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Strebausbau für steile Lagerung Gegenstand der Hauptpatentanmeldung
St 11744 VI / 5 c ist ein aus Einzelsegmenten, die in ihrer Gesamtheit einen durchgehenden
Fahrschacht bilden, bestehender Strebausbau für die steile Lagerung, wobei jedes
der Einzelsegmente aus zwei ineinandergeschachtelten, zueinander verschieblichen,
für sich gegen das Hangende abgestützten und sich in der Verschiebephase wechselweise
tragenden Einheiten, nämlich einer äußeren, den Fahrschachtkasten bildenden, und
einer inneren, die unter großflächiger Abstützung des Hangenden an ihrer Versatzseite
die mattenartige Abkleidung des Versatzes trägt, besteht.
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Jeder Fahrschachtkasten ist mit den nach oben und unten folgenden
Fahrschachtkästen relativ dazu seitenverschieblich durch koppelschloßartige Anordnungen,
die aus an den einander zugekehrten Boden-bzw. Kopfflächen der Kästen angeordneten
Stangen bzw. Leisten, auf denen mit Spiel ein die beiden Stangen miteinander verbindendes,
zwei entsprechende Ösen aufweisendes Koppelorgan zwischen Anschlägen gleiten kann,
bestehen, verbunden.
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Das Vorschieben der Fahrschachtkästen erfolgt durch Druckzylinder,
die sich an der die Versatzmatte tragenden Einheit abstützen und in schräger Richtung
an den Kästen angreifen, so daß sie auf diese in der Vordrückphase eine Druckkomponente
in sie etwas anhebendem Sinne ausüben, durch die das Verschieben der Ösen auf den
Stangen der »Koppelschlösser« erleichtert wird.
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Gemäß der Hauptpatentanmeldung erfolgt das Verschieben der Fahrschachtkästen
nach dem Stoß zu in der Reihenfolge von unten nach oben aufeinanderfolgend zeitlich
getrennt von der Gewinnung, d. h. in einer Phase, in der die Gewinnungsmaschine
stillgesetzt ist und in der Firste der Ladestrecke auf einer Tragvorrichtung aufruht.
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Diese Arbeitsweise ist dadurch bedingt, daß die Kästen nur in entlastetem
Zustand ihrer Verbindungen mit den nach oben folgenden Kästen, d. h. nicht in an
dem darüber befindlichen Kasten hängendem Zustand verschoben werden können, weil
sonst die Reibung der sich relativ zueinander bewegenden Organe der Koppelschlösser
viel zu groß wäre, um das Gleiten der Ösen auf den Stangen zu ermöglichen. Diese
Schwierigkeiten werden noch dadurch erhöht, daß bei nicht ganz standsicherem Liegenden
die Füße der Stempel der Fahrschachtkasteneinheiten ebenso wie die der die Versatzmatte
tragenden Einheiten dazu neigen, in der einfallenden Richtung nach unten abzurutschen.
Durch dieses Rutschen werden die Koppelschlösser unter noch stärkere Zugbeanspruchung
gebracht und das für den Rückvorgang erforderliche Spiel ausgeschaltet.
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Die Erfindung ermöglicht es, durch eine neuartige Ausbildung der Koppelschloßverbindungen
zwischen den einzelnen Kästen diese auch in der Reihenfolge von oben nach unten
und weitgehend unabhängig von den Versatzwandeinheiten zu rücken, und -eröffnet
damit völlig neue Möglichkeiten für den Gesamtbetrieb des Strebes in dem Sinne,
daß nunmehr die Gewinnung erwünschtenfalls auch völlig kontinuierlich - ohne Unterbrechung
während der Rückphase der Fahrschachtkästen und Versatzwände -erfolgen kann. Die
die Versatzwand tragende Einheit braucht nunmehr nicht mehr, wie das bisher erforderlich
war, unmittelbar nach dem Rücken der zugeordneten Fahrschachtkasteneinheit gerückt
zu werden, sondern erst, nachdem während der Talfahrt der Gewinnungsmaschine sämtliche
Fahrschachtkasteneinheiten gerückt worden sind. Das Rücken der Versatzwandeinheiten
muß natürlich in der Reihenfolge von der Ladestrecke zur Kopfstrecke erfolgen, weil
mit dem Rücken der Versatz nachrutscht.
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Gemäß der Erfindung sind die an den Kopfflächen der Fahrschachteinheiten
angeordneten Stangen, auf denen die unteren Ösen der Kupplungsorgane verschieblich
sind, schwach nach oben - nach dem Kohlenstoß zu - geneigt, und die relativ zu dieser
Stange gleitende untere Öse des Organs weist eine entsprechend geneigte Auflagerfläche
für die Stange auf. Die obere Öse des Kupplungsorgans ist langgestreckt oval ausgebildet.
Dadurch ist zwischen ihr und der parallel zum Fahrschachtkastenboden der darüber
befindlichen Einheit verlaufenden oberen
Stange der Verbindung ein
Spiel in vertikaler Richtung vorhanden.
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Das erfindungsgemäße- Verfahren zum Betrieb eines Strebausbaus nach
dem Hauptpatent unter Verwendung der Kupplungsorgane sieht vor, daß bei der Talfahrt
der Gewinnungsmaschine sämtliche Fahrschachtkasteneinheiten in einem beliebigen
Zeitpunkt in der Reihenfolge von oben nach unten, dem Fortschritt der Gewinnungsmaschine
folgend, gerückt werden und daß die Gewinnungsmaschine bei der Talfahrt in der einen
und bei der Bergfahrt in der anderen Bahn des Flözes schneidet und während der Vorbeifahrt
der Gewinnungsmaschine an während ihrer gesamten Bergfahrt stehenbleibenden Fahrschachtkasteneinheiten
das Rücken der Versatzwandeinheiten und Nachführen des Versatzes jeweils während
des Passierens der Gewinnungsmaschine an einer Fahrschachtkasteneinheit erfolgt.
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Infolge dieser Anordnung wird beim Angriff des schräg aufwärts wirkenden
Rückzylinders an einem unterhalb eines bereits gerückten Kastens folgenden Fahrschachtkasten
dieser unter allmählichem Anheben um die 5 bis 10 mm der Gesamtsteigung der im Koppelschloß
unteren Stange unter leichtem Gleiten der Stange in der öse vorgerückt, um sich
nach Druckentlastung des Rückzylinders infolge der ovalen Gestaltung der oberen
Öse des Koppelschlosses wieder um das gleiche Maß dem oberen Kasten gegenüber zu
senken, so daß sich nunmehr wieder der Anfangsabstand der beiden Fahrschachtkästen
voneinander ergibt. Während des Rückvorganges besteht zwischen der oberen Öse des
Koppelschlosses und der Stange am Boden des oberen Fahrschachtkastens keine Reibung.
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Das Rücken der Fahrschachtkästen in dieser Weise in der Reihenfolge
von oben nach unten kann bei der maschinellen Gewinnung nunmehr jeweils unmittelbar
nach Freischrämen des dem betreffenden Fahrschachtkasten gegenüberliegenden Stoßbereiches
erfolgen, so daß, wenn die Schrämmaschine in der Sohlstrecke angekommen ist, sämtliche
Fahrschachtkästen gerückt sind und das Intervall, in welchem nunmehr die Bergfahrt
der Maschine erfolgt, völlig für das Rücken der zweiten Segmente der Ausbaueinheiten,
nämlich der Stempelrahmen mit den Versatzwänden, zur Verfügung steht. Sobald die
Schrämmaschine wieder oben angekommen ist, beginnt das Spiel von neuem.
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Es ist also auch möglich, die Gewinnungsmaschine in beiden Richtungen,
d. h. sowohl von oben nach unten wie von unten nach oben und derart auch während
des Rückens der Versatzwandeinheiten, arbeiten zu lassen, so daß eine völlig kontinuierliche
Gewinnung erfolgt.
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Die gewonnene Kohle fällt in einen als solchen rückbaren, nach Beendigung
jedes Schrämschnitts vorgeschobenen Trichter, der auf einem oberhalb der Sohlstrecke
angeordneten Gestänge verfahrbar ist. Auf diesem Gestänge läuft gleichzeitig auch
der Rückwagen, auf den die Gewinnungsmaschine, sobald sie nach der Talfahrt unten
angekommen ist, sich aufsetzt, um dann mit dem untersten Fahrschachtkasten gemeinsam
in die folgende Schnittstellung gerückt zu werden.
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Infolge der durch die Erfindung ermöglichten Mechanisierung aller
Arbeitsvorgänge im Streb ist nunmehr lediglich für die Durchführung der in diesem
Zusammenhang auszuführenden Schaltvorgänge noch ein einziger Mann, der in dem völlig
sicheren Fahrschacht die Maschine begleitet, erforderlich.
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Die Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachstehenden Beschreibung
eines vorzugsweisen Ausführungsbeispiels des neuen Verfahrens an Hand der Abbildungen
hervor. Von diesen zeigt Abb. 1 in Aufsicht auf den Streb die Gesamtanordnung während
der Talfahrt der Gewinnungsmaschine; Abb. 2 veranschaulicht in der Abb. 1 entsprechender
Darstellung die Gesamtanordnung während der Bergfahrt der Gewinnungsmaschine bei
Gewinnung in beiden Fahrtrichtungen der Maschine; Abb. 3 zeigt in Aufsicht eine
Aufeinanderfolge von mit der gemäß der Erfindung ausgebildeten Koppelvorrichtung
versehenen Fahrschachtkästen.
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Die Abb. 1 und 2 stellen einen Streb in steiler Lagerung, dessen Stoß
im Einfallen gestellt ist, dar, der mit den aus den Fahrschachtkasteneinheiten
a',
ä', a', a'1, a'1111 ... und den diesen zugeordneten,
die Versatzmatte tragenden Einheiten b', b", b"',
b"". . . bestehenden Ausbauelementen
ausgebaut ist.
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Der oberste der Fahrschachtkästen hängt wie nach der Hauptpatentanmeldung
über geeignete, umhängbare Verbindungsmittel an einer auf der Sohle der Kopfstrecke
ruhenden, den gesamten offenen Strebraum überbrückenden Schiene d, gegen die sich
die Windenanordnung c abstützt, durch welche das Zugseil f' und das Sicherungsseil
f" der Gewinnungsmaschine g betätigt werden.
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In Abb. 1 ist der Zustand dargestellt, in welchem während der Talfahrt
der Gewinnungsmaschine gemäß dem Ausführungsbeispiel einer Walzenschrämmaschine,
die in dieser Phase den Liegendbereich des Flözes schrämt, die oberhalb der Gewinnungsmaschine
befindlichen Fahrschachtkasteneinheiten a',
a f', a', a`I
. . . bereits gerückt sind und sich deshalb in der stoßnahen Stellung befinden,
während die Versatzwandeinheiten b', b", b` . . . stehengeblieben
sind. Mit dem Fortschritt der Gewinnung, d. h. der weiteren Bewegung der Schrämmaschine
g nach unten, werden die nach unten folgenden Fahrschachtkästen jeweils in gleicher
Weise gerückt, sobald die Maschine einen Fahrschachtkasten passiert hat.
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Sobald die Schrämmaschine den unteren Fahrschachtkasten und ihr Schrämarm
g' den freien Raum des unteren Stalles l erreicht hat, wird das Ladeband
h weggezogen und der Rückwagen i in die Stellung gebracht, in der
sich nunmehr die Schrämmaschine auf ihn aufsetzen kann, worauf der Schrämarm, der
bei der Talfahrt der Maschine am Liegenden arbeitete, nunmehr zum Hangenden verschwenkt
wird und die Seile, an denen die Schrämmaschine hängt, entlastet werden. Nunmehr
wird gleichzeitig mit dem Rücken des untersten der Fahrschachtkästen a die Schrämmaschine
durch Verfahren des Rückwagens in die neue Schnittstellung gerückt, die Seile werden
wieder angezogen, und es beginnt, nachdem der Rückwagen i wieder entfernt und das
Ladeband h in seine ordnungsgemäße Stellung für die Aufnahme der gewonnenen Kohle
verbracht worden ist, die Bergfahrt der Maschine, während der die Maschine den Hangendbereich
des Flözes schrämt.
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Das Nachrücken der Versatzwandeinheiten erfolgt, wie aus Abb. 2 ersichtlich,
während der Aufwärtsfahrt der Schrämmaschine von unten nach oben folgend, wie in
der Hauptpatentanmeldung beschrieben, und zwar wird jeweils die Versatzwandeinheit
der Fahrschachtkasteneinheit, an der sich die Gewinnungsmaschine
entlangbewegt,
gerückt. Gemäß dieser Abbildung befinden sich sämtliche Fahrschachtkasteneinheiten
in der vorgerückten Stellung, die sich am Schluß der oben beschriebenen Phase der
Talfahrt der Maschine nach Abb. 1 ergibt. Die unteren Versatzwandeinheiten b sind
bereits gerückt.
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Die das Rücken der Fahrschachtkasteneinheiten in der Reihenfolge von
oben nach unten ermöglichende Ausbildung der die aufeinanderfolgenden Fahrschachtkästen
miteinander verbindenden koppelschloßartigen Vorrichtungen geht aus Abb. 3 und 4
hervor.
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Wie aus diesen Abbildungen ersichtlich, ist, abweichend von der Hauptpatentanmeldung,
die an der oberen Seite jeder Fahrschachtkasteneinheit angeordnete Stange m' von
etwa der halben Länge der Fahrschachtkastenbreite nach dem Kohlenstoß zu leicht
nach oben ansteigend angeordnet, während die an der Unterseite der Fahrschachtkasteneinheit
angebrachte Stange m" wie nach der Hauptpatentanmeldung horizontal liegt. Die Auflagerfläche
ö der Stange ni in der unteren Öse des Verbindungskörpers n ist, wie Abb. 4 erkennen
läßt, der Neigung der Stange m.' entsprechend schräg verlaufend ausgebildet, während
die obere Öse ö' langgestreckt oval gestaltet ist, so da.ß sich das oben beschriebene
Spiel zwischen ihr und der Stange m" ergibt.