AT89263B - Verfahren zur Herstellung von Zuckersäure und Weinsäure durch Oxidation von Kohlenhydraten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Zuckersäure und Weinsäure durch Oxidation von Kohlenhydraten.

Info

Publication number
AT89263B
AT89263B AT89263DA AT89263B AT 89263 B AT89263 B AT 89263B AT 89263D A AT89263D A AT 89263DA AT 89263 B AT89263 B AT 89263B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
acid
production
carbohydrates
tartaric acid
saccharic
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Diamalt Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Diamalt Ag filed Critical Diamalt Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT89263B publication Critical patent/AT89263B/de

Links

Landscapes

  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Yerf'ahren zur -Herstellung von Zuckersäure   und Weinsäure durch Oxidation von
Kohlenhydraten. 



    Liebe, und Hornemann haben als erste bei der Oxydation von Kohlenhydraten mittels Salpeter- 4ivre die Bildung von Wein-bzw. Traubensäure in ganz geringen Mengen beobachtet. Die Ansicht Liebig's, dass die Zuckersäure eine Vorstufe der Weinsäure sei, wurde von Emil Fischer (Ber. der deutsch. ehem. 



  Ge.. 27, S. 394) sichergestellt, dem es gelang, durch Oxydation von Zuckersäure Weinsäure zu gewinnen und damit den Konstitutionsbeweis für letztere zu erbringen. Die Ausbeuten waren auch dabei technisch belanglos. 



  Zur Darstellung der Zuckersäure bediente man sich bisher des Verfahrens von Tollens (siehe Ablerhalden,,. Handbuch der Biochem. Arbeitsmethoden"Band II, 105, Jahrgang 1910, und E. Fischer .. Anleitung zur Darstellung org. Präparate"Jahrgang 1905, S. 80, wobei man Kohlenhydrate mittels bis siebenfacher Menge Salpetersäure bei mässiger Temperatur oxydiert. Die Ausbeuten betragen etwa 30-4006 an saurem zuckersaurem Kali. 



  Zur Herstellung von Weinsäure hat Naquet ein Verfahren vorgeschlagen, wonach Kohlenhydrate bei Gegenwart der dreifachen Menge Schwefelsäure mit Salpeter durch mehrtägige Einwirkung oxydiert werden. Er will dabei eine Ausbeute von 120-140% Caleiumtartrat erzielen. Tatsächlich werden aber nach der von ihm angegebenen Arbeitsweise neben wenig Zuckersäure nur ganz geringe Ausbeuten von Weinsäure erzielt, die aber mit dem bei dem Verfahren entstehenden Natriumsulfat, Calciumsulfat und den bei der tagelangen Einwirkung von Schwefelsäure auf die Kohlenhydrate sich bildenden, gummiartigen Körpern derartig verunreinigt ist, dass eine Trennung technisch unlohnend erscheint. Daher hat auch dieser Vorschlag weder in der Wissenschaft noch in der Praxis irgendwelche Bedeutung erlangt. 



  Es wurde nun gefunden, dass Zuckersäure und Weinsäure leicht und in relativ kurzer Zeit in guter Ausbeute erhalten werden, wenn die Oxydation der Kohlenhydrate mit Salpetersäure in schwefelsaurer Lösung bei Gegenwart von Metallen, Metalloxyden oder Metallsalzen als Katalysatoren vorgenommen wird. Der Oxydationsprozess wird hiebei unter Erhitzung der Reaktionsmasse auf höhere Temperaturen. etwa 95-100  und zweckmässig auch darüber, durchgeführt. Durch die Anwendung von Katalysatoren wird nicht nur die Ausbeute erhöht, sondern es werden auch die erforderlichen Mengen von Schwefelsäure und Salpetersäure erheblich verringert. Als Katalysatoren sind fast alle Metalle, Metalloxyde und Metallsalze verwendbar, insbesondere jene der Schwermetallgruppe, vor allem Molybdän und Quecksilber sowie der Edelmetallgruppe, vor allem Platin.

   Je nach Art und Erfordernis können sie in ungelöster, fester, fein verteilter, kolloidaler oder sonst geeigneter Form oder in Lösung Anwendung finden. Die einzelnen Metalle, Metalloxyde, Metallsalze usw. sind hierbei hinsichtlich ihrer Wirksamkeit natürlich verschieden. Verwendbar sind auch Mischungen verschiedener Metalle, Metalloxyde oder Metallsalze. 



  Die \rbeitsweise gestaltet sich beispielsweise folgendermassen : Beispiel : 100 Teile Stärke werden mit ungefähr 150 Teilen Wasser versetzt und mit etwa 3 Teilen Schwefelsäure verzuckert, dann weiters etwa 25 Teile konzentrierte Schwefelsäure, ungefähr 60 Teile Salpetersäure vom spez. Gewicht 1-4 und etwa 1 Teil Molybänoxyd als Katalysator hinzugesetzt. Das Gemisch wird auf etwa 95-100'erhitzt und auf diesen Temperaturen gehalten. Sobald nun die Reaktion in Gang gekommen ist, lässt man weitere 100-140 Teile Salpetersäure langsam und allmählich unter fortwährendem Erhitzen auf etwa 95-1000 zufliessen. Die entweichenden Stickstoffoxyde werden, da man   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 falls der Konzentrationsprozess zu weit fortschreitet.

   Sobald die Salpetersäure vollkommen ausgetrieben ist. nimmt   die Flüssigkeit   eine bräunliche   Färbung   an. Es wird dann sofort mit Wasser verdünnt und das Molybdän durch Schwefelwasserstoff ausgefällt und abfiltriert. Aus dem Filtrat wird nun in bekannter Weise durch eine entsprechende Menge von Kalk oder Baryt die Schwefelsäure   ausgefällt.   ebenso die vor- 
 EMI2.2 
 beschrieben, entfernt. Das Filtrat wird nun   konzentriert und die Weinsäure   als saures Kalisalz oder als   Kalksalz   oder sonstwie in bekannter Weise zur Abscheidung gebracht. Die Ausbeute an Weinstein beträgt bis zu 60% und darüber. Aus dem Filtrat scheidet sich nach mehrtägigem Stehen noch saures zuckersaures Kalium in Mengen bis zu 10% aus, 
 EMI2.3 
 



   Das Verfahren ist auch in der   Weise durchführbar.   dass an Stelle von Salpetersäure andere Oxydationsmittel, insbesondere Stickstoffoxyde, verwendet6 werden. Die Darchführung der Oxydation kann auch   bei Gegenwart von Oxon. Sauerstoff   oder Luft erfolgen. Hiebei können auch, und zwar sowohl bei 
 EMI2.4 
 schwefelsaure Lösung durch eine andere Lösung ersetzt werden, welche die gleiche oder eine ähnliche 'Wirkung wie die   sehwefelsaure   Lösung besitzt. 
 EMI2.5 
 von   Zuekersäure   und Weinsäure, sondern zur Gewinnung von Oxalsäure, wobei der Oxydationsprozess im Gegensatz zum eben beschriebenen Verfahren bei gewöhnlicher bzw., nicht erhöhter Temperatur durchgeführt wird. 
 EMI2.6 
 
1.

   Verfahren zur herstellung von Zuckersäure und Weinsäure durch Oxydation von Kohlenhydraten in geeigneter. insbesondere schwefelsaurer Lösung, dadurch gekennzeichnet, dass man die Oxydation bei Gegenwart von   aus Metallen. Metalloxyden oder Metallsalzen   oder Gemischen derselben bestehenden 
 EMI2.7 


Claims (1)

  1. 3. Verfahren nach patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Oxydationsmittel Stickstoffoxyde anwendet. EMI2.8 wart von Ozon. Sauerstoff oder Luft durchgeführt wird.
    5. Verfahren nach Patentanspruch 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass man die entweichenden nitrosen Gase in kontinuierlichem Kreislauf entweder für sieh allein oder in Verbindung mit Ozon. Sauerstoff oder Luft für die Oxydation nutzbar macht.
AT89263D 1916-08-04 1916-12-14 Verfahren zur Herstellung von Zuckersäure und Weinsäure durch Oxidation von Kohlenhydraten. AT89263B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE89263X 1916-08-04

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT89263B true AT89263B (de) 1922-08-25

Family

ID=5642680

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT89263D AT89263B (de) 1916-08-04 1916-12-14 Verfahren zur Herstellung von Zuckersäure und Weinsäure durch Oxidation von Kohlenhydraten.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT89263B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2105898C3 (de) Verfahren zur Herstellung einer Lösung zum Aktivieren von metallischen und nichtmetallischen Oberflächen
AT89263B (de) Verfahren zur Herstellung von Zuckersäure und Weinsäure durch Oxidation von Kohlenhydraten.
DE1113448B (de) Verfahren zur Herstellung von Hydroxylammoniumsalzen
DE365366C (de) Verfahren zur Ausfuehrung chemischer Reaktionen, die auf katalytischen Vorgaengen beruhen
DE462418C (de) Verfahren zur Darstellung von Thiuramdisulfiden
DE536076C (de) Herstellung von Kaliumnitrat durch Umsetzung von Calciumnitrat mit Kaliumsulfat
DE698852C (de) Herstellung konzentrierter Stickoxyde
DE417999C (de) Verfahren zur Wiedergewinnung und Konzentrierung von Salpetersaeure
DE428930C (de) Verfahren zur Herstellung von Acetaldehyd aus Acetylen
DE894080C (de) Verfahren zur Bindung des freien Sauerstoffs in Waessern durch Zusatz von Reduktionsmitteln und Reaktionsbeschleunigern
DE551231C (de) Verfahren zur Befreiung des zur Herstellung von synthetischem Ammoniak zu verwendenden Wasserstoff-Stickstoff-Gemisches von darin enthaltenen, fuer die Ammoniak-Katalyseschaedlichen Beimengungen, insbesondere von Sauerstoff, durch Katalyse
DE485121C (de) Verfahren zum Reinigen von Chemikalien
DE567728C (de) Katalysatoren fuer die Ammoniaksynthese
DE399823C (de) Verfahren zur Herstellung von Alkalinitraten aus Alkalichloriden und Salpetersaeure
DE568339C (de) Verfahren zur Herstellung eines silberhaltigen Praeparates aus AEthylendiamin
DE629616C (de) Verfahren zur Vorbereitung von Seide fuer die Filzerei
DE956046C (de) Verfahren zur Herstellung von Diphenylamin und kernalkylsubstituierten Diphenylaminen
DE884191C (de) Verfahren zur Herstellung von poroesen Katalysatortraegern und Katalysatoren mit hoher mechanischer Festigkeit
DE613068C (de) Verfahren zur Herstellung von Disulfiden aus Mercaptobenzothiazolen
DE497909C (de) Verfahren zur Darstellung leicht loeslicher Salze von N-substituierten Benzimidazolonarsinsaeuren
DE734741C (de) Verfahren zur Herstellung von bestaendigen Ferroeisen-Loesungen
DE555007C (de) Verfahren zur Darstellung von 1,6-Dibrom-2-oxynaphthalin-3-carbonsaeure
CH435220A (de) Verfahren zur Herstellung von Salzen der dithionigen Säure
DE964092C (de) Verfahren zur Herstellung von zu Desinfektionszwecken geeigneten haltbaren Loesungenvon Rhodanwasserstoffsaeure und/oder von sauren Loesungen der Rhodanide
DE345773C (de)