Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 279377. Spindelpresse. Die Erfindung bezieht sich auf eine wei tere und verbesserte Ausbildung der Spindel presse naeli Patent. Nr. \?79377.
Die mit axial feststehendem Schwungrad versehene Spindelpresse gemäss dem Patent anspruch des Hauptpatentes ist dadurch ge kennzeichnet, dass das auf eingegossenen Stahlsäulen ruhende Oberteil der Presse einen zwischen diesen abwärts ragenden, ausgedreh ten Stutzen mit einer Längsöffnung aufweist und an dieser Längsöffnung ein den Pressen- stössel bei seiner Längsverschiebung gegen Drehen sicherndes Führungsmittel angebracht ist.
Die Gewindespindel eines im Haupt patent beschriebenen Ausführungsbeispiels der Presse ist im Oberteil dreh- aber nicht längs verschiebbar gelagert und in ein Mutter gewinde des Pressenstössels eingeschraubt, der in einer im Oberteil vorgesehenen, durch einen Stutzen gebildeten Führung längsverschoben, aber nicht gedreht werden kann. Die Längs- verschiebbarkeit der Gewindespindel ist da durch verhindert, dass sie auf der Unterseite ihres Drehlagers im Oberteil. einen Bund trägt, während auf der Oberseite das Schwung rad auf ihr aufgekeilt ist, das sieh unter Ver- inittlung eines Kugellagers auf dem Oberteil abstützt.
Auf diese Weise können Spindel und Schwungrad sich zwar drehen, aber ihre Höhenlage nicht verändern. Im Zusammen hang mit. dieser Anordnung der Spindel und des Schwungrades ist gemäss einem im Haupt patent beschriebenen Beispiel ein Kraft- antrieb entwickelt worden, bei welchem das Schwungrad eine Rundnut besitzt, in die eine Reibrolle greift, die zwecks -#Vechselns der Drehrichtung der Spindel bzw. zwecks Ein stehens des Antriebes der letzteren, entweder mit der einen oder mit der andern Seitenwand der Rundnut in Berührung oder in eine -Mit telstellung zwischen den Wänden gebracht werden kann, in der sie keine Wand der Rundnut berührt.
Zu diesem Zweck sitzt die Reibrolle auf der Welle eines Elektromotors, der derart verschiebbar angeordnet ist, dass die Reibrolle wahlweise die angegebenen Stel lungen einnimmt. Die Verschiebungen des Elektromotors werden mittels einer heb- und senkbaren Schablone bewirkt, die einen schrä gen Schlitz besitzt, in dem ein am Motor be festigtes Gleitorgan läuft. Da der Elektro motor und die ihn verschiebende Schablone auf der Rückseite der Presse unmittelbar un ter dem Schwungrad am Oberteil angebracht sind, ist ein Gestänge vorgesehen, mit dessen Hilfe die Schablonenbewegungen von der Vorderseite der Presse ausgeführt werden können.
Dieses umfangreiche Gestänge besteht aus Zugstangen, Schwenkhebeln und einer Schwenkachse, wozu sieh noch die entspre- ehenden Führungen, Schwenklager und ein Gegengewicht gesellen. Ausserdem ist eine besondere Steuerungsvorrichtung vorgesehen, die aus einem höhenverstellbaren Anschlag des Gestänges und einem am Stössel befestigten Finger besteht, der aus einem besonderen Längsschlitz des Oberteils hervorsieht und beim Aufwärtshub des Stössels den Anschlag und das Gestänge samt Schablone mitnimmt und dadurch die Reibrolle in die antriebslose Mittelstellung schiebt.
Die Anordnung dieser Steuerungsmittel ergibt sich daraus, dass der Elektromotor ausser beim Abwärtshub des Stö ssels auch beim Aufwärtshub desselben antrei bend auf das Schwungrad einwirken muss.
Demgegenüber zeigt der Gegenstand der vorliegenden Erfindung eine Vereinfachung der Bauart und dadurch auch eine Verbilli gung, abgesehen von der leichteren Bedienung und dem rascheren Arbeiten der Presse.
Die Erfindung besteht darin, dass die das Schwungrad beim Abwärtshub des Stössels an treibende Kraftquelle, z. B. ein Elektromotor, während dieses Antriebes in einer das Schwungrad beim folgenden Aufwärtshub des Stössels antreibende Kraftquelle, z. B. in einer Spiralfeder, die hierfür erforderliche Energie aufspeichert.
Im einzelnen kann um die Nabe des Schwungrades eine Spiralfeder gelegt sein, deren inneres Ende an der Nabe und deren äusseres Ende am Pressenoberteil befestigt ist, derart; dass die Spiralfeder beim Abwärtshub des Stössels aufgezogen wird und das danach freigegebene Schwungrad zum Zwecke des Aufwärtshubes des Stössels antreibt.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs gegenstandes ist in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt Fig.l die Ansicht der Spindelpresse, Fig. 2 den Schnitt nach Linie II-II der Fig. 1, Fig. 3 die Seitenansicht im Mittellängs schnitt, Fig. 4 den Schnitt nach Linie IV-IV der Fig. 3, Fig. 5 und 6 Schnitte nach der Linie V-V der Fig. 3 mit entspannter und gespannter Spiralfeder.
Die Spindelpresse besteht aus einem Ober teil 1 und einem Unterteil 2, welche durch Stahlsäulen 3 miteinander verbunden sind. Im Oberteil 1 ist die mit einem Bund 4 ver sehene Gewindespindel 5 dreh- aber nicht längsversehiebbar gelagert.
Mit ihrem untern Ende reicht die Spindel 5 in den eine Füh rung 6 für den Stössel 7 bildenden Stutzen 8 des Oberteils und ist in das Muttergewinde des Stössels 7 eingesehraubt. Auf das obere Ende der Spindel 5 ist das Schwungrad 9 aufgekeilt, welches durch ein Kugellager 10 auf dem Oberteil 1 abgestützt ist und einen abwärts gerichteten Rand 11 aufweist, dessen Innen seite zentriseh zur Drehachse des Schwung rades 9 verläuft.
Hinter diesem Rand 11. be findet sich die Reibrolle 12 des Elektromotors 13, der mittels eines angeflanschten Tragzap fens 14 verschiebbar in einem ausgedrehten, rückseitigen Arm 15 des Oberteils 1 steckt, so da.ss die Reibrolle 12 in und ausser Berührung mit der Innenseite des Randes 11 gebracht werden kann.
Auf der<B>U</B>nterseite der Nabe des , Schwungrades 9 ist eine ringförmige Aasdre hung 16, die das Gehäuse für eine, kräftige Spi- ralbandfeder 17 bildet, welche mit dem innern Ende an der Innenwand der Aasdrehung 16, also am Sehwungrad 9, und mit dem äussern Ende an einem im Oberteil 1 eingesehraubten, in die Aasdrehung 16 hineinragenden Bolzezi 18 befestigt, ist.
Die Anordnung der Spiral feder 17 ist so getroffen, dass letztere beim Abwärtshub des Stössels 7 aufgezogen und da mit aus dem in Fig. 5 dargestellten, in den in Fig. 6 gezeigten Zustand gebracht wird. Dem Elektromotor 13 füllt die Aufgabe zu, beim Ansetzen der Reibrolle 12 an den Rand 11 den Stössel 7 abwärts zu treiben, also den Ar beitshub zu verrichten und dabei die Feder 17 zu spannen (Fig. 6), die alsdann das Schwung rad 9 für den Aufwärtshub des Stössels 7 an treibt.
Das Verschieben des Elektromotors 13 zwecks Ansetzens der Reibrolle 12 an den Rand 11 des Schwungrades -9 geschieht vom Arbeitsplatz des die Presse bedienenden Ar beiters aus. Hier ragt unter dem Schutzblech 20 eine Wippe 19 mit zwei Handgriffen 21 hervor. Sie ist an dem einen Ende einer Stange 22 schwenkbar angebracht, die mit ihrem an dern Ende an der Zugstange 23 befestigt ist. Die letztere ist senkrecht geführt und mit. einem Bund 24 auf einer am Unterteil 2 an stehenden Druckfeder 25 abgestützt.
Mit dem obern Ende steckt die Stange 23 in einem schrägen Querloch 26 des Tragzapfens 11 und berührt die Querloehwand unter Vermittlung einer im Stangenschlitz 27 drehbar gelagerten Gleitrolle 28. Durch Senken der Zugstange 23 in Richtung A führt der Zapfen 14 und mit diesem der Motor<B>13</B> und die Reibrolle 12 eine waagrechte Bewegung aus, so dass die letztere mit dem Schwungradrand <B>11</B> in Berührung kommt. und das Schwungrad 9 antreibt.
Will der Arbeiter den Stössel 7 einen Arbeitshub ausführen lassen, so muss er beide Hände vom Arbeitsstück und von den Werkzeugen weg nehmen, an beiden Griffen 21 anfassen und beide Griffe gemeinsam abwärtsdrüeken. Hierdurch bewegt sieh die Zugstange 23 in Richtung A. Will der Arbeiter nur mit der einen Hand die Presse unter Anfassen eines Griffes 21 bedienen, so dreht sieh die Wippe 19, ohne dass die Zugstange 23 eine Einschalt bewegung ausführt. Es ist, also erforderlich, beide Hände an den Griffen 21 anzusetzen, wodurch sie beim Herabfahren des Stössels 7 aus dem Bereich der Werkzeuge gebracht. wer den und auf diese Weise vor Verletzungen be wahrt sind.
Sind andere an sieh bekannte Vor richtungen zum Schutze der Hände vorhan den, so kann die Presse auch mit einem Fuss bedient. werden, der in den Bügel 29 greift. und die Zugstange 23 entgegen der Wirkung der Druckfeder 25 in Richtung A herunter zieht. Die Reibrolle 12 bleibt so lange in Be rührung mit dem Schwungradrand 11, bis der Zug in Richtung A aufhört. Lassen die Hände die Wippe 19 oder der Fuss den Bügel 29 los, so ist das Schwungrad 9 dem Einfluss der auf gezogenen Spiralfeder 17 ausgesetzt.
Es dreht sich jetzt selbsttätig so, dass der Stössel 7 in seine Ruhelage zurüeklzehrt. Die hierdurch mögliche, rasche Aufeinanderfolge der Stö- sselhübe lässt ein schnelleres Arbeiten zu, als dies bei den bekannten Spindelpressen der Fall ist.