CH282823A - Automatisches Abblasventil an dampfbetriebenen Maschinen. - Google Patents
Automatisches Abblasventil an dampfbetriebenen Maschinen.Info
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Description
Automatisches Abblasventil an dampfbetriebenen Maschinen. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein automatisches Abblasventil, an dampfbe triebenen Maschinen.
Wenn das für einen Lokomotivkessel ver wendete Wasser, beispielsweise wegen seines natürlichen Zustandes oder wegen der Anwen dung einer Speisewasserbehandlung, merk bare Mengen ausgefällten Schlamms enthält, so wird dieser Schlamm während des Betrie bes des Kessels, in zunehmenden Mengen, auf der Feuerbuchsdecke, den Rauchrohren, den schmalen Wasserzwischenräumen der Feuer buchse niedergeschlagen, und wenn man die sen Niederschlag sich ansammeln lässt, kann er sich mehr oder weniger verfestigen oder auch eingebrannt werden und ein Überhitzen des Metalls verursachen, was ein Verwerfen der Bleche und ein Leckwerden der Rauch rohre zur Folge haben kann.
Besonders bei Verwendung gewisser Speisewasserbehand- lungsmethoden wird auch die Menge der ge lösten Feststoffe gesteigert, und wenn diese nicht unter Kontrolle gehalten werden, kön nen sie ein Mitreissen des Wassers ins Dampf entnahmerohr und Schaumbildung verursa chen.
Jeder der obigen Zustände von Verunrei nigungen erfordert das Entleeren des Kessels, einerseits zur Entfernung des Schlamms aus demselben und/oder anderseits zur Verringe rung der Konzentration der gelösten Fest stoffe. Das Entleeren des Kessels aus den oben erwähnten Gründen bedeutet, dass der Kessel während dieser Entleerungszeit ausser Betrieb ist, und wenn das Wasser von solcher Natur ist, dass es eine rasche Schlammbildung und rasche Anreicherung von gelösten Feststoffen bewirkt, so muss das Entleeren des Kessels häufig vorgenommen werden, wodurch die Ver fügbarkeit der Lokomotive verringert wird.
Die Praxis des Kesselabblasens mit der Absicht, die Zeitintervalle zwischen den Ent leerungen zu verlängern, hat keinen Anklang gefunden, weil die Arbeit von Hand vorge nommen wurde, wobei die Möglichkeit be steht, dass der Hahn entweder in der geöffne ten Stellung stecken bleibt oder aus Unacht samkeit offen gelassen wird.
Der Gegenstand der Erfindung betrifft ein automatisches Abblasventil an dampfbetrie benen Maschinen, das dadurch gekennzeich net ist, dass Mittel so vorgesehen sind, dass bei Betätigung von Dampfsteuermitteln, z. B. eines Regulators oder einer Drossel, das Ab- blasv entil durch Dampfdruck derart beein flusst wird, dass es offen steht und ein Abfluss des Verunreinigungen enthaltenden Wassers stattfindet, wenn die Maschine im Betrieb ist während das Ventil geschlossen ist, wenn die Maschine nicht läuft.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungs- gegenstandes ist auf beiliegender Zeichnung im Vertikalschnitt dargestellt. Das gezeichnete Abblasventil besitzt ein längs durchbohrtes Gehäuse 1, welches finit einem. Schlammeinlass 2 versehen ist, wobei der genannte Einlass mit einem Anschluss 3 zur Verbindung desselben mit der gewählten Abzapfstelle am. nicht gezeichneten Kessel ausgerüstet ist. Dieser Anschluss kann ein Rohrstutzen sein, welcher mit einem Sammel rohr für verschiedene Innenrohre verbunden ist, oder er kann sonst auf eine geeignete Art und Weise ausgebildet sein.
Die Achse des Schlammeinlasses 2 ist in einem. spitzen Win kel zur Gehäuseachse angeordnet, damit dem Durchfluss des Schlammes ein möglichst klei ner Widerstand entgegengesetzt wird.
Ein Ventileinsatz 4 aus Nickel-Kupfer- Legierung oder einem andern geeigneten Mate rial ist vorgesehen, um einen abdichtenden, koaxialen Sitz zu erzielen, wobei die Bohrung des Schlammeinlasses 2 durch eine Einlassöf nung in den genannten Einsatz 4 führt, w o sie sich an der Stelle 4a niit der Bohrung des Einsatzes vereinigt.
Am auslassseitigen, un tern Ende des Einsatzes ist eine ebenfalls aus Nickel-Kupfer-Legierung bestehende Vereng ungsscheibe 5 angeordnet, welche eine trich terförmige, gegebenenfalls kalibrierte Öff nung 5rx aufweist, die so bemessen ist, dass sie den erforderlichen Durchfluss ergibt. Die Ver engungsscheibe 5 ist nur eingelegt, so dass sie leicht gegen eine andere, welche eine Öffnung von grösserem oder kleinerem Durchmesser besitzt, ausgewechselt werden kann, wodurch je nach Wunsch ein grösserer oder kleinerer Wasserdurehfluss erzielbar ist.
In einem Ab stand oberhalb der Verengungsscheibe 5 ist im Einsatz 4 ein Ventilsitz 4b ausgebildet.
Eine Ventilstange 6 aus Nickel-Kupfer- Legierung geht durch eine Stopfbüchse 7 im Gehäuse 1 hindurch und besitzt einen Ventil kopf 6a und eine an dessen unterem Ende ge bildete Reinigungsnadel 6b, wobei der ge nannte Ventilkopf in der gezeichneten Stel lung auf dem Ventilsitz 4b aufliegt und die genannte Reinigungsnadel durch die Öff nung 5a vorsteht, wenn der Ventilkopf 6a sich in seiner Schliesslage befindet. Dadurch wird jedes Mal, wenn das Ventil schliesst, die Nadel 6b die Öffnung 5a. von allfälligem Kes selstein oder allfälligen Schlaniniansani.nilun- gen reinigen.
Am obern Ende der Ventilstange 6 ist ein glatter Kolben 8 montiert, welcher in einem starr am Ventilgehäuse 1 befestigten Dampf zylinder 9 arbeitet. Ein Verbindungsrohr 1() führt von dein dein Ventilgehäuse benachbar ten Teil 9a des Dainpfzylinders zur nichtge zeichneten Schieberkammer der Lokomotive. Wenn also der Dampfdruck in der Lokomo- tivschieberkammer ansteigt, wird ein gleicher Druck unterhalb des Kolbens 8 erzeugt, der die Tendenz hat, den Kolben 8 nach oben zu drücken und folglich das Abblasventil zu öffnen.
Normalerweise wird der Ventilkopf 6a durch eine im. obern, dem Ventilgehäuse ciit- fernten Teil des Dampfzylinders 9 angeord nete Feder 11, welche auf die obere dem Ven tilgehäuse abgewendete Seite des Kolbens 8 einen abwärts gerichteten. Druck ausübt, in der Schliessstellung gehalten, wobei die ge nannte Feder mit ihrem obern Ende gegen die innere Stirnfläche einer am obern, dem Ventilgehäuse entfernten Ende des Zylin ders 9 befestigten Deckplatte 12 anliegt.
Die Stärke dieser Feder ist so gehalten, dass sie entsprechend den Betriebsbedingungen, dein Kesseldruck usw. den erforderlichen Schliess druck erzeugt. \Fenn daher Dampf in den Teil 9a des Dampfzylinders hinein geleitet wird, wird der Kolben',, gegen den Druck der Feder 11 nach aufwärts gedrückt, wobei diese Feder das Abblasventil sofort schliesst, sobald der Dampfdruck abgeschaltet wird.
Um zu verhindern, dass irr obern Teil des Dampfzylinders 9 Luft eingeschlossen wird, ist ein Entlüfter mit einer Entlüfterleitung 13 und einem im Zylinderdeckel 12 gebildeten Entlüfterventil vorgesehen. Die Entlüfterlei- tung 13 führt zu einer axialen Bohrung 12a in einem in den Zylinder hineinragenden, zen tralen Ansatz<I>12b,</I> der mit dein Zylinderdeckel aus einem Stück besteht und an dessen unte rem Ende ein Ventilsitz 12c gebildet. ist.
Der obere Teil der Ventilstange 6 ragt ein wenig über den Kolben 8' hinaus -und endigt in einem Ventilglied. 6e, welches, wenn der Kolben 8 sich. am obern Ende seines Hubes, also in der Uffenstellung des Abblasventiles, befindet, mit dein im Ansatz 12b gebildeten Sitz 12c in Berührung kommt, womit das Entlüfterven- til geschlossen wird.
Falls sich wegen Durchlecken von Dampf an den Ringen oder andern Dichtungen des Kolbens ein Druck auf der Oberseite des Kol bens 8 zu bilden beginnt, hebt sich das Ventil glied 6c gerade so viel von seinem Sitz 12e ab, dass dieser Druck abgeleitet wird, so dass durch den nach aufwärts wirkenden Dampf druck einerseits und durch die abwärts wir kende Feder 11 und den abwärts wirkenden Leckdruck anderseits eine Gleichgewichtslage hergestellt wird.
Die Wirkungsweise des beschriebenen Ab- blasventils ist die Folgende Angenommen die Lokomotive steht unter Dampf still, bevor sie ihre Fahrt beginnt. Der Regulator ist geschlossen, so dass kein Dampf in die Schieberkammer strömt. Folglich kann kein Dampf in den Teil 9a des Dampfzylin ders eintreten, welcher mit der Schieberkam- mer verbunden ist. Das Abblasventil ist also geschlossen, und der Ventilkopf 6a wird durch den Druck der Feder 11 in seiner Lage ge halten.
Sobald der Führer den Regulator öffnet, wodurch Dampf in die Schieberkammer ein gelassen wird, drückt der auf die Unterseite des Kolbens 8 wirkende Dampfdruck diesen Kolben gegen den Druck der Feder 11 nach aufwärts, wodurch der Ventilkopf 6a von sei nem Sitz 4b abgehoben wird. Allfällig im obern Teil des Dampfzylinders eingeschlos sene Luft wird durch den Entlüfter heraus gedrückt.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Abblasventils beträgt der Weg des Ven tilkopfes 6a ca. 32 mm, aber der Abstand vom Sitz 4b bis zum Rand der Schlammeinlassöff- nung im Ventileinsatz 4 misst ca. 19 mm, so dass der Schlamm nicht zu fliessen beginnen kann; bevor der Ventilkopf sich an dieser Stelle vorbeibewegt hat. Das bedeutet, dass der Ventilkopf sich um ein gutes Stück von sei nem Sitz wegbewegt hat, bevorder Schlamm zu fliessen beginnen kann, dass also jede Dros selwirkung über die Schliessflächen des Ven tils vermieden wird.
Wenn der Dampf von der Lokomotive, wie beschrieben, abgestellt wird, schliesst sich das Ventil unter dem Druck der Feder 11 mit grosser Kraft und die Räumnadel 6b wird durch die Austrittsöffnung 5a hindurchge stossen.
Beim beschriebenen Abblasventil wird eine vollständige Kontrolle aller Verunreini gungen des Wassers, sowohl des Schlamms als auch des Gehalts an gelösten Feststoffen erreicht,<I>sogar</I> wenn die Schlammteilchen re lativ gross sind. Zudem ist das Ventil selbst reinigend.
Die zur Betätigung des Ventils erforder lichen Kräfte werden durch den Dampfdruck im Lokomotivschieberkasten geliefert und müssen so gross sein, dass sie die Abwärts kraft der Feder 11 und die durch den seit lichen Schub des Abblasdruckes gegen. die Stange erzeugte Reibungskraft überwinden. Durch den Druck im Kessel wird kein direk ter Schliessdruck ausgeübt.
Des weitern er zeugt das durch die Betätigung des Lokomo- tivregulators bedingte abwechslungsweise Öff- nen und Schliessen des Ventils genügend Wir belwirkung im Kesselwasser, um den Schlamm in Bewegung zu halten, wodurch vermieden wird, dass er sich in den engen Wasserzwi schenräumen ablagert.
Durch eine zweckdienliche Anpassung kann das Ventil ausser an Lokomotiven auch an stationären Maschinen angewendet wer den.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Automatisches Abblasventil, an dampfbe triebenen Maschinen, dadurch gekennzeich net, dass Mittel so vorgesehen sind, dass bei Betätigung von Dampfsteuermitteln das Ab- blasventil durch Dampfdruck derart beein flusst wird, dass es offen steht und ein Abfluss des Verunreinigungen enthaltenden Wassers stattfindet, wenn die Maschine im Betrieb ist, während das Ventil geschlossen ist, wenn die Maschine nicht läuft.UNTERANSPRÜCHE 1. Abblasventil gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der die Aus- trittsöffnung des Abblasventils aufweisende Teil auswechselbar ist, damit ein grösserer oder kleinerer Wasserdurchfluss erzielt werden kann. ?. Abblasventil gemäss Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass Mittel vorgesehen sind, welche die Austrittsöffnung des Ventils bei jeder Schliess bewegung von Schlamm reinigen.3. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und ?, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Ventilgehäuse auf weist, welches einen Schlammeinlass besitzt, der so ausgebildet ist, dass er mit einer Abzapf- stelle am Kessel verbunden werden kann. 4. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse des Schlamm einlasses in einem spitzen Winkel zur Gehäu seachse angeordnet ist, damit dem Durch fluss des Schlammes ein möglichst kleiner Wi derstand entgegengesetzt wird.5. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-4, dadurch ge kennzeichnet, dass der Ventilsitz in einem Ventileinsatz gebildet ist, um einen abdich tenden koaxialen Sitz zu erzielen, wobei die Bohrung des Schlammeinlasses durch eine Einlassöffnung in den genannten Einsatz führt, um sich mit der Bohrung des genann ten Einsatzes zu vereinigen.6. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-5, dadurch ge kennzeichnet, dass der die Austrittsöffnung des Abblasventils aufweisende Teil als Ver engungsscheibe mit einer kalibrierten Öffnung ausgebildet und am auslassseitigen Ende des Ventileinsatzes angeordnet ist.' 7.Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-6, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Ventilstange in der Ventilgehäusebohrung vorgesehen ist, welche an ihrem einen Ende einen mit dem Ventil sitz zusammenwirkenden Ventilkopf und eine Räumnadel besitzt, die durch die Öffnung der Verengungsscheibe hindurchgeht, wenn der Ventilkopf sich in seiner Schliesslage befindet, und welche mit ihrem andern Ende starr an einem Kolben befestigt ist, der in einem am Ventilgehäuse angeordneten Dampfzylinder untergebracht ist,und dass der dem Ventil gehäuse benachbarte Teil des genannten DampfzylindersinVerbindunginitderDampf- quelle steht und der Abstand des Ventilsitzes vom Rand der Schlammeinlassöff'nung ein sol cher ist, dass die genannte Öffnung erst abge deckt wird, wenn der Ventilkopf sich ein Stück weit vom Ventilsitz entfernt hat.B. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1- 7, dadurch ge kennzeichnet, dass der Ventilkopf normaler weise mittels einer Feder in seiner Schliesslage gehalten ist, wobei genannte Feder mit ihrem einen Ende auf die dem Ventilgehäuse abge wendete Seite des Kolbens drückt und mit ihrem andern Ende gegen die innere Stirn fläche eines an dem Ventilgehäuse entfernten Ende des Zylinders befestigten Deckels an liegt. 9. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-8, dadurch ge kennzeichnet, dass an dem dein Ventilgehäuse entfernten Ende des Zylinders ein Entlüfter vorgesehen ist.10. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-9, dadurch ge kennzeichnet, dass das Entlüfterventil im Zy linderdeckel vorgesehen ist, wobei genannter Deckel einen mit ihm aus einem Stück beste henden, in den Zylinder hineinragenden, axial ausgebohrten Ansatz besitzt, an dessen Ende ein Ventilsitz gebildet ist, wobei die Entlüf- terleitung mit der Bohrung dieses Ansatzes in Verbindung steht, währenddem ein starr mit dem Kolben verbundenes Ventilglied so aus gebildet ist, dass es am Entlüfterventilsitz an liegt,wenn der Kolben sich in der Offenstel- lung des Abblasventils befindet. 11. Abblasventil gemäss Patentanspruch und den Unteransprüchen 1-10, dadurch ge kennzeichnet, dass die Ventilstange über den Kolben hinausragt und das Entlüfterventil- glied bildet, welches gegen den Entlüfterven- tilsitz anliegt, wenn der Kolben sich in der Offenstellung des Abblasventils befindet.
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-
1950
- 1950-06-06 CH CH282823D patent/CH282823A/de unknown
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