Verfahren uud Vorrichtung zur Herstellutg von Kunststeinen ans porösem Material. Bei der Herstellen g voll Kunststeinen ans porösem Material, zum Beispiel von Schwemmsteinen, durch Pressen in Form kasten ist es notwendig, das Pressen fnit gro sser Vorsieht zu bewirken. Man darf die Steine nicht auf einmal dem zum Ausbilden der Ecken und Kanten notwendigen Druck unterwerfen, da sonst ihre poröse Struktur verloren geht.
Um die Pressarbeit ohne Schaden für die poröse Struktur zu bewirken, wird ge mäss dem vorliegenden Verfahren in fol gender Weise vorgegangen. Man presst den mit der Pressmasse gefüllten Formkasten zuerst als Ganzes und dann einen die Press- masse tragenden beweglichen Boden dessel ben allein gegen ein Widerlager. Durch diese Zerlegung der Pressarbeit in zwei Stufen ist es möglich, den Kunststein scharf auszu pressen, ohne ihn einem so starken Drücke zu unterwerfen, dass seine Struktur durcl Zertrümmerung der Bestandteile verloren geht. Die Presse zur Ausführung dieses Ver fahrens weist eine als Kastenboden dienende Platte auf, auf welcher die Mantelwand des Formkastens ruht; diese Platte tann durch Stempel gegen ein Widerlager gepress1 werdem.
Die Presse hat ferner einen zweiten im Formkasten bewegliehen Boden, welcher durch andere Stempel gegen das Widerlager geprelt werden kann.
Die beiliegende Zeiclntng zeigt eine bei spielsweise Ausfilrungsform einer zur Aus führung des Verfahrens gemäss Erfindung dienenden Presse, und zwar ist Fig. 1. ein Längsschnitt, Fig. 2 eine Ansieht von vorn, teilweise im Schnitt, und Fiel. 3 eine Elnzel- h i t.
Das Maschinengestell 1 trägt cine durch gehende Welle 2, die mittelst der legel- rider 3 durch die Welle 4 mit dem laupi- antrieb in Verbindung steht. Auf der Welle 2 sitzen fünf Kurvensebeiben a, 6, i, 8 und 9. auf denen entsprechend die Rollen 10, 11, 12, l3 und 11 laufen, welche mit den in dem Querbalken 15 gelagerten Stempeln 16, 17 18, 19 und 20 verbunden sind.
Dureh die Nerv enscheilen 5-9 werden diese Stempel 16-20 in bestimniter \V(,ise gehoben und -leder gesenl@t. Über diesen Stempeln liegt der Form kasten 21, welcher zum gleichzeitigen Pres sen von fünf Steinen nebeneinander dient; zu diesem Zw ecle sind Eisenscheiben 22 v or- gesehen, um die Pressmasse zu unterteilen. Da die Steine als Hohlsteine ausgebildet werden sollen, sind die Längswände des Formlkastens mit Löchern versehen, durch welhe während des Füllens und Pressens ein mit fünf Dornen versehenes Gatter 23 in die Masse eingeführt werden kann. Dieses Gatier ist durch die Stange 24 mit einem Antriebe verblinden, der es in geeigneter Weise verschiebt und zurückzieht.
Die Man telwand des Formkastens 21 ruht auf einer als Kastenboden dienenden Platte 25, welche durch den mittleren Stempel 16 gehoben und gesenkt werden kann. Dieser Boden besitzt zwei seitliche Leisten 26, die auf entspre chenden Führungen 27 gleiten können. Auf diese Weise ist es möglich, den Boden 2a samt dem daraufstehenden Formlasten 21 unter den Fülltrichter 28 behufs Füllung zu ziehen. Diese Bewegung erfolgt durch eine Stange 29, die eine Verzahnung 30 trägt, in welche ein entsprechender Antrieb eingreift.
An dem Formlkasten ist aussen ein Haken 31 angeibracht, der in den Schieber 32 des Füll trichters eingreift und diesen bei der Be- weguno des Formkastens mitnimmt, so dass der Fülltrichter 28 geöffnet ist, wenn der Formkasten unter dem Trichter steht und ge schlossen, wenn er sich in der Pressstellung gemäss Fig. 1 befindet.
Auf der Bodenplatte 25 ruht ein im Formkasten be weglicher Boden 33, der in der dargestellten Weise mit den beiden Stem peln 17 und 18 durch Ansätze derart in Ein griff kommen kann. dass er für sich von diesen angehoben werden kann. Auf diesen zweiten Boden ist ein Unterlagsbrett 34 (Big. 3) gestellt, auf welches die Pressmasse aus cem Fülltrichter fällt. Dieses Unter lagsbrett hat zwei Seitenteile 35, die bei 36 mit A usspärungzen versehen sind, um, wenn die U nterlagsbretter zum Trocknen der Steine übereinander aufgestapelt stehen, das einzelne Brett bequem anfassen zu können.
An der untern Seite des Brettes 34 isA an jedem Ende ein Winkeleisen 37 angebracht, das bestimmt ist, sich gegen den Seitenteil 35 des beim Aufstapeln darunterstehenden U n- terlagsbrettes zu legen, zu welchem Zwecke diese Seitenteile auf der Inncnfläche bei 38 abgeschrägt sind. Die aufeinanrergestelllen Unterlagsbretter dienen deichzeitig als Stapelgerüst, wobei die Winkeleisen die seitliche Verschiebung der Bretter verhindern.
Der Fornkasten 21 trägt noch zwei An- Sätze 39, unter welche die Stempel 19 und ä 20 greifen können, wenn der Formkasten von dem fertig gepressten Stein abgehoben werden soll. Mer dem Formkasten und gegeniiber den Stempeln 16, 17, 18 liegt ein Widerlager 40, das zur gleichzeitigen Her stellung von fünf Steinen in fünf Teile ge teilt ist.
Zwischen den Stempeln 16, 17, 18 in der uniersten Lage dersellen und den mit ihnen in Eingriff kommenden Teilen 25, bezw. 3i sind Zwischenräume vorgesehen.
Die Arbeitsweise der beschriebenen Vor- richtlug ist die folgende: Zunächst ergreift die Stange 29 die Bodenplatte 25 und zieht sie mit der Form- kasien-Mvautelwand auf den Führungen 27 unter den zum Beispiel mit Schlackenmasse gefüllten Fülltrichter 28, wobei sich durch den Haken 31 dessen Schieber 32 öffnet und die Füllung des mit dem Unterlagsbrette 34 ausgerüsteten Formkastens 21 erfolgt.
Dann tritt das Gatter 23 in die klasse und lewegt sich mit dem ganzen Formkasten in die PrA- Stellung gemäss Fig. 1, wobei dieser durch die Stange 29 wieder über die Stempel 16 bis 20 geschoben wird, und sich gleichzeitig der Schieber 32 wieder schliesst. letzt erfolgt die Pressung, und zwar in der Weise, dass zu nächst unter dem Einfluse dur Kurvensclieibe 5 der Stempel<B>1.6</B> den Formkasten als CTauzes anhebt und damit die Prcssniasse gegen das -'V#Tiderlao#er 40 drückt.
Dadurch erfolgt eine Pressung der 1-Tasse zu Hohlsteinen, wobei der Hub des Press- stempels 16 derart gewählt ist, dass der PressclruclL nicht zu gross wird und die po- röse Struktur der Masse nicht verloren gelt. Dann kommen die Kurvenscheiben 11 und 12 zur Wirkung und leben die Stempel 17 und 18 und damit den zweiten Boden 33 an, wobei der Pressdruck ebenfalls entsprechend gewihlt wird. Durch diese Unterteilung der Pressarbeit in zwei Stufen ist es möglich, eine Aaspressung der Masse zu Steinen ohne zu grossen Druck zu erzielen.
Nach der Aus pressung kommen die Kurvenscheiber 8 und 9 zur W irkung. indem sie die Stempel 19 und 20 gegen die Ansitze 39 des Form- kastens 21 drücken und die Formkasten- Mantelwand von der Bodenplatte 25 ab heben, so dass die Steine freigelegt werden. Man kann jetzt die auf dem Unterlagsbrette 34 liegenden fünf Steine aus der Presse lerausnelmnen und aufstapeln, worauf in den Forrkasten ein neues Unterlagsbrett einge legt wird und die Arbeit von neuem beginnt.
Durch die Anordnung von Zwisclenriu- nen zwischen den Stempeln 16, 17 und 18 und der Platte 25, bezw. dem Boden 33 wird bewirkt, dass das Pressen mehr oder weniger stoss- oder schlagartig erfolgt.
Die Presse kann auch zur Herstellung von Vollsteinen dienen. Es ist dann nur nötig, das Gatter auszuschalten und eine an dere Mantelwand einzusetzen, deren Längs- wäade nicht mit Löchern versehen, sondern vollwandig sind.
Auch kann die Presse für die Herstel lung grosser Bauplatten oder Dielen benut zt werden, wobei ein geeigneter Formlasten verwendet wird, der mur einen grossen offe nen Formraum ohne Trennbleche 22 auf weist. Dann wird natürlich das Widerlager aus einer nichtunterteilten grossen Pressplatte bestehen, welche genau den Innenraum des Formkastens ausfüllt. Der Schieber 32 des Fülltrichters kann auch anstatt durch den Haken des Formkastens durch einen Hand hebel geöffnet und geschlossen werden.