AT91208B - Verfahren zur Durchführung katalytischer Reaktionen. - Google Patents
Verfahren zur Durchführung katalytischer Reaktionen.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Durchführung katalytischer Reaktionen. Unter den für die Dur6hfii. hrung katalyLiôcher Reaktionen in Betracht kommenden Eisen bzw. Eisenverbindungen enthaltenden Kontaktstoffen besitzen diejenigen, welche, wie z. B. Raseneisenerz, Bauxit u. dgl. hydratisches Eisen enthalten, besondere Vorzüge. Die betriebsmässige Verwendung derselben bietet aber insofern erhebliche Schwierigkeiten, als das Material infolge seiner geringen Festigkeit leicht zerfällt, mitunter sogar schon beim-Einfüllen in die Retorten zerbröckelt. Leichter Zerfall derartigen Kontaktmateriales tritt insbesondere dann ein, wenn es durch Abgabe von Hydratwasser beim Erhitzen poröser wird, oder wenn es infolge von Änderungen chemischer Natur eine Lockerung erfährt. Diese Nachteile werden gemäss der Erfindung dadurch behoben, dass man für die Durchführung katalytischer Reaktionen hydratisches Eisen enthaltende Mineralien in Form von Stücken verwendet, welche durch zweckmässig in der Wärme erfolgendes Pressen des zerkleinerten nicht oder nur teilweise entwässerten Minerals gewonnen werden. Zur Herstellung derartiger Pressstücke kann man in einfachster Weise, z. B. derart verfahren, dass man das Mineral z. B. auf Pulverform gebrachten Bauxit oder Raseneisenstein, nachdem es zweckmässig vorher durch gelindes Erhitzen von anhaftendem Wasser befreit worden ist, in geeigneten Formpressen einem gelinden Druck unterwirft. Bereits geringe Drucke, wie sie z. B. schon mit einer Handpressmaschine erzeugt werden können, haben sich als ausreichend erwiesen. Auf diesem einfachen Wege erhält man überraschenderweise Formstücke von grosser Festigkeit und Haltbarkeit, welche z. B. selbst nach Austreiben des Hydratwassers durch Glühen oder z. B. nach Reduktion zu Eisen noch eine bemerkenswerte Festigkeit aufweisen. Durch Pressen der Erze in warmen Zustand kann die Festigkeit der Formstücke noch gesteigert werden. Das erzielte Ergebnis ist überraschend, denn andere Raseneisenerze, z. B. Roteisenstein, liefern bei gleicher Behandlung Pressstücke, welche nur geringen inneren Halt aufweisen. Man hat zwar bereits vorgeschlagen, für hüttenmännische Zwecke Formstücke aus hydratisches Eisen enthaltenden Mineralien, welche von Natur aus geeignete Bindemittel, namentlich genügende Mengen von Ton enthalten, durch Pressen herzustellen, mit der Massgabe, dass das Hydratwasser durch Brennen der Presslinge ausgetrieben wird. Dieses Verfahren ist für die Herstellung von Formstücken für katalytisch chemische Prozesse von vornherein unbrauchbar, weil bei vollständigem Austreiben des Hydratwassers die katalytischen Eigenschaften des Produktes schwer geschädigt werden. Im übrigen konnten aus dem Verhalten der für hüttenmännische Zwecke hergestellten Briketts auf die Verwendbarkeit derselben als Kontaktstoffe für chemische Prozesse keinerlei Schlüsse gezogen werden. Im Hüttenprozess unterliegen die Pressstücke nur einer verhältnismässig kurzen Beanspruchung, während von Katalysatoren lange Lebensdauer verlangt wird. Zudem werden bei katalytischen Prozessen die Formstücke durch Abgabe von Hydratwasser, chemischer Veränderung u. dgl. Beanspruchungen ausgesetzt, welche für die von vornherein von Wasser befreiten Pressstücke des Hüttenprozesses nicht in Betracht kommen. Man hat ferner bereits vorgeschlagen, bei der Herstellung von Wasserstoff aus Wasserdampf und Eisen Presskörper als Kontakte zu verwenden, welche aus pulverförmigem Eisenoxyd und Verdünnungsmitteln, z. B. feuerfesten Stoffen, gegebenenfalls unter Mitverwendung von Bindemitteln hergestellt worden sind. Diese Pressstücke haben sich indessen, wie z. B. die österreichische Patentschrift 43338 zeigt, nicht bewährt. <Desc/Clms Page number 2> EMI2.1 kein katalytisches ; denn das Eisenoxydhydrat nimmt selbst an den Reaktionen Teil. indem es bei der einen Verfahrensstufe den erforderlichen Sauerstoff für die Oxydation der Petroleumdämpfe liefert, während das hiebei gebildete metallische Eisen in der zweiten Stufe des Prozesses mit Hilfe von Wabserdampf wieder oxydiert wird. Im übrigen besteht vorliegende Erfindung auch nicht in der Verwendung von hydratisches Eisen enthaltenden Mineralien an sich, sondern in der Verwendung derselben in ganz bestimmter Form. Von der besonderen Eignung von Pressstücken, wie sie für die Zwecke vorliegender Erfindung gebraucht werden, ist bei dem bekannten Verfahren nicht die Rede. Neben den bereits erwähnten Vorteilen ermöglicht die Erfindung auch die Nutzbarmachung von Abfällen natürlich vorkommender hydratisches Eisen enthaltender Mineralien, welche bisher keine Verwendung gefunden haben. Wenn man z. B. die Mineralien auf Stücke bestimmter Korngrösse zerkleinert, so fällt stets eine Menge von Feinmaterial ab, welches als solches für katolytisehe Zwecke nicht gebraucht werden kann. Auch dieses Abfallmaterial kann gemäss der Erfindung in Pressstücke übergeführt und in dieser Form katalytischen Zwecken nutzbar gemacht werden. Derartige, z. B. aus Raseneisenerz u. dgl. hergestellte Pressstiicke besitzen eine erheblich grössere Festigkeit und Haltbarkeit als Stücke, welche durch Zerkleinern der Mineralien gewonnen worden sind. Bei manchen katalytischen Prozessen, z. B. bei der Schwefelherstellung nach dem Clausverfahren wurde die überraschende Beobachtung gemacht, dass die Festigkeit der Formstücke im Verlaufe des Prozesses noch zunimmt. Die Pressstücke sind für die verschiedenartigsten katalytischen Verfahren geeignet ; sie können z. B. benutzt werden bei der Gewinnung von Schwefel aus Schwefelwasserstoff nach Claus, bei der Gewinnung von Schwefel aas Schwefeldioxyd mit reduzierenden Gasen bei der katalytischen Umsetzung von Wasserdampf mit Kohlenoxyd, bei der Herstellung von Stickoxyden aus Ammoniak und Luft usw.
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