Kletterweiche für Feldbahnfahrzeuge. Die bisherigen Kletterweichen für Feld bahnfahrzeuge wurden aus einzelnen Schie nenstücken hergestellt und untereinander durch Blechplatten und Flaeheisentraversen vernietet. Diese Bauart hatte den Nachteil, dass der Wagen die Höhe der Schienen und Blechplatten, die mindestens 60 bis 70 mm betrug, durch eine lange, bewegliche Auf laufzunge überwinden musste. Diese Auf laufzungen waren am abzweigenden Strang mittelst Laschen befestigt und wurden auf den geraden, durchgehenden Gleisstrang auf gelegt, sofern. ein Wagen auf ein neben liegendes Gleis geleitet werden sollte.
Dabei kam es öfters vor, dass die Auf laufzungen, während der Wagen auffuhr, abrutschten, so dass der Wagen entgleiste, umkippte und oft zu schweren Unfällen Ver anlassung gab. Die Nietverbindungen locker ten sich innerhalb kurzer Zeit und führten neben weiteren Unfällen schliesslich zur Un brauchbarkeit der Weiche. Die bekannte Kletterweiche erforderte mehrere Handgriffe, ehe über sie hinweggefahren werden. konnte. Erst musste jede einzelne Zunge aufgelegt werden, und dann musste noch die Herzstück brücke umgeklappt werden. Ferner war es nötig, Holzschwellen unter die Weiche zu legen, damit sich die Schienen nicht durch bogen.
Vorstehende Nachteile können bei dem im folgenden beschriebenen Erfindungsgegen stand vermieden werden.
Die Erfindung betrifft eine Kletterweiche mit durch Fahrleisten gebildeten Gleisstücken für Feldbahnfahrzeuge und ist dadurch ge kennzeichnet, dass ein die Fahrleisten auf weisender Rahmen aus einem einzigen, aus Stahlblech gekümpelten Stück besteht. Zweckmässig' besitzen die Fahrleisten nahezu S-förmigen Querschnitt, bei welchem der dem Rahmeninnern zugekehrte Schenkel des <B>S</B> in eine hochgeführte Verstärkungsrippe ausläuft, welche Verstärkungsrippe auch über Traversen verlaufen kann.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind Aus führungsbeispiele der Neuerung dargestellt. Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf die eine Kletterweiche; Fig. 2 zeigt einen. Schnitt nach der Linie A-B der Fig. 1 durch die Zungenvorriohtung; Fig. 3 ist ein Schnitt nach der Linie C-D der Fig. 1 durch die Fahrleisten mit Rillen und Versteifungs rippen;
Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie E-F der Fig. 1 durch Traversen mit An sicht gegen die Auflaufzunge; Fig. 5 ist eine Ansicht in Pfeilrichtung gegen Tra verse und Auflaufzunge; Fig. 6 ist eine Draufsicht auf einen als Kletterweiche dienenden Kurvengleisrahmen; Fig. 7 ist ein Schnitt nach der Linie A-B der F'ig. 6.
1 (in Fig. 1) ist eine Spurstange, 2 sind Zungen der Weiche, 3 sind Auflaufzungen, 4 sind gerade Fahrleisten, 5 sind gebogene Fahrleisten. 6 ist ein Herzstück. Die Tra versen sind mit 7 bezeichnet. 8 sind Rillen, an die sich hochstehende Rippen 9 an schliessen.
Lediglich ein Paar durch eine Spurstange 1 verbundene Zungen 2 sind die einzigen be weglichen Teile. Die übrigen Teile der Kletterweiche bilden einen Rahmen mit Fahr leisten, der aus einem einzigen, aus Stahlblech gekümpelten Stück besteht. Die Kletter weiche hat. zweckmässig eine maximale Höhe von 30 mm. Die Wagen lassen sich ausser ordentlich leicht auf diese Weise aufschie ben, da keine grosse Höhe zu überwinden ist. Die Auflaufzungen 3 können infolge der ge ringen Bauhöhe der Kletterweiche kurz ge halten sein und sind mit dem Rahmen der Kletterweiche aus einem Stück hergestellt. Ein Abrutschen der Zungen und damit ein Entgleisen .der Wagen ist somit praktisch unmöglich.
Zur Bedienung ist nur ein Hand griff erforderlich. Durch die Spurstange 1 werden die Zungen 2 entsprechend der zu fahrenden Gleisrichtung. gestellt, oder sie werden durch Federn und Fusstritt betätigt, so dass Bedienung von Hand ganz fortfällt. Die Zungen 2 können auch ganz fortgelassen werden, wobei dann der Wagen beim Auf fahren etwas nach der gewünschten Rich tung gedrückt wird. Die neue Kletterweiche gestattet ferner infolge ihrer Stabilität und sicheren Lage im Gleis das Befahren mit Feldbahnlokomotiven. Ganze Züge können ohne jede Entgleisungsgefahr durch die Kletterweiche rollen, ein Vorteil, den bisher keine Kletterweiche bieten konnte.
Trotz der Stabilität ist die Kletterweiche im Gewicht so leicht, dass sie bequem trans portiert werden kann. Auch das Unterlegen von Holz entfällt durch die kräftige und ge drungene Bauart.
An das Herzstück 6 und die Fahrleisten 4 und 5 schliessen sich die Auflaufzungen 3 an. Die Traversen 7 sind an den Stellen an geordnet, wo die Fahrleisten in die Auflauf zungen übergehen und legen sich zwischen die Schienenköpfe, wie aus Fig. 5 zu erken nen ist. Ferner legen sich die Rillen 8, in denen die Spurkränze der Wagenräder lau fen, noch zwischen die Schienenstränge, so dass die Weiche fest und sicher auf dem Gleis liegt. An die Rille 8 schliesst sich noch eine hochstehende Rippe 9 an, welche der Weiche die genügende Stabilität gegen Durchbiegung gibt.
Eine für viele Zwecke sehr günstige Ver einfachung der Kletterweiche stellt der in Fig. 6 dargestellte Kurvengleisrahmen dar, mittelst dessen aus dem Gleis ausgewichen werden kann.
Soll der Hauptstrang der Schienen glatt durchfahren werden, so muss der Kurven gleisrahmen vom Hauptstrang entfernt wer den, was aber bei dem leichten Gewicht des Kurvengleisrahmens ohne Mühe bewirkt wer den kann.
Der Gleisrahmen besteht aus zwei ge bogenen Fahrleisten 5 und zwei dieselben verbindenden Traversen. Jede Fahrleiste ist gemäss Fig. 3 und 7 mit nahezu $-färmigem Querschnitt gepresst. Der äussere. Wulst 5 (Fig. 7) dient als Auflage für den Spur kranz des Rades, während die daneben lie gende Rille 6 zur Aufnahme des Laufkran zes des Rades dient. Der freie Schenkel der Rille 6 ist dann zu einer hochstehenden Rippe 9 weitergeführt, welche dem Gleisrahmen ge nügende Stabilität verleiht. Die beiden Fahr leisten 5 sind durch die Traversen 7 und 10 verbunden, welche mit den Fahrleisten 5 aus einem Stück Stahlblech gepresst sind.
Die Fahrleisten 5 laufen beiderseits in die Auflaufzungen 3 aus, deren Verlauf aus Fig. 4 zu erkennen ist.
Der Nurvengleisrahmen ist in bezug auf die Traversen und die Auflaufzungen der art symmetrisch ausgebildet, dass er durch Drehung in seiner Ebene nach Belieben als Rechtsweiche, als auch als Linksweiche ver wendet werden kann. In Fig. 6 ist der Kur vengleisrahmen als Linksweiche dargestellt. Wird er in seiner Ebene so gedreht, dass die Traverse 7 auf den Hauptschienenstrang an der Stelle, wo in Fig. 6 die Traverse l n liegt, zu liegen kommt, so wirkt der Kur. v engleisrahmen als Rechtsweiche.
Die Mög lichkeit, den Kurvengleisrahxrien sowohl als Linksweiche, als auch als Rechtsweiche ver wenden zu können, bedeutet einen erheblichen Vorteil.