zusatz einer organischen Säure auch fortgelassen werden kann. z. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 2 des Hauptpatentes, dadurch gekennzeichnet, daß man pflanzlich gegerbte Leder vor der Holzteerlösungsimprägnierung mit Wasser unter Zusatz von Formalin, einer organischen Säure und Eisenvitriol auswäscht. 3. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 3 des Hauptpatentes, dadurch gekennzeichnet, daB man mineralisch gegerbte Leder vor der Imprägnierung mit Holzteerlösung in eine starke Gerbstofflösung oder gereinigte und verdickte Sulfitcelluloseablauge unter Zusatz von Formalin, organischer Säure oder Eisenvitriol einlegt.
DE1919335484D 1919-09-25 1919-09-25 Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut Expired DE335484C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE335484T 1919-09-25

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE335484C true DE335484C (de) 1921-04-04

Family

ID=6219336

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE1919335484D Expired DE335484C (de) 1919-09-25 1919-09-25 Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE335484C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE896697C (de) * 1941-10-11 1953-11-16 Basf Ag Lederfettungsmittel

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE896697C (de) * 1941-10-11 1953-11-16 Basf Ag Lederfettungsmittel

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE335484C (de) Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut
DE69527064T2 (de) Ledergerbverfahren und Gerbmittel
DE324495C (de) Verfahren zur Erhoehung der Haltbarkeit von Unterleder pflanzlicher, mineralischer oder anderer Gerbung, insbesondere auch solchem aus den minderwertigen Teilen der Haut
DE352671C (de) Verfahren zur Gerbung, Impraegnierung usw. von Stoffen
DE261323C (de)
AT87014B (de) Verfahren zum Fertigmachen des mit Chromverbindungen gegerbten und vegetabilisch nachgegerbten Leders.
DE767030C (de) Verfahren zur Behandlung tierischer Haeute und Felle
DE107241C (de)
DE975256C (de) Verfahren zur Herstellung gerbfrtiger Bloessen
DE2532392C3 (de) Verfahren zur Erhöhung der Weichheit, Geschmeidigkeit und Reißfestigkeit von Pelzfellen oder Leder durch Behandlung in organischen Lösungsmitteln
DE560678C (de) Verfahren zur Vorbereitung des Leders zur Aufnahme von Klebstoff
DE2629537C3 (de) Verfahren zur Erhöhung der Weichheit, Geschmeidigkeit und Reißfestigkeit von Pelzfellen oder Leder durch Behandlung in organischen Lösungsmitteln
DE2532391C3 (de) Umweltfreundliches und abwasserfreies Verfahren zur Pickelung, Gerbung und Fettung von Pelzfellen
DE2532393C3 (de) Umweltfreundliches und abwasserfreies Verfahren zur Herstellung von Leder (ab Pickel) durch Anwendung von organischen Lösungsmittelmedien
DE341161C (de) Verfahren zur Herstellung eines Saemischleder-Ersatzes
AT132687B (de) Verfahren zum Zurichten von Fellen.
DE439551C (de) Verfahren zum Gerben von tierischen Haeuten
DE350595C (de) Verfahren zum Gerben und Beschweren von Haeuten
DE581255C (de) Verfahren zum Gerben oder teilweisen Gerben von tierischen Bloessen
DE150621C (de)
DE343171C (de) Verfahren zum Geschmeidigmachen aus Kolbenschilf (Typha), Binsen, Weidenrinde u. dgl. gewonnener Fasern
CH142171A (de) Verfahren zur Herstellung eines Leders.
AT88354B (de) Verfahren zur Gerbung, Imprägnierung usw. von Stoffen.
DD160549A3 (de) Verfahren zur verkuerzung von wasserwerkstattarbeiten
DE142969C (de)