AT92954B - Verfahren zum gleichzeitigen Isolieren, Wolligmachen und Bleichen von Bastfasern. - Google Patents

Verfahren zum gleichzeitigen Isolieren, Wolligmachen und Bleichen von Bastfasern.

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AT92954B
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Leo Dewolf-Wante
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Leo Dewolf-Wante
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum gleichzeitigen Isolieren, Wolligmachen und Bleichen von Bastfasern. 



   Es ist bekannt, dass die Bastfasern, wie   Lein-Hanf-, Jute-, Kokosfaser usw.,   aus einer Vereinigung verschiedener Zellen bestehen, die durch eine inkrustierende Substanz miteinander vereinigt sind. 



   Um diese Fasern zu bleichen und wollig zu machen, so dass sie für den Gebrauch geeignet sind, bediente man sich üblicherweise zweier getrennter, aufeinanderfolgender Verfahren, indem man die Fasern durch Behandlung in einem oxydierenden Bade bleiche, wie z. B. in einem Hypochloritbade, worauf man die Fasern auspresste, um sie von der Flüssigkeit zu befreien und sie, um sie wollig zu machen, mit einer Lösung von kaustischem Alkali behandelte. Man hat auch, um das Wolligmachen zu vervollständigen, vorgeschlagen, der Behandlung mit kaustischem Alkali eine Behandlung mit Seifenschaum folgen zu lassen. 



   Diese Behandlung in Bädern zum Bleichen und zum Wolligmachen in getrennten Arbeitsgängen muss sehr vorsichtig geschehen, denn eine zu kurze Behandlung oder die Verwendung zu geringer Konzentrationen der Reagenzien ergäbe keinen Erfolg, während hingegen eine zu lange Behandlung oder der Gebrauch zu starker Konzentrationen den Angriff und die Bräunung der Fasern zur Folge hätte. 



  Anderseits ist, wenn die Fasern mehr oder weniger verholzt sind, die Wirkung des kaustischen Alkalis stets unvollständig. Die Übelstände einer längeren Behandlung werden noch erhöht durch die Steigerung der Badetemperatur bis zum Siedepunkt, weil die Fasern dann rasch braun werden. 



   Die neue Erfindung gründet sich auf die überraschende Beobachtung, dass, wenn man verholzte Fasern der Wirkung eines einzigen Bades aussetzt, das zugleich oxydierend, kaustisch und hochkonzentriert ist, man nicht nur die oben erwähnten Übelstände vermeidet, sondern dass man die Bleichung und das Wolligwerden zu gleicher Zeit in   vorzüglicher   Weise erzielt.

   Zu diesem Zwecke besteht die Behandlung der Fasern nach der vorliegenden Erfindung darin, dass man sie der Wirkung eines Bades aussetzt, das einerseits zum mindesten zu einem Drittel seines Volumens aus einer Alkalilösung von   ungefä. hr 300 Bé   oder darüber besteht und anderseits aus der Lösung eines Oxydationsmittels wie Wasserstoffsuperoxyd, Peroxyde, Persalze (Perborate, Persulfate, Perkarbonate), Hypochlorite und Permanganate der Alkalien, deren Wirkung in alkalischer Lösung eintritt. 



   Man hat bereits zum Entrinden von Ramie und ähnlichen Fasern vorgeschlagen, diese Fasern in einem Bade aus einem Alkali und einem Oxydationsmittel von geringer-Konzentration, das zum Sieden erhitzt ist, zu behandeln ; aber dieser Behandlung musste eine Bleichung folgen, überdies war sie ganz ungenügend zum Wolligmachen holziger Fasern. 



   Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung hingegen bewirkt zu gleicher Zeit die Bleichung und das Wolligwerden und vermeidet die Nachteile der   Kochhitze,   denn es kann stets bei gewöhnlicher Temperatur ausgeführt werden. In dem oben beschriebenen Bade scheinen das Oxydationsmittel und 
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 Fasern, die vor der Behandlung grob waren, werden auf diese Art in eine wollige, sehr feine und gekräuselte Substanz übergeführt, die einen guten Grad von Bleichung zeigt. 



   Je nach der Natur der zu behandelnden Fasern kann man die Konzentration des alkalisehen und oxydierenden Bades erhöhen und die Zeitdauer der Behandlung vermindern. 

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   Um die Fasern noch schmiegsamer zu machen, kann man dem alkalischen und oxydierenden Bade eine kleine Menge eines oxydierten Öles wie Türkisch-Rotöl oder einer Seife zusetzen, die in dem Bade in Lösung bleibt. Es ist zwar die Behandlung von Fasern mit diesen Stoffen allein bereits bekannt, aber es hat sich ergeben, dass der Zusatz dieser Stoffe in vorliegendem Falle zum alkalischen und oxydierenden Bade überdies die Wirkung hat, das Eindringen der gelösten Reagenzien zu erleichtern, wodurch die Kontraktion und Zerteilung der Fasern durch die Wirkung der Reagenzien begünstigt wird. 



   Es hat sich gezeigt, dass in manchen Fällen die Zerteilung der Fasern in dem alkalischen und oxydierenden Bade dadurch gefördert wird, dass man sie einer Vorbehandlung durch eines der vorerwähnten Oxydationsmittel in neutraler oder alkalischer Lösung unterwirft. Diesem vorherigen Bade kann man auch eine Seife oder ein Produkt aus der Gruppe der oxydierten Öle zusetzen. Nach dieser Vorbehandlung spült man aus, presst aus und allenfalls trocknet man hierauf das behandelte Gut. 



   Anderseits kann man die Schmiegsamkeit gewisser Fasern und den Grad ihrer Bleichung erhöhen, indem man auf die Hauptbehandlung in dem alkalischen und oxydierenden Bade eine Nachbehandlung in einem Bade folgen lässt, das Seife, ein Produkt der Gruppe der oxydierten Öle oder ein Gemenge dieser beiden und eines der genannten Oxydationsmittel, die in alkalischer Lösung wirken, enthält und das leicht erwärmt ist, damit das Oxydationsmittel kräftig wirke. Man kann auch die Wirkung dieses Bades in der Richtung der Erhöhung der Sehmiegsamkeit der Fasern verbessern, indem man ihm eine gewisse Menge von Fett oder Öl zusetzt ; es wird hiedurch die gleichzeitige Bleichwirkung nicht in erheblichem Grade beeinträchtigt.

   Um die Fettsubstanz besser in Emulsion zu halten, kann man diesem Bade eine gewisse Menge eines Halogen-Kohlenwasserstoffes der Fettreihe zusetzen, der in der Seife oder dem oxydierten Öle löslich ist. An Stelle der halogenierten Kohlenwasserstoffe der Fettreihe kann man auch die käuflichen Gemenge dieser Körper mit oxydierten Ölen verwenden. 



   Auf welche Art immer man vorgeht, ist doch nie die Zerstörung der Fasern durch das kaustische Alkali zu fürchten, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass die Hauptoperation des Bleichen und Wolligmachens in dem alkalischen und oxydierenden Bade von der angegebenen Konzentration keinerlei schädliche Wirkung auf die Fasern hat. 



   Im folgenden werden einige Ausführungsformen des vorstehend erläuterten Verfahrens für Jute angegeben, ohne dass indessen die angegebenen Zahlen unabänderliche Werte darstellen sollen. 
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 gesetzt. Hierauf wird ausgepresst und gespült. 



   Beispiel 2. Wie Beispiel 1 unter Ersatz der Natriumverbindungen durch die Kaliumverbindungen. 



   Beispiel 3. Wie Beispiel 1 und 2 unter Ersatz des Hypochlorits durch das gleiche Volumen   4% igen   Wasserstoffsuperoxydes. 



   Beispiel 4. Wie Beispiel 3 unter Ersatz des Wasserstoffsuperoxyds durch das gleiche Volumen einer 10% igen Natriumsuperoxydlösung. 



   Beispiel 5. Wie Beispiel 3 unter Ersatz des Wasserstoffsuperoxyds durch das gleiche Volumen einer gesättigten   Natriumperboratlösung.   



   Beispiel 6. Wie die vorhergehenden Beispiele unter Beifügen von 20cm3 einer   50% igen Monopol-   seifenlösung pro Liter des Verwollungsbades. 



   Beispiel 7. Die nach einem der vorhergehenden Verfahren aufgeschlossene Faser wird in einem heissen Bade von   ca. lüg Marseillerseile   oder Monopolseife im Liter etwa      Stunde lang behandelt, worauf man mit oder ohne dazwischen geschaltetes Spülen   ausquetscht   oder ausschleudert und trocknet. 



   Beispiel 8. Wie Beispiel 7 unter Hinzufügen von 5g Olivenöl oder   Baumwollsamenöl   pro Liter des Seifenbades. 



   Beispiel 9. Wie Beispiel 8 unter   Hinzufügen   von 5g Tetrachlorkohlenstoff pro Liter des   Behand.   
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   Beispiel 10. Wie Beispiele 7 bis 9 unter   Hinzufügen   von   20cm3   einer Natriumhypochloritlösung   200 Bé   pro Liter. 



   Beispiel 11. Wie Beispiel 10 unter Ersatz des Hypochlorits durch   40cm3     4% igen Wasserstoffs   superoxyds. 



   Beispiel 12. Wie Beispiel 11 unter Ersatz des Wasserstoffsuperoxyds durch das gleiche Volumen einer   10% igen Natriumsuperoxydlösung.   



   Beispiel   13. Wie   Beispiel 12 unter Ersatz des Natriumsuperoxyds durch 8g Natriumperborat
Beispiel 14. Die Jute wird vor dem Einbringen in das Verwollungsbad während zwei Stunden in einem lauwarmen Natriumhypochloritbade behandelt, welches 8g aktiven Chlors im Liter   enthält   Hierauf wird gespiilt, ausgepresst und in einem der beschriebenen   Verwollungsbäder   behandelt. 



   Beispiel 15. Wie Beispiel 14 unter Hinzufügen von 10g Monopolseife oder Marseillerseife pro Liter des Behandlungsbades. 



   Beispiel 16. Wie Beispiele 14 und 15 unter Ersatz des Hypochlorits durch 40ema   4% igen Wasser-     stoffsuperoxyds   pro Liter des Behandlungsbades, welches nahe an Kochhitze erwärmt wird.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : 1 : Verfahren zum gleichzeitigen Isolieren, Wolligmachen und Bleichen von Bastfasern mit Hilfe von Alkali und einem Oxydationsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern der Einwirkung eines Bades unterworfen werden, welches zum mindest zu einem Drittel seines Volumens aus einer Alkalilauge von 300 Bé oder mehr und anderseits aus der Lösung eines Oxydationsmittels, wie Wasserstoffsuperoxyd, Peroxyde, Persalze (Perborate, Perkarbonate, Persulfate), Hypochlorite und Alkalipermanganaten besteht, die auch in alkalischem Medium oxydierende Wirkung besitzen.
    2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Hinzufügen von Türkischrotölen oder Seifen zu dem im Anspruch 1 genannten Bade.
    3. Abänderung des-Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser vor dem Verwollungsbade in einem Bade vorbehandelt wird, welches eines der vorbenannten Oxydationsmittel mit oder ohne Zusatz von Seifen oder Türkischrotölen enthält.
    4. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Faser nach dem Verwollen in einem Bade behandelt wird, welches eines der im Anspruch 1 genannten Oxydationsmittel und eine saure, neutrale oder alkalische Seife oder ein Produkt der Türkischrotölgruppe enthält und das genügend warm ist, um die betreffenden Oxydationsmittel energisch zur Wirkung zu bringen.
    5. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass dem oxydierenden Seifenbade mineralische, pflanzliche oder tierische Fette, Fettsäuren oder Öle zugesetzt werden, mit oder ohne Zusatz von Halogenfettkohlenwasserstoffen, welche die Emulsion beständig machen können.
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