CH155408A - Verfahren zum Verspinnen von Spinnmassen aus Zellulosederivaten zu feinfädiger Kunstseide nach dem Nassstreckspinnprozess. - Google Patents
Verfahren zum Verspinnen von Spinnmassen aus Zellulosederivaten zu feinfädiger Kunstseide nach dem Nassstreckspinnprozess.Info
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
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Description
Verfahren zum Verspinnen von Spinnmassen aus Zellulosederivaten zn feinfädiger Kunstseide nach dem Nassstreckspinnprozess. Beim sogenannten Nassspinnen von fein faseriger Kunstseide mit hoher Elementar fädchenzahl aus Zelluloseäthern und Zellu- loseestern durch Koagulieren der Lösungen in wässerigen Fallbädern ist es bis jetzt schwierig gewesen, ein ununterbrochenes Spinnen zu erzielen, das frei von Störungen an der Düse und von Fadenbrüchen während des Streckvorganges war.
LTm diese Schwierigkeiten zu überwinden, wird oft so vorgegangen, dass der Faden zwei oder mehr Bäder zu durchlaufen hat, in wel chen das Ausstrecken und das Koagulieren getrennt vor sich geht, oder es kommt nur ein Bad zur Verwendung, das aber Flüssig keitsschichten von verschiedener Zusammen setzung oder von verschiedenen spezifischen Gewichten hat.
Es wurde nun gefunden, dass ein ununter brochenes und störungsfreies Verspinnen der Spinnmassen aus Zellulosederivaten zu fein- fädiger Kunstseide dadurch möglich ist, dass die zu verspinnende, bis zur Siedetemperatur des angewandten Lösungsmittels erwähnte Spinnmasse mit dementsprechend herabge setzter Viskosität durch eine und dieselbe Fällbadsäule mit in der Spinnrichtung pro gressiv (allmählich oder stufenweise) abneh mender Temperatur zunächst in der wärmsten Zone des Fällbades zur gevuiinschteri Fein heit ausgestreckt und darauf in nachfolgen- den,
progressiv (allmählich oder stufenweise) abgekühlten Zonen des Bades zur Koagula tion gebracht wird, Es können auf diese Weise Fäden bruchfrei gesponnen werden, welche die Naturseide an Feinheit und Stärke übertreffen.
Zweckmässig wird die Spinnlösung un mittelbar vor ihrem Austritt aus der Diise bis zu oder etwas über den Siedepunkt ihre Lösungsmittels erwärmt und das Spinnen etwa in senkrechtem Laufe von unten nach oben in einer Flüssigkeitssäule vorgenom- men, deren Zusammensetzung ein Ausstrek- ken des Fadens erlaubt.
Die Vorerwärmung der Spinnlösung hat den Zweck, ihre Vis kosität herabzusetzen und sie in einen Zu stand zu bringen, der die Ausstreckung und nachherige Koagulierung erleichtert. Es ist dabei dafür Sorge zu tragen, dass die Tem peratur der Spinnbadsäule von unten nach oben, also in der Richtung des Spinnvorgan ges abnimmt.
Die Temperaturunterschiede in der Spinnbadsäule können zum Beispiel dadurch erreicht werden, dass durch Wärme ausgleich von der durch warmes Wasser oder einer sonstigen Wärmeerzeugung auf kon stanter Temperatur gehaltenen Spinnlösungs- heizvorrichtung gleichzeitig das Fällbad im Umkreis kontinuierlich erwärmt wird, wobei die im Spinnbadgefäss nach oben strebende Wärme von aussen her durch die natürliche oder durch künstlich erzeugte kältere Tem peratur progressiv erniedrigt wird. So kann erreicht werden, dass z.
B die Spinnbad temperatur unmittelbar in der Umgebung der Spinndüse 45' C, in der Mitte der Spinnbad säule 35 C und am obern Ende der Flüs sigkeitssäule 25 C beträgt. Die aus der Düse austretende vorgewärmte Spinnlösung ge langt also zuerst in eine warme Zone des Fällbades, in welcher die Quellung und das Ausziehen des Fadens stattfindet, und dann in nachfolgende Badschichten mit progressiv niedriger werdender Temperatur, wo die Koa- gulierung der Masse erfolgt. Beim Verlassen des Spinnbades nimmt der Faden noch An teile des Bades mit in die Höhe bis zur Ab ziehstelle.
Die sich dabei rasch auf oder unter Raumtemperatur abkühlende Badflüs- sigkeit beschleunigt das Koagulieren und Festwerden des Fadens, bevor derselbe über bekannte Umleitorgane zur Aufwickelvor- richtung geht.
Mit der progressiven Abküh lung des Spinnbades wird erreicht, dass nach der anfänglichen Ausdehnung durch die Wärme, nach der Aufquellung durch das Spinnbad und der Ausstreckung des Fadens ein Zusammenziehen bezw. Aneinanderpres- sen der einzelnen Zellulosemoleküle in den kälteren Zonen des Spinnbades erfolgt, was für die Festigkeit des Fadens von Bedeu tung ist.
Das Verfahren kann beispielsweise mit der in der Zeichnung dargestellten Vorrich tung in folgender Weise durchgeführt wer den Eine übliche vorbehandelte Lösung von 20 bis 25 Gewichtsteilen Zelluloseacetat und 75 bis 30 Gewichtsteilen Aceton wird mit telst der Pumpe a durch eine vertikalstehende Filtrierkerze b der Spinnlösungsheizkammer c und von hier der Spinndüse f in berech neter Menge zugeführt.
Die Heizung der Kammer c erfolgt durch ununterbrochen flie ssendes, temperiertes Wasser, das bei d' ein tritt, im Hohlraum e zirkuliert und bei d\ austritt. Hier wird die Spinnmasse bis zur Siedetemperatur des Lösungsmittels erwärmt. Die erwärmte Spinnmasse tritt so mit ent sprechend der Heiztemperatur herabgesetzter Viskosität durch die Spinndüse f in das in zwischen auch erwärmte Fällbad im Spinn zylinder h, in dem die Temperatur des Fäll bades von unten nach oben allmählich ab nimmt.
Das Spinngut tritt dabei zunächst in die wärmste Zone des Fällbades, wo das Ausstrecken zur gewünschten Feinheit er folgt, und dann in die obern, allmählich abgekühlten Fällbadzonen, wo die Koagula tion stattfindet. Es wurden zum Beispiel bei einer Abzugsgeschwindigkeit von 30 bis 40 Meter/min. Einzelfasern von . 0.6-1.0 Denier Feinheit erreicht.
Der Zufluss von frischem, vorgewärmtem Fällbad in den Zy linder<I>lt.</I> erfolgt durch den Eintrittstutzen g unter der Wirkung der Pumpe z., die den Zufluss so regelt, das immer ein bestimmtes Mischungsverhältnis von Fällbad und von aus der Spinnlösung freiwerdenden Lösungs mittel besteht.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Verspinnen von Spinn massen aus Zellulosederivaten zu feinfädiger Kunstseide nach dem Nassstreckspinnprozess, dadurch gekennzeichnet, dass die zu verspin nende, bis zur Siedetemperatur des ange- wandten Lösungsmittels erwärmte Spinn masse mit dementsprechend herabgesetzter Viskosität durch eine und dieselbe Fällbad- säule mit in der Spinnrichtung progressiv abnehmender Temperatur zunächst in der wärmsten Zone de-,Fällbades zur gewünsch- teil Feinheit ausgestreekt und darauf in nach folgenden, progressiv abgekühlten Zonen des Bades zur Koagulation gebracht wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| CH155408T | 1931-05-20 |
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| CH155408A true CH155408A (de) | 1932-06-30 |
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| CH155408D CH155408A (de) | 1931-05-20 | 1931-05-20 | Verfahren zum Verspinnen von Spinnmassen aus Zellulosederivaten zu feinfädiger Kunstseide nach dem Nassstreckspinnprozess. |
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| CH (1) | CH155408A (de) |
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1931
- 1931-05-20 CH CH155408D patent/CH155408A/de unknown
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