-
Steuerung zum selbsttätigen Regeln des Zu- und Ablaufs von Förderwagen
von Kreiselwippern Es sind Kreiselwipper verschiedener Bauart bekannt, bei denen
der Zu- und Ablauf der Förderwagen selbsttätig geregelt wird. Bei solchen Wippern
wird von den zu- und ablaufenden Förderwagen oder gegebenenfalls von einem Anschlag
des Wipperkorbes der Steuermechanismus für die Wagensperren am Wippereinlauf und
im Wipperkorb sowie für dessen Antrieb und Verriegelung betätigt. Die bekannten
Steuereinrichtungen sind jedoch infolge der Verwendung miteinander verbundener Hebelgestänge
verhältnismäßig kompliziert und daher im praktischen Betrieb leicht störanfällig
und bieten, wenn der Antrieb des Wippers durch die Auslösung von Steuerorganen am
Wippereinlauf eingeschaltet wird, nicht genügende Betriebssicherheit, weil die Förderwagen
dann nach Überfahren des Steuerorgans durch irgendwelche Umstände am Einlauf in
den Wipperkorb gehindert werden (z. B. durch Entgleisen oder ein Hindernis), so
daß durch den eingeschalteten Antrieb unter Umständen Schaden verursacht werden
kann.
-
Die Erfindung bezweckt, eine Steuerung zum selbsttätigen Regeln des
Zu- und Ablaufs von Förderwagen bei Kreiselwippern zu schaffen, die den bekannten
Steuerungen gegenüber vor allem in ihrer Betriebssicherheit überlegen ist. Durch
die Erfindung soll unter anderem erreicht werden, daß die Wagensperre am Wippereinlauf
durch die aus ihr austretenden (d. h. dem Wipperkorb zulaufenden) Wagen wieder geschlossen
und stets ein Wagen vor dieser Sperre festgehalten wird, damit mit Sicherheit verhindert
wird, daß Wagen unabgebremst bei gelöster Sperre in den Wipperkorb oder bei aufgerichteter
Sperre in diese einlaufen und dadurch Beschädigungen anrichten oder selbst beschädigt
werden können. Es soll ferner erreicht werden, daß die am Ende einer Umdrehung des
Wipperkorbes eintretende Verriegelung des Wipperkorbes nicht durch die aus diesem
auslaufenden Wagen oder durch ein von den zulaufenden Wagen betätigtes Steuerorgan
am Wippereinlauf gelöst wird, sondern durch die in den Wipperkorb einlaufenden Wagen
infolge deren Einwirkung auf ein im Wipperkorb angeordnetes Steuerorgan; damit ist
die Gewähr dafür geboten, daß der Antrieb den entriegelten Wipperkorb erst dann
zu drehen vermag, wenn die zu entladenden Wagen sich tatsächlich im Korb befinden.
Schließlich soll die Wagen sperre im Wipperkorb durch die aus diesem auslaufenden
Wagen geschlossen werden; daher befindet sich nach jedem Entladevorgang und anschließendem
Auslauf der Wagen aus dem Wipperkorb dessen Wagensperre sofort wieder in Bereitschaftsstellung.
-
In der Zeichnung ist die erfindungsgemäße Steuerung schematisch einmal
für einen Kreiselwipper zum Entladen jeweils eines Förderwagens und zum anderen
für einen Kreiselwipper zum Entladen jeweils zweier Förderwagen veranschaulicht,
und zwar zeigt Fig. 1 die Seitenansicht eines Kreiselwippers mit der Steuerung zum
Entladen jeweils eines Wagens mit den Ein- und Auslaufvorrichtungen, Fig. 2 die
dazugehörige Draufsicht, Fig. 3 einen Querschnitt nach der LinieIII-III in Fig.
1, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 2 und Fig. 5 eine der Ansicht
nach Fig. t entsprechende Darstellung der Steuerungseinrichtung mit ihren Verbindungselementen
und Druckmittelleitungen (Schaltbild), Fig. 6 ein der Darstellung nach Fig. 5 entsprechendes
Schaltbild für Wipper zum Entladen jeweils zweier Förderwagen.
-
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 bis 5 laufen Förderwagen
1 in der in Fig. 1, 2 und 5 eingezeichneten Pfeilrichtung auf einem mit Gefälle
verlegten Gleis 2 in eine gesteuerte, nachstehend näher beschriebene Wagensperre
mit dem Sperrhebel 3 am Wippereinlauf ein, von der sie angehalten und durch die
automatische Steuerung einzeln dem Wipperkorb 4 zugeführt werden, in dem sie durch
eine weitere Wagensperre während der anschließenden, zum Zwecke der Entladung durchgeführten
Umdrehung des Korbes festgehalten werden. Nach vollzogener Entladung und Lösung
der Sperre im Korb laufen die Wagen über die Vorrichtungen am Wipperauslauf wieder
ihrer Beladestelle zu. Nachstehend wird die Steuerung hauptsächlich an Hand des
Schaltbildes der Fig. 5 näher erläutert. Die Zeichnung veranschaulicht die Steuerungseinrichtung
in
dem Zeitpunkt, nachdem der Wipperkorb durch eine vollständige Umdrehung einen Entladevorgang
vollzogen hat und soeben im Begriff ist, seine Ausgangsstellung bzw. seine Aufnahmestellung
für Förderwagen wiedereinzunehmen. Der entladene Wagen befindet sich noch im Korb
und ist noch durch die Sperre im Korb festgestellt.
-
Der Wipperkorb 4 hat an einer seiner kreisförmig gebogenen Stirnwände
einen nockenartigen Ansatz 6, der so angeordnet ist, daß er, unmittelbar bevor der
Wipperkorb infolge seiner Drehung in Richtung des Pfeiles 7 (vgl. Fig. 3) seine
Aufnahmestellung für die Förderwagen wieder erreicht hat, ein abtastendes Steuerorgan
8 (einen in axialer Richtung dauernd belasteten Kolbensteuerschieber) kurzzeitig
derart verstellt, daß aus der von der Netzleitung 9 gespeisten Druckmittelleitung
10 über die Abzweigungsleitungen 11 und 12 ein Druckmittelimpuls einem am Wipperauslauf
angeordneten Steuerschieber 13 erteilt wird.
-
Dieser Impuls ist zwar schon von dem Steuerorgan 8 ausgegangen (da
der Nocken 6, wie Fig. 3 zeigt, in der dargestellten Stellung des Korbes das Steuerorgan
bereits betätigt hat), das Schaltbild ist jedoch noch sa gezeichnet, als ob der
Impuls die nachfolgenden Steuerungseinrichtungen noch nicht erreicht hat. Durch
diesen Impuls (über die Leitung 10) wird der in dem Steuerschieber 13 vorhandene
abgesetzte Kolben nach links verschoben und dadurch der mit dessen Kolbenstange
gelenkig verbundene Tasthebel 14 in seine Bereitschaftsstellung versetzt bzw. in
die Bewegungsbahn der Förderwagen geschwenkt, in der der Tasthebel 14 die Oberkante
der Schiene 2 um ein geringes Maß überragt. In dieser Stellung des Steuerschieberkolbens
wird Druckmittel aus der Leitung 10 über den Steuerschieber 13 und die Leitung 15
einem Betätigungszylinder 16 zugeführt, dessen federbelasteter Kolben mit Kolbenstange
17 dadurch nach links verschoben wird (gegenüber der in Fig. 5 gezeichneten Stellung).
-
Im Boden des Wipperkorbes 4 ist eine Stange 20 längsverschiebbar
gelagert, die bei der Verschiebung der Kolbenstange 17 nach links verschoben wird,
wodurch mittels des Doppelhebels 21 und der Stange 22 der den Auslauf des Förderwagens
aus dem Wipperkorb verhindernde Sperrhebel 23 unter Zusammendrückung der Feder 24
herabgeschwenkt wird, so daß der Wagen nun in der Lage ist, aus dem Wipperkorb auszulaufen.
Während des Entladevorganges ist der Wagen im Wipperkorb außer durch den Sperrhebel
23 noch durch den schwenkbaren Rücklaufsperrhebel 25 festgestellt, der mit der Kolbenstange
26 des Federzylinders 27 gelenkig verbunden ist. Die Feder dieses Federzylinders
ist bestrebt, den Rücklaufsperrhebel 25 in seiner aufgerichteten Stellung zu erhalten.
-
Im Boden des Wipperkorbes ist anschließend an die Stange 20 und gleichachsig
mit dieser noch eine Stange 30 längsverschiebbar gelagert. Durch die geschilderte
Verschiebung der Stange 20 wird daher gleichzeitig die Stange 30 nach links verschoben,
bis eine Ausnehmung bzw. Raste 31 zum Eingreifen in ein mit der Kolbenstange 26
verbundenes Sperrstück 32 gelangt, durch das die Stange 30 arretiert bzw. verriegelt
und infolgedessen eine weitere Verschiebung unmöglich gemacht wird.
-
Die Verschiebung der Stange 30 nach links bewirkt, daß die mit ihr
- in der Aufnahmestellung des Wipperkorbes betrachtet - gleichachsig verlaufende
Kolbenstange 35 eines außerhalb des Wipperkorbes angeordneten Kolbensteuerschiebers
36 nach links
verschoben wird (in Fig. 5 ist, wie durch Pfeile angedeutet, aus zeichnerischen
Gründen der Steuerschieber 36 gegenüber der Stange 30 versetzt dargestellt).
-
Dadurch wird die Leitung 37, die den Steuerschieber 36 mit einem Betätigungszylinder
38 für den Ein-bzw. Ausschaltmechanismus für den Wipperantrieb und für die Verriegelungseinrichtung
des Wipperkorbes verbindet, mit dem Auspuff 39 am Steuerorgan 36 verbunden. In der
in Fig. 5 dargestellten Stellung (also unmittelbar vor der erwähnten Umschaltung
des Steuerorgans 35 durch die Verschiebung der Riegelstange 30) befindet sich der
Kolben des Betätigungszylinders 38 unter der Einwirkung des durch die Leitung 37
zugeführten Druckmittels in seiner äußersten rechtsseitigen Stellung, in der die
Kolbenstange 42 unter Zusammendrückung einer Feder 43 den Schalthebel 44 in der
dargestellten Stellung feststellt und das linksseitige Ende 45 der Kolbenstange
42 außerhalb des Bereiches der Stirnwand 46 des Wipperkorbes verbleibt (vgl.
-
Fig. 1). Dabei hält der Schalthebel 44 eine verschiebbare Kupplungshälfte
50 (vgl. Fig. 4) des Korbantriebs im Eingriff mit einer auf der Antriebswelle 51
unverschiebbar angeordneten Kupplungshälfte 52 (vgl. Fig. 4). Während der Dauer
des Eingriffs der Kupplungshälften wird von dem Motor 53 über ein Getriebe 54 die
Antriebsenergie auf den Wipperkorb übertragen. Nach der vorerwähnten Verschiebung
der Kolbenstange 35 des Steuerschiebers 36 wird jedoch die Leitung 37 drucklos und
die Kolbenstange 42 des Betätigungszylinders 38 unter der Einwirkung der Feder 43
nach links verschoben, so daß das Sperre stück 45 in eine Rast der Stirnwand 46
des Wipperkorbes eingreift und diesen dadurch zur Ermöglichung des Auslaufs der
entladenen Wagen verriegelt. Zugleich wird der Schalthebel 44 in seine in Fig. 5
gestrichelt gezeichnete Lage verschwenkt, wodurch die Kupplungshälfte 50 außer Eingriff
mit der Kupplungshälfte 52 gebracht und der Korbantrieb stillgesetzt wird.
-
Wie vorstehend im einzelnen geschildert, wird kurz vor Beendigung
der Drehung des Wipperkorbes durch den Nocken 6 das abtastende Steuerorgan 8 kurzzeitig
verstellt und dadurch ein kurz andauernder Druckmittelimpuls an den Steuerschieber
13 erteilt, der infolgedessen in eine Stellung verschoben wird, in der durch das
von ihm gesteuerte Druckmittel unmittelbar bzw. mittelbar der Sperrhebel 23 des
Korbes gelöst bzw. herabgeschwenkt, der Wipperantrieb ausgeschaltet und der Wipperkorb
verriegelt wird, so daß bei Beendigung der Drehung des Wipperkorbes der entladene
Förderwagen unverzüglich aus dem Wipperkorb auslaufen kann. Der auslaufende Wagen
drückt dabei den aufgerichteten Tasthebel 14 wieder in seine in Fig. 5 dargestellte
Stellung herab, wodurch der federbelastete Betätigungszylinder 16 mit dem Auspuff
58 des Steuerschiebers 13 in Verbindung gebracht wird, so daß die Feder dieses Betätigungszylinders
den Kolben und die Kolbenstange 17 in deren äußerste rechtsseitige Stellung zurückversetzt.
-
Gleichzeitig richtet die Feder 24 mittels der Stange 22 den Sperrhebel
23 des Wipperkorbes wieder auf; der Korb ist somit wieder aufnahmebereit für Förderwagen.
-
Durch das abtastende Steuerorgan 8 werden jedoch nicht nur Vorrichtungen
am Wipperauslauf und im Wipperkorb ausgelöst bzw. betätigt, sondern. teilweise gleichzeitig,
auch die nachstehend geschilderten Steuerungsorgane und Vorrichtungen am Wippereinlauf.
Durch den Nocken 6 des Wipperkorbes und die
dadurch hervorgerufene
kurzzeitige Verstellung des abtastenden Steuerorgans 8 wird ein Druckmittelimpuls
- außer, wie geschildert, über die Leitungen 11 und 12 an das Steuerorgan 13 - gleichzeitig
auch über die Leitung 60 an den dem Steuerorgan 13 baulich genau entsprechenden
I(olbensteuerschieber 61 erteilt und dadurch der Kolben dieses Schiebers nach rechts
verschoben und der an die Kolbenstange angelenkte Tasthebel 62 aus seiner in Fig.
5 gezeichneten tiefsten Stellung in seine aufgerichtete Bereitschaftsstellung versetzt,
in der er die Oberkante der Schiene2 um ein gewisses blaß überragt. In dieser Stellung
des Steuerschiebers 61 wird Druckmittel aus der Leitung 10 über die Abzweigleitungen
63 (bis zum Steuerschieber 61) und 64 zu einem Steuerorgan bzw. Kolbensteuerschieber
65 geleitet, dessen Kolbenstange 66 im Bereich der Oberkante des Gleises 2 ein Tastelement
67 aufweist. Von der voil der Druckmittelleitung 10 abzweigenden Leitung 68 her
ist der Kolben des Steuerorgans 65 dauernd in axialer Richtung durch das Druckmittel
belastet, daL3 das Tastelement 67 bestrebt ist, stets seine etwa der Gleisoberkante
entsprechende höchste Stellung einzunehmen. Der Steuerschieber 65 ist nun in solcher
Entfernung hinter dem Sperrhebel 3 am Wippereinlauf angeordnet, daß das Tastelement
67 sich unter dem zweiten von dieser Sperre aufgehaltenen Förderwagen (d. b. unter
den Laufrädern dieses Wagens) befindet. Durch den Spurkranz des über ihm befindet
lichen Förderwagens wird das Tastelement 67 und dadurch die Kolbenstange 66 und
der Kolben des Steuerorgans 65 in seine bzw. ihre unterste Stellung herabgedrückt,
in der das Druckmittel aus der Leitung 64 über den Steuerschieber 65 und die Leitung
70 einem federbelasteten Betätigungszylinder 71 zugeführt wird, dessen Kolben und
Kolbenstange 72 dadurch entgegen der Federkraft nach rechts verstellt werden und
infolgedessen das obere Ende eines Doppelhebels 73 in Richtung des Pfeiles 74 verschwenken,
wodurch der Sperrhebel 3 seine Unterstützung verliert und sich deshalb um ein solches
Maß nach unten senkt, daß der von ihm angehaltene erste Wagen aus der Sperre auszulaufen
vermag. Dieser auslaufende Förderwagen drückt den aufgerichteten Tasthebel 62 des
Steuerorgans 61 in die in Fig. 5 gezeichnete Stellung herunter, wodurch die Leitung
64 mit dem Auspuff 75 des Steuerschiebers 61 verbunden und infolgedessen drucklos
wird. Dadurch wird (infolge der Verbindung über das Steuerorgan 65) auch der Betätigungszylinder
71 drucklos, so daß dessen Feder den Hebel 73 aufrichtet, der seinerseits den Sperrhaken
3 anhebt, wodurch der dem ausgelaufenen Wagen auf dem mit Gefälle verlegten Gleis
nachfolgende Wagen angehalten wird. Jeder aus der Sperre am Wippereinlauf auslaufende
Wagen schließt also unmittelbar hinter sich wieder die Sperre. Dieser Wagen verbleibt
hinter dem Sperrhaken, bis ein weiterer Wagen zugelaufen ist und das Tastelement
67 niedergedrückt hat. Durch die Steuerung wird also jeweils nur ein Wagen aus der
Sperre am Wippereinlauf entlassen, und zwar nur in dem Falle, daß mindestens noch
ein weiterer Wagen hinter der Sperre vorhanden ist, der auf das durch das Wagengewicht
verstellbare Steuerorgan 65 einwirkt. Beim Auslaufen des vorangehenden Wagens verbleibt
der nachfolgende Wagen in der Sperre. Die danach zulaufenden Wagen finden also stets
einen Wagen hinter dem Sperrhebel vor, können also nicht unabgebremst in die Sperre
und in den Wipperkorb einlaufen und diese unter Umständen beschädigen.
-
Der vorstehend genannte Steuerschieber 36 wird von der Netzleitung
9 bzw. der Leitung 10 durch eine Abzweigleitung 85 über ein sogenanntes Ausschaltventil
86 mit Druckmittel versorgt, das in folgender Weise wirksam ist: Der Ventilkegel
des Ausschaltventils 8o hat auf seiner Unterseite einen Zapfen, mittels dessen er
mit einer im Ventilgehäuse eingespannten Membran fest verbunden ist, die über die
Leitung 87 vom Druckmittel beaufschlagt werden kann. Ist diese Leitung drucklos,
dann verursacht die dauernde Druckmittelbeaufschlagung des Ventils über die Leitung
85, daß der Ventilkegel sich auf seinen Sitz auflegt und das Druckmittel dann über
die von dem Ventil abzweigende Leitung 88 dem Steuerschieber 36 zufließen kann.
Ist jedoch die Leitung 87 druckführend, daml überwiegt die auf die verhältnismäßig
große Membran ausgeübte Kraft die auf den Ventilkegel wirkende Gegenkraft, so daß
der Ventilkegel in seine obere Stellung verschoben wird, in der er die Mündung der
Leitung 85 versperrt und den Durchfluß des Druckmittels über die Leitung 88 zum
Steuerschieber 36 verhindert. Dann stehen die Abzweigleitung 88 und der Steuerschieber
36 mit dem Auspuff 89 des Ausschaltventils 86 in Verbindung und sind infolgedessen
drucklos.
-
Wenn der aus der Wagen sperre 3 am Wippereinlauf auslaufende Wagen
den (zuvor aufgerichtet gewesenen) Tasthebel 62 und den Kolbensteuerschieber 61
in die in Fig. 5 gezeichnete Stellung gebracht hat, dann steht die Leitung 64 mit
dem Auspuff 75 des Schiebers 61 in Verbindung und ist daher drucklos.
-
Ebenfalls drucklos ist dann die von der Leitung 64 abzweigende Leitung
90, die mit der Unterseite des Steuerventils 86 verbunden ist. Eine Druckwirkung
wird deshalb auf die Membran dieses Ventils nicht ausgeübt. Der Ventilkegel behält
daher seine in Fig. 5 dargestellte Stellung, in der das Druckmittel aus der Leitung
85 über das Ventil 86 und die Abzweigleitung 88 dem Steuerschieber 36 zufließen
kann, so daß die Kolbenstange 35 das Bestreben hat, ihre äußerste rechtsseitige
Stellung einzunehmen. Sie ist jedoch durch die noch verriegelte Stange 30 im Boden
des Wipperkorbes daran gehindert, diese Bewegung auszuführen. Erst wenn der aus
der Sperre 3 ausgelaufene Wagen außer dem Tasthebel 62 auch den Rücklaufsperrhebel
25 im Wipperkorb überfahren und dadurch die Kolbenstange 26 des Federzylinders heruntergedrückt
und damit die Riegelstange 30 entsperrt hat, vermag die Kolbenstange 35 sich nach
rechts zu bewegen. Die Riegelstange 20 hingegen ist, wie erwähnt, schon zuvor von
dem aus dem Wipperkorb auslaufenden Wagen nach rechts verschoben und der Sperrhebel
23 in seine aufgerichtete Stellung gebracht worden, in der er den in den Wipperkorb
einlaufenden Wagen sperrt (durch Verstellung des Schiebers 13, Rückverstellung der
Kolbenstange 17 in die in Fig. 5 gezeichnete Stellung und Aufrichtung des Sperrhebels
23 durch die Feder 24 unter gleichzeitiger Verschiebung der Stange 20 in die gezeichnete
Stellung). Der Rücklaufsperrhebel 25 richtet sich nach dem Überfahren durch den
Förderwagen unter der Einwirkung der Feder des Zylinders 27 selbsttätig wieder auf.
Damit ist der Wagen im Wipperkorb festgestellt.
-
Nachdem die Kolbenstange 35 des Steuerschiebers 36 in Verbindung
mit dem aus dem Wipperkorh auslaufenden und dem ihm zulaufenden Wagen in der geschilderten
Weise die Wagensperre im Wipperkorb wiederaufgerichtet hat, ist sie in ihre äußerste
rechtsseitige Stellung gelangt, in der Druckmittel über die
Leitung
37 dem Betätigungszylinder 38 zufließen kann.
-
Dessen Kolbenstange 42 wird dadurch nach rechts verschoben, was zur
Folge hat, daß der Zapfen 45 aus seiner Rast im Wipperkorb herausgezogen und dieser
damit entriegelt wird und daß der Schalthebel 44 aus der in Fig. 5 gestrichelt angedeuteten
in die mit nicht unterbrochenen Linien gezeichnete Stellung verschwenkt und die
Kupplungshälften 50 und 52 zum Eingriff gebracht werden, worauf der Antrieb des
Wipperkorbes in Gang gesetzt wird und der geschilderte Vorgang der Entladung, des
Auslaufs und Zulaufs der Förderwagen sich wiederholt.
-
Es ist auch möglich, Förderwagen durch den Wipper hindurchfahren
zu lassen, ohne daß sie im Wipperkorb geschwenkt werden. Zu diesem Zweck werden
in dem Schaltbild nach Fig. 5 je ein drehbarer Steuerschieber 94 und 95 vorgesehen,
die an der mit ,AT gekennzeichneten Stelle mit dem Netz in Verbindung stehen und
an der mit A bezeichneten Stelle eine AuspufföffIlung aufweisen. Falls der Drehschieber
dieser heiden Steuerorgane die mit einer nicht unterbrochenen Linie dargestellte
Stellung einnimmt, dann ist die Wippereinrichtung auf automatischen Betrieb eingestellt.
Wenn die beiden Drehschieber jedoch in die gestrichelt gezeichnete Stellung verschwenkt
werden, dann fließt Druckmittel über den Schieber 94 und die Leitung 96 dem Kolbensteuerschieber
61 zu und verstellt dessen Kolben nach rechts unter Aufrichtung des Tasthebels 62,
so daß Druckmittel aus der Leitung 63 über den Kolbensteuerschieber 61, die Leitung
64 dem Steuerorgan 65 und, bei niedergedrücktem Taster 67 und Kolben dieses Steuerorgans,
über die Leitung 70 dem Betäti gungszylinder 71 zugeführt wird, wodurch der Sperrhebel
3 nach unten verschwenkt wird und die hinter ihm befindlichen Wagen freigegeben
werden. Von dem Steuerschieber 95 hingegen fließt Druckmittel über die Leitungen
97 und 87 und versperrt durch Einwirkung auf die Membran des Ventils 86 die Mündung
der Leitung 85, so daß über den Auspuff 89 die Leitung 88, der Steuerschieber 36,
die Leitung 37 und der Betätigungszylinder 38 drucklos werden. Die Feder 43 des
Ausschaltmechanismus des Antriebes bringt dann durch Einwirkung auf den Schalthebel
44 die Kupplungshälften 50 und 52 außer Eingriff, so daß der Wipperantrieb stillgesetzt
wird, und verriegelt mit dem Ende 45 der Kolbenstange 42 den Wipperkorb. Von der
Leitung 97 zweigt außerdem eine Leitung 98 ab. über die Druckmittel vom Steuerschieber
95 dem Betätigungszylinder 16 zugeführt wird, dessen Kolbenstange 17 dadurch nach
links verschoben wird und durch Verschiebung derWipperkorbstangen 20 und 30 die
Sperre im Wipperkorb löst. Die aus der Sperre 3 am Wippereinlauf auslaufenden Förderwagen
können danach also bei verriegeltem Wipperkorb und ausgeschaltetem Antrieb unbehindert
den Wipperkorb durchfahren. Dieses Durchlaufen der Förderwagen durch den Wipperkorb.
ohne daß dieser durch den Antrieb gedreht wird, wird ermöglicht. solange die Steuerschieber
94 und 95 in ihrer gestrichelten Stellung vedleiben.
-
Fig. 6 veranschaulicht einen in seiner Darstellung Fig. 5 entsprechenden
Schaltplan (mit gleichen Bezugszeichen). der die selbsttätige Steuerung für einen
Wipper zum Entladen von jeweils zwei Förderwagen erläutert. Dieser Schaltplan unterscheidet
sich von dem nach Fig. 5 einmal dadurch, daß am Wippereinlauf, statt eines Kolbensteuerschiebers.
zwei Kolbensteuerschieber 61 und 61' hintereinander mit Tasthebeln 62 und 62' und
am NVipperauslauf ebenfalls
zwei Kolbensteuerschieber 13 und 13' hintereinander mit
Tasthebeln 14 und 14' angeordnet sind. Ein weiterer Unterschied liegt darin, daß
sich im Wipperkorb zwei Rücklaufsperrhebel 25 und 25' befinden, die mit je einem
Federzylinder 27 und 27' gelenkig verbunden sind. Die Stange 20 im Wipperkorb arbeitet
in vorbeschriebener Weise mit dem Sperrhebel 23 zusammen. Die Stange 30 des Wipperkorbes
hingegen weist zwei Rasten 31 und 31' auf, die mit Sperrstücken 32 und 32' der Kolben
26 und 26' zusammenarbeiten.
-
Diese Ausbildung bezweckt, daß beim Überfahren der Kolbensteuerschieber
und ihrer Tasthebel am Wipperein- und -auslauf durch die Förderwagen die Steuerungsvorgänge
jeweils erst nach dem Überfahren des zweiten Kolbensteuerschiebers (also des Steuerorgans
61' bzw. 13') ausgelöst werden. Ebenso wird die Entriegelung der Stange 30 nicht
schon durch das Überfahren des ersten Rücklaufsperrhebels 25, sondern erst nach
dem Überfahren des zweiten Rücklaufsperrhebels 25' durch den zweiten Förderwagen
bewirkt. Es kann also nicht vorkommen, daß die Stange 30 bereits durch einen einlaufenden
Wagen entriegelt und der Wipperantrieb dadurch eingeschaltet wird, so daß der verspätet
zulaufende zweite Wagen auf den in Umdrehung befindlichen Wipperkorb auftrifft,
wodurch Entgleisungen sowie Beschädigungen am Wagen und Korb verursacht werden könnten.
-
In den Schaltbildern nach Fig. 5 und 6 sind an den Kreuzungsstellen
dreier Leitungen, wo der von einer Leitung ankommende Druckmittelstrom nur durch
eine der beiden anderen Leitungen weitergeleitet werden soll, Kugelschaltventile
100 angeordnet, welche den Druckmittelstrom in dieser Weise umlenken.
-
PATENTANSPROCHE: 1. Steuerung zum selbsttätigen Regeln des Zu-und
Ablaufs von Förderwagen bei Kreiselwippern mit von den zu- und ablaufenden Wagen
bzw. von einem Anschlag an einer der kreisförmig gebogenen Stirnwände des Wipperkorbes
ausgelöstem Steuermechanismus für die Wagensperren am Wippereinlauf und im Wipper
sowie für dessen Antrieb und Verriegelung, dadurch gekennzeichnet, daß durch einen
an sich bekannten nockenartigen Ansatz (6) an einer der Stirnwände (46) des Wipperkorbes
(4), unmittelbar bevor dieser nach einem Entladevorgang seine Aufnahmestellung für
Förderwagen wieder erreicht hat, ein abtastendes Steuerorgan (8) kurzzeitig derart
verstellt wird, daß durch einen von diesem ausgelösten Druckmittelimpuls am Wipperauslauf
ein Steuerschieber (13, bei Wippern zur Entladung eines Wagens) bzw. zwei Steuerschieber
(13, 13', bei Wippern zur Entladung zweier Wagen) unter Verschwenkung von mit ihm
bzw. mit ihnen gelenkig verbundenen Tasthebeln (14, 14') in die Bewegungsbahn der
Förderwagen (1) in seine bzw. ihre Bereitschaftsstellung versetzt werden, in der
über diesen bzw. diese Steuerschieber das Druckmitttel einem Betätigungszylinder
(16) zugeführt wird, dessen Kolbenstange (17) dadurch ein Gestänge (20, 30) im Wipperkorb
verschiebt, das dessen Wagensperre (23) löst, und daß durch diese Gestängeverschiebung
zugleich eine außerhalb des Wipperkorbes angeordnete Vorrichtung (36, 38, 42, 44)
zum Stillsetzen des Antriebs und Verriegeln des Wipperkorbes betätigt wird.