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Ausrückbare Bedienungsvorrichtung für Totpunktverschlüsse von Entladeeinrichtungen
Bei seitlich entleerenden Gefäßen mit einseitig schrägem oder auch sattelförmigem
Boden sind Verschlüsse bekannt, bei denen der Bedienungshebel nicht starr mit den
Teilen des eigentlichen Verschlusses verbunden ist.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung, die es - besonders
zur Vermeidung von Unfällen - in einfacher Weise ermöglicht, den nicht starr mit
der eigentlichen Verschlußvorrichtung verbundenen Bedienungshebel bei einem Totpunktverschluß
zu verwenden. Bei diesem war bisher der Bedienungshebel fest, also z. B. verkeilt,
auf der gleichen Welle angeordnet, auf welcher sich auch der Hebel des eigentlichen
Totpunktverschlusses befindet. Der Bedienungshebel muß beim Lebergang von der Schließ-
in die Öffnungslage einen meist i8o° und mehr betragenden Ausschlag machen. Dieser
große Ausschlag gefährdet - besonders durch die beim öffnen der Klappen unter dem
Druck des Ladegutes auftretende Wucht - den Bedienungsmann und gibt zu zahlreichen
Unfällen Anlaß. Zur Vermeidung der Unfälle ist nach der Erfindung der Bedienungshebel
so angeordnet, daß er nur für kurze Zeit, nämlich bis die Sperrlage des Verschlusses
überwunden ist, auf letzteren einzuwirken braucht, dann aber durch besondere - am
Hebel oder Gefäß angeordnete - Elemente selbsttätig ausgerückt wird und daher die
weitere Bewegung des Verschlußgestänges nicht mitmacht. Auch gestattet die Erfindung
in einfacher Weise z. B. zwei Entladeklappen miteinander zu kuppeln, also gleichzeitig
sowie ferner wahlweise die eine oder andere einzeln zu bedienen.
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Die Zeichnung stellt den Erfindungsgegenstand in einer beispielsweisen
Ausführungsform an einem als Auslaufschurre ausgebildeten Gefäß dar.
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Abb. i zeigt eine Auslaufschurre mit einer Entladeklappe und deren
Verschluß in Schließstellung.
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Abb. a zeigt die Einrichtung der Abb. i mit Bedienungshebel in Bereitschaftsstellung
zur Auslösung der Sperrung des eigentlichen Verschlusses.
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Abb. 3 zeigt die Auslaufschurre mit vollständig geöffneter Klappe.
Der Bedienungshebel ist nach links umgelegt und daher in Bereitschaftsstellung zum
Schließen der Klappe.
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Abb. 4 und 5 zeigen in Ansicht und Grundriß die Anordnung des Bedienungshebels
und der Hauptverschlußteile bei zwei gleichzeitig oder wahlweise einzeln zu bedienenden
Entladeklappen.
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In den Abbildungen ist A die Auslaufschurre eines Gefäßes, das durch
eine in B nach oben drehbar gelagerte Klappe C verschlossen wird. In D sind auf
beiden Seiten des Auslaufes an der Klappe C Stangen i angelenkt, die die Verbindung
der Klappe mit auf der durchgehenden Welle E unverrückbar befestigten Hebeln z bilden.
Durch geeignete Lage der Drehpunkte zueinander entsteht ein
Totpunktverschluß.
Für seine Betätigung ist an der einen Seite der Schurre A der Hebel 2 als
Mitnehmer ausgebildet, indem er mit Zähnen 3 sowie einem Anschlag q. versehen ist.
Ferner ist an dieser Schurrenseite der Bedienungshebel 5, der mit einem Langloch
6 versehen ist, auf Welle E frei beweglich angeordnet. Hebel 5 trägt einen Zapfen
7 und einen Nocken B. Letzterer besitzt an einer Seite eine Anschlagfläche 9, an
der anderen einen Daumen io. Außerdem ist an der Schurrenwand ein Auflaufstück i
i befestigt.
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In Abb. i ist Klappe C geschlossen; der Verschluß befindet sich in
Totpunktsperrlage. Der Bedienungshebel 5 steht in .seiner Ruhelage und kann, falls
erwünscht, in dieser Stellung noch durch ein besonderes - in der Zeichnung nicht
dargestelltes - Organ, z.-B. einen Überwurfhaken oder ein Schloß, gegen unbeabsichtigte
Betätigung gesichert werden. Gleichzeitig wäre hiermit auch der eigentliche Totpunktverschluß
nochmals gegen unbeabsichtigte Betätigung gesichert, da Daumen 8 des Bedienungshebels
5 sperrend gegen die Zähne 3 des Mitnehmers bzw. Hebels 2 liegt.
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Für das Öffnen der Klappe C ist der Bedienungshebel 5 in Pfeilrichtung
nach links so lange zu drehen, bis sich Nocken 8 mit seiner Fläche 9 gegen Anschlag
4 des Hebels 2 legt (Abb. 2). Dadurch, daß Zapfen 7 des Hebels 5 bei Drehung des
letzteren auf das Auflaufstück i i gelängt, wird Hebel 5 in seiner Längsrichtung
nach oben verschoben, und der Daumen io des Nockens 8 verliert den Eingriff mit
den Zähnen 3 des Hebels 2. Wird Hebel 5, nachdem er seine größte Längsverschiebung
mit Hilfe von Auflauf i i erreicht hat, weiter nach links gedreht, so werden zwangläufig
die auf Welle E befestigten Hebel 2 und Stangen i aus ihrer Sperrlage gedreht. Letztere
überwinden die Totpunktlage und geben Klappe C frei. Eine noch weitergehende Verfolgung
des Hebels :2 mit dem Bedienungshebel 5 ist nicht erforderlich, vielmehr erfolgt
die vollständige Öffnung der Klappe C nunmehr durch den Druck des in der Schurre
befindlichen Ladegutes, Zwobei die Klappe ausschwingt, bis die zweite Totpunktläge
des Gestänges i, 2 eben überschritten und damit eine Sperrlage für die geöffnete
Klappe erreicht ist. Sobald dies geschehen, kann der Bedienungshebels in die Ausgangslage
nach Abb. i zurückgelegt werden.
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Soll Klappe C geschlossen werden, so ist gemäß Abb.3 Hebel 5 aus seiner
Ruhelage (Abb. i) über Auslaufstück i i hinweg in die stark ausgezogene Lage (Abb.3)
zu drehen. Sein Nocken 8 greift dann unter der Einwirkung des Eigengewichtes des
Hebels 5 finit Daumen 1o in die Zähne 3 des Hebels :2 ein. Wird Hebel 5 jetzt nach
rechts gedreht, so wird damit zunächst zwangläufig die Öffnungstotpunktlage der
Klappe C bzw. des Gestänges i, 2 überwunden und dann Hebel 5 bei weiterer Rechtsdrehung
durch Zapfen und Auflaufstück r i in die strichpunktiert gezeichnete Lage (Abb.
3) gebracht. KlappeC ist durch ihr Eigengewicht in die Schließlage zurückgeschwungen,
und das Verschlußgestänge nimmt selbsttätig wieder die Sperrlage nach Abb. i ein.
Hiernach wird Bedienungshebel 5 ebenfalls in die Endruhelage (Abb. i) zurückgelegt
und gegebenenfalls gesichert.
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Wenn Zapfen 7 so ausgebildet wird, daß er beim Schließvorgang nicht
mit Auflaufstück i i in Berührung kommt und dadurch eine Längsverlagerung von Hebel
5 vermieden wird, ist es möglich, Klappe C während des ganzen Weges des Schließvorganges
mit dein Bedienungshebel 5 zu verfolgen und die Klappe auch vor vollständiger Entleerung
des Fördergefäßes wieder zu schließen.
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Bei zwei Entladeklappen, z. B. bei Gefäßen mit Sattelboden, bleibt
die Anordnung des Verschlußgestänges und des Bedienungshebels für gleichzeitige
Betätigung beider Klappen, wie vorbeschrieben, bestehen. Lediglich die Stangen i
müssen verdoppelt und Hebel :2 doppelarmig ausgebildet werden. Soll jedoch wahlweise
entweder die eine oder die andere Klappe oder ferner auch beide Klappen gleichzeitig
geöffnet werden, so ist das Verschluß- und Bedienungsgestänge so, wie Abb.4 und
5 beispielsweise zeigen, auszubilden. Hierbei ist eine Vollwelle Ei und eine Hohlwelle
E2 erforderlich. Diese tragen Hebel2' und 2", die gelenkartig mittels Zapfen 12
und 13 mit den Stangen i der Entladeklappen verbunden sind. Die beiden Hebel 2'
und 2" sind an der. Bedienungsseite der Schurre mit Zähnen 3 und Anschlägen 4, wie
bei der Vorrichtung nach Abb. i bis 3, versehen. Bedienungshebel 5 ist in seiner
Längsrichtung frei beweglich und außerdem seitlich verschiebbar auf Welle El gelagert.
Er ist ferner wiederum mit Langloch 6, Zapfen 7 und Nocken 8 versehen. Dabei ist
letzterer mit seiner Anschlagfläche 9 und Daumen io doppelseitig ausgebildet und
kann daher entiveder, wie gezeichnet, mit beiden Hebeln 2' und 2 " oder nach entsprechender
seitlicher Verschiebung nur mit dem einen oder dem anderen in Eingriff treten: Die
seitliche Verschiebung und Führung des Hebels 5 kann in bekannter - in den Abbildungen
nicht dargestellter - Weise durch eine einfache Ausrückvorrichtung, z. B. einen
horizontal drehbaren Doppelhebel, erreicht werden, dessen einer Arm gabelartig Segment
14 des Hebels 5 umgreift.
Die Betätigung des Gestänges nach Abb.
4. und 5 im Sinne des öffnens oder Schließens erfolgt im übrigen in gleicher `'Weise
wie bei der Vorrichtung nach Abb. i bis 3.
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Die Einrichtungen lassen sich bei ortsfesten sowie transportablen
Gefäßen aller Art, ivie Bunker, Krankübel u. dgl., und auch bei fahrbaren Gefäßen,
wie z. B. Straßenlastfuhrwerke und Eisenbahnwagen, verwenden.