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Die Erfindung betrifft einen Baustein für Mauerwerke umfassend seitliche Anschlussflächen sowie eine obere und eine untere Auflagefläche, wobei in die seitlichen Anschlussflächen jeweils zumindest eine, von den horizontalen Begrenzungskanten der oberen und der unteren Auflageflache beabstandete Einbuchtung, welche sich lediglich uber einen Teil der Bausteinhöhe erstreckt, eingelassen ist
Bei der Errichtung von aufgehenden Mauerwerken werden die dafür vorgesehenen quaderformigen Bausteine in horizontalen, vorzugsweise gegeneinander versetzten Reihen verlegt, zwischen denen jeweils eine Schicht aus Mörtel oder Kleber aufgetragen ist Die zwischen benachbarten Bausteinen moderner Bauart in einer Reihe auftretenden vertikalen Stossfugen bleiben üblicherweise frei oder zumindest teilweise frei.
Dies ist einerseits weniger arbeitsaufwendig und hat andererseits den Vorteil einer höheren Gesamtwärmedämmung des Mauerwerks, da jede von der Innenseite zur Aussenseite verlaufende Mörtelfuge eine Wärmebrücke darstellt, die die Wärmedämmung negativ beeinflusst
Damit tritt im wesentlichen nur zwischen aufeinanderfolgenden horizontalen Bausteinreihen eine kraftschlüssige Verbindung auf. Bei gewöhnlicher Bauwerksbeanspruchung, die sich im wesentlichen durch aus dem Eigengewicht sich ergebenden, lotrechten Kräften und gegebenenfalls horizontal wirkenden Kräften, z. B Winddruck, zusammensetzt, reicht diese Art der Bausteinverlegung vollkommen aus, um die statische Sicherheit zu gewährleisten.
Treten jedoch schräg verlaufende Spannungen, insbesondere Schubspannungen auf, wie dies im besonderen bei Erdbeben der Fall ist, kann eine solche Bauweise eines Mauerwerks aber die Beschädigung des gesamten Hauses oder sogar den völligen Zusammenbrach desselben zur Folge haben, da es entlang der nicht vermörtelten Stossfugen zu einer Abscherung von jeweils benachbarten Bausteinen kommen kann, die ein Auseinanderbrechen des Mauerwerkes begünstigt Die statische Sicherheit des*Gebäudes ist daher bei solchen diagonalen Belastungen stark reduziert.
Aus diesem Grund ist es in vielen Erdbebengebieten vorgeschrieben, bei der Errichtung von Mauerwerken auch die vertikalen Stossfugen zu vermörteln und somit eine vollständige Füllung aller auftretenden Fugen vorzusehen Durch diese Bauweise ist zwischen benachbarten Bausteinen jeweils eine vertikale Mörtel- bzw. Kleberschicht vorhanden, die bei Auftreten einer schräg bzw. diagonal verlaufenden Kraft zusammen mit den horizontalen Mörtelschichten das gegenseitige Abgleiten von Mauerbereichen verhindern helfen, wodurch die statische Sicherheit wesentlich erhöht wird.
Bei den traditionellen Bausteinen sind die seitlichen Anschlussflächen - das sind jene Flächen, mit welchen zwei innerhalb einer Reihe benachbarte Bausteine aneinander gelegt sind - durchgehend eben und normal zur Aufstandfläche des Mauerwerkes ausgebildet.
Neben den vollkommen quaderförmigen Bausteinen sind jedoch auch eine Reihe anderer Bausteine in Verwendung, die besonders hinsichtlich der Wärmedämmung verbessert sind, jedoch eine sehr geringe Erdbebensicherheit aufweisen.
So sind etwa Nut- und Federbausteine bekannt, bei welchen die erste Anschlussfläche federartige, sich über die Bausteinhöhe erstreckende Anformungen aufweist und in die zweite Anschlussfläche den Umrissen dieser Anformungen entsprechende nutartige Vertiefungen eingelassen sind. Benachbarte Bausteine greifen innerhalb des Mauerwerkes ohne dazwischenliegende Mörtelschicht ineinander und ermöglichen durch den besonderen Verlauf der Nut-Feder-Verbindung eine erhöhte Wärmedämmung. Bei diagonal einwirkenden Kräften kommt es zu einem Abgleiten der Nut-Feder-Verbindungen und dadurch zu einer Zerstörung des Mauerwerkes.
Schliesslich existieren auch Bausteine, bei denen eine oder beide Anschlussflächen sich über die gesamte Bausteinhöhe erstreckende Mörteltaschen aufweisen. Als konkrete Beispiele hierfür können DE-A1-37 01 425 und die CH-PS-568 452 genannt werden
Die DE-A1-37 01 425 beschreibt Schalungsbauteile, welche zwei parallel zueinander verlaufende Wände aufweisen, welche über normal zu diesen verlaufende Metallverbinder aneinander festgelegt sind (vgl. Fig.2). Der somit zwischen den beiden Wänden freigehaltene Raum wird mit Beton oder Zement ausgefüllt. An der horizontal verlaufenden Oberfläche sowie an der Unterfläche weisen die Wände jeweils Vorsprünge und Aussparungen auf, mit denen übereinander liegende Bauteile ineinander gesteckt und aneinander festgelegt werden können.
Die
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Stirnseiten der beiden Wande definieren seitliche Anschlussflächen, wobei sich der zwischen den Wänden liegende Raum im Bereich dieser seitlichen Anschlussflächen durchgehend von der Unterseite zu Oberseite erstreckt.
Bei den Formsteinen der CH-PS-568 452 sind in die, die Aussenflächen des Mauerwerkes bildenden Begrenzungsflächen des Formsteines horizontal und vertikal verlaufende Rillen eingearbeitet In die Oberseite und in die Unterseite sind sich in Längsrichtung des Steines erstreckende Rillen eingearbeitet. Auch in die seitlichen Anschlussflachen (hier als Stirnflächen bezeichnet) sind Rillen eingelassen, die sich über die gesamte Bausteinhöhe erstrecken (vgl. Fig 1,2).
Bei derartigen Bausteinen, bei denen eine oder beide Anschlussflächen sich uber die gesamte Bausteinhöhe erstreckende Mörteltaschen aufweisen, stossen benachbarte Bausteine über vorspringende Begrenzungsbereiche an der Innen- und Aussenseite aneinander, sodass die innerhalb der Mörteltasche ausgebildete Mörtelschicht nicht über die gesamte Breite ausgebildet ist und eine Wärmebrücke dadurch verhindert wird. Die Mörtelfuge ist daher teilweise vertieft, dafür aber nicht über die gesamte Wandbreite gefüllt. Der in den Mörteltaschen befindliche Mörtel bildet jedoch keine kraftschlussige Verbindung zwischen benachbarten Bausteinen aus, da der trocknende Mörtel auch schwindet und dadurch nur die randseitigen Stossflächen des Bausteines aufeinanderliegen.
Eine solche Verbindung kann daher Schubspannungen und Zugkräfte, wie sie insbesondere bei diagonaler Krafteinwirkung auf Mauerwerke vorkommen, nur sehr beschränkt aufnehmen. Diese beschränkte Belastbarkeit führt unter diagonaler Krafteinwirkung zu einem vorzeitigen Versagen des Mauerwerkes, indem die Bausteine entlang der vertikalen Fugen zueinander abscheren.
In der DE-A1-41 36 027 wird ein Mauerblock beschrieben, der vertikal verlaufende Endflächen sowie eine obere und eine untere Fläche aufweist. Im zwischen diesen vier Flächen umschriebenen Raum sind horizontal und vertikal verlaufende Versteifungswände vorgesehen Wie aus Fig 3 hervorgeht, ergeben sich zwischen den Versteifungswänden Hohlräume, die sich zwischen den seitlichen Begrenzungsflächen des Mauerblockes erstrecken.
Der in der FR-A-2 426 779 gezeigte Block zur Errichtung eines Mauerwerkes weist im Aufriss gesehen die Form einer Raute auf, deren Spitzen abgeflacht sind (vgl. Fig. 1). Durch diese Abflachungen entstehen eine obere sowie eine untere Auflagefläche sowie seitliche Flächen, die -vgl Fig 3- seitliche Anschlussflächen bilden, da benachbarte Blöcke derselben Reihe im Mauerwerksverbund mit diesen Flächen aneinander anliegen. Der Block gemäss FR-A-2 426 779 weist einen horizontalen, sich zwischen den seitlichen Anschlussflächen erstreckenden Kanal sowie einen normal zu diesem verlaufenden, sich zwischen oberer und unterer Auflagefläche erstreckenden Kanal auf.
Die in der DE-A1-41 36 027 vorhandenen Hohlräume bzw. die in der FR-A-2 426 779 vorgesehenen Kanäle sind keine "Einbuchtungen" in die seitlichen Anschlussflächen im Sinne der vorliegenden Beschreibung : Einbuchtung wird ganz allgemein eine Vertiefung, etwa in Gestalt einer Delle, verstanden, also ein in den Körper hineinspringender Abschnitt der Oberfläche, welcher einen Boden aufweist Die Hohlräume der eben erörterten beiden Druckschriften weisen keine derartigen Böden auf, sie verlaufen vielmehr durchgängig von einer seitlichen Anschlussfläche zur gebenüberliegenden und sind damit viel eher als "Durchbrechungen" zu bezeichnen.
In der DE-A1-26 55 470 wird ein Kunststein zur Bildung von dekorativen Bauwerken beschrieben, dessen erste Begrenzungsflächen eben sind und parallel zueinander verlaufen.
Dasselbe gilt für die weiteren Begrenzungsflächen, welche zu den ersten Begrenzungsflächen normal verlaufen. Die verbleibenden Begrenzungsflächen sind geschwungen ausgebildet, ihre Begrenzungskanten verlaufen etwa sinusförmig (vgl. Fig. 1). In die ebenen Flächen können Einbuchtungen eingelassen sein, welche ausweislich Spalte 2, Zeilen 59-63 mit Bindemittel ausgefüllt sein können.
Problematisch ergibt sich bei einer derartigen Konstruktion insbesondere das Einfüllen von Mörtel in jene Einbuchtungen, die zwischen zwei benachbarten und schon mit den entsprechenden seitlichen Begrenzungsflächen dicht an dicht nebeneinander gestellten Bausteinen liegen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Baustein der eingangs genannten Art anzugeben, mit welchem Mauerwerke aufgebaut werden können, die schräg bzw. diagonal auf sie einwirkende
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Kräfte besonders gut aufnehmen können und bei welchen das eben angerissene Problem des Einbringens von Mortel in die Einbuchtungen zwischen zwei aneinander angestossene seitliche Begrenzungsflachen vermieden ist.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass zumindest eine der Anschlussflächen, vorzugsweise beide Anschlussflächen, - in an sich bekannter Weise - mit einer nutartigen Ausnehmung ausgebildet ist/sind, und dass die Einbuchtungen in der/den Ausnehmungen ausgenommen sind
Der beim Verfüllen in die vertikale Stossfuge zwischen zwei benachbarte Bausteine eingebrachte Mörtel gelangt in die in die seitlichen Anschlussflächen eingelassenen Einbuchtungen und füllt diese. Nach dem Aushärten des Mörtels ergibt sich sodann eine Art von Verdübelung, die einem Versagen des Mauerwerkes entgegenwirkt Selbst im einfachsten Fall, wenn die Anschlussflächen vollkommen eben ausgeführt sind, ergeben die Einbuchtungen eine messbare Stärkung der kraftschlüssigen Verbindung zwischen benachbarten Bausteinen.
Die vertikalen Stossfugen werden durch die in ihnen ausgebildete, erhärtete Mörtelschicht an einem gegenseitigen Abscheren gehindert, wobei die Einbuchtungen die Festigkeit dieser Mörtelschicht erheblich erhöht.
Dies ist insbesondere in erdbebengefährdeten Gebieten von Interesse, da bei Erdbeben vor allem diagonal auf die Mauerwerke einwirkende Kräfte bzw. Schubspannungen für die Bauwerke eine Einsturzgefährdung bewirken können. Ein aus erfindungsgemässen Bausteinen gebildetes Mauerwerk ist aufgrund der erörterten Stabilitätserhöhung als erdbebensicherer anzusehen.
Die Einbuchtung kann beliebige Form aufweisen, muss aber von den horizontalen Begrenzungskanten der oberen und der unteren Auflagefläche des erfindungsgemässen Bausteins beabstandet sein, da sonst keine eine Abscherung verhindernde Wirkung auftreten kann.
Die nutartige (n) Ausnehmung(en)bilden einen Kanal, welcher den von der(den) Einbuchtung (en) gebildeten Hohlraum mit der oberen Auflagefläche des Bausteines verbindet Besagter Hohlraum kann über diesen Kanal besonders einfach mit Mörtel verfüllt werden.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Einbuchtung zu beiden horizontalen Begrenzungskanten gleich grosse Abstände aufweist Damit ist eine nach allen Seiten hin ausgeglichene Verdübelungswirkung erzielbar
Ein weiteres Merkmal der Erfindung kann sein, dass die Einbuchtung zu beiden vertikalen Begrenzungskanten der Anschlussfläche Abstände, vorzugsweise gleich grosse Abstände, aufweist Damit kann ein seitliches Auslaufen des noch flussigen Mörtels aus der erfindungsgemässen Einbuchtung verhindert werden.
Weiters kann vorgesehen sein, dass die Breite der Einbuchtung zumindest etwa ein Drittel der Bausteinbreite beträgt. Der Baustein wird durch eine Einbuchtung mit diesen Abmessungen noch nicht nennenswert in seiner Festigkeit beeinträchtigt, dennoch ist der in die Einbuchtung gefüllte Mörtelpfropfen gross genug, um eine ausreichend hohe erfindungsgemässe Verdübelungswikung sicherzustellen.
In diesem Zusammenhang kann weiters vorgesehen sein, dass Höhe der Einbuchtung etwa ein Drittel der Bausteinhöhe beträgt Auch diese Dimensionierung trägt zur Erzielung einer ausreichenden Verdübelungswirkung bei, ohne dass der Baustein durch die durch die Einbuchtung bedingte Materialverringerung zu stark geschwächt würde
Als besonders günstig hat sich erwiesen, dass die Begrenzungswände der Einbuchtung im wesentlichen normal zur Anschlussfläche verlaufen Damit ist eine besonders gute Abstützung des Mörtels an den Begrenzungswänden der Einbuchtungen gegeben, gleichzeitig sind derart gestaltete Einbuchtungen einfach herstellbar.
In weiterer Ausbildung der Erfindung können die Anschlussflächen - in an sich bekannter Weise - mit nut-federartigen Erhebungen bzw. Vertiefungen versehen sein, welche eine Verbesserung der wärmetechnischen Eigenschaften mit sich bringen.
Bei Bausteinen, welche eine Vielzahl von Löchern, vorzugsweise Hochlöchern, umfassen, kann in Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein, dass die Einbuchtung mit zumindest einem Loch in Verbindung steht. Der in die vertikale Stossfuge bzw. in die Mörteltasche sowie in die erfindungsgemässe Einbuchtung eingebrachte Mörtel kann dadurch auch in zumindest ein Hochloch eintreten, was zu einer nochjnnigeren Verbindung zweier benachbarter Bausteine führt.
Eine besonders vorteilhafte Verdübelungswirkung lässt sich gemäss einer weiteren Variante der
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Erfindung erzielen, wenn das Verhältnis der Tiefe der Ausnehmung zu der Tiefe der Einbuchtung in einem Bereich von 1,5 bis 2 zu 1 liegt.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beigeschlossenen Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig 1 einen Baustein gemäss Stand der Technik in Gebrauchslage im Schrägriss;
Fig.2a einen quaderförmigen Baustein mit erfindungsgemässer Einbuchtung 5 im Schrägriss;
Fig 2b ein aus Bausteinen gemäss Fig.2a gebildetes Mauerwerk im Aufriss;
Fig 3a drei Bausteine einer besonders bevorzugt mit einer erfindungsgemässen Einbuchtung 5 ausgestatteten Bausteinart im Schrägriss;
Fig.3b in einer Reihe nebeneinander gelegte Bausteine gemäss Fig.3a im Grundriss;
Fig.3c ein aus zwei übereinanderliegenden Reihen gemäss Fig 3b gebildetes Mauerwerk im
Aufriss ;
Fig.3d in einer Reihe nebeneinander gelegte Bausteine gemäss einer weiteren
Ausführungsform der Erfindung im Grundriss;
Fig.4a einen mit einer erfindungsgemässen Einbuchtung 5 versehenen Baustein einer weiteren
Bausteinart im Schrägriss,
Fig. 4b in einer Reihe nebeneinander gelegte Bausteine gemäss Fig.4a,
Fig.5a einen quaderförmigen Hochlochziegel mit erfindungsgemässer Einbuchtung 5 im
Schrägriss und
Fig.5b. den Baustein des Typs gemäss Fig.3a umfassend Hochlöcher.
Im Rahmen dieser Anmeldung sind unter dem Begriff "Baustein" sämtliche Körper zu verstehen, die zur Ausbildung eines Mauerwerkes geeignet sind Als Beispiele können Ziegel, z. B Tonziegel, oder Blöcke angeführt werden, die aus natürlichem oder künstlichem Material, wie z.B Naturstein, Beton, Ton od. dgl. gefertigt sind.
In Fig. 1 ist ein Baustein gemäss Stand der Technik in Gebrauchslage dargestellt, wobei unter Gebrauchslage jene Ausrichtung des Bausteines zu verstehen ist, welche er bei Einbindung in ein Mauerwerk einnimmt. Die in horizontalen Ebenen verlaufenden Flächen 1,2 des Bausteines sind im Rahmen dieser Anmeldung als Auflageflächen, jene vertikal verlaufenden Flächen 3,4, mit welchen benachbarte Bausteine aneinandergereiht werden, sind als seitliche Anschlussflächen bezeichnet Die Lageangaben horizontal und vertikal beziehen sich jeweils auf einen in der Gebrauchslage gemäss Fig 1 liegenden Baustein.
Um die erwähnte Verdübelungswirkung der Mörtel- bzw Kleberschicht zwischen den seitlichen Anschlussflächen von Bausteinen in einem Mauerwerk zu erreichen, ist bei einem in Fig.2a dargestellten, erfindungsgemässen Baustein in die seitlichen Anschlussflächen 3,4 jeweils zumindest eine, von den horizontalen Begrenzungskanten der oberen und unteren Auflagefläche 1, 2 beabstandete Einbuchtung 5 eingelassen, die sie sich lediglich über einen Teil der Bausteinhöhe h erstreckt
Wie in Fig 2a dargestellt, kann diese Einbuchtung 5 sich über die gesamte Bausteinbreite b erstrecken (vgl. die strichpunktierten Linien in Fig 2a) oder zu beiden vertikalen Begrenzungskanten 6 der Anschlussfläche 3,4 Abstände c, d aufweisen, welche Abstände c,d vorzugsweise gleich gross gehalten sind.
Werden derart ausgestaltete Bausteine wie in Fig.2b dargestellt zu einem Mauerwerk verbunden, bei welchem, wie üblich, die vertikalen Stossfugen 9 und die horizontalen Fugen 10 mit Mörtel verfüllt sind, bewirken die erfindungsgemässen Einbuchtungen 5, dass sich die vertikalen Stossfugen 9 im Bereich der Einbuchtungen 5 erweitern Der in diesen wirkende, schematisch dargestellte Mörtelblock 7 liegt formschlüsig an den Begrenzungswänden 8 der Einbuchtungen 5 an und hindert damit die in den vertikalen Stossfugen 9 befindliche Mörtelschicht insbesondere bei diagonaler Belastung am Abreissen, sodass keine frühe Abscherung auftreten kann.
Diese formschlüssige Abstützung ergibt sich beispielsweise bei in Richtung des Pfeiles 16 auf die Bausteine wirkenden Kräften, wie sie beispielsweise bei einer teilweisen Absenkung der Aufstandsfläche des Mauerwerkes oder bei Erdbeben auftreten können.
Die Gestalt der Anschlussflächen 3,4 ist nicht erfindungswesentlich, beispielsweise kann die Einbuchtung 5 auch bei Bausteinen, deren Anschlussflächen 3,4 nut-federartige, sich über die Bausteinhöhe h erstreckende Vorsprünge bzw. Vertiefungen aufweisen, vorgesehen sein.
Besonders bevorzugt wird die Erfindung bei in den Fig 3a-c sowie in Fig.4a dargestellten
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Bausteinen eingesetzt Die Anschlussflächen 3,4 dieser Bausteine verlaufen hier nicht eben, sondern sind jeweils mit einer nutartigen Ausnehmung 11 versehen, die sich uber die gesamte Bausteinhöhe h erstrecken. Beim Nebeneinanderlegen solcher Bausteine (vgl Fig.3b) bilden die beiden Ausnehmungen 11Taschen, mittels welcher die vertikale Mörtelfuge 9 vertieft wird.
Die erfindungsgemässen Einbuchtungen 5 sind in die mittleren Abschnitte der Anschlussflächen 3,4 eingelassen, welche den Nutgrund 13 der Ausnehmung 11 bilden Beim Verfüllen der durch die Ausnehmungen 11 gebildeten Mörteltaschen füllen sich die Einbuchtungen 5 ebenfalls mit Mörtel.
Nach dem Aushärten des Mörtels ergeben sich analog zu Fig 2b Mortelblöcke 7, welche sich an den Begrenzungswänden 8 der Einbuchtungen 5 kraftschlüssig ansetzen können Die Einbuchtungen 5 weisen zu beiden horizontalen Begrenzungskanten 12 der Auflageflächen 1,2 Abstände e, f auf (welche Abstände e,f gemäss Fig.3a ungleich bzw. gemäss Fig.3c gleich gross sein können). Bei Auftreten von diagonalen Kräften entsprechend dem Pfeil 17 in Fig 3c ergibt sich eine kraftschlüssige Anlage der Mörtelblöcke 7 an den Begrenzungswänden 8 der Einbuchtungen 5. Es kommt also zu einer Art von Verdubelung jeweils zweier benachbarter Bausteine, was dem Mauerwerk insgesamt eine besonders hohe Stabilität verleiht.
Eine sehr gute Verdübelungswirkung lässt sich erzielen, wenn das Verhältnis der Tiefe der Ausnehmung 11 zu der Tiefe der Einbuchtung 5 in einem Bereich von 1,5 bis 2 zu 1 liegt. Die Einbuchtung 5 muss zum Erreichen ihrer Funktionsfähigkeit jedenfalls tief genug in den Anschlussflächen 3,4 eingelassen sein, da sonst der Mörtelblock 7 den Abscherkräften nicht genug Widerstandsfähigkeit entgegensetzen kann.
Neben der Tiefe der Einbuchtung 5 stellt auch deren Querschnitt eine wichtige Grösse für die Erreichung einer ausreichenden Verdübelungswirkung dar. Diesbezüglich hat es sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn die Breite der Einbuchtung 5 zumindest ein Drittel der Anschlussflächenbreite des Bausteins bzw. der Wandbreite des Mauerwerkes und die Höhe der Einbuchtung 5 mindestens ein Drittel der Bausteinhöhe h beträgt
Die erfindungsgemässe Anordnung der Einbuchtungen 5 kann selbstverständlich auch bei jedweder anderer Ausgestaltung der Anschlussflächen 3,4 vorgesehen sein.
Die Begrenzungswände 8 der Einbuchtung 5 verlaufen zu den Anschlussflächen 3,4 im wesentlichen normal, die erläuterte Abstützwirkung wird aber auch bei stumpfen Winkeln a erreicht (vgl. Fig 3c) Genauso sind spitze Winkel # denkbar, allerdings sind die sich hier ergebenden Hinterschneidungen im Baustein schwierig herstellbar.
Beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 3d sind Bausteine mit unterschiedlichen Anschlussflächen 3,4 dargestellt An beiden Anschlussflächen 3, 4 sind Einbuchtungen 5 vorgesehen, jeweils eine Anschlussfläche 4 weist eine nutartige Ausnehmung 11 auf, während die jeweils gegenüberliegende Anschlussfläche 3 bis auf die Einbuchtung 5 vollkommen eben verläuft
Beim Baustein gemäss Fig.4a,b weisen die Anschlussflächen 3,4 analog zu Fig. 3a-c jeweils eine Ausnehmung 11 auf, in deren Nutgrund 13 die erfindungsgemässen Einbuchtungen 5 eingelassen sind. Zusätzlich dazu ist die Anschlussfläche 4 mit federartigen Erhebungen 14 und die Anschlussfläche 3 mit nutartigen Vertiefungen 15 versehen.
Neben der erhöhten Stabilität des aus den erfindungsgemässen Bausteinen errichteten Mauerwerkes ergibt sich bei Bausteinen gemäss Fig.3,4 für die Anwendung in Erdbebengebieten als weiterer Vorteil eine Verbesserung der wärmetechnischen Eigenschaften des Mauerwerkes.
Wie in Fig.3b,4b dargestellt, können die seitlich der Ausnehmungen 11 liegenden Abschnitte der Anschlussflächen 3,4 benachbarter Bausteine dicht an dicht gelegt und Mörtel lediglich in die von den Ausnehmungen 11 und den erfindungsgemässen Einbuchtungen 5 gebildeten Mörteltaschen eingebracht werden. Eine bisher übliche, sich vollflächig über die Anschlussflächen 3,4 erstreckende und somit von der Wandaussen- zur Wandinnenseite durchgehende vertikale Mörtelfuge, die als Wärmebrücke wirkt, wird damit vermieden.
Die Einbuchtung 5 ist in den Zeichnungen stets quaderförmig ausgebildet, was aber lediglich beispielhaft zu verstehen ist, denn der Einbuchtung 5 kann jede Form, mit welcher das beschriebene Ansetzen der Mörtelblöcke 7 an den Begrenzungswänden 8 erreichbar ist, gegeben werden. Beispielsweise kann die Einbuchtung 5 zylinder-, halbkugel- kegelstumpfförmig usw. ausgebildet sein. Weiters können in eine Anschlussfläche 3,4 mehrere Einbuchtungen 5, z. B. in Form mehrerer Löcher eingelassen sein.
Ist der Baustein mit Hochlöchern 18 versehen, kann die erfindungsgemässe Einbuchtung 5 so
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tief ausgebildet sein, dass sie mit einem oder mehreren dieser Hochlöcher 18 in Verbindung steht Wie in Fig.5a dargestellt, kann der Baustein in diesem Zusammenhang als an sich bekannter Hochlochziegel ausgebildet sein, wobei die Einbuchtung 5 in die ihr benachbarte Hochlochreihe 18' hineinragt Gemäss Fig 5b kann auch ein Baustein der Form nach Fig 3a,3d oder Fig 4a mit Hochlochern 18 versehen sein, deren zur Anschlussfläche 3,4 benachbarte Reihe 18' mit der Einbuchtung 5 in Verbindung steht.
In beiden Fällen gelangt der in die vertikalen Stossfugen 9 eingebrachte Mortel dadurch auch in die mit der Einbuchtung 5 in Verbindung stehenden Hochlöcher 18, wodurch sich eine noch bessere Verbindung zweier benachbarter Bausteine ergibt
Anstelle der Hochlöcher 18 können aber auch Langlöcher den jeweiligen erfindungsgemässen Baustein bzw. dessen Einbuchtungen 5 durchsetzen.
PATENTANSPRÜCHE :
1 Baustein für Mauerwerke umfassend seitliche Anschlussflächen (3,4) sowie eine obere und eine untere Auflagefläche (1,2), wobei in die seitlichen Anschlussflächen (3,4) jeweils zumindest eine, von den horizontalen Begrenzungskanten der oberen und der unteren
Auflagefläche (1,2) beabstandete Einbuchtung (5), welche sich lediglich über einen Teil der Bausteinhöhe (h) erstreckt, eingelassen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Anschlussflächen (3,4), vorzugsweise beide Anschlussflächen (3,4), - in an sich bekannter Weise - mit einer nutartigen Ausnehmung (11) ausgebildet ist/sind, und dass die
Einbuchtungen (5) in der/den Ausnehmungen (11) ausgenommen sind.