DE939725C - Bleichverfahren fuer nicht homogene Faserbreie - Google Patents

Bleichverfahren fuer nicht homogene Faserbreie

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DE939725C
DE939725C DEA12734A DEA0012734A DE939725C DE 939725 C DE939725 C DE 939725C DE A12734 A DEA12734 A DE A12734A DE A0012734 A DEA0012734 A DE A0012734A DE 939725 C DE939725 C DE 939725C
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    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C9/00After-treatment of cellulose pulp, e.g. of wood pulp, or cotton linters ; Treatment of dilute or dewatered pulp or process improvement taking place after obtaining the raw cellulosic material and not provided for elsewhere
    • D21C9/10Bleaching ; Apparatus therefor
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
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Description

  • Bleichverfahren für nicht homogene Faserbreie Bei der Verarbeitung von Baumwolle, Baumwollabfällen, Jute, Sisal, Ramie, Altpapier, alten und neuen Lumpen sowie deren Rückständen erhält man meistens inhomogene Faserbreie aus gebleichten und ungebleichten zellstoffartigen Fasern, die mit verholzten Fasern, nicht faserigen verholzten Rückständen, organischen und anorganischen Verunreinigungen, färbenden und beschwerenden Stoffen und verschiedenartigen anderen Verunreinigungen, wie beispielsweise Fettstoffen, Schmutz und Sand, vermischt sind.
  • Diese inhomogenen Rohbreimassen behandelte man bisher durch Kochen in Gegenwart von Alkalien und anschließende gewöhnliche Hypochloritbleichung und erhielt nach Maßgabe der jeweiligen Möglichkeiten eine gebleichte Breimasse. Bekanntlich ist dieses Verfahren jedoch mit einem beträchtlichen Substanzverlust sowie einem hohen Verbrauch an Chemikalien und Brennstoff verbunden. Wenn es nicht erforderlich ist, daß der gebleichte Brei chemisch rein ist, wie beispielsweise bei der Papierherstellung, kann das in nachfolgendem, den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildendem Verfahren angewandt werden. Durch dieses Verfahren kann aus den vorgenannten Rohstoffen in einfacher Weise unter Vermeidung jeglichen Kochens mit Alkalienzusätzen und jeglicher Wärmebehandlung ein gebleichter Brei gewonnen werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist ein kontinuierlicher, in der Kälte verlaufender Prozeß, der im wesentlichen nur einen merklichen Chlorverbrauch aufweist und eine hohe Leistung sowie eine, beträchtliche Ersparnis an Chemikalien und Brennstoff bietet: Bei diesem Bleichverfahren werden die inhomogenen faserigen Bleichmassen mit Chlor unter Zusatz von Alkalien behandelt. Es ist. dadurch gekennzeichnet, daß zuerst eine Homogenisation der Breiteilchen in bezug auf ihre Größe und ihr Reaktionsvermögen mit Chlor durchgeführt wird und daß danach dem in bezug auf die Wirkung des Chlors physikalisch und chemisch homogenisierten Brei die zum Erzielen seiner vollkommenen Bleichung erforderliche Menge reinen Chlors zugefügt wird. Man führt die Behandlung in an sich bekannter Weise in zwei aufeinanderfolgenden Phasen durch, deren erste eine selektive Wirkung besitzt und bei einem unter 3 liegendem pH-Wert erfolgt, während die zweite bei einem zwischen 6,5 und io liegendem pH-Wert vor sich geht.
  • i. In der einleitenden Phase werden die Verunreinigungen des inhomogenen Breies mechanisch homogenisiert, d. h. zum größeren Teil größenordnungsmäßig einander angeglichen. Gleichzeitig wird der Brei gewaschen, wodurch die mittels Wasser entfernbaren Verunreinigungen ausgeschieden werden. Wenn der zu behandelnde Stoff fettige Verunreinigungen enthält, die entweder die Fasern oder andere im Brei enthaltene Stoffe durchtränken, können Emulgatoren hinzugefügt und dadurch die fettigen Verunreinigungen fast vollständig entfernt werden. Danach zeigt der Brei unter der Einwirkung von Chlor ein praktisch einheitliches Verhalten. , Die Homogenisation hat also die Wirkung, daß fetthaltige Bestandteile des Breies homogenisiert, d. h. gegenüber Chlor reaktionsfähig gemacht werden, indem ihnen die Verunreinigungen und fettigen Substanzen entzogen werden. Diese Bestandteile können Zellstoffasern bzw. nicht aus Zellulose bestehende Verunreinigungen sein, die auch fettig und verschmutzt sein können.
  • 2. Der auf diese Weise bewußt homogenisierte Brei wird mit der gesamten zu seiner Bleichung erforderlichen Chlormenge behandelt. Diese Menge kann von Zeit zu Zeit durch Bleichversuche bestimmt werden.
  • Der Chlorzusatz-zum Brei erfolgt in einer ersten Phase in der Weise, daß während einer Zeitdauer von nicht mehr als 2 Stunden der Brei auf einem 3 nicht übersteigenden pH-Wert gehalten wird, und zwar so lange, bis fast alle nicht zelluloseartigen Verunreinigungen des Breies chloriert, sind. Da der p$ Wert in dieser Größenordnung aufrechterhalten wird, geht außer dieser Chlorierung im Brei keine andere merkliche Reaktion vor sich. In Anbetracht der Tatsache, daß die hinzugefügte Chlormenge weit größer ist als diejenige, welche zur Chlorierung der Verunreinigungen dient, und daß diese Verunreinigungen einen besseren Akzeptor für Chlor darstellen als die zellstoffartigen Fasern selbst; reagiert das Chlor vorzugsweise mehr mit diesen Verunreinigungen als mit den zellstoffartigen Fasern. Erfindungsgemäß wird eine selektive Wirkung in dem Sinne erzielt, daß der Chlorüberschuß während einer kurzen Zeitdauer (von nicht mehr als 2 Stunden beim vorgenannten pH-Wert und der Umgebungstemperatur) wirkt und daß die Gesamtheit der nicht zelluloseartigen Verunreinigungen chloriert wird, während keine merkliche Veränderung der zelluloseartigen Fasern erfolgt.
  • Der in dieser Weise selektiv chlorierte Brei kann in bezug auf die Größe seiner Teilchen und in chemischer Beziehung als homogen betrachtet werden, so daß seine sämtlichen Bestandteile mittels Hypochlorit gebleicht werden können.
  • Dieses Ergebnis könnte vor der einleitenden Homogenisation nicht erzielt werden.
  • 3. In einer zweiten Behandlungsphase werden durch die gemeinsame Wirkung des dem Brei zugefügten Alkalis und des restlichen, im Verlauf der vorhergegangenen Chlorierungsstufe noch nicht verbrauchten und im Brei noch vorhandenen Chlors im Brei selbst die Hypochlorite gebildet.
  • Durch den Alkalizusatz wird gleichzeitig der pH-Wert des Breies auf mehr als 6,5 erhöht. Dieser pH-Wert des Behandlungsgutes wird anschließend konstant gehalten, bis der Brei gebleicht ist.
  • Die oben beschriebene selektive Wirkung der ersten Chlorierungsstufe ist eines der charakteristischen Hauptmerkmale der Erfindung und nur dann möglich und wirksam, wenn sie mit einem Brei durchgeführt wird, dessen sämtliche Verunreinigungen merklich von gleicher Größenordnung sind und gegenüber dem Chlor merklich die gleichen Aufnahme- (Akzeptor-) Eigenschaften haben.
  • Diese selektive, Wirkung beruht auf der Tatsache, daß die Reaktionen des Chlors hauptsächlich Oberflächenreaktionen sind. Das Chlor dringt nur sehr langsam in die einzelnen Substanzteilchen ein, und wenn diese große Abmessungen haben oder mit Fett durchtränkt sind, .geschieht das offenbar noch langsamer als sonst.
  • Die Teilchen und Verunreinigungen werden als groß bezeichnet,, wenn ihre Abmessungen über der Durchschnittsgröße der Teilchen- des zu bleichenden Breies liegen.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren hat nur scheinbare Ähnlichkeit mit dem Bleichverfahren von Rue und Sconce (Papier-Zeitung, Bd.99, 1932, S. 158q., »Bleiche von Kraftzellstoff«). Nach dem Verfahren von R u e und S c o n c e wird der Brei unter Zusatz der gesamten zum Bleichen erforderlichen Chlormenge zum Behandlungsgut gebleicht. Anschließend wird durch Zusatz von Alkalien der pg-Wert gesteigert und bis zum Abschluß der Bleichung aufrechterhalten. Aber dieses Verfahren ist zur Bleichung von gewöhnlichen homogenen Breien empfohlen worden, deren Fasern natürlicherweise von gleicher Dicke und gleicher Zusammensetzung sind und bei denen eine selektive Wirkung weder möglich noch vorgesehen war. Das gleiche gilt für die in der Zeitschrift »Pacific Pulp and Paper Industry«, Bd. 15, 1941, S. 53, beschriebene saure Bleiche von homogenen Zellstoffen. Ein ähnliches Verfahren wie das von Rue und S c o n c e ist auch in der schwedischen Patentschrift 107 314 beschrieben.
  • Die erfindungsgemäße selektive Wirkung ist nur zu erzielen, wenn es sich um inhomogene Breie handelt. Aber sie ist ohne Wert, wenn die neuen, wichtigsten Bedingungen dafür nicht erfüllt sind, nämlich die erfindungsgemäße bewußte vorherige Homogenisation des inhomogenen Breies, durch die alle Bestandteile des Behandlungsgutes in merklicher Weise in bezug auf Größenordnung und Verhalten gegen Chlor homogenisiert werden.
  • Das neue charakteristische Hauptmerkmal der Erfindung besteht in der Kombination des Selektiveffektes der chemischen Bleichung mit der bewußten, gesondert vorausgeschickten Homogenisation in bezug auf die Teilchengröße und auf das Verhalten sämtlicher Bestandteile der Fremdstoffe im Behandlungsgut gegenüber der Einwirkung von Chlor.
  • Die Neuartigkeit der Erfindung läßt sich schlagend beweisen, wenn man das Verfahren von R u e und S c o n c e auf einen nicht homogenen, die gleichen Verunreinigungen aufweisenden Brei anwendet, wie sie der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren zu behandelnde Brei enthält. Nach dem Verfahren von R u e und S c o n c e läßt sich mit einem so beschaffenen Brei kein Selektiveffekt erzielen, denn obwohl der Brei zum größeren Teil in der gewohnten Weise gebleicht wird, werden gewisse Teilchen, nämlich grundsätzlich die größten oder die mit fettigen Substanzen durchtränkten, nicht gebleicht, und wenn dieser Brei zu Papier verarbeitet wird, erscheinen diese Teilchen als Schmutzflecken in dem Papier und machen es unbrauchbar.
  • Wird andererseits das gleiche Breigut, wie es für eine Behandlung nach dem Rue-Sconce-Verfahren bestimmt ist, vorher nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in bezug auf Teilchengröße und Verhalten gegen Chlor homogenisiert (d. h. also, daß sämtliche Verunreinigungen und andere Fremdstoffe auf die kleinste homogenisierte durchschnittliche Teilchengröße gebracht und die in ihnen enthaltenen fettigen Substanzen praktisch entfernt werden) und wird der Brei in der beschriebenen Weise gebleicht, so wird der selektive Bleicheffekt erzielt und ein Brei von hervorragender Güte und gleichmäßiger Farbe gewonnen. Das aus diesem Brei hergestellte Papier ist einwandfrei und nicht mit dem Papier zu vergleichen, das aus demselben Brei nach dem Rue-Sconce-Verfahren hergestellt wird.
  • Die folgenden Beispiele zeigen praktische Anwendungsweisen des erfindungsgemäßen Verfahrens, welches jedoch nicht als durch diese Beispiele erschöpft zu betrachten ist.
  • Beispiel i Der zu behandelnde Stoff besteht aus ioo kg breiförmigen, lufttrockenen Abfällen von Baumwolle dritten Schnittes. Würde man sich damit begnügen, diesen Brei von Baumwollinters auf die übliche Weise zu bleichen, so erhielte man insofern schlechte Ergebnisse, als viele Verunreinigungen und Flecken zurückbleiben würden.
  • Die erfindungsgemäße Homogenisation in bezug auf Teilchengröße und Verhalten gegenüber Chloreinwirkung erreicht man in folgender Weise: Die Baumwollinters werden in einer gewöhnlichen Zerfaserungsmaschine - vorzugsweise in einer mit Lava oder Basalt ausgekleideten - oder in einer Vorrichtung für entsprechende Behandlung leicht raffiiniert und gleichzeitig so lange gewaschen, bis das austretende Waschwasser klar ist und insbesondere die. Größe der nicht zelluloseartigen Teilchen auf die Durchschnittsgröße derjenigen Teilchen gebracht ist, die den zu behandelnden Brei bilden. Wenn die Baumwollinters schmutzig und ölig sind, werden während der Raffinierung und der Wäsche bekannte emulsionsbildende Substanzen hinzugefügt, um dadurch die fettigen Verunreinigungen aus den Fasern oder anderen Bestandteilen so zu entfernen, daß diese Fasern oder andere mit fettigen Substanzen durchtränkte Bestandteile in gleicher Weise für das Eindringen des Chlors geeignet werden, wie es die anderen, keine fettigen Verunreinigungen enthaltenden Bestandteile des Breies sind.
  • Anschließend wird der Brei in einen Behälter abgelassen und nach Verdünnung auf einen Breigehalt von ungefähr 0,4% (vorzugsweise nach einer Reinigung) auf eine Stoffdichte von ungefähr 3 bis 4% verdickt. Dem Brei werden 6 bis 9 kg (gasförmiges oder flüssiges) Chlor so schnell wie möglich unter gleichzeitig erfolgendem Mischen hinzugefügt. Nach Ablauf von ungefähr i Stunde, während welcher der p11-Wert, der kleiner als a,5 bleiben muß, fortgesetzt überprüft wird und gegebenenfalls durch Zusatz von Salzsäure unter ständigem Umrühren aufrechtzuerhalten ist, beträgt die verbrauchte Chlormenge ungefähr 4o bis 50%, wobei das Chlor praktisch ausschließlich auf die Verunreinigungen, wie beispielsweise die im Brei enthaltenen Rückstände von Baumwollsamen, einwirkt. Das Chlor hat bis zu diesem Zeitpunkt auf die zellulosischen Fasern praktisch keine sichtbare Wirkung ausgeübt. Anschließend wird schnellstmöglich eine ausreichende Menge von Kalk oder einem anderen Alkali hinzugefügt, um den pH-Wert auf ungefähr 6,5 bis 8,5% zu erhöhen. Im allgemeinen sind zu diesem Zweck 8 bis i i kg Ca0 erforderlich. Der Brei wird in ständiger Bewegung gehalten und vorzugsweise bis zu einer 49 bis 5o° nicht übersteigenden Temperatur erwärmt. Das Umrühren des Behandlungsgutes wird ständig fortgesetzt und der pH-Wert gegebenenfalls durch einen Alkalizuschlag geregelt, bis das gesamte Chlor verbraucht ist, der Brei eine reinweiße Farbe angenommen hat und alle in ihm enthaltenen Verunreinigungen unsichtbar geworden sind. Dieser Vorgang dauert allgemein a bis 3 Stunden, je nach der Temperatur, bei welcher er vor sich geht. Anschließend wird der Brei gewaschen und in bekannter Weise etwa mittels einer Säure angesäuert. In der Mehrzahl der Fälle genügt eine einmalige Bleichung, wobei hervorragende Ergebnisse erzielt werden.
  • Wird eine weitere Verbesserung dieser Ergebnisse gewünscht, so können die oben beschriebenen Bleichungsvorgänge von der Chlorierung ab ein zweites Mal durchgeführt werden, wobei jedoch nur ein Zehntel bis ein Viertel der Menge der beim ersten Bleichungsprozeß hinzugefügten Chemikalien zugesetzt wird.
  • Beispiel 2 Der zu behandelnde Stoff besteht aus zoo kg lufttrockenen, bunten alten Lumpen, die vorher in bekannter Weise zerschnitten und gereinigt wurden.
  • Wie in Beispiel r werden diese alten bunten Lumpen in einer gewöhnlichen Zerfaserungsmaschine leicht raffiniert. Während dieser Raffinierung und Wäsche werden 5 bis 6 kg Bentonit und bzw. oder eine andere bekannte emulsionsbildende Substanz hinzugefügt, um dadurch die fettigen Verunreinigungen aus den Fasern zu entfernen. Anschließend wird der Brei in einen Behälter übergeführt und auf eine Stoffdichte von ungefähr 3 bis 4% verdichtet.
  • Dem Brei werden 6 bis- io kg (gasförmiges oder flüssiges) Chlor so schnell wie möglich unter gleichzeitig erfolgendem Mischen beigefügt; indem man den pH-Wert, nötigenfalls durch Zusatz von Salzsäure, unterhalb von 2,5 hält. Anschließend wird schnellstmöglich eine ausreichende Menge von Kalk oder einem anderen Alkali zugefügt, um den pH-Wert auf ungefähr 7,5 bis io zu erhöhen. Im allgemeinen sind zu diesem Zweck 8 bis z2 kg Ca 0 erforderlich, wie in Beispiel r.
  • Der Bleichvorgang dauert im allgemeinen z bis 6 Stunden, je nach der Temperatur, bei welcher er vor sich geht.
  • Beispiel 3 Der zu behandelnde Stoff besteht aus zoo kg lufttrockenem, teilweise bedrucktem und gefärbtem Altpapier, aus dem vorher Sand, Schmutz und grobe Verunreinigungen in bekannter Weise entfernt wurden und welches bis zu 30% Holzstofffasern enthält.
  • Dieses Altpapier wird in einer gewöhnlichen Zerfaserungsmaschine leicht raffiniert. Während dieser Raffinierung und Wäsche werden 6 bis 8 kg Bentonit, und bzw. oder eine andere bekannte emulsionsbildende Substanz hinzugefügt, um dadurch die fettigen Verunreinigungen aus den Fasern zu entfernen.
  • Anschließend wird der Brei in einen Behälter übergeführt und nach Verdünnung auf eine Stoffdichte von ungefähr 0,4% (vorzugsweise nach einer Reinigung) auf eine Stoffdichte von ungefähr 3 bis 4% verdickt.
  • Dem Brei werden io bis 12 kg (gasförmiges oder flüssiges) Chlor so schnell wie möglich unter gleichzeitig erfolgendem Mischen hinzugefügt.
  • Nach Ablauf von höchstens 3o Minuten, während welcher der pH-Wert ständig überprüft und gegebenenfalls durch Zusatz von Salzsäure unter fortgesetztem Umrühren niedriger als 2,5 gehalten wird, beträgt die verbrauchte Chlormenge mehr als 50%, wobei das Chlor praktisch ausschließlich auf die nichtzellulosischen Verunreinigungen einwirkt und praktisch keine -Wirkungen auf die zellulosischen Fasern des Breies ausübt. Anschließend wird schnellstmöglich eine ausreichende Menge von Kalk oder einem anderen Alkali hinzugefügt, um den pH-Wert auf ungefähr 7 bis 9 zu erhöhen. Im allgemeinen sind zu diesem Zweck 12 bis z4 kg Ca0 erforderlich.
  • Der Brei wird ständig in Bewegung gehalten und vorzugsweise bis zu einer 4o bis 5o° nicht übersteigenden Temperatur erwärmt. Das Umrühren des Breies wird fortgesetzt und der PH-Wert gegebenenfalls durch einen Alkalizuschlag geregelt, bis das gesamte Chlor verbraucht ist, der Brei eine klare Farbe angenommen hat und alle in -ihm enthaltenen Verunreinigungen unsichtbar geworden sind.
  • Dieser Vorgang dauert allgemein r bis 3 Stunden, je nach der Temperatur, bei welcher er vorsich geht.
  • Nachdem man, falls gewünscht, den Brei nach einem bekannten Verfahren gewaschen hat, werden 2 kg gasförmiges oder flüssiges Chlor dem Brei schnellstmöglich unter ständigem Umrühren zugefügt, der dann auf eine Stoffdichte von 3 bis 4% gebracht wird. Nach Ablauf von höchstens 2 Stunden, während welcher der Brei ununterbrochen umgerührt wird und der pH-Wert gegebenenfalls durch Zusatz von Salzsäure kleiner als 2,5 gehalten wird, sind ungefähr 3o bis 40% der Chlormenge verbraucht.
  • Anschließend wird unter fortgesetztem Umrühren eine ausreichende Menge von Ca 0 oder einem anderen Alkali so schnell wie möglich hinzugefügt, um den pH-Wert des Breies auf ungefähr 7 bis io zu erhöhen. Zu diesem Zweck sind im allgemeinen 2,5 kg Ca0 erforderlich. Danach wird weiterhin - unter ständigem Umrühren - der Brei vorzugsweise bis zu einer 4o bis 5o° nicht übersteigenden Temperatur erwärmt, der pH-Wert geregelt und gegebenenfalls ein Alkalizuschlag zugesetzt, bis das gesamte Chlor verbraucht ist und der Brei eine reinweiße Farbe angenommen hat. Dieser Prozeß dauert 2 bis 6 Stunden, je nach der Temperatur, bei welcher er vor sich geht.
  • Anschließend wird der Brei gewaschen und gegebenenfalls mittels einer Säure in bekannter Weise angesäuert.
  • Der j eweiligebeschriebene, nicht homogene Grundstoff der Beispiele r, 2 und 3 könnte als solcher nicht nach irgendeinem bekannten Bleichverfahren gebleicht werden, ohne vor der Bleichung einem Kochprozeß mit Alkalizusatz unterzogen worden zu sein, und selbst unter diesen Voraussetzungen würden sich im allgemeinen, beispielsweise mit Altpapier, keine befriedigenden Ergebnisse erzielen lassen.
  • Die vorhergehenden Beispiele zeigen, daß das erfindungsgemäße Bleichverfahren in industrieller Hinsicht eine Kostensenkung der Bleichung um ungefähr 15 bis 5o'/o je nach der Art der zu bleichenden Grundstoffe ermöglicht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Bleichverfahren für nicht homogene Faserbreie, bei dem diese Breie mit Chlor unter Zusatz von Alkalien behandelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß man die Teilchen der verschiedenen Breibestandteile auf eine homogene Größe bringt, wobei man mineralische Beimengungen und sehr feine Teilchen entfernt, und ihnen unter Beseitigung von Fetteilen, Öl, Tinte u. dgl. das gleiche Reaktionsvermögen gegenüber Chlor erteilt, so daß der Brei sich unter der Einwirkung von Chlor wie ein homogener Brei verhält, und daß man anschließend diesem physikalisch und chemisch gegenüber Chloreinwirkung homogenisierten Brei in an sich bekannter Weise die zum Erzielen seiner vollkommenen Bleichung erforderliche Menge elementaren Chlors zufügt, wobei die Behandlung in zwei aufeinanderfolgenden Phasen vorgenommen wird, deren erstere einen selektiven Charakter hat und bei einem unterhalb 3 liegenden pH-Wert erfolgt, während die zweite bei einem zwischen 6,5 und io liegenden pH-Wert vor sich geht. z. Bleichverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die einleitende physikalische sowie die chemische Homogenisation in bezug auf Chloreinwirkung auf mechanischem Wege mittels kaffinierung und die löslichen Verunreinigungen entfernender Wäsche durchgeführt wird. 3. Bleichverfahren nach Ansprüchen i und z, dadurch gekennzeichnet, daß dem Brei während der Homogenisation Emulgiermittel zum Zwecke der Entfernung der Fettsubstanzen hinzugefügt werden. 4. Bleichverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß während der ersten. Phase der selektiven Behandlung mit Chlor der pH-Wert unterhalb 3 gehalten wird, indem erforderlichenfalls dem Brei Salzsäure zugesetzt wird. 5. Bleichverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß in der zweiten Behandlungsphase der pH-Wert durch Zusatz von Alkali, Kalk oder Soda zwischen 6,5 und io gehalten wird. 6. Bleichverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Phase der selektiven Behandlung eine begrenzte Zeitdauer von weniger als 2 Stunden hat. 7. Bleichverfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung durch eine zweite, jedoch mit geringeren Mengen von Reagenzien durchgeführte entsprechende selektive Behandlung vervollständigt wird. Angezogene Druckschriften: Schwedische Patentschrift Nr. 107 314; Pacific Pulp and Paper Indu;stry, 15. Bd., 1941 Heft 3, S. 53.
DEA12734A 1950-05-23 1951-01-16 Bleichverfahren fuer nicht homogene Faserbreie Expired DE939725C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1246385B (de) * 1960-06-30 1967-08-03 Guillaume Duchange Vorrichtung zur Regenerierung von bedrucktem Altpapier
WO2004099492A3 (de) * 2003-05-08 2004-12-09 Papierfabrik Albbruck Gmbh & C Verfahren zum bleichen von faserstoffen

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DE1246385B (de) * 1960-06-30 1967-08-03 Guillaume Duchange Vorrichtung zur Regenerierung von bedrucktem Altpapier
WO2004099492A3 (de) * 2003-05-08 2004-12-09 Papierfabrik Albbruck Gmbh & C Verfahren zum bleichen von faserstoffen

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