<Desc/Clms Page number 1>
Letterngiess-und Setzmaschine.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Letterngiess-und Setzmaschine mit unmittelbar vom Tastbrett aus einzustellenden, auf einer Achse verschiebbaren und mit ihr drehbaren Matrizenblöcken, deren jeder aus einer Reihe von durch Stahlschieber voneinander getrennten Matrizenscheiben mit am Umfang eingeprägten Schriftzeichen besteht und einen Einstellkamm mit sich führt.
Die Erfindung besteht zunächst in einer solchen Ausbildung der Matrizenblöcke, dass die Anordnung von Buchstaben und Spatien verschiedener Breite auf einer und derselben Matrizenscheibe ermöglicht wird und erreicht dies dadurch, dass die die Matrizen voneinander trennenden Stahlplatten als Lehren für die Breitebestimmung der dazugehörigen Lettern oder Spatien ausgebildet sind. Ferner besteht die Erfindung in besonderen, in Verfolg des gleichen Zweckes getroffenen Ausgestaltungen der im Patente Nr. 83050 beschriebenen Maschine, insbesondere der Einrichtungen nach den Ansprüchen 8 bis 10 dieses Patentes.
Bei den bekannten Maschinen dient jeder Zahn des den Matrizenblock in seiner Hin-und Herbewegung begleitenden Kammes zur Bestimmung der Formbreite der auf derselben Matrizenscheibe befindlichen Lettern. Hieraus geht deutlich hervor, dass alle zehn auf dem Umfang einer bestimmten Matrize angeordneten Buchstaben von derselben Breite sein müssen, da die. Breite der Giessform durch den Kamm geregelt wird, dessen Zähne dieselbe Dicke besitzen, wie die darunter befindlichen Matrizen.
Da für jede der Matrizen nur ein Zahn vorgesehen ist, so kann infolgedessen die Giessform für jede Matrize nur auf eine Breite eingestellt werden und die Buchstaben müssen nach dem sogenannten Seriensystem angefertigt sein, d. h. die Buchstaben müssen an den Matrizen so angeordnet sein, dass jedesmal zehn, die annähernd dieselbe Breite haben, auf einer Matrize geprägt sind.
Dieses Seriensystem wird bei verschiedenen Setz-und Giessmaschinen angewandt und der von diesen Maschinen hergestellte Satz bietet nichts Auffallendes, besonders bei gewöhnlichen Schriften, die zum Zeitungsdruck verwendet werden.
Da man aber immer bestrebt ist, auch für Schriften neue Formen zu schaffen und häufig auch solche entwirft, die sich einem bestimmten Seriensystem nicht anpassen lassen, so ist man gezwungen, die Maschine derart zu konstruieren, dass es auch ermöglicht wird, solche Schriften mit der Setzmaschine herzustellen. Dieses wird bei der Setzmaschine gemäss vorliegender Erfindung durch Abänderung des Matrizenblockes und durch eine besondere Anordnung zum Auslösen der Spatiendeckplatte erreicht, so zwar, dass man nicht mehr darauf beschränkt ist, allen Buchstaben eines Matrizenringes dieselbe Dicke geben zu müssen, sondern jedem der zehn auf einer Matrize angeordneten Buchstaben je eine andere Breite geben kann, indem die Giessform für jeden dieser Buchstaben auf andere Breite eingestellt wird.
Die ganze Anordnung ist durch die Fig. i, 2, 3, 4 und 5 dargestellt, Und zwar zeigt Fig. i einen vollständigen Matrizenblock, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie A-A, Fig. 3 eine Seitenansicht der Formeneinstellhebel, Fig. 4 eine Oberansicht desselben Mechanismus und Fig. 5 den Giessrahmen von vorne.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
und eine dreizehnte, die mit e bezeichnet ist und die ausschliesslich zum Giessen der Spatien dient.-
Die Matrizen sind aus Kupfer oder Bronze angefertigt und sind durch gehärtete
EMI2.2
Beschädigung durch rasches Anpressen der Giessform schützen. Wie bekannt, trägt jede Matrize zehn verschiedene Buchstaben, die in die Randflächen des Zehnkantes eingeprägt sind und in der Fig. 2 mit l bezeichnet werden.
Zwischen den benachbarten Flächen des Zehnkantes befinden sich auf jeder Matrize Vertiefungen o, in welche die Nasen 113 und 114 der beiden Giessformhälften (Fig, 3 und 5) eindringen können.
Im Augenblicke, wo eine Type gegossen werden soll, wird zunächst der Giessformrahmen 87 mit den darin angeordneten Giessformhälften 88 und 89'durch bekannte Mittel vorgeschoben und die beiden an den Giessformhälften befestigten Nasen 113 und 114 dringen in die Vertiefungen o der zwei benachbarten Matrizen ein und schliessen die, die beiden benachbarten Matrizen voneinander trennende Stahlplatte a ein. In dieser Stellung befindet sich ein bestimmter Buchstabe der einen Matrize vor der Giessformöffnung, dessen Breite mit der Dicke des zwischen den Nasen 113 und 114 eingeschlossenen Teiles der Stahlplatte a genau übereinstimmt, so dass sich die Giessform nur auf dieses Mass schliessen kann.
Wie aus der Fig. i ersichtlich ist, besitzt jede der Stahlplatten a1 bis a13 an den Stellen, wo die Matrizen m Vertiefungen- 0 aufweisen, Erhöhungen oder Vertiefungen, d. h. eine jeweils andere Dicke, welche mit einem in der an der linden Seite der Stahlplatte befindlichen Matrize eingeprägten Buchstaben übereinstimmt. In der Fig. i ist dies beispielsweise durch
EMI2.3
den Buchstaben rechts befindet sich jedesmal der zu jedem dazugehörende Teil der Platt a', welcher der Buchstabenbreite entsprechend dicker oder schwächer gehalten ist. Somit ist es ermöglicht, durch die die Matrizen trennenden Stahlplatten den verschiedenen Buchstaben einer Matrizenscheibe verschiedene Dicken zu geben bezw. Buchstaben von verschiedener Dicke auf einer und derselben Matrize anzuordnen.
Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung ist der, dass dadurch der Einstellkamm überflüssig wird, der durch sein Gewicht die Schwungkraft des sich hin und her bewegenden Blockes erhöhte und beim plötzlichen Anhalten schädliche Stösse verursachen konnte.
Die dreizehnte Matrize, welche in der Fig. i mit e bezeichnet ist, trägt keine Buchstaben und dient, wie bereits bemerkt, zum Giessen von Spatien. Um ebenfalls nach Bedarf dicke oder dünne Spatien giessen zu können, ist die für die Spatienmatrize e bestimmte Stahlplatte a13 an den betreffenden Stellen verschieden stark gehalten.
Durch die Stahlplatten al bis a wird der bisher verwendete Einstellkamm ersetzt, wobei gleichzeitig die die Kammzähne ersetzenden Nasen 113 und 114 unter die Öffnung der Giessform gebracht werden (Fig. 3 und 5), was jedoch an der Wirkungsweise nichts ändert.
Da der Einstellkamm bei der bereits bekannten Anordnung auch den Zweck hat, jedesmal, wenn eine Spatie gegossen werden soll, an den Sperrhebel 122 a zu drücken, damit sich die Platte 118 vor die Giessformöffnung vorschieben kann, so muss diese Anordnung bei Wegfall des Einstellkammes durch eine andere ersetzt werden. Dies wird durch eine Hebelanordnung bewirkt, die in den Fig. 3 bis 5 veranschaulicht ist.
Beim Anschlagen einer Spatientaste wird, wie bekannt, die oberste Schiene 22 des Gehäuses 9 (Fig. g und 4) ausgelöst und arretiert vermittels ihres Stiftes 23 und weiterer bekannter Mittel den Matrizenblock mit der Spatienmatrize vor der Giessformöffnung. Hierbei verschiebt sich die Schiene 22 mit ihrem Stift 23, der in ein Loch des mit dem Matrizenblock in Verbindung stehenden Rahmen einspringt in der Pfeilrichtung (Fig. 4) und überträgt diese Bewegung auf den Doppelhebel 250, der seinerseits die Bewegung durch den Hebel 251 auf die Zugstange 252 und das Gleitstück 253 überträgt. Das Gleitstück 253 ist auf der Achse 211 verschiebbar gelagert und wird von der Schiene 211 a gegen Drehen um die Achse 211 gesichert.
An seinem vorderen Ende läuft das Stück 253 in einen Finger 253 a aus, der sich beim Antasten einer Spatientaste durch die darauf erfolgte Verschiebung der Schiene 22, der Hebel 250 und 251 und der Zugstange 252 vor den Sperrhebel 122 a stellt, so dass beim Vorgehen des Giessformrahmens 87 der Hebel 122 a gegen den Finger 253 a gedrückt wird, wodurch die Spatiendeckplatte 118 ausgelöst wird, die Giessformöffnung von vorne absperrt und somit eine verkürzte Spalte entsteht. Beim Rückgange des Giessformrahmens 87 entfernt sich auch das Hebelende 122 a von dem Finger 252 a und kann infolgedessen die von neuem zurückgezogene Deckplatte 118 in ihrer Ruhestellung sichern.
Da nach jedem Abguss einer Spatie auch die Schiene 22 zurückgezogen wird und mit ihr die Hebel 250 und 251, so wird dadurch vermittelst der Zugstange 252 auch das Gleitstück 253 verschoben, und zwar in seine Lage, wo sein Finger 253 a den Hebel 122a (Fig. 5) nicht berühren kann und das Giessen der Lettern auf ihre normale Höhe erlaubt.